Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine Person arbeitet mit einer elektrischen Säge an einem Werkstück in einer hellen Werkstattumgebung.

Nachhaltiges Bauen: Geldsegen für Zimmerer-Ausbildung im Ländle

Kai-Uwe Bohn

19. April 2022

Holzbau Baden-Württemberg ist die Interessenvertretung der Zimmerer und Holzbauer im „Ländle“. Auf die vielfältigen Angebote für die Mitgliedsbetriebe, die modernen Ausbildungskonzepte und das leistungsfähige Bildungszentrum in Biberach können knapp 1000 Mitgliedsbetriebe zurückgreifen.

Bild von Zimmerer-Azubi
Holz gilt als einer der Hoffnungsträger unter den Baustoffen: nachwachsend und deshalb bei richtiger Forstwirtschaft nachhaltig. (Foto: Pressestelle Holzbau Baden-Württemberg)

Der Volksmund nennt sowas „einen großen Schluck aus der Pulle“. 490000 Euro hat das Land Baden-Württemberg Anfang 2022 locker gemacht, um das Leitprojekt „Zukunft Holzbau – Qualifizierungswege für nachhaltiges Bauen“ auf den Weg zu bringen. Umgesetzt wird es im Zimmerer-Ausbildungszentrum in Biberach an der Riß.

„Solch eine Förderung bekommen wir wahrlich nicht jeden Tag“, freut sich Konstantin zu Dohna, Hauptgeschäftsführer der Zimmerer-Interessenvertretung. Bis zu dem positiven Entscheid musste man viel Energie aufbringen: Ideen, Konzepte, Überzeugungsarbeit, Abstimmungsrunden. Am Ende stand dann aber der bedeutende Erfolg.

Bild von Zimmerer-Azubis in der Werkstatt
Zu zweit übt es sich gleich noch besser - auch an modernen Bedienbänken von Maschinen. (Foto: Pressestelle Holzbau Baden-Württemberg)

„Das Leitprojekt ist der nächste Meilenstein“

In einem 2020 eingeweihten Neubau des Zimmerer-Ausbildungszentrums wird nun das vom Land geförderte Leitprojekt „Zukunft Holzbau – Qualifizierungswege für nachhaltiges Bauen“ umgesetzt. Konstantin zu Dohna: „Dadurch können wir jetzt unsere Ausbildung weiter modernisieren, Inhalte auf den neuesten technischen Stand heben und digitalisieren, die Ausstattung weiter verbessern. Das ist der nächste Meilenstein für uns!“

Bild von Holzhaus
Holzkonstruktionen sind aufgrund moderner und stilistisch aufwendiger Fassaden oft als solche gar nicht auf den ersten Blick zu erkennen. (Foto: Schlosser Holzbau)

Bald Tausend Zimmerer-Betriebe im Verband

Die Arbeit für dieses Projekt ist nur ein Beispiel von vielen für die Tätigkeit des „Verbandes des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-Württemberg“ – so der offizielle Name des Holzbau-Landesverbandes. Im Alltag wird er indes mit „Holzbau Baden-Württemberg“ kürzer umschrieben. Er ist der zweitgrößte dieser Art in Deutschland, „nur Bayern hat noch ein paar Mitgliedsbetriebe mehr“, so der Chef. Mehr als 950 sind es derzeit, und gerne würde der Verband bald die Tausender-Marke reißen. Immer gibt es auch Betriebe, die sich dem Landesinnungsverband noch nicht angeschlossen haben, weil sie die Vorteile nicht sehen. „Über unsere 31 Innungen – von A wie Aalen bis Z wie Zollern-Alb – versuchen wir natürlich, mit direkter Ansprache durch unsere Obermeister weitere Firmen von uns zu überzeugen.“

Bild von Zimmerer-Azubi
Die Innungsbetriebe wissen nur zu gut, wie sie ihr Tageswerk anzugehen haben, doch die Hilfe des Landesverbandes ist zum Beispiel bei Rechtsfragen immer willkommen. (Foto: Pressestelle Holzbau Baden-Württemberg)

Webseite verdeutlicht das umfassende Angebot

Dabei reicht ein Blick auf die exzellent gestaltete Webseite des Landesverbandes, um das umfassende Portfolio der in Ostfildern bei Stuttgart ansässigen Interessenvertretung kennenzulernen. Kaum eine Frage bleibt unbeantwortet, es gibt jede Menge Infos und Unterstützungsangebote. Wer dann noch Hilfe braucht, kommt schnell an den richtigen Mann oder der richtigen Frau für seine Fragen. Der Eindruck: „Hier wird Ihnen geholfen.“ Und genau das ist ja die Aufgabe von Holzbau Baden-Württemberg: die Aufgaben zu übernehmen, für die die Zimmerer und Holzbauer im Alltag keine Zeit haben.

