Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Zwei Personen tragen gelbe Hemden und sitzen in einem Raum mit grüner Wand. Eine Person hält ein schwarzes Objekt in der Hand.

Heiko Sowade: ein Dach-Unternehmer mit Weitblick

Knut Köstergarten

7. März 2024

Dachdeckermeister Heiko Sowade ist ein Unternehmer im besten Sinne. Weshalb er sich noch nie in den inzwischen 25 Jahren seit Gründung der heutigen Dachdeckermeister Sowade GmbH mit den Standbeinen Holzbau, Dach und Solar mit dem erreichten Status Quo zufrieden gegeben hat. Der größte Betrieb im Dachhandwerk in der Region Cuxhaven ist kontinuierlich gewachsen und beschäftigt heute 76 Mitarbeiter. Dennoch wollte Heiko Sowade, auf dem Titelbild oben zweiter von links, vor einigen Jahren, auch mit Blick auf den Generationenwechsel zu seinen beiden Söhnen, die Perspektive noch einmal weiterentwickeln. Rund 15 Millionen Euro investierte er in eine hochmoderne Vorfertigung für den Holzbau und ein Verwaltungsgebäude am neuen Firmensitz.

Bild von Vorfertigung für den Holzbau
Rund 15 Millionen Euro investierte Sowade in die hochmoderne Holzbau-Vorfertigung. (Alle Fotos: Dachdeckermeister Sowade GmbH)

Langfristige Perspektive mit Holzbau entwickeln

Die Perspektive ist langfristig und so denkt der Firmenchef auch, der sich bereits seit einigen Jahren die Geschäftsführung mit Dachdeckermeister Sven Maiwald teilt. Einem Mitarbeiter, der vorher im Betrieb alle Stationen vom jungen Gesellen bis zum Prokuristen durchlaufen hat. Die Vorfertigungshalle für den Holzbau ist auf dem neuesten Stand der Technik. Von Tisch zu Tisch wandern hier die Wand- und Deckenelemente, am Ende werden sie von einem Deckenkran weiterbewegt zu den Aufladern.

Ein Dachfenster mit Blick auf den Himmel und Bäume, ein grüner Blumentopf auf einem Holztisch, VELUX-Logo unten rechts.

Als er die Vorfertigungshalle 2018/2019 plante, gab es noch andere Rahmenbedingungen im Neubau. Die aktuelle Flaute kann Heiko Sowade trotzdem nicht schocken, auch wenn die Aufträge in diesem Bereich eingebrochen sind. Er weiß, es gibt Zyklen und die Aufträge im Holzhausbau, sie werden schon wieder kommen in ein paar Jahren.

Bild von Dachdeckermeister Heiko Sowade mit Mitgleidern der Geschäftsführung
Die Söhne Tim (links) und Fabian rücken neben Sven Maiwald (Mitte) in die Geschäftsführung auf.

Dachkompetenz in den Vordergrund stellen

Deshalb versucht der Betrieb auch gar nicht erst, mit viel Werbung doch mehr Holzhäuser zu verkaufen. „Das ist wirklich schwierig, wir müssen nicht gegen Windmühlen rennen.“ Denn die Mitarbeiter kann Heiko Sowade anderweitig auslasten. „Wir machen wieder mehr Dachstühle und stellen die Dachkompetenz in den Vordergrund.“ Der Mitgliedsbetrieb der DENW bietet ja alles aus einer Hand.

Bild von Mitarbeitern von Dachdeckermeister Heiko Sowade auf dem Dach
Mitarbeiter realisieren eine Dachaufstockung auf dem Flachdach.

Dazu gehört auch das Geschäftsfeld Solar, in dem Sowade bereits einen Elektromeister und einen Gesellen beschäftigt und ein Komplettservice von der PV-Anlage auf dem Dach bis zum Smart Home mit der Haustechnik anbietet. „Wir übernehmen für die Kunden auch die Anträge beim Energieversorger und natürlich die Bemessungen der Anlage“, erläutert Sohn Fabian, der wie Bruder Timo in diesem Jahr in die Geschäftsführung aufrücken wird. Dank der Betriebsgröße und der Qualität der Ausführung kann  Sowade viele öffentliche Projekte gewinnen, wie etwa Kitas, Schulen oder die Feuerwehr.

