Dachdeckerin Joyce Block: auf den Spuren des Vaters

DACH-Ticker

Bauder wird neuer Anteilseigner bei Sita

Mit einem gleichberechtigten Anteil von 33 Prozent steigt das Stuttgarter Familienunternehmen Bauder, vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts, als dritter Gesellschafter beim Dachentwässerungs-Spezialisten Sita ein. Mit dieser neuen strategischen Partnerschaft wollen die beiden Unternehmen ihre bereits heute enge und erfolgreiche Zusammenarbeit weiter intensivieren.

18. Januar 2022

BMI baut Kunststoffbahnen-Produktion aus

Mit einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe erweitert die BMI Gruppe bis 2024 die Produktionskapazitäten für den deutschen Markt, um der wachsenden Nachfrage nach Kunststoffbahnen gerecht zu werden. BMI strebt damit langfristig die Marktführerschaft in diesem Segment an. Mit den Marken Cosmofin, Tectofin und Wolfin ist die deutsche BMI Gruppe einer der großen Anbieter von Abdichtungsbahnen aus Kunststoff in Deutschland. Die Produkte der ehemaligen Wolfin Bautechnik GmbH, die mittlerweile in der BMI Flachdachsysteme GmbH aufgegangen ist, gehören zu den führenden Kunststoffbahnen am deutschen Markt.

17. Januar 2022

Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,7 Prozent gestiegen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt war im Jahr 2021 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,7 Prozent höher als im Jahr 2020. „Die konjunkturelle Entwicklung war auch im Jahr 2021 stark abhängig vom Corona- Infektionsgeschehen und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen“, sagte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. „Trotz der andauernden Pandemiesituation und zunehmender Liefer- und Materialengpässe konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem Einbruch im Vorjahr erholen, wenngleich die Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht hat“, so Thiel weiter. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2021 noch um zwei Prozent niedriger.

14. Januar 2022

Materialengpässe am Bau gehen langsam zurück

Die Materialengpässe auf den deutschen Baustellen haben sich zum Jahresende leicht gebessert. Auf dem Hochbau haben im Dezember noch 31,3 Prozent der Unternehmen Lieferprobleme erlebt, im Vormonat waren es 34,5 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Trotz der aktuellen Verbesserungen bleibt die Lage angespannt. Die Werte sind im langfristigen Vergleich immer noch außergewöhnlich hoch“, sagt ifo Forscher Felix Leiss. Bei Holz und bei Stahl zeichnet sich eine gewisse Entspannung ab, dennoch wurden in beiden Fällen noch Engpässe gemeldet. Dämmmaterial und (andere) Kunststoffprodukte bleiben problematisch. „Die erheblich gestiegenen Materialpreise setzten die Bauunternehmen zusätzlich unter Druck. Insbesondere auf dem Hochbau planen die Betriebe, die Kosten in den kommenden Monaten an die Bauherren weiterzugeben“, ergänzt Leiss.

9. Januar 2022

Im Oktober wurden 29.597 Wohnungen genehmigt

Im Oktober 2021 wurde in Deutschland der Bau von 29.597 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das saison- und kalenderbereinigt 3,2 Prozent weniger als im September 2021. Dennoch gab es im Zeitraum von Januar bis Oktober 2021 4,2 Prozent mehr Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum.

17. Dezember 2021

Messe Dach+Holz auf Juli 2022 verschoben

Die Branchenleitmesse Dach+Holz International findet nicht wie ursprünglich geplant im Februar 2022 in Köln statt. Das Andauern der Coronapandemie sowie unkalkulierbare Rahmenbedingungen für die Durchführung von Messen seitens der Politik machen eine verlässliche Planung unmöglich. Daher hat sich der Veranstalter gemeinsam mit den Trägerverbänden der Messe einstimmig für eine Verlegung auf den 5. bis 8.Juli 2022 entschieden.

9. Dezember 2021

Arbeitsmarkt sicher durch den Winter zu bringen

„Der Arbeitsmarkt ist bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Die Novemberzahlen belegen erneut, dass wir die Folgen dieser tiefen wirtschaftlichen Krise nach und nach überwinden“, erklärt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Im November ist die Arbeitslosenquote weiter leicht gesunken und liegt jetzt bei 5,1 Prozent. Insgesamt sind damit 2,3 Millionen Menschen arbeitslos, 60.000 weniger als im Vormonat. Selbst saisonbereinigt ist ihre Zahl immer noch um 34.000 gesunken. Bis September ist außerdem die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds auf 751.000 Personen gesunken. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt. Sie lag im September bei 34,3 Millionen Beschäftigten.

