Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine Person arbeitet mit einer Metallbearbeitungsmaschine in einer Werkstattumgebung.

Katja Wiesenmüller: Zimmerermeisterin und Berufsbotschafterin

Katharina Meise

4. Oktober 2022

Katja Wiesenmüller liebt ihren Beruf. Sie ist frischgebackene Zimmerermeisterin und Gebäudeenergieberaterin und hat gerade eine Meisterstelle im Betrieb Kahrs Holz & Bau in Ottersberg bei Bremen übernommen. Dort ist sie für die Bauleitung und das Qualitätsmanagement zuständig. Seit ihrer Zeit als erste Frau in der Zimmerer-Nationalmannschaft ist sie als Jurymitglied sowie als Gesprächspartnerin der Politik gleichermaßen begehrt. Eine Botschafterin für ihr Handwerk also, die durch die Republik reist und das ganz große Rad dreht – könnte man meinen. Doch Katja Wiesenmüller nimmt es entspannt. Sie beschäftigt sich einfach mit dem, was ihr das Liebste ist: dem Zimmererhandwerk.

Bild von Zimmerer-Meisterin Katja Wiesenmüller beim ZDB
Die Zimmerermeisterin zeigt ihre Fertigkeiten auf dem Bundesparteitag der FDP. (Foto: ZDB)

Kein Wettkampf im Nationalteam aufgrund von Corona

Bescheiden und bei aller Arbeit in luftiger Höhe doch sehr bodenständig, dabei mit ganzem Herzen bei der Sache: So wirkt die junge Frau auf ihr Gegenüber. Keine Spur von Eitelkeit oder Angeberei. Dabei könnte sie sich auf ihren noch nicht allzu langen Lebenslauf schon einiges einbilden. Sie war als junge Gesellin die erste Frau im Team der Zimmerer-Nationalmannschaft. „Leider hat mir Corona ein bisschen die Tour vermasselt“, erzählt sie. „Kurz vor den entscheidenden Wettkämpfen kam die Pandemie, und alle Wettkämpfe wurden abgesagt.“ 

Das findet sie bis heute schade – geschadet hat es ihr aber nicht. „Mittlerweile bin ich im Prüfungsausschuss des Landesentscheids der Zimmerer in Niedersachsen. Bei Bedarf unterstütze ich zum Beispiel auch gerne Lehrlinge in den Bereichen Schiftung und Theorie. Es macht mir Freude, wenn ich helfen kann.“ Ihren Meistertitel hat die 23-Jährige in einem Jahr Vollzeit am Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes („Bubiza“) in Kassel erworben.

Bild von Zimmerer-Meisterin Katja Wiesenmüller bei der Zimmerer-Nationalmannschaft
Hier ist Katja Wiesenmüller bei einem Training der Zimmerer-Nationalmannschaft zu sehen. (Foto und Titelbild: F. Braun)

Als Zimmerer-Botschafterin beim Bundesparteitag der FDP

Wiesenmüller ist eher praktisch unterwegs, wenn es darum geht, eine Lanze fürs Handwerk zu brechen, Interesse zu wecken und Begeisterung zu entfachen. So nahm sie im April am Bundesparteitag der FDP in Berlin teil. „Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes war über die Zimmerer-Nationalmannschaft auf mich gekommen. Der Verband hatte beim Parteitag einen eigenen Infostand, um so Politik und Handwerk direkt in Kontakt zu bringen. Es war meiner Meinung nach eine sehr interessante und erfolgreiche Veranstaltung. Ich habe mich gefreut, daran teilnehmen zu dürfen“, erzählt sie.

Bild von Zimmerer-Botschafterin Katja Wiesenmüller beim ZDB
Die Zimmerermeisterin im Austausch mit FDP-Politikerinnen über die Arbeit im Handwerk. (Foto: ZDB)

Ehrliches Interesse am Handwerk

Während der zwei Tage dauernden Veranstaltung wurden am Infostand innovative Arbeitsmethoden wie die Arbeit mit Drohnen gezeigt – aber auch das traditionelle, eigentliche Handwerk. So hatte Katja Wiesenmüller einen Stehtisch gebaut. Nebenbei führte sie immer wieder Gespräche mit Politikern. „Es war schon sehr interessant, einem Bundesminister gegenüberzustehen, der etwas über meine alltägliche Arbeit erfahren möchte“, lacht sie. 

