Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Eine Person installiert ein Solarpanel auf einem Dach.

Patrick Birnesser neuer Geschäftsführer der Dachdecker im Ländle

Harald Friedrich

14. Dezember 2023

Der Landesinnungsverband der Dachdecker in Baden-Württemberg ist bundesweit sicherlich einer der aktivsten und bei einigen Thema auch ein Vorreiter. Das gilt für die frühzeitige Kooperation mit den Elektrikern aufgrund der Solarpflicht im Ländle. Das gilt auch für die Nachwuchswerbung mit der großen Kampagne „Oben ist das neue Vorn“ mit dem Dachmobil, in dem Jugendliche auf interaktive Weise in den Beruf hineinschnuppern können. Zudem sind die Baden-Württemberger sehr stark in der Lobbyarbeit, laden regelmäßig Bundes- und Landtagsabgeordnete zu Betriebsbesuchen ein.

Patrick Birnesser kennt sein Handwerk

Bei so viel Aktivität braucht es auch einen Geschäftsführer des Landesverbands, der für das Gewerk brennt. Der 36-jährige Patrick Birnesser ist der neue Geschäftsführer des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg in Karlsruhe und Handwerk ist kein Neuland für ihn. In seiner Familie gab und gibt es zahlreiche Handwerker. Im Interview mit DACH\LIVE spricht er über seinen Werdegang und die Bedeutung der Innungen und die Herausforderungen für die nächsten Jahre.

BIld von Patrick Birnesser
Kommt selbst aus einer Familie mit Handwerkern: Patrick Birnesser. (Foto LIV Baden-Württemberg)

Welcher Weg hat Patrick Birnesser ins Dachdeckerhandwerk geführt?

Der physische Weg war die Rückkehr in die alte Heimat. Früher habe ich in der Nähe von Baden-Baden gewohnt und in Konstanz – neben Marburg und Chicago – auch einen Teil meines Politikwissenschaftsstudiums absolviert. Danach war ich etwa als Referent des Oberbürgermeisters von Freudenstadt tätig, bevor ich in München zunächst als Wirtschaftsreferent, dann als Abteilungsleiter beim Bundesverband der Systemgastronomie e.V. arbeitete. Die Verbandsarbeit ist also nicht neu für mich.

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Systemgastronomie und Dachdeckerhandwerk?

Ja, da ist natürlich der Fachkräftemangel, mit dem beide Branchen zu kämpfen haben. Und Gastronomen erschaffen mit eigenen Händen etwas, genauso wie Dachdecker. Am Ende eines jeden Tages können sie stolz auf das sein, was sie geschaffen haben. Gemeinsam haben beide Branchen auch, dass sie Ausbildungsplätze schaffen und es die Vielzahl der kleinen und mittelständischen Unternehmen ist, die unsere Wirtschaft am Laufen hält.

Bild von Dachdecker auf dem Dach
"Dachdecker können jeden Tag stolz auf das sein, was sie geschaffen haben", meint Patrick Birnesser.

Wie sieht Patrick Birnesser die Zukunft des Dachdeckerhandwerks?

Das ist für mich ein absolut zukunftsträchtiges und zukunftssicheres Handwerk. Dachdeckerbetriebe sind die unverzichtbaren Partner für eine gelingende Energiewende. Sie bieten zudem jungen Menschen echte berufliche Chancen. Und – ganz menschlich – sorgen die Dachdeckerinnen und Dachdecker dafür, dass Familien stolz auf ihre eigenen vier Wände sein können.

Bild vom Oben ist das neue vorn-Innungs-Truck
Nachwuchswerbung mit dem Dachtruck: Die Landesinnung geht voran. (Foto: LIV Baden-Württemberg)

Welche Rolle spielen dabei noch die Innungen?

Die Innungsmitgliedschaft ist wichtig für unsere Betriebe. Und das nicht nur der Tradition wegen. Die Innung gibt gemeinsame Stärke, ermöglicht oft erst den Dialog mit der Politik, schafft Netzwerke. Und dafür brauchen wir im Gegenzug den Input der Mitglieder: Was sind ihre Sorgen, Nöte, Wünsche. In meinem Verständnis sind wir als Landesinnungsverband Dienstleister für unsere Mitglieder.

Welche Themen stehen für Ihre Arbeit im Fokus?

Ein großes Thema für uns als Verband und für mich als neuem Geschäftsführer ist die Unternehmensnachfolge. Jetzt nähert sich auch für die Baby-Boomer-Generation der wohlverdiente Ruhestand. Da muss die Unternehmensnachfolge und Betriebsübergabe – unter anderem in der Familie – sorgfältig geplant werden. Auch die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen oder einfach die Faszination des Dachdeckerhandwerks nach außen zu tragen, sind Zukunftsaufgaben, die wir auf dem Schirm haben und wo wir uns aktiv einbringen.

Bild von Jugendlichen vor dem Innungs-Truck
Mit dem Dachtruck junge Menschen für das Dachdeckerhandwerk begeistern. (Foto: LIV Baden-Württemberg)

Haben Sie auch einen familiären Bezug zum Handwerk?

Absolut: In meiner Familie gibt und gab es viele Handwerker, vom Maler über den Schreiner bis zu meinem Großvater, der Schmied war. Ich erinnere mich noch gerne an die Momente meiner Kindheit, wenn ich einmal mit in die Schmiede durfte.

Und was macht Patrick Birnesser in seiner Freizeit?

Meine Freizeit gehört einem großen Freundeskreis, vor allem aber meiner Familie. Da sorgt schon unser eineinhalbjähriger Sohn dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Und wenn dann noch Zeit bleibt, gehe ich gerne laufen, spiele Badminton oder freue mich über entspannte und gleichzeitig spannende Skatrunden mit Freunden.

Sie interessieren sich für Neuigkeiten aus den Verbänden? Dann lesen Sie unsere Story über eine neue digitale Lernplattform für Azubis in Brandenburg.

Harald Friedrich

In den 80er Jahren kam der ausgebildete Werbekaufmann und Texter zum Journalismus. Seit dieser Zeit unterstützt er zahlreiche Dachdecker-Landesverbände bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch Vor-, Nach- und Querdenken. So hob er das Verbandsmagazin des Bayerischen Dachdeckerhandwerks mit aus der Taufe und erstellt bis heute fünf Ausgaben pro Jahr komplett. Er schreibt zudem für Fachmedien im Bereich Handwerk, darunter seit Jahren auch „Das DACH“. Sein Motto: „Schreiben ist nichts weiter als eine permanente Neuordnung von 26 Buchstaben."

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