6. Dezember 2021

Kalzip: Neuerung in der Geschäftsführung

Andrew Leach hat Anfang Dezember den Posten des CEO der Kalzip GmbH, Koblenz, übernommen. Der gebürtige Brite ist seit vielen Jahren in der Branche und bei Kalzip tätig, unter anderem in verschiedenen Führungspositionen in Sales und Marketing auf internationaler Ebene. In seiner neuen Funktion leitet er das Unternehmen in Deutschland federführend und tritt damit die Nachfolge von Frank Krauskopf an, der sein Mandat als Geschäftsführer niederlegt. Gemeinsam mit Peter Brechtelsbauer, der bereits seit März 2018 als CEO bei Kalzip tätig ist, wird Leach in der Geschäftsführung agieren.

2. Dezember 2021

Stephan Hettwer wird neuer Vertriebschef bei Roto

Stephan Hettwer (Foto Mitte) übernimmt ab Januar 2021 als Direktor Kunden und Märkte und Geschäftsführer in Personalunion die direkte Verantwortung der deutschen Vertriebsorganisation von Roto. Er folgt auf Markus Röser, der Roto als Geschäftsführer Deutschland, zum Jahresende 2021 verlässt. An Hettwer berichtet künftig eine Doppelspitze aus langjährigen Mitarbeitern. Yann Lesage, bisher Vertriebsleiter West, übernimmt die Position als Vertriebsleiter Außendienst. Vertriebsleiter Innendienst bleibt Thomas Schoch.

15. November 2021

Gutex baut neues Werk für Holzfaserdämmplatten

Ab September 2023 will Gutex im Gewerbepark Breisgau, 30 Kilometer südlich von Freiburg, ökologische Holzfaserdämmplatten aus regionalem Nadelholz herstellen. Insgesamt investiert der Hersteller laut einer Pressemeldung auf sechs Hektar Fläche über 100 Millionen Euro und schafft zum Start der Produktion rund 60 neue Arbeitsplätze. Bei Vollauslastung der Anlage sollen es mindestens 120 sein. Das Werk werde ganzjährig im 3-Schichtbetrieb gefahren werden. Die geplante Trockenanlage besitzt eine Produktionskapazität von bis zu 4.800 Kubikmeter am Tag.

12. November 2021

Dachdeckerin Joyce Block: auf den Spuren des Vaters

5. Oktober 2021

 · Michael Podschadel

Joyce Block will es wissen. Sie lernt beim eigenen Vater Dachdeckerin. Hier erzählt die 17-Jährige, warum sie die maximal hohen Anforderungen braucht und wie sie nach einem Praktikum in einer Arztpraxis doch aufs Dach gefunden hat.

Trotz eines Anstiegs von über zwölf Prozent ist die Zahl der jungen Frauen, die sich in diesem Jahr zur Dachdeckerin ausbilden, deutschlandweit weiterhin sehr gering. Joyce Block ist eine der gerade einmal 166 weiblichen Auszubildenden im Dachdeckerhandwerk. „Am Ende des Tages zu sehen, was man geschafft hat, ist schon eine tolle Sache“, meint die 17-Jährige, wenn man sie fragt, was ihr am Dachhandwerk gefällt.

Bild von Joyce Block mit ihrem Vater
Vater und Tochter repräsentieren den Betrieb gemeinsam auf Instagram. (alle Fotos: Dachwunder)

Direkter Austausch mit dem Vater als Lehrmeister

Als Auszubildende im zweiten Lehrjahr erlernt sie das Handwerk von ihrem Vater, dem Dachdeckermeister Jens Block, in dessen Paderborner Betrieb Dachwunder, Mitglied der DEG Dach-Fassade-Holz eG. Mit Ehefrau und Mutter Sharlyn im Büro ist die Dachdeckerei in Paderborn ein echter Familienbetrieb. „Ich finde das super. Die Erwartungen meines Vaters an mich sind höher als an die anderen Mitarbeiter“, meint Joyce Block. „Aber dafür können wir uns auch sehr direkt und ungehemmt austauschen.“ Anderswo als im Betrieb ihres Vaters zu arbeiten, den wir bei DACH\LIVE bereits vorgestellt haben, kann sich die angehende Handwerkerin nicht vorstellen.

Praktikum als Schlüssel zur Berufswahl

Früher wollte Joyce Block eigentlich Medizinerin werden. „Ich habe sogar ein Praktikum in einer Arztpraxis gemacht, aber dann schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist“, erklärt die junge Frau. Was folgte, war ein Praktikum im Betrieb des Vaters. „Er hat mir oft von seinem Beruf berichtet und erzählt, warum er gerne Dachdecker ist. Das hat mich schon neugierig gemacht.“

Bild von Dachdeckerin Joyce Block beim Bearbeiten einer Schieferplatte
Lernt auf der Baustelle auch mit Schiefer zu arbeiten: Dachdecker-Auszubildende Joyce Block.

