Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine Gruppe von Menschen in traditioneller Kleidung steht draußen vor einem historischen Gebäude, viele zeigen den Daumen hoch, im Vordergrund liegen mehrere Rucksäcke auf dem Boden.

Ein Dachdecker-Team geht seinen Jakobsweg

Harald Friedrich

29. Oktober 2019

„Du wirst niemals alleine gehen“, dies ist eine starke Motivation für ein Team – auch auf dem Dach. Eine ganz klare Sache für Michael Zimmermann und seinem Sohn Kevin, beide Geschäftsführer von Zimmermann Bedachungen in Ockenheim nahe Bingen am Rhein.  

„Nachdem wir unseren Betrieb in den vergangenen Jahren zu unseren Firmenjubiläen gefeiert hatten, wollten wir unseren Mitarbeitern einmal etwas Besonderes gönnen – und ihnen damit Danke sagen“, so Michael Zimmermann. Es sollte ein „Event“ werden, der nicht morgen schon von gestern ist. Die Idee zu einer gemeinsamen Wanderung auf dem Jakobsweg war schnell geboren.

Dachdecker Zimmermann Jakobsweg

Mal sehen, was da auf uns zukommt: Das Team zum Start vor dem Flieger. (Alle Fotos: Zimmermann)

Solidarität siegt: Das komplette Dachdecker-Team fliegt nach Spanien

„Wir sind alle Dachdecker, wir schaffen das gemeinsam, wir halten zusammen und gehören zusammen – zeigen wir das“, sollte laut Zimmermann das Statement werden. Die ersten Reaktionen der Mitarbeiter reichten von „super, ich bin dabei“ bis zu „ich gehe privat nicht mal Wandern – muss das sein?“. Doch die Solidarität hat gesiegt. Neben Vater und Sohn Zimmermann stiegen Mitte September tatsächlich alle elf „Männer auf dem Dach“ sowie der 15-jährige Praktikant und zukünftige Auszubildende Paul in der schwarzweißen traditionellen Zunftkleidung ins Flugzeug nach Spanien.

Dachdecker erregen mit der Zunftkleidung große Aufmerksamkeit

Der Weg zu Fuß begann in Melide mit dem knapp 60 Kilometer entfernten Ziel der Kathedrale von Santiago de Compostela vor Augen. Dass niemand auf dem „Camino“ alleine geht, erlebten die rheinland-pfälzischen Dachdecker täglich. Wegen ihrer Zunftkleidung wurden sie immer wieder angesprochen, ob sie eigentlich Musiker seien oder Handwerker. Roofer, wie amerikanische Touristen und Teilnehmer fragten, oder Techador im Spanischen, also Dachdecker, sind weltweit bekannt. Oft jedoch staunten die Fragesteller, dass dies in Deutschland wirklich ein eigenes Handwerk ist. „Dachdecker und ihre Tradition in Deutschland, das ist für viele der Menschen aus allen Teilen der Welt unvorstellbar und gleichzeitig faszinierend“, erinnert sich Zimmermann.

Dachdecker Zimmermann Joakobsweg

Wie gemalt: Die Dachdecker unterwegs in der Natur.

Dachdecker-Wanderung als Event in den sozialen Medien

Was als „Betriebsausflug“ begann, wurde zu einem Motivationsschub für das Team und einem Ereignis in den sozialen Medien. Weltweit tauchte die Dachdecker-Gruppe auf Facebook & Co. auf, fotografiert von anderen Teilnehmern, Touristen oder Einheimischen. Auch YouTube ist um einige Videoclips reicher geworden. Instagram und Snapshot wurden zu „Fotoalben“ einer Reise von Handwerkern, bei denen Teamarbeit ohnehin an erster Stelle stehen muss.

Dachdecker-Team auf dem Jakobsweg: Wir sind dann mal weg

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Eine völlig neue Teamerfahrung

Gemeinsam vom Praktikanten bis zu den Geschäftsführern einen langen Weg zu gehen, die gleichen Mahlzeiten zusammen einzunehmen, in Mehrbettzimmern in einfachen Pensionen und Gasthöfen zu übernachten, die gleiche Kleidung zu tragen und im Laufe der Wanderung über Dinge sprechen, über die auf der Baustelle und im Arbeitsalltag nie gesprochen wird – das war für alle eine völlig neue Erfahrung. Da wird mit den Chefs wie mit dem besten Freund geredet, da wird Kollegen auch von Privatem, von Einstellungen und Erlebnissen berichtet. Und jeder spürt auf einmal, dass es hier um eine gemeinsame Sache geht, die alle gemeinsam „durchziehen“.

Dachdecker Zimmermann Jakobsweg

Beste Laune beim Team Zimmermann zum Einzug in Santiago de Compostela.

Jubel beim Einzug in die Kathedrale von Santiago de Compostela

Auf dem langen Weg nach Santiago de Compostela siegte stets die Solidarität. Selbst die mit 28 Kilometern längste Tagesetappe wurde gemeinsam bewältigt. „Wir schaffen das“, dieses Motto bekam eine völlig neue Bedeutung und Dimension. Die größte Belohnung war für die 14 Dachdecker aber nicht nur der Jubel beim Einzug in die Kathedrale in Santiago de Compostela am Ende des Wegs. Auch die Reaktionen der Kunden und potenziellen Kunden zuhause hat sie bestärkt, so etwas immer wieder zu machen. „Ihr seid total sympathische Typen“, „wenn ich mal ein Dach decken lasse, dann nur von Euch“, sind zwei von zahlreichen Kommentaren.

Dachdecker Zimmermann Jakobsweg

Ein Erinnerungsfoto vor dem Rückflug: Selbst der Pilot des Fliegers war dabei.

„Unser Team hat schon immer zusammengehalten. Aber in diesen drei Tagen auf Wanderschaft wurde es zusammengeschweißt“, freut sich Michael Zimmermann. Das zeigt sich auch noch nach der Rückkehr in den Alltag. Eigens für den Jakobsweg wurde eine WhatsApp-Gruppe ins Leben gerufen. Bis heute werden Posts aus den sozialen Medien, Berichte und Reaktionen stolz geteilt. Selbst die Piloten des Flugzeugs nach Hause waren stolz auf ihre ganz besonderen Passagiere, wie ein Erinnerungsfoto zeigt.

Sie wollen mehr zum Thema Personalführung lesen. Dann empfehlen wir Ihnen unseren Artikel über einen Dachdecker, der inzwischen lieber Flüchtlinge ausbildet.

Harald Friedrich

In den 80er Jahren kam der ausgebildete Werbekaufmann und Texter zum Journalismus. Seit dieser Zeit unterstützt er zahlreiche Dachdecker-Landesverbände bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch Vor-, Nach- und Querdenken. So hob er das Verbandsmagazin des Bayerischen Dachdeckerhandwerks mit aus der Taufe und erstellt bis heute fünf Ausgaben pro Jahr komplett. Er schreibt zudem für Fachmedien im Bereich Handwerk, darunter seit Jahren auch „Das DACH“. Sein Motto: „Schreiben ist nichts weiter als eine permanente Neuordnung von 26 Buchstaben."

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