Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Mann mit Strohhut inspiziert Dachziegel und hält ein Tablet in der Hand.

WhatsApp: Dachdecker sparen Zeit

Harald Friedrich

27. September 2018

Manche Zeitgenossen sehen den Fortschritt kritisch, frei nach dem Motto: „Seit wir mit dem Computer arbeiten, können wir in der gleichen Zeit viel mehr Fehler machen.“ Dachdecker Mike Schilling, Geschäftsführer von Gabur-Dach bei Ravensburg am Bodensee und seit Februar 2018 Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH), zieht nach drei Jahren Aktivitäten im Bereich Social Media hingegen eine durchweg positive Bilanz.

Mike Schilling ist der festen Überzeugung, dass WhatsApp und Co. dem Dachdecker helfen, effizienter zu arbeiten.

Mike Schilling ist der festen Überzeugung, dass WhatsApp und Co. dem Dachdecker helfen, effizienter zu arbeiten.

Ein Beispiel: „Wenn ich die Zeitersparnis betrachte, die wir durch die Nutzung unserer Firmen-Smartphones haben, könnte ich eigentlich meinen Arbeitstag schon vormittags um 10 Uhr wieder beenden“, so Schilling mit einem Augenzwinkern. Das ist mal eine Ansage. Und er erklärt sie auch gleich: Wollte in der „Vor-WhatsApp-Zeit“ ein Mitarbeiter eine kritische Stelle am Dach des Kunden abklären, ging er runter vom Dach zum Firmenwagen, stellte per Funk den Kontakt zum Chef her. Dann fuhr Schilling mit der Polaroid-Kamera die 25 Kilometer zur Baustelle und erstellte ein Foto. Danach rief er den wieder zehn Kilometer entfernten Kunden an, ob er gerade zu ihm kommen könne, um weitere Maßnahmen zu besprechen. Beim Kunden klärt der Chef das weitere Vorgehen und fährt dann möglicherweise erneut zur Baustelle, um den Mitarbeiter entsprechend zu briefen.

Dachdecker nutzt WhatsApp für schnelle Kommunikation

Ein dreistündiges „Arbeitsbeschaffungsprogramm“, das heute in drei Minuten absolviert wird. „Der Mitarbeiter erstellt ein Foto auf der Baustelle, schickt es per WhatsApp mit der Beschreibung an mich – ganz gleich, wo ich gerade bin. Ich schaue mir das an, frage bei Bedarf nochmal zurück und schicke das Foto mit dem Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise an den Kunden“, erklärt Mike Schilling die „Instant-Lösung“.

Es werden kurze Stories erstellt und in den sozialen Medien gepostet. „Tolle Geschichten mit kleinen und großen Helden“, fasst Schilling sein erfolgreiches Konzept zusammen. Das Material dazu liefert das tägliche Leben auf dem Dach. Kunden und andere Interessenten werden auf dem Laufenden gehalten über aktuelle Baustellen und Bauvorhaben.

Es werden kurze Stories erstellt und in den sozialen Medien gepostet. „Tolle Geschichten mit kleinen und großen Helden“, fasst Schilling sein erfolgreiches Konzept zusammen. Das Material dazu liefert das tägliche Leben auf dem Dach. Kunden und andere Interessenten werden auf dem Laufenden gehalten über aktuelle Baustellen und Bauvorhaben.

Imagewerbung für Dachdecker mit coolen Geschichten

Möglich gemacht hat das die konsequente Einführung und Nutzung von Social Media-Möglichkeiten vor rund drei Jahren in seinem Dachdecker-Betrieb. Dabei war die Hauptzielgruppe nicht etwa der potenzielle Nachwuchs. Vielmehr sollten alle jungen und „junggebliebenen Kunden“ (Originalton Schilling) gleichermaßen angesprochen und erreicht werden. Bis heute werden kurze Stories erstellt und in den sozialen Medien gepostet. „Tolle Geschichten mit kleinen und großen Helden“, fasst Schilling sein erfolgreiches Konzept zusammen. Das Material dazu liefert das tägliche Leben auf dem Dach. Kunden und solche, die es werden wollen, werden auf dem Laufenden gehalten über aktuelle Baustellen und Bauvorhaben. Sie können „feines Dachhandwerk“, so das Firmenmotto, in Wort und Bild genießen. „Manche nehmen es nur am Rande in den sozialen Medien wahr, andere verfolgen unsere Posts regelmäßig“, berichtet Schilling.  Für den Dachdecker-Betrieb ist es auf jeden Fall ein Stück nicht mehr wegzudenkender Eigenwerbung für das Leistungspaket und eine positive Imagedarstellung.

