Made 1852: Gedämmtes Biberdach für energetische Sanierung

DACH-Ticker

KfW-Programm EH55 für Effizienzhäuser gestoppt

Angesichts einer Antragsflut hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Förderung für energieeffiziente Gebäude vorläufig gestoppt. Wie das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium mitteilte, werden Anträge von der staatlichen Förderbank KfW vorerst nicht mehr bewilligt. Die neue Bundesregierung plane zudem eine grundlegende Reform der Förderung. Endgültig eingestellt wurde am Montag die Neubauförderung des sogenannten Effizienzhauses 55 (EH55), die ohnehin zum Monatsende ausgelaufen wäre. Nun führte das Auslaufen der Förderung zu einem Ansturm auf das Programm: Die Antragsflut im Januar habe nach Ministeriumsangaben die bereitgestellten Mittel über die staatliche KfW-Bank deutlich überstiegen.

26. Januar 2022

Baugenehmigungen für Wohnungen im November 2021 um 2,6 Prozent gestiegen

Im November 2021 wurde in Deutschland der Bau von 29 020 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das saison- und kalenderbereinigt 2,6 Prozent mehr als im Oktober 2021. Insgesamt ergab sich Januar bis November 2021 ein plus 2,8 Prozent bei den Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

24. Januar 2022

Bauder wird neuer Anteilseigner bei Sita

Mit einem gleichberechtigten Anteil von 33 Prozent steigt das Stuttgarter Familienunternehmen Bauder, vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts, als dritter Gesellschafter beim Dachentwässerungs-Spezialisten Sita ein. Mit dieser neuen strategischen Partnerschaft wollen die beiden Unternehmen ihre bereits heute enge und erfolgreiche Zusammenarbeit weiter intensivieren.

18. Januar 2022

BMI baut Kunststoffbahnen-Produktion aus

Mit einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe erweitert die BMI Gruppe bis 2024 die Produktionskapazitäten für den deutschen Markt, um der wachsenden Nachfrage nach Kunststoffbahnen gerecht zu werden. BMI strebt damit langfristig die Marktführerschaft in diesem Segment an. Mit den Marken Cosmofin, Tectofin und Wolfin ist die deutsche BMI Gruppe einer der großen Anbieter von Abdichtungsbahnen aus Kunststoff in Deutschland. Die Produkte der ehemaligen Wolfin Bautechnik GmbH, die mittlerweile in der BMI Flachdachsysteme GmbH aufgegangen ist, gehören zu den führenden Kunststoffbahnen am deutschen Markt.

17. Januar 2022

Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,7 Prozent gestiegen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt war im Jahr 2021 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,7 Prozent höher als im Jahr 2020. „Die konjunkturelle Entwicklung war auch im Jahr 2021 stark abhängig vom Corona- Infektionsgeschehen und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen“, sagte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. „Trotz der andauernden Pandemiesituation und zunehmender Liefer- und Materialengpässe konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem Einbruch im Vorjahr erholen, wenngleich die Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht hat“, so Thiel weiter. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2021 noch um zwei Prozent niedriger.

14. Januar 2022

Materialengpässe am Bau gehen langsam zurück

Die Materialengpässe auf den deutschen Baustellen haben sich zum Jahresende leicht gebessert. Auf dem Hochbau haben im Dezember noch 31,3 Prozent der Unternehmen Lieferprobleme erlebt, im Vormonat waren es 34,5 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Trotz der aktuellen Verbesserungen bleibt die Lage angespannt. Die Werte sind im langfristigen Vergleich immer noch außergewöhnlich hoch“, sagt ifo Forscher Felix Leiss. Bei Holz und bei Stahl zeichnet sich eine gewisse Entspannung ab, dennoch wurden in beiden Fällen noch Engpässe gemeldet. Dämmmaterial und (andere) Kunststoffprodukte bleiben problematisch. „Die erheblich gestiegenen Materialpreise setzten die Bauunternehmen zusätzlich unter Druck. Insbesondere auf dem Hochbau planen die Betriebe, die Kosten in den kommenden Monaten an die Bauherren weiterzugeben“, ergänzt Leiss.

9. Januar 2022

Im Oktober wurden 29.597 Wohnungen genehmigt

Im Oktober 2021 wurde in Deutschland der Bau von 29.597 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das saison- und kalenderbereinigt 3,2 Prozent weniger als im September 2021. Dennoch gab es im Zeitraum von Januar bis Oktober 2021 4,2 Prozent mehr Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum.

17. Dezember 2021

Messe Dach+Holz auf Juli 2022 verschoben

Die Branchenleitmesse Dach+Holz International findet nicht wie ursprünglich geplant im Februar 2022 in