Bild von PV-Anlage auf dem Dach
Sowade bieten den Kunden in Sachen PV-Anlagen einen Komplettservice inklusive Elektriker.

Neues Verwaltungsgebäude

Neben der Vorfertigungshalle realisierte der Betrieb ein neues Verwaltungsgebäude, natürlich ein Holzbau als Vorzeigeobjekt. Wer da vorbeischaut, kommt aus dem Staunen nicht heraus und fragt sich: Bin ich hier in einem Handwerksbetrieb oder in einer Werbeagentur? Die moderne Gestaltung und Einrichtung ist auf den Bedarf der Beschäftigten ausgerichtet. Es gibt großzügige Umkleiden für die gewerblichen Mitarbeiter inklusive Duschen, getrennt für Frauen und Männer, mit einem separaten Eingang. Es gibt einen großzügigen Aufenthaltsraum mit Kaffeetheke und nebenan auf einer Dachfläche eine Terrasse für die Pausen. Die Büros haben Glaswände, große Monitore, alle Räumen haben hohe Decken. Es gibt Einzelbüros und Büros für zwei oder drei Mitarbeiter der Verwaltung, dazu Besprechungsräume, Kabinen zum Telefonieren. In Planung ist zudem ein Showroom für die Kunden.

Bild von Firmengebäude von Dachdeckermeister Heiko Sowade
Großzügiger Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter im neuen Firmengebäude.

Was für ein cooler Handwerksbetrieb

Dieses Gebäude lädt dazu ein, zur Arbeit zu kommen. Manchmal sind auch Schulklassen vor Ort, denn der Betrieb kooperiert mit örtlichen Schulen. „Die sagen dann oft: ‚Wow, so cool ist es in einem Handwerksbetrieb‘. So können wir Vorurteile abbauen, auch bei den Lehrern, die mitkommen. Und die Schüler erzählen es dann ihren Eltern“, berichtet Fabian Sowade. Später kommen einige wieder, um ein Schulpraktikum zu machen bei Sowade.

Kein Fachkräftemangel bei Sowade

Neue Azubis oder Gesellen zu finden, ist für Sowade denn auch kein Problem. „Sie kommen über eine Lehre, aus anderen Unternehmen oder über Empfehlungen des Umfelds“, erklärt Heiko Sowade. Sie finden ihren Platz in einem sehr jungen Team: Bei Sowade liegt das Durchschnittsalter der gewerblichen Mitarbeiter bei 32 Jahren. „Und dass wir jetzt die Nachfolge angehen und meine beiden Söhne in die Geschäftsführung aufnehmen, ist auch ein Signal an neue Fachkräfte. Sowade wird es auch in der nächsten Generation noch geben“, so Heiko Sowade. Im Gegensatz dazu sei die Übergabe und damit der Fortbestand bei vielen anderen Betrieben eher unsicher, weil Inhaber das Thema oft auf der lange Bank schieben würden.

Bild von Mitarbeitern von Dachdeckermeister Heiko Sowade
Sowade hat ein junges Thema und findet auch immer wieder neue Fachkräfte.