Nachwuchswerbung für Dachdecker: Nur noch über WhatsApp und Co.

Und die Mitarbeiter? Ob Ferienjobber, Auszubildende oder Gesellen und Meister – sie sind schon stolz darauf, zu einer so coolen Truppe zu gehören. „Social Media ist einfach ein Must-have“, wie es Mike Schilling beschreibt. Nicht wenige seiner heutigen Mitarbeiter sowie auch Ferienjobber und Praktikanten sind genau über den digitalen Weg zu ihm gekommen. Kurzbewerbung online oder über WhatsApp? Im Dachdecker-Betrieb Gabur GmbH ist dies schon länger Realität.

Social Media nutzen für die Mitarbeitergewinnung:

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Datenschutz ernst nehmen und Mitarbeiter schulen

Das „Schreckgespenst“ Datenschutzgrundverordnung (DSVGO) ist für Mike Schilling keines, auch nicht in Bezug auf die Nutzung von Social Media. In Zusammenarbeit mit einem externen Datenschutz-Experten ließ er seine Mitarbeiter in kleinen, knackigen Workshops schulen. Dabei wurden sie auch für rechtlich unklare Situationen sensibilisiert und entwickelten eigene Formulare zum Datenschutz und zur Einverständniserklärung der Kunden. Der Dachdecker-Betrieb löscht die digitalen Kundendaten wie Mobiltelefonnummer mit Abschluss des Auftrags. Das gibt dem Kunden die Sicherheit, dass seine Daten nicht zum „Handelsobjekt“ werden – es erspart zudem der Gabur GmbH auch jede weiterführende Dokumentation über den weiteren Umgang mit diesen Daten.

Unbedingt einzuhalten ist der Foto-Knigge: Es dürfen nur Nahaufnahmen von betroffenen Stellen und Bauteilen erstellt und per WhatsApp versendet werden.

Unbedingt einzuhalten ist der Foto-Knigge: Es dürfen nur Nahaufnahmen von betroffenen Stellen und Bauteilen erstellt und per WhatsApp versendet werden.

Zu den wichtigsten Inhalten gehörte auch der Foto-Knigge: Es dürfen nur Nahaufnahmen von betroffenen Stellen und Bauteilen erstellt und per WhatsApp versendet werden. Fotos mit Personen sind ein absolutes No-Go. Ebenso darf niemals über ein Bild ein Rückschluss auf die Baustelle möglich sein. Denn neben der Bestandsaufnahme und der Abstimmung mit dem Kunden nutzt Schilling die besten Fotos auch für Beiträge auf Facebook & Co. und als Archivmaterial, etwa für die spätere Verwendung in eigenen Mitarbeiter-Schulungen.

Zukunft für Dachdecker: Aktives Marketing über WhatsApp

Wie sieht Mike Schilling die Zukunft von Social Media in seinem Dachdecker-Betrieb? Aktives Marketing per WhatsApp ist für ihn eine der nächsten Visionen, die er realisieren wird. „Allerdings wollen wir unsere Kunden nicht tot-tweeten, um nicht binnen kürzester Zeit automatisch im virtuellen Papierkorb zu landen“, so seine Pläne. „Eine digitale Kontaktaufnahme soll immer nur ein Hinweis, eine Info und eine Erinnerung, niemals aber eine Belästigung sein“. Social Media-Marketing als Service 4.0. Feines Dachhandwerk braucht eben auch eine sehr feinfühlige Kundenbindung.

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Harald Friedrich

In den 80er Jahren kam der ausgebildete Werbekaufmann und Texter zum Journalismus. Seit dieser Zeit unterstützt er zahlreiche Dachdecker-Landesverbände bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch Vor-, Nach- und Querdenken. So hob er das Verbandsmagazin des Bayerischen Dachdeckerhandwerks mit aus der Taufe und erstellt bis heute fünf Ausgaben pro Jahr komplett. Er schreibt zudem für Fachmedien im Bereich Handwerk, darunter seit Jahren auch „Das DACH“. Sein Motto: „Schreiben ist nichts weiter als eine permanente Neuordnung von 26 Buchstaben."

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