Bild von Zimmerer-Botschafterin Katja Wiesenmüller mit Stehtisch
Mit eigener Werkbank am Stand des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes. (Foto: ZDB)

Dabei wurde durchaus ernsthaft gesprochen: „Ich hatte den Eindruck, dass ein ehrliches Interesse am Handwerk besteht und Politiker Willens sind, sich für Handwerksberufe und unsere Ausbildung einzusetzen.“ So wollten ihre Gesprächspartner unter anderem einiges über die Ausbildung, den Alltagsablauf, die Förderungen für Meisterschüler oder die Zimmerer-Nationalmannschaft wissen.

Lobbyarbeit für das Handwerk ist wichtig

Für Katja Wiesenmüller war die Begegnung mit der Politik eine interessante und lehrreiche Erfahrung. Und eine, in die sie Hoffnungen setzt: „Es wäre schön, wenn ich mit meiner Teilnahme an dem Parteitag etwas bewegt und einen Beitrag dafür geleistet habe, dass das Handwerk wieder einen besseren Stellenwert in der Politik erreicht. Ich glaube, wir müssen auf allen Ebenen daran arbeiten – im Alltag, in den sozialen Medien, genauso wie in Berlin.“

Bild von Zimmerer-Botschafterin Katja Wiesenmüller mit Politiker
Die Zimmerermeisterin wurde herzlich begrüßt und immer wieder angesprochen. (Foto: ZDB)

Jurymitglied des Creaton Influencer Awards

Durch die Nationalmannschaft tun sich für Katja Wiesenmüller spannende neue Kontakte und Möglichkeiten auf. So wurde sogar der Spiegel auf sie aufmerksam für den Job-Podcast „Und was machst du?“. „Zudem wurde ich in die Jury des zweiten Creaton Influencer Awards berufen. Der Preis wird am 1. Dezember im Rahmen des Zukunftstages vergeben.“ Katja Wiesenmüller ist eine von drei Juroren – neben ihr entscheiden Selim Fritz, der Award-Sieger 2020, sowie Andreas Winkler vom Zimmerer-Treffpunkt über den diesjährigen Gewinner oder die Gewinnerin. 

Bild von Zimmerer-Botschafterin Katja Wiesenmüller mit Politikern
"Politiker sind Willens, sich für Handwerksberufe und unsere Ausbildung einzusetzen", sagt Katja Wiesenmüller nach dem Besuch auf dem FDP-Bundesparteitag. (Foto: ZDB)

Gute Social-Media-Auftritte kosten viel Zeit

„Einen guten Social-Media-Auftritt hinzulegen, kostet enorm viel Zeit“, weiß Katja Wiesenmüller. „Ich habe mich selbst einmal kurzzeitig darin versucht, aber schnell festgestellt, dass ich den Zeitaufwand nicht aufbringen kann. Ich habe immer den Anspruch, dass meine Beiträge sowohl fachlich korrekt sind als auch beispielsweise Aspekte der Arbeitssicherheit berücksichtigen.“ Die Bilder und Eindrücke sollen ja interessant, spannend und eindrucksvoll sein. „Gerade weil Beiträge in der Öffentlichkeit eine Vorbild-Funktion erfüllen, ist es ein schmaler Grat, spannende Eindrücke und wichtige Themen wie die der Arbeitssicherheit gemeinsam zu veröffentlichen“, meint Wiesenmüller. Zudem müssten auch Fotofreigaben, Quellenangaben und Markierungen berücksichtig werden.

Bild von Zimmerer-Botschafterin Katja Wiesenmüller mit Politikern
Die Zimmerermeisterin sprach über die Ausbildung, den Alltagsablauf, die Förderungen für Meisterschüler oder die Zimmerer-Nationalmannschaft. (Foto: ZDB)

Respekt vor postenden Kolleginnen und Kollegen

Dabei ist Katja Wiesenmüller überzeugt davon, dass es gute Botschafter braucht, auch und gerade, um Nachwuchs fürs Handwerk zu begeistern, Handwerksberufe authentisch zu zeigen und bekannt zu machen. „Ich habe großen Respekt vor allen Kolleginnen und Kollegen, die in diesen Kanälen professionell unterwegs sind und sich für unsere Branche engagieren!“ Darum freut sie sich auch schon sehr auf den diesjährigen Influencer Award. „Ich bin schon sehr gespannt auf die Kandidaten mit ihren Bewerbungen und freue mich riesig darüber, neue und interessante Kanäle zu entdecken.“

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Katharina Meise

Sie hat das journalistische Handwerk vor über 20 Jahren in verschiedenen Print- und Online-Redaktionen von der Pike auf gelernt. Nach einem fast zehn Jahre währenden Ausflug in die Welt der PR leitete Meise die Unternehmenskommunikation eines renommierten Herstellers von Wohndachfenstern, Dachausstiegen und Bodentreppen – und entdeckte dort ihre Liebe zum Dachhandwerk.

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