Gefahr im Sommer: Dachdecker und Hautkrebs

DACH-Ticker

Tarifeinigung im Dachdeckerhandwerk

Nach langwierigen und kontroversen Verhandlungen haben sich die Tarifvertragsparteien des Dachdeckerhandwerks auf einen zukunftsweisenden Tarifkompromiss verständigt. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks und die IG Bau vereinbarten, dass die Löhne und Gehälter für die rund 100.000 Beschäftigten zum 1. November 2022 um 5,0 Prozent und zum 1. Oktober 2023 um weitere 3,0 Prozent angehoben werden. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten einen Ausgleich für die gestiegenen Lebenshaltungskosten in Form einer steuer- und sozialabgabenfreien Inflationsprämie in Höhe von 950 Euro, zahlbar in zwei gleichen Raten im Frühjahr 2023 und 2024.

3. November 2022

Nelskamp nimmt Dachziegelproduktion wieder auf

Gut vier Wochen produzierte Nelskamp keine Dachziegel. Den Produktionsstopp hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben wegen der untragbaren Energiepreisexplosion Anfang September verhängt. Jetzt werden die Brennöfen an den Standorten Groß-Ammensleben (Sachsen Anhalt), Unsleben (Bayern) und  Schermbeck (NRW) wieder angefahren. „Die immer noch stark überhöhten Energiepreise erfordern jedoch eine bis Jahresende befristete Preisanpassung, die auf den Rechnungen separat ausgewiesen wird“, teilte Nelskamp in einer Pressemeldung mit.

21. Oktober 2022

DENW erweitert Dienstleistung im Bereich Solartechnik

Durch die seit September 2022 neu geschaffene Fachabteilung Verkauf Solartechnik deckt die DENW mit Hauptsitz in Weyhe bei Bremen jetzt auch den Bereich der erneuerbaren Energien ab und reagiert damit auf die Bedarfe der Mitglieder und Kunden im Wachstumsmarkt PV-Anlagen. Mit Stefan Göbel (Foto rechts) als Teamleiter und Maximillian Barthels für Beratung und Planung stehen zwei neue Ansprechpartner zur Verfügung. Sie werden unterstützt von den Kollegen Rolf Rotermundt im Innendienst sowie Bernd-Meyer-Härtel und Marco Sodtke im Außendienst, die jeweils eine Weiterbildung zum Experten für Sonnenenergie als erneuerbare Energie erfolgreich abgeschlossen haben. Die DENW hat an ihren neun Standorten im Nordwesten Deutschlands entsprechende Lagersortimente im Bereich Module, Wechselrichter und Solar-Zubehör aufgebaut, damit Mitglieder und Kunden vorliegende und kommende Aufträge abwickeln können. Zudem ist eine Erweiterung der Lagersortimente im Hinblick auf Speichertechnik für PV-Anlagen in der Planung und wird zeitnah bei der DENW umgesetzt. Weitere Informationen unter: www.denw.de

19. Oktober 2022

Preise für Neubau von Wohngebäuden steigen 2022 weiter

Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden ist im August weiter gestiegen: Das Statistische Bundesamt meldete eine Zunahme von 16,5 Prozent im Vergleich zum August 2021, im Vergleich zum Mai 2022 erhöhten sich die Baupreise im August 2022 um 2,6 Prozent. „Die seit Monaten stark gestiegenen Baumaterial- und somit Baupreise haben schon viele gewerbliche und private Hausbauer veranlasst, von ihren Projekten zurückzutreten. Entweder die Projekte rechnen sich nicht mehr, oder die gestiegenen Baupreise und Zinsen sprengen das Haushaltsbudget, das ohnehin schon durch die explodierenden Energiekosten enorm belastet ist“, erklärt Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim Oliver Müller.