Das Team soll sich wohlfühlen

Sowade bietet den Mitarbeitern eine sehr gute Ausstattung, Weiterbildungsmöglichkeiten mit großzügiger finanzieller Unterstützung, top Maschinen und Fahrzeuge in allen Bereichen und zahlt über Tariflohn. „Unsere Leute sehen, dass Gewinne bei uns wieder investiert werden“, erläutert  Heiko Sowade. Zudem sei die Atmosphäre wichtig, das Wohlfühlen. „Wir machen viele Feiern, die vor allem meine Frau organisiert. Im Lager stehen immer Kisten für ein Bier nach der Arbeit.“ Dabei geht es bei Sowade aber nicht um Kalkül nach dem Motto: Wir bieten mal Benefits oder eine Wechselprämie, damit neue Mitarbeiter kommen. „Wir sind authentisch, wir mögen und lieben, was wir tun. Das ist gelebte Familie. Wir sind wirklich gerne mit unseren Mitarbeitern zusammen“, erläutert Heiko Sowade. „Die Mitarbeiter spüren, ob das ehrlich ist und gelebte Werte sind, das kann  man nicht nachspielen.“

Bild von Mitarbeiter von Dachdeckermeister Heiko Sowade auf dem Dach
Die Atmosphäre im Betrieb, das Wohlfühlen ist wichtig, damit Mitarbeiter motiviert arbeiten.

Mitarbeiter können sich weiterentwickeln

Es gibt auch jährliche Gespräche mit allen Mitarbeitern. Dafür hat Fabian Sowade ein eigenes Tool entwickelt auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI). Die Mitarbeiter füllen vorab digital einen Fragebogen aus, quasi über der Intranet: Was läuft gut, was schlecht, wie sehen sie sich selbst und welche Ziele und Erwartungen haben sie. Zudem wird der jeweilige Teamleiter befragt mit seiner Sicht auf den Mitarbeiter. Dann folgt das Gespräch mit den Personalverantwortlichen, das Fazit wird wieder eingespeist ins digitale System. Fabian Sowade: „Wir können so gut einschätzen, wo wir jeweils die Mitarbeiter am besten einsetzen und wie wir sie passgenau qualifizieren können.“

Bild von Moitarbeiter von Dachdeckermeister Heiko Sowade
Jeder Mitarbeiter soll da eingesetzt werden, wo er seine Kompetenzen am besten einbringen kann.

Beide Söhne steigen in Geschäftsführung ein

Fabian Sowade hat einen Master in Wirtschaftswissenschaften und bringt sein Wissen vor allem in den Bereich betriebliche Organisation ein. Er geht auch die Digitalisierung weiter an, die längst Einzug gehalten hat im Betrieb, ob es sich um die Optimierung der Büroabläufe oder die Automatisierung mit Hilfe von KI handelt. Ein Telefontool und ein Konfigurator für PV-Anlagen auf der Homepage sind erste Ergebnisse. Das bietet den Kunden super Service und intern lässt sich damit viel Zeit einsparen. „Fabian ist mehr der Zahlenmensch und ergänzt sich sehr gut mit seinem Bruder Timo, der mehr ein technischer Praktiker ist“, so Vater Heiko Sowade. Timo ist Dachdeckermeister und absolviert aktuell noch den Zimmerermeister.

Bild von Dachdeckermeister Heiko Sowade mit Mitarbeiter auf dem Dach
Damit Sowade auch in der nächsten Generation weiterbesteht, wird jetzt der Übergabeprozess eingeleitet.

Übergabeprozess mit externem Coach als Begleiter

„Ich bin jetzt Mitte 50 und will mich langsam zurückziehen. Entscheidungen sollen die Jüngeren tragen. Nach 25 Jahren meist Vollgas muss es jetzt ohne mich laufen. Schön, dass meine Söhne schon vor Jahren Einstiegslust signalisierten.“ Der Übergabeprozess ist eingeleitet und der Vater und seine Söhne  haben dafür einen externen Coach als Begleiter engagiert. In einer Familie gibt es ja neben der geschäftlichen auch die sehr persönliche Ebene. „Und wir wollen alle drei, dass der Prozess freundschaftlich und erfolgreich über die Bühne geht“, sagt Heiko Sowade. Dass das auch klappen wird, daran besteht bei den hervorragenden Voraussetzungen kein Zweifel.

Sie interessieren sich für gute betriebliche Organisation? Dann lesen Sie unseren Bericht über den sehr besonderen Übergabeprozess im Familienbetrieb Oster Dach + Holzbau GmbH.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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