Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Zwei Personen mit Helmen stehen auf einem Dach mit Solarpaneelen und unterhalten sich.

Gegen Absturzunfälle: Initiative „Sicher auf dem Dach“

Knut Köstergarten

6. Januar 2026

Mit dem Solarboom in Deutschland steigt auch die Zahl der Arbeiten auf Dächern und damit das Risiko von Absturzunfällen. Diese machen bereits seit Jahren einen großen Anteil schwerer und tödlicher Arbeitsunfälle in der Baubranche aus. Deshalb starten der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) die gemeinsame Initiative “Sicher auf dem Dach“. Ziel ist es, Betriebe und Beschäftigte gleichermaßen für sicheres Arbeiten auf dem Dach zu gewinnen und sie mit praxisnahen Unterlagen bei der Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen zu unterstützen.

2025: Über 6000 Absturzunfälle

„Absturzunfälle passieren häufig, wenn auf Dächern ohne ausreichende Sicherung gearbeitet wird“, sagt Michael Kirsch, Hauptgeschäftsführer der BG Bau.  Große Gefahr sehe man vor allem vor allem beim Einsatz von nicht durchbruchsicheren Materialien wie Wellasbestplatten, Lichtbändern oder Lichtplatten. Für die ersten zehn Monate 2025 wurden der BG Bau nach vorläufigen Zahlen über 6000 Absturzunfälle gemeldet.

Bild von Michael Kirsch vom BG Bau
„Absturzunfälle passieren häufig, wenn auf Dächern ohne ausreichende Sicherung gearbeitet wird“, sagt Michael Kirsch, Hauptgeschäftsführer der BG Bau. (Foto und Titelbild: BG Bau)

Lest hier am Beispiel von Dachdecker Detlef Wagner, wie hart die Reha ist nach einem Absturzunfall!

26 Todesfälle – ein Drittel davon vom Dach

26 Abstürze endeten tödlich, jeder davon ist eine menschliche Katastrophe. Mehr als ein Drittel der tödlichen Absturzunfälle ereigneten sich vom Dach aus, fast alle erfolgten als Durchstürze durch nicht durchtrittsichere Dachbereiche. Bereits drei Unfälle standen im Zusammenhang mit Arbeiten an Photovoltaikanlagen.

Bild von Grafik von Ursachen tödlicher Unfälle
Über die Hälfte der tödlichen Arbeitsunfälle resultieren aus Abstürzen vom Dach. (Grafik: BG Bau)

Dachdecker stürzen mehrere Meter in die Tiefe

Ein Fallbeispiel für Absturzunfälle von zu vielen: Zwei Dachdecker sind Mitte November bei Arbeiten an einem Industrieobjekt in Mönchengladbach aus mehreren Metern Höhe abgestürzt. Die Männer zogen sich laut Polizei teils schwere Verletzungen zu. Als die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr am Unfallort eintrafen, lagen beide Arbeiter am Boden. Ihre Kollegen kümmerten sich zu diesem Zeitpunkt um die Verletzten und leisteten Erste Hilfe. Die Feuerwehr übernahm umgehend die medizinische Erstversorgung. Nach der Stabilisierung vor Ort kamen die beiden verletzten Dachdecker in umliegende Krankenhäuser. Die Polizei hat Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Wie genau es zu dem Sturz aus mehreren Metern Höhe kam, ist noch unklar.

Bild von Grafik zu tödlichen Abstürzen
Positiv erscheint, dass bis Oktober die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle 2025 zurückgegangen ist. (Grafik: BG Bau)

Arbeitsschutz konsequent beachten

„Die Zahlen zeigen: Im laufenden Jahr gab es auffällig viele tödliche Durchsturzunfälle – ein deutliches Warnsignal“, erläutert Kirsch und ergänzt: „Wichtig ist mir die Botschaft: Das muss so nicht sein! Wenn der Arbeitsschutz konsequent beachtet wird, ist sicheres Arbeiten auf dem Dach möglich. Um Absturzunfälle zu vermeiden, ist es wichtig, dass alle Tätigkeiten auf Dächern fachgerecht ausgeführt, gut geplant und mit geeigneten Schutzmaßnahmen abgesichert werden.“

Bild von Grafik von Absturzunfällen
Über 6000 Absturzunfälle zeigen, dass eine bessere Prävention wichtig bleibt. (Grafik: BG Bau)

PV-Anlagen sicher installieren

Die Arbeit in der Höhe erfordert umfassende Fachkenntnisse, gerade auch in Sachen Arbeitssicherheit. Diese und die Risiken werden in der Ausbildung und der Weiterbildung der gewerblichen Mitarbeiter im Dachdeckerhandwerk vermittelt. Prävention ist das A und O bei der Arbeitssicherheit. Ohne Absicherung gegen Absturzunfälle über Gerüste, Fangnetze oder persönliche Schutzausrüstung sollte kein Mitarbeiter aufs Dach gehen.

„DachdeckerInnen arbeiten zumeist in der Höhe – aber sie wissen, was sie tun. Mit den möglichen Risiken gehen sie professionell um und schützen sich umfassend. Denn Unfälle bei Dacharbeiten müssen nicht sein“, sagt ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx. „Insofern sehen wir mit Sorge, dass mit dem PV-Boom zunehmend auch Nicht-Fachleute auf Dächer steigen, ohne sich der Gefahren wirklich bewusst zu sein.“

Praxisnahe Schulungen zur persönlicher Schutzausrüstung (PSA) sind gefragt!

Bild von Andre Büschkes vom ZVDH
Dachdeckermeister André Büschkes engagiert sich im Vorstand der BG Bau. (Foto: ZVDH)

Für Absturzrisiken sensibilisieren

Mit der Initiative „Sicher auf dem Dach“ wollen ZVDH und BG Bau für Absturzrisiken sensibilisieren und über Schutzmaßnahmen aufklären. „Als Chef eines Dachdeckerbetriebs weiß ich, wie anspruchsvoll die Arbeit auf dem Dach ist“, sagt Dachdeckermeister André Büschkes, Mitglied im BG Bau-Vorstand. „Unfälle lassen sich vermeiden, wenn man so arbeitet, wie Profis es tun. Die Initiative ist genau der richtige Weg: Gemeinsam entwickeln Verband und Berufsgenossenschaft Maßnahmen, die in der Praxis wirklich funktionieren.“ Büschkes ergänzt: „Für mehr Sicherheit sorgen etwa auch durchtrittsichere Materialien und Konstruktionen. Hier könnte die Politik verpflichtende Kennzeichnungen einführen.“

Lesetipp: Wie eine innovative Leiterkopfsicherung Unfälle auf Leitern verhindern hilft!

Bild vom Logo Sicher auf dem Dach
Die Initiative „Sicher auf dem Dach“ von ZVDH und BG Bau möchte Betriebe und Beschäftigte gleichermaßen für sicheres Arbeiten auf dem Dach gewinnen. (Grafik: BG Bau)

Typische Gefahrensituationen aufzeigen

Die Initiative „Sicher auf dem Dach“ kombiniert eine Sensibilisierungskampagne in den sozialen Medien mit neuen Sicherheitsmaterialien und Arbeitshilfen. In kurzen Beiträgen werden typische Gefahrensituationen auf Dächern gezeigt und sichere Arbeitsweisen verständlich erklärt. Ziel ist es, Betriebe und Beschäftigte gleichermaßen für sicheres Arbeiten auf dem Dach zu gewinnen und sie bei der Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen zu unterstützen.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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