10. Oktober 2022

Geschäftsführerwechsel bei BMI Deutschland

Eugenio Cecchin wird ab November 2022 als Geschäftsführer der Unternehmen BMI Deutschland GmbH und BMI Flachdachsysteme GmbH die Leitung von BMI in Deutschland übernehmen. Cecchin folgt auf Christian Birck, der das Unternehmen Ende Oktober verlassen wird. Der gebürtige Italiener Cecchin kommt aus den eigenen Reihen und war in den vergangenen zwei Jahren mit großem Erfolg als Geschäftsführer der BMI Region Italien, adriatische Länder und Bulgarien verantwortlich.

26. September 2022

Wohnungsbau stark rückläufig gegenüber dem Vorjahr

Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juli 2022 gegenüber Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt um 8,1 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich zum Juli 2021 sank der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang allerdings um 5,8 Prozent. „Mit Sorge sehen wir die Orderentwicklung im Wohnungsbau. Bereits in den Monaten April bis Juni mussten wir reale Rückgänge gegenüber dem Vorjahr zwischen 13 und 17 Prozent hinnehmen. Im Juli waren es nun rund 21 Prozent. Mit Blick auf die Baugenehmigungen haben wir wenig Hoffnung, dass die Zahlen in den nächsten Monaten besser werden, so Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Die Wirtschaft brauche jetzt dringend einen Energiepreisdeckel.

23. September 2022

Nelskamp startet Tondachziegel-Produktion neu

Nelskamp startet jetzt im bayerischen Werk Unsleben kurzfristig wieder die Herstellung von Tondachziegeln. Wie aus verlässlicher Quelle zu erfahren war, finde jedoch auf alle Produkte eine Preiserhöhung über 25 Prozent Anwendung, hinzu käme außerdem ein Energiekostenzuschlag von 20 Prozent. Nelskamp hatte noch Anfang September die Herstellung von Tondachziegeln vorläufig an allen Standorten eingestellt.

20. September 2022

Nelskamp stellt Tondachziegelproduktion vorläufig ein

Die Dachziegelwerke Nelskamp haben entschieden, die energieintensive Produktion von Tondachziegeln am 1. September vorläufig einzustellen. Nelskamp stellt dazu in einer Pressemeldung fest: „Das sind die Folgen der Energiepolitik, die Gas und Strom künstlich verknappt und damit die gegenwärtig untragbare Preisexplosion herbeigeführt hat.“ Für knapp über 300 Mitarbeiter meldet das Unternehmen ab dem 1. September Kurzarbeit an. Die Fertigung an den drei Dachsteinstandorten laufe hingegen uneingeschränkt weiter, weil sie nicht so energieintensiv sei.

30. August 2022

Neustart von PolyStyreneLoop: Anlage zum Recycling von EPS-Dämmstoffen

Die erste industrielle Anlage für das Recycling von EPS-Dämmstoffen aus Abriss- und Sanierungsarbeiten geht genau ein Jahr nach der Erstinbetriebnahme wieder an den Start. Eine Gruppe von deutschen EPS-Herstellern – Mitglieder des Industrieverbandes Hartschaum e.V. – hat die niederländische PolyStyreneLoop-Anlage aus der Insolvenz gerettet. Im niederländischen Terneuzen sollen jährlich 3.000 Tonnen HBCD-haltigen Materials recycelt werden.

26. August 2022

Noch bis 2. September zum Zimmerer Contest 2022 anmelden

Junge Zimmerertalente bis 20 Jahre für die Zimmerer-Nationalmannschaft gesucht, die ihre Fertigkeiten beim Schiften, Sägen und Schrauben unter Beweis stellen wollen. Der Zimmerer Contest findet von Montag, 17. bis Freitag, 21. Oktober 2022 in Ansbach statt. Er beinhaltet einen viertägigen Schiftkurs und eine eintägige Wettbewerbsaufgabe. Anmeldeschluss ist der 2. September 2022. Download: Bewerbungsformular

15. August 2022

Hitzewelle im Sommer: Wie Dachdecker sich schützen können

Der Sommer ist die Zeit der Dachdecker, es brummt das Geschäft. Wenn da nicht immer öfter diese Hitzewellen wären. Bei zu hohen Temperaturen auf dem Dach geht irgendwann trotz Pausen im Schatten gar nichts mehr in Sachen harter körperlicher Arbeit. Dachdecker Oliver Bernhardt nimmt es zwar in seinem Instagram-Post mit Humor und einer Wasserdusche (siehe Foto oben). Doch die Hitze birgt hohe  Gesundheitsrisiken, vor allem für Haut und Augen.

