Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Zwei Männer draußen, einer isst Wassermelone unter einem Sonnenschirm, der andere hält ein Gartengerät und lächelt, beide wirken entspannt und fröhlich.

Hitzewelle im Sommer: Wie Dachdecker sich schützen können

Michael Podschadel

28. Mai 2019

Der Sommer ist die Zeit der Dachdecker, es brummt das Geschäft. Wenn da nicht immer öfter diese Hitzewellen wären. Bei zu hohen Temperaturen auf dem Dach geht irgendwann trotz Pausen im Schatten gar nichts mehr in Sachen harter körperlicher Arbeit. Dachdecker Oliver Bernhardt nimmt es zwar in seinem Instagram-Post mit Humor und einer Wasserdusche (siehe Foto oben). Doch die Hitze birgt hohe  Gesundheitsrisiken, vor allem für Haut und Augen.

Dachdecker und Hautkrebs: Hauptrisiko UV-Strahlung

Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ist vor allem in der Mittagssonne der Monate März bis September ein guter UV-Schutz gefragt, um die sensible Haut vor dem Risiko Hautkrebs zu bewahren. Studien zeigen, dass jeder Sonnenbrand die Wahrscheinlichkeit einer Hautkrebserkrankung steigert. Vorbräunen hilft hier dem Dachdecker nur wenig. Auch wenn die Haut nicht gerötet ist, dringen die UV-Strahlen in die ungeschützten Hautschichten und schädigen die Zellen.

Heller Hautkrebs – die Haut vergisst nichts:

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Wer sich als Dachdecker bei der Arbeit also keinen Sonnenbrand holt, ist damit nicht vor dem Risiko Hautkrebs und damit vor langwierigen Erkrankungen gefeit. Zwar besitzt die menschliche Haut einen Eigenschutz und kann sich regenerieren, doch ist diese Fähigkeit begrenzt und variiert abhängig vom Hauttyp stark. Bei Menschen mit hellem Teint ist die Haut für maximal zehn Minuten geschützt. Doch selbst dunkelhäutige Menschen sollten sich nicht länger als 45 Minuten ungeschützt direkter Sonnenstrahlung aussetzen. Dachdecker, Zimmerer sollten daher an sonnigen Tagen mindestens zwischen 10 und 15 Uhr wirksame Schutzmaßnahmen ergreifen.

Dachdecker sollten eine passende Schutzkleidung wählen

Der Dachdecker muss einen wirksamen Schutz gegen Sonne und damit Hautkrebs in erster Linie durch das Tragen geeigneter Kleidung realisieren. Diese sollte vor allem solche Körperpartien vor Sonnenlicht schützen oder bedecken, die besonders empfänglich für eine überhöhte Einstrahlung sind. Das gilt vor allem für Kopf und Glatze, Stirn und Gesicht, Schultern und Rücken. Bei direkter Sonneneinstrahlung tragen Dachhandwerker am Besten einen geeigneten Kopfschutz mit integriertem Sonnenschutz, langärmelige Oberteile und ebenso lange Hosen.

Dachdecker Hitzewelle Hautkrebs

Der Landesinnungsverband der Dachdecker in Mecklenburg Vorpommern kooperiert mit der IKK Nord bei der Hautkrebs-Prävention. Katharina Küchle (links) und Elisa Kiewel beraten Mitarbeiter in Sachen Sonnenschutz direkt auf der Baustelle.

Wer auf dem Dach einen Schutzhelm mit Kinnriemen trägt, sollte diesen mit einem zusätzlichen Nackenschutz nutzen. Den gibt es auch für einfache Basecaps, sodass Nacken und Hals auch hier gut vor den UV-Strahlen abgeschirmt werden. In Deutschland ist die Sonnenstrahlung übrigens nicht so intensiv, dass Beschäftigte auf spezielle UV-Kleidung zurückgreifen müssen. Baumwolloberteile erfüllen hier bereits eine solide Schutzfunktion. Spezielle Funktionskleidung ist häufig allerdings angenehmer zu tragen, weil sie den Schweiß nach außen transportiert.