Schon in den Ferien auf dem Dach gejobbt

Der Einblick in den Familienbetrieb gefiel Joyce Block so gut, dass sie in den Ferien regelmäßig beim Vater jobbte. Mit 15 stand fest, dass sie Dachdeckerin und nichts anderes werden wollte. „Die frische Luft, die tolle Aussicht, das hat mich sofort angesprochen“, berichtet die heute 17-Jährige. Normalität ist das für junge Frauen ihrer Generation bislang (noch) nicht. Auf der Berufsschule ist sie die einzige Auszubildende unter den männlichen Klassenkameraden.

Berufswunsch Dachdeckerin erzeugte ein geteiltes Echo

Als Joyce Block den Eltern von ihrem Berufswunsch erzählte, war Vater Jens begeistert – Mutter Sharlyn zeigte sich eher überrascht. Sie riet ihrer Tochter, sich das Berufsziel gut zu überlegen. Immerhin ist das Dachhandwerk auch bei modernsten Arbeitstechniken oft körperlich anstrengend. Auch die beste Freundin konnte sich ihre ehemalige Schulkollegin Joyce zunächst nicht als Dachdeckerin vorstellen. „Sie hielt mich für zu schüchtern, aber bei der Arbeit bin ich eher anspruchsvoll und nicht zurückhaltend.“

Bild von Dachdeckerin Joyce Block
Kommt mit den körperlichen Anforderungen auf dem Dach gut zurecht: Joyce Block.

Joyce Blocks Entschluss stand fest, trotz leichter Bedenken zu Beginn ihrer Ausbildung. „Am Anfang hatte ich schon Zweifel, ob ich die körperliche Anstrengung schaffe.“ Doch Vater Jens, der ehrenamtlich als Meisterausbilder tätig ist, beruhigte seine Tochter und mahnte zur Geduld. Mit Erfolg: „Heute kann ich eine Schwarzbahn problemlos übers Dach tragen, das fällt mir nicht mehr schwer“, berichtet Joyce Block stolz.

Vorbild ist Miss Handwerk Sonja Theisen

Der Anteil der Dachdeckerinnen im Gewerk liegt immer noch bei weit unter drei Prozent. Das merkt Joyce Block auch im Alltag: „Aufgezogen werde ich von Kollegen eigentlich nicht, da gibt es eher Lob und Bestärkung dafür, dass ich mich in diese Männerdomäne vorwage. Frauen treffe ich auf dem Bau aber leider fast nie.“

Zu den seltenen Ausnahmen zählt eine Zusammenarbeit mit Dachdeckermeisterin Sonja Theisen aus Trier. Die ehemalige Miss Handwerk begeistert und inspiriert als Sunny Roofer auf Instagram zahlreiche junge Dachdeckerinnen und ist eine gefragte Botschafterin des Handwerks. „Sie ist wirklich ein Vorbild, so als junge Dachdeckermeisterin unter den ganzen männlichen Kollegen“, findet Joyce Block, die selbst nach der Ausbildung zur Meisterschule will und ebenfalls auf Instagram präsent ist.

Bild von Dachdeckerin Joyce Block
Die angehende Dachdeckerin genießt den Blick auf den weiten Himmel, wenn es die Arbeit erlaubt.

Später einmal den Familienbetrieb übernehmen

Das größte Vorbild bleibt für Joyce Block aber der Vater. „Er hat mich wirklich für das Handwerk begeistert.“ Der Familienbetrieb gefällt der angehenden Dachdeckerin so gut, dass sie ihn später einmal übernehmen möchte. Auf die Frage, wann ein Arbeitstag mal nicht perfekt gelaufen ist, antwortet die ambitionierte Handwerkerin: „Wenn ich denke, dass ich die Arbeit noch ein bisschen präziser und sorgfältiger hätte erledigen können.“

Im Dachhandwerk genau an der richtigen Stelle

Bild von Dachdeckerin Joyce Block auf einem Flachdach
Schweißarbeiten auf dem Flachdach: Joyce Block ist ehrgeizig und will alles lernen.

Überhaupt hat die Auszubildende einen hohen Anspruch an sich. „Ich habe schon das Gefühl, mich als Frau im Handwerk stärker beweisen zu müssen“, meint sie. Bis zur Übernahme des Familienbetriebs hat die junge Dachdeckerin noch ein paar Lehrjahre vor sich. Im August hat sie ihr zweites Ausbildungsjahr begonnen. Über eines ist sich Joyce Block aber heute schon im Klaren: „Ich kann mir absolut keine Alternative zum Dachhandwerk vorstellen. Hier bin ich richtig!“

Sie interessieren sich für das Thema Frauen im Dachhandwerk? Dann lesen Sie unsere besondere Story, in der Gesellin Larissa Würtenberger offen über ihren inneren Leistungsdruck spricht.

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