Dachdecker und Hautkrebs: Hauptrisiko UV-Strahlung

Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ist vor allem in der Mittagssonne der Monate März bis September ein guter UV-Schutz gefragt, um die sensible Haut vor dem Risiko Hautkrebs zu bewahren. Studien zeigen, dass jeder Sonnenbrand die Wahrscheinlichkeit einer Hautkrebserkrankung steigert. Vorbräunen hilft hier dem Dachdecker nur wenig. Auch wenn die Haut nicht gerötet ist, dringen die UV-Strahlen in die ungeschützten Hautschichten und schädigen die Zellen.

Heller Hautkrebs – die Haut vergisst nichts:

YouTube

By loading the video, you agree to YouTube’s privacy policy.
Learn more

Load video

PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iSGVsbGVyIEhhdXRrcmVicyAtIGRpZSBIYXV0IHZlcmdpw590IG5pY2h0cyIgd2lkdGg9IjY0MCIgaGVpZ2h0PSIzNjAiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvY25zV2JicU93aTQ/ZmVhdHVyZT1vZW1iZWQiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvdz0iYWNjZWxlcm9tZXRlcjsgYXV0b3BsYXk7IGNsaXBib2FyZC13cml0ZTsgZW5jcnlwdGVkLW1lZGlhOyBneXJvc2NvcGU7IHBpY3R1cmUtaW4tcGljdHVyZSIgYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuPjwvaWZyYW1lPg==

Wer sich als Dachdecker bei der Arbeit also keinen Sonnenbrand holt, ist damit nicht vor dem Risiko Hautkrebs und damit vor langwierigen Erkrankungen gefeit. Zwar besitzt die menschliche Haut einen Eigenschutz und kann sich regenerieren, doch ist diese Fähigkeit begrenzt und variiert abhängig vom Hauttyp stark. Bei Menschen mit hellem Teint ist die Haut für maximal zehn Minuten geschützt. Doch selbst dunkelhäutige Menschen sollten sich nicht länger als 45 Minuten ungeschützt direkter Sonnenstrahlung aussetzen. Dachdecker, Zimmerer sollten daher an sonnigen Tagen mindestens zwischen 10 und 15 Uhr wirksame Schutzmaßnahmen ergreifen.

Dachdecker sollten eine passende Schutzkleidung wählen

Der Dachdecker muss einen wirksamen Schutz gegen Sonne und damit Hautkrebs in erster Linie durch das Tragen geeigneter Kleidung realisieren. Diese sollte vor allem solche Körperpartien vor Sonnenlicht schützen oder bedecken, die besonders empfänglich für eine überhöhte Einstrahlung sind. Das gilt vor allem für Kopf und Glatze, Stirn und Gesicht, Schultern und Rücken. Bei direkter Sonneneinstrahlung tragen Dachhandwerker am Besten einen geeigneten Kopfschutz mit integriertem Sonnenschutz, langärmelige Oberteile und ebenso lange Hosen.

Dachdecker Hitzewelle Hautkrebs
Der Landesinnungsverband der Dachdecker in Mecklenburg Vorpommern kooperiert mit der IKK Nord bei der Hautkrebs-Prävention. Katharina Küchle (links) und Elisa Kiewel beraten Mitarbeiter in Sachen Sonnenschutz direkt auf der Baustelle.

Wer auf dem Dach einen Schutzhelm mit Kinnriemen trägt, sollte diesen mit einem zusätzlichen Nackenschutz nutzen. Den gibt es auch für einfache Basecaps, sodass Nacken und Hals auch hier gut vor den UV-Strahlen abgeschirmt werden. In Deutschland ist die Sonnenstrahlung übrigens nicht so intensiv, dass Beschäftigte auf spezielle UV-Kleidung zurückgreifen müssen. Baumwolloberteile erfüllen hier bereits eine solide Schutzfunktion. Spezielle Funktionskleidung ist häufig allerdings angenehmer zu tragen, weil sie den Schweiß nach außen transportiert.

