Felix Schneider kandidiert als ZVDH-Vizepräsident
11. November 2025
Bei Dachschneider in Weimar gehört das Ehrenamt quasi zur DNA der Familie. „Bei uns ist klar, dass wir über den Betrieb hinaus auch für die große Familie des Dachdeckerhandwerks tätig sein wollen“, sagt Felix Schneider. Er ist einer der vier geschäftsführenden Gesellschafter und im Unternehmen mit knapp über 100 Mitarbeitern seit 2018 für den kaufmännischen Bereich inklusive der Buchhaltung verantwortlich. Auf dem mitteldeutschen Dachtag in Teistungen kündigte er deshalb jüngst an, 2026 als Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) zu kandidieren.
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Familientradition fortsetzen
Seit dem Ende der Ära seines Onkels Karl-Heinz Schneider als ZVDH-Präsident 2017 könnte damit wieder ein Vertreter aus dem Osten in den Vorstand einziehen. „Ich habe mich gefragt, wie kann ich mich engagieren, was kann ich tun“, erläutert Felix Schneider seine Motivation. „Auch wenn ich kein Handwerker bin, kann ich doch meine Position und mein Standing als Betriebswirt und Unternehmer einbringen.“ Rund um die 100-Jahr-Feier des Betriebs im Mai 2025 führte er viele Gespräche, im Familienkreis und weit darüber hinaus. Dann stand seine Entscheidung.

Felix Schneider ist studierter Wirtschaftsingenieur
Der studierte Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Bau, der zudem Weiterbildungen im Bereich Buchführung absolviert hat, möchte im ZVDH mit seinem fundierten Know-how den Bereich Betriebswirtschaft mehr in den Fokus rücken. Felix Schneider hält das Thema für genauso wichtig wie die technischen Fachregeln, gerade in Zeiten, in denen der Kampf um Aufträge in allen Bereichen zugenommen hat.
Betriebswirtschaftliche Impulse setzen
Seit 2024 engagiert sich der 35-Jährige im ZVDH-Fachausschuss für Betriebswirtschaft. „Ich bin kein Experte für die Fachtechnik. Zur Wahl steht ein ZVDH-Vizepräsident und nicht der ZVDH-Repräsentant Fachtechnik. Das Präsidium kann sich nach jeder Wahl neu aufstellen. Neben mir wären schließlich noch drei Dachdeckermeister bzw. drei Sachverständige des Dachdeckerhandwerks im Präsidium vertreten. Aus meiner Sicht ist hier genug Expertise im Bereich der Fachtechnik vorhanden.“
Vielmehr möchte er Impulse setzen, dass sich Betriebe noch intensiver mit zentralen Themen wie Kalkulation von Aufträgen oder der Unternehmensnachfolge befassen. „Meine persönliche Zielsetzung ist es, ein tieferes Verständnis bei unseren Kollegen und vor allem im Verband zu befördern, dass schönes Handwerk auch wirtschaftlich erfolgreich sein muss und kann“, erläutert Felix Schneider.
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Positives Feedback auf Kandidatur
Warum er mit seiner Kandidatur an die Öffentlichkeit gegangen ist? „Ich finde, die Kollegen und Delegierten sollten Vorlauf haben und sich vorab mit den Kandidaten beschäftigen können. Es ist ja schon ein kleiner Wahlkampf und ich bin gespannt, wer noch antritt.“ Bislang habe er in den Gesprächen nach der Verkündung „nur positives Feedback bekommen“, auch aus anderen Landesverbänden.
Für eine Streitkultur mit Augenmaß
Als ZVDH-Vizepräsident möchte Felix Schneider nach den Querelen der letzten Zeit mithelfen, wieder eine „Streitkultur mit Augenmaß für die eigene Position und die der Gegenseite“ zu etablieren. „Wir sind bei uns in der Geschäftsführung auch keineswegs immer einer Meinung. Doch wenn wir uns auf eine Entscheidung einigen, dann tragen diese auch alle mit.“ Es gehe auch im Verband um eine Einigkeit im Großen, damit wir die Herausforderungen für das Dachdeckerhandwerk gemeinsam angehen können.“

Lobbyarbeit: weniger Regulierung als Ziel
Wichtig ist Felix Schneider auch der Austausch mit der Politik, also die Lobbyarbeit. „Ich will die Standpunkte unseres Handwerks offen und deutlich nach außen tragen. Mein persönliches Interesse an der Tagespolitik auf allen Ebenen ist hierbei von der Grundidee geprägt, dass weniger Regulierung ein freieres und erfolgreicheres Wirtschaften für unsere Innungsbetriebe ermöglicht.“
Ein Beispiel nennt er auch gleich, dass er der Politik gerne ins Stammbuch schreiben würde. „Wir können im Bauhauptgewerbe, im Gegensatz etwa zur produzierenden Industrie oder sogar zu den Elektrikern, bei Auftragsspitzen keine Leiharbeiter als zusätzliche Helfer beschäftigen. Warum wir da Nachteile gegenüber anderen Branchen haben, verstehe ich nicht“, berichtet Schneider aus eigener betrieblicher Erfahrung.
Verpflichtung für das Ehrenamt
Der Geschäftsführer von Dachschneider will daran etwas ändern im Ehrenamt. Damit reiht er sich ein in die Tradition von Onkel Karl-Heinz und Vater Michael, der sich etwa im Aufsichtsrat der DEG Alles für Das Dach eG engagiert. Cousin Holger ist seit 2018 ist Obermeister der Dachdeckerinnung Weimar‑Apolda‑Jena und im Vorstand des LIV Thüringen. Cousin Udo ist ehrenamtlich im Fassadenverband (FVHF) tätig.
Keine Selbstverständlichkeit in der heutigen Zeit, zumal Felix Schneider seit 2016 verheiratet und Vater dreier Kinder im Alter zwischen vier und neun Jahren ist. Doch wie gesagt: Bei den Schneiders fühlen sie sich verpflichtet, einen Teil ihres Engagements in die Familie des Dachdeckerhandwerks einzubringen.
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