Inhaltsverzeichnis
- Verschlechterte Aussichten seit Iran-Krieg
- Trend zu hochwertigen Abdichtungsbahnen
- Anteil der Kunststoff- und Elastomerbahnen nimmt zu
- Bauder steigert Umsatz
- Komplette Nutzdächer sind gefragt
- Positiver Trend: steigende Azubizahlen
- Neue technische Regeln Abdichtungen
- Bauwerksabdichtung integriert
- KI-gestützte Suchfunktion
Die im vdd Industrieverband Dach- und Dichtungsbahnen e.V. organisierten Hersteller setzten 2025 132,4 Millionen Quadratmeter Abdichtungsbahnen ab – ein Rückgang von 5,3 Prozent gegenüber 2024, der die anhaltend schwache Baukonjunktur im Hochbau widerspiegelt. Der zentrale Absatzmarkt bleibt das Flachdach mit 67,2 Millionen Quadratmetern neu abgedichteter Fläche. Das sind die wichtigsten Zahlen im vdd Marktreport 2025.
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Verschlechterte Aussichten seit Iran-Krieg
Auch im Bereich Abdichtungen für Flachdächer zeigt sich 2025 ein Absatzrückgang. Das hat zu tun mit der Krise im Hochbau, aber auch mit dem demografischen Wandel, also tendenziell weniger Fachkräften in den Gewerken Dachdecker und Zimmerer. Was die weitere Entwicklung in diesem Jahr angeht, bleibt die Branche laut vdd skeptisch: Die zu Jahresbeginn erwartete Trendwende am Bau bleibt aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen wohl aus. Durch den Iran-Krieg haben sich die Aussichten weiter verschlechtert. „Infrastrukturprogramme, steigende Auftragseingänge und eine zunehmende Zahl von Baugenehmigungen sollten für positive Impulse sorgen, stattdessen prägen Themen wir Rohstoffknappheit, steigende Energiekosten und Inflationssorgen die aktuellen Diskussionen“, erklärt der vdd in einer Pressemeldung.


Trend zu hochwertigen Abdichtungsbahnen
Die Gesamtentwicklung zeigt ein nach Werkstoffgruppen differenziertes Bild. Kunststoff- und Elastomerbahnen verzeichneten mit 26,6 Millionen Quadratmetern ein leichtes Plus von rund einem Prozent und als einziges Segment eine positive Jahresbilanz. Polymerbitumenbahnen kamen auf 79 Millionen Quadratmeter, was einem Rückgang von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Einfache Bitumenbahnen gingen um 10,7 Prozent auf 26,8 Millionen Quadratmeter zurück. Dieser Rückgang hängt laut vdd mit dem Trend zu Hochwertbahnen zusammen.
Anteil der Kunststoff- und Elastomerbahnen nimmt zu
Insgesamt stabilisiert sich der Abdichtungsmarkt auf einem hohen Niveau, bleibt jedoch von der schwachen Bautätigkeit im Hochbau geprägt. Die Werkstoffverteilung auf dem Flachdach verschiebt sich leicht: Der Anteil der Kunststoff- und Elastomerbahnen stieg von 37 auf 39 Prozent, der Anteil der Polymerbitumen- und Bitumenbahnen ging entsprechend von 63 auf 61 Prozent zurück.
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Bauder steigert Umsatz
Das in der vierten Generation von den drei Brüdern Jan, Mark und Tim Bauder geführte Familienunternehmen Bauder konnte trotz dieses schwierigen Umfeldes seine Marktführerposition weiter ausbauen. Der Umsatz stieg 2025 leicht gegenüber dem Vorjahr auf 1,13 Milliarden Euro. Die Bauder-Gruppe mit ihren 1750 Mitarbeitenden ist mit insgesamt 19 Tochtergesellschaften im europäischen Raum präsent. Mit der Eröffnung des ersten französischen Werks im elsässischen Drusenheim verfügt das Unternehmen nun über neun Produktionswerke für seine hochwertigen Dachsysteme. „Wir sind sicher, dass wir mit unseren Investitionen langfristig die richtigen Weichen gestellt haben. Nun gilt es, diese geschaffenen Potenziale mit Leben zu füllen“, führt Tim Bauder aus.

Komplette Nutzdächer sind gefragt
Wie die Bauder-Brüder in einem Pressegespräch auf der Dach+Holz 2026 erklärten, „verschärften die fehlenden Absatzmengen den Wettbewerb entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Hersteller über den Handel bis hin zum ausführenden Handwerk.“ Gleichzeitig zeigte sich eine qualitative Verschiebung im Markt: „Gefragt waren zunehmend hochwertige Dachaufbauten mit Gründach, Photovoltaik und anspruchsvollen Systemlösungen, die energetische Anforderungen und Klimaanpassung miteinander verbinden. Insgesamt blieb der Markt damit unter Druck, während sich der Wettbewerb deutlich intensivierte.“
Positiver Trend: steigende Azubizahlen
Ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Branche ist die Qualität der Ausführung und die Gewinnung von Fachkräften. So sieht der vdd die steigenden Ausbildungszahlen als ein positives Signal für die langfristige Leistungsfähigkeit des Gewerks. „Das Dachdeckerhandwerk ist für Planung, Verarbeitung und Qualitätssicherung von Abdichtungssystemen von zentraler Bedeutung.“ Deshalb unterstützen die Hersteller von Abdichtungsbahnen die Nachwuchsarbeit durch eine Beteiligung an der Brancheninitiative Aktion DACH.
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Neue technische Regeln Abdichtungen
Nach dreijähriger grundlegender Überarbeitung liegt das „abc Technische Regeln Abdichtungen“ des vdd nun vollständig vor. Anfang 2025 erschien die neue Ausgabe mit dem Grundlagenwissen zu Abdichtungsbahnen und den Regeln zur Flachdachabdichtung. Parallel wurde laufend an weiteren Kapiteln gearbeitet und die Handreichung nun aktualisiert.

Bauwerksabdichtung integriert
Bislang lag der inhaltliche Schwerpunkt auf der Flachdachabdichtung mit Bitumen- und Kunststoffbahnen. Mit der nun vorliegenden Erweiterung schließt das abc eine wesentliche inhaltliche Lücke: Die Bauwerksabdichtung wird werkstoffübergreifend integriert – für Bitumenbahnen und Kunststoffbahnen gleichermaßen. Damit wird das abc zum umfassenden technischen Regelwerk für bahnenförmige Abdichtungen. Zudem wurden Steildach und Bitumenschindeln sowie Brückenabdichtungen integriert. Das Branchenregelwerk ist online abrufbar und weiterhin kostenlos.
KI-gestützte Suchfunktion
Das abc liefert herstellerunabhängige, fachlich geprüfte Planungs- und Ausführungshinweise für alle wesentlichen Abdichtungsanwendungen. Ob Baustoffentscheidung, Ausschreibung oder Ausführungsbeurteilung – das abc ist eine verlässliche Grundlage für alle wesentlichen Planungsschritte - mit Bitumen-, Kunststoff- und Elastomerbahnen gleichermaßen. Dabei liefert eine KI-gestützte Suchfunktion in Sekunden gezielte Treffer nach Bauteil, Werkstoff oder Norm.