Um das Gesicht ausreichend zu schützen, empfiehlt sich die zusätzliche Anwendung von Sonnenschutzcremes, deren Lichtschutzfaktor gerne bei mindestens 30, besser aber noch bei 50 liegen darf. Die Wirkung nimmt mit der Zeit allerdings ab, weshalb unbedingt nachgecremt werden sollte.

UV-Belastung schädigt auch die Augen

Eine übermäßige UV-Belastung schädigt nicht nur die Zellen der Haut, sondern ebenso das menschliche Auge. Bindehautentzündungen sind eine typische Folge, wenn Dachdecker zu lange ohne eine schützende Sonnenbrille arbeiten. Deutlich unliebsamer ist eine Trübung der Augenlinse: Der sogenannte graue Star gehört zu den schwerwiegenden Spätfolgen. Besonders gefährdet sind Beschäftigte, die in der Nähe reflektierender Arbeitsbereiche tätig sind, etwa auf Metalldächern.

Dachdecker und Hautkrebs
Oberkörper frei ist sicher ein cooles Outfit im Sommer – aber für Dachhandwerker eben auch sehr gefährlich in Sachen Hautkrebs.

Sonnenschutzbrillen für die Arbeit benötigen unbedingt einen integrierten UV-Schutz. Sie sollten gut sitzen, damit sie die Augen passgenau abdecken, und müssen gemäß DIN EN 166 und DIN EN 172 zertifiziert sein. Obwohl die UV-Strahlung zur Mittagszeit zumeist am stärksten ist, bedeuten ein bedeckter Himmel oder frühe und späte Arbeitszeiten nicht, dass keine Strahlung vorliegt. UV-Strahlung ist auch bei bewölktem Wetter messbar. Ein Schutz für Augen und Haut ist bereits gefragt, sobald der UV-Index über 2 liegt. Und dies ist oft bereits ab 6 Uhr morgens der Fall.

Oft unterschätzt: die Hitzebelastung

An Sommertagen sollten sich Dachdecker nicht nur auf die verstärkte Sonneneinstrahlung vorbereiten, sondern ebenso auf die belastende Hitze. In der Praxis kommt es immer wieder zu Schwächeanfällen und Zusammenbrüchen. Die Folgen reichen bis zum Sonnenstich oder Hitzschlag, bei dem die Körpertemperatur auf über 40 Grad steigt. Dacharbeiter aller Gewerke sollten an besonders heißen Tagen daher nach Möglichkeit luftdurchlässige Kleidung tragen und in jedem Fall regelmäßige Pausen im Schatten einlegen. Zudem gilt es, genügend zu trinken, um den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Dachdecker und Hautkrebs: Auch die Belastung durch Hitze ist nicht zu unterschätzen. Daher gilt es an heißen Tagen, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und regelmäßig Pausen im Schatten zu machen.
Vor allem an heißen Tagen gilt es, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und regelmäßig Pausen im Schatten zu machen. (Bild: Thomas Lucks, BG Bau)

Die BG Bau empfiehlt, in den Sommermonaten mindestens alle 20 Minuten eine knappe Trinkpause einzulegen. Und sie rät den Arbeitgebern, bei Hitzeperioden die Leistungslohnsysteme auszusetzen, mit denen Beschäftigte zu einem gesundheitsgefährdendem Arbeitsverhalten angetrieben werden könnten. Das ist für alle Akteure sinnvoll, denn vom Erhalt der Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter profitieren letztendlich auch die Betriebe.

Sie interessieren sich für das Thema Arbeitssicherheit. Dann lesen Sie unseren Artikel zur viel diskutierten neuen Gerüstbau-Regel.

Artikel jetzt teilen!

Weitere Artikel

Newsletter-Anmeldung