Um das Gesicht ausreichend zu schützen, empfiehlt sich die zusätzliche Anwendung von Sonnenschutzcremes, deren Lichtschutzfaktor gerne bei mindestens 30, besser aber noch bei 50 liegen darf. Die Wirkung nimmt mit der Zeit allerdings ab, weshalb unbedingt nachgecremt werden sollte.

UV-Belastung schädigt auch die Augen

Eine übermäßige UV-Belastung schädigt nicht nur die Zellen der Haut, sondern ebenso das menschliche Auge. Bindehautentzündungen sind eine typische Folge, wenn Dachdecker zu lange ohne eine schützende Sonnenbrille arbeiten. Deutlich unliebsamer ist eine Trübung der Augenlinse: Der sogenannte graue Star gehört zu den schwerwiegenden Spätfolgen. Besonders gefährdet sind Beschäftigte, die in der Nähe reflektierender Arbeitsbereiche tätig sind, etwa auf Metalldächern.

Dachdecker und Hautkrebs

Oberkörper frei ist sicher ein cooles Outfit im Sommer – aber für Dachhandwerker eben auch sehr gefährlich in Sachen Hautkrebs.

Sonnenschutzbrillen für die Arbeit benötigen unbedingt einen integrierten UV-Schutz. Sie sollten gut sitzen, damit sie die Augen passgenau abdecken, und müssen gemäß DIN EN 166 und DIN EN 172 zertifiziert sein. Obwohl die UV-Strahlung zur Mittagszeit zumeist am stärksten ist, bedeuten ein bedeckter Himmel oder frühe und späte Arbeitszeiten nicht, dass keine Strahlung vorliegt. UV-Strahlung ist auch bei bewölktem Wetter messbar. Ein Schutz für Augen und Haut ist bereits gefragt, sobald der UV-Index über 2 liegt. Und dies ist oft bereits ab 6 Uhr morgens der Fall.

Oft unterschätzt: die Hitzebelastung

An Sommertagen sollten sich Dachdecker nicht nur auf die verstärkte Sonneneinstrahlung vorbereiten, sondern ebenso auf die belastende Hitze. In der Praxis kommt es immer wieder zu Schwächeanfällen und Zusammenbrüchen. Die Folgen reichen bis zum Sonnenstich oder Hitzschlag, bei dem die Körpertemperatur auf über 40 Grad steigt. Dacharbeiter aller Gewerke sollten an besonders heißen Tagen daher nach Möglichkeit luftdurchlässige Kleidung tragen und in jedem Fall regelmäßige Pausen im Schatten einlegen. Zudem gilt es, genügend zu trinken, um den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Dachdecker und Hautkrebs: Auch die Belastung durch Hitze ist nicht zu unterschätzen. Daher gilt es an heißen Tagen, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und regelmäßig Pausen im Schatten zu machen.

Vor allem an heißen Tagen gilt es, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und regelmäßig Pausen im Schatten zu machen. (Bild: Thomas Lucks, BG Bau)

Die BG Bau empfiehlt, in den Sommermonaten mindestens alle 20 Minuten eine knappe Trinkpause einzulegen. Und sie rät den Arbeitgebern, bei Hitzeperioden die Leistungslohnsysteme auszusetzen, mit denen Beschäftigte zu einem gesundheitsgefährdendem Arbeitsverhalten angetrieben werden könnten. Das ist für alle Akteure sinnvoll, denn vom Erhalt der Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter profitieren letztendlich auch die Betriebe.

Sie interessieren sich für das Thema Arbeitssicherheit. Dann lesen Sie unseren Artikel zur viel diskutierten neuen Gerüstbau-Regel.

Michael Podschadel

Der graduierte Komparatist war fast ein Jahrzehnt in der Pressearbeit tätig, bevor er sich als Texter und Redakteur selbstständig gemacht hat. Zu seinen inhaltlichen Schwerpunkten zählen Arbeitssicherheit und Technik. Richtig spannend wird es für ihn dann, wenn Menschen und ihre persönlichen Erfahrungen im Zentrum von Reportagen oder Hintergrundberichten stehen.

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