Bild von Zimmerer
Fast 1000 Betriebe lassen derzeit als Innungsmitglieder von Holzbau Baden-Württemberg im „Ländle“ die Späne fliegen. (Foto: Pressestelle Holzbau Baden-Württemberg

Ausbildung und Dienstleistungen für Zimmerer und Holzbaubetriebe

„Wir haben einerseits einen starken Fokus auf die Sicherung und Weiterentwicklung einer starken und modernen Ausbildung – unter anderem durch überbetriebliche Schulungen mit einem ganz breiten Themenspektrum“, umschreibt Konstantin zu Dohna die Kernziele seines Verbandes. „Auf der anderen Seite kümmern wir uns darum, als Dienstleister die Zimmereien und Holzbaubetriebe vor dem Hintergrund ihrer täglichen Herausforderungen so umfassend wie möglich zu unterstützen.“ 

Bild von Zimmerer-Azubi an der Stichsäge
Dank moderner Technik will man sich auch im Ländle auf die Zukunft des Handwerks vorbereiten. (Foto: Pressestelle Holzbau Baden-Württemberg)

Ob es um technische, rechtliche und betriebswirtschaftliche Fragen geht oder um Hilfe beim Marketing – Holzbau BaWü hilft. „Wenn eine Frage zum Vertragsrecht, zum Immobilienrecht, zum Gesellschaftsrecht oder zum Arbeitsrecht auftauchen, gibt es bei uns persönliche Beratung, Mustervorlagen, Vertragsprüfungen und mehr“, gibt er ein Beispiel aus dem juristischen Bereich.

Der Landesverband behält den Durchblick

Welcher Zimmerer-Betrieb blickt schon komplett durch bei Themen wie Kalkulationssätzen, Unternehmens- und Mitarbeiterführung, bei allen Fragen der modernen Bauphysik, Feuchtigkeitsmanagement, mehrgeschossigem Holzbau, Brandschutz, Schallschutz und vielem mehr? „Es gibt mittlerweile so viele Verordnungen und Regelungen – die sich auch noch ständig ändern – dass die Orientierung schwerfällt. Die zu haben, ist unsere Aufgabe, die wir stellvertretend für unsere Mitgliedsbetriebe übernehmen“, so zu Dohna.

Bild von modernem Holzhaus
Holzbau steht den heutzutage verbreiteteren Konstruktionen aus Stahl und Beton, richtig ausgeführt, in nichts nach. (Foto: DHV Pressefoto-Objekt-Weizenegger)

Der Innungsbeitrag, der umsatzabhängig ist und durchschnittlich um 1600 Euro liegt, deckt alle Leistungen des Landesverbandes ab – „Leistungen, die jeder Zimmererbetrieb braucht“, ist der Hauptgeschäftsführer überzeugt. „Den Beitrag bekommt man mit einem großen Auftrag wieder rein, und die Unterstützung, die wir leisten, ist meines Erachten ein Vielfaches der Aufwendung wert.“

Erfolgreiche Nachwuchskampagne der Zimmerer

Marketing und Lobbyarbeit sind weitere Felder, die die Interessenvertretung „beackert“. Dazu gehört das Einwerben von Geldern für moderne Ausbildungsprojekte wie eingangs beschrieben, aber natürlich auch die Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsgewinnung des einzelnen Betriebes. „Wir haben zum Beispiel die Nachwuchskampagne ‚Z wie Zimmerer‘ entwickelt, um junge Menschen für den Zimmerer-Beruf zu interessieren und zu begeistern.“ 

Bilod von Zimmerer-Azubis mit Kreissäge
Teamwork ist in der Ausbildung im Lehrzentrum ebenso unverzichtbar wie auch auf dem Bau in der Praxis. (Foto: Pressestelle Holzbau Baden-Württemberg)

Fachkräfte ausbilden – und dann auch halten

Denn der Fachkräftemangel ist laut zu Dohna nun mal da, denn viele junge Menschen verlassen die Bauwirtschaft – so die Statistiken – zum Beispiel nach einigen Jahren auch wieder. „Anstrengende Tätigkeit, überschaubare Löhne, zu wenig Aufstiegsmöglichkeiten – das wird oft als Grund angeführt. Für uns sind das knallharte Herausforderungen. 

Um gegen die Wettbewerber um die Fachkräfte anzukommen, müssen wir deutlich herausarbeiten, wie schön und begeisternd die Tätigkeit im Zimmerer- und Holzbaugewerbe ist. Dass es auch jede Menge Vorteile gibt und dass diese Handwerkstätigkeit nicht ein Beruf von gestern, sondern einer mit Zukunft ist“, wirbt er um die zukünftigen Holzbauer in Ausbildung.

Bild von weiblichen Zimmerer-Azubis in Zunftkleidung
Auch wenn Frauen im Zimmererhandwerk noch immer klar in der Unterzahl sind, sie holen langsam auf. (Foto: Pressestelle Holzbau Baden-Württemberg)

Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit

Auf der bereits 2014 gestarteten Webseite Z wie Zimmerer, aber auch in den sozialen Medien bekommen Jugendliche alle Informationen, die sie brauchen – zu den Tätigkeiten des Zimmerers, zur Ausbildung, zur Walz, zu den Karrieremöglichkeiten. Auf der anderen Seite werben Unternehmen aber auch selbst auf Berufsmessen vor Ort oder mit Betriebs-Präsentationen für sich, und auch hier unterstützt der Landesverband. 

Bild von Zimmerer auf Dachmodell
Übung am Objekt gehört zum Alltag im 2020 neu eröffneten Bildungszentrum in Biberach. (Foto: Pressestelle Holzbau Baden-Württemberg)

„Wir haben Konzepte für verschiedenste Formen der Öffentlichkeitsarbeit parat, beispielsweise für einen Tag der offenen Tür. Das muss man sich nicht mühsam selbst erarbeiten, da kann man von unserer Erfahrung und Unterstützung profitieren“, so zu Dohna. Ein von Landesverband konzipierter Ausbildungs-Messestand ist stets ausgebucht und tourt das ganze Jahr durch das Bundesland.

Zeigen, wie modern die Holzbau-Betriebe arbeiten

Dazu kommt natürlich die grundsätzliche Information über das Zimmerer- und Holzbauwesen in Baden-Württemberg. Wie hochwertig die Betriebe im Ländle arbeiten, wie gut sie vernetzt sind, wie heute anspruchsvolle Holzbauprojekte umgesetzt werden – „das interessiert natürlich die privaten und öffentlichen Auftraggeber. Unser Handwerk ist ja von technologischen Neuerungen und neuen Anforderungen genauso betroffen wie andere Gewerke. Wir zeigen, dass unsere Mitgliedsbetriebe erstklassig und modern arbeiten“, sagt der Landesgeschäftsführer der Holzbauer.

Modernes, mehrstöckiges Gebäude mit weißer und blauer Fassade, großen Fenstern und grünem Akzent, davor ein kleiner Baum und ein Metallzaun.
Holzbau kann auch bunt, wie hier unverkennbar gezeigt wird. (Foto Holzbau Rieg Schwaebisch-Gmuend, Fotograf Burhard Walther)

Biberach: Von der Zimmerer-Ausbildung bis zum Studium

Zurück zur Aus- und Weiterbildung, die der Landesinnungsverband beispielhaft organisiert und ausgestaltet hat. Das Zimmerer-Ausbildungszentrum in Biberach an der Riß ist der ganze Stolz von Holzbau Baden-Württemberg: 1986 gegründet, hat es seither laut Dohna eine „sensationelle Entwicklung“ genommen. Hier läuft die Ausbildung im zweiten und dritten Lehrjahr unter besten Bedingungen, es gibt Seminare aller Art und Sommercamps für angehende Zimmerer, sogar ein trialer Studiengang – das „Biberacher Modell Holzbau Projektmanagement“ – ist für angehende Führungskräfte oder die Firmenlenker der Zukunft belegbar. 

Sie interessieren sich für besondere Zimmerer-Projekte? Dann lesen Sie unsere Story über den Neubau einer Sport- und Kulturhalle in Holzbauweise.

Kai-Uwe Bohn

Kai-Uwe Bohn ist ausgebildeter Journalist und seit mehr als 40 Jahren im Geschäft. Er fühlt sich in vielen Themenfeldern zuhause, kann sich aber vor allem für das „richtige Leben“ rund um Wirtschaft, Handwerk, Handel und Dienstleistungen begeistern. Dass er Politikwissenschaft bis zum Diplom studiert hat, hilft ihm, die Zusammenhänge im Hintergrund richtig einzuordnen. Im Mittelpunkt seines Interesses stehen stets die Menschen, die Mögliches und Unmögliches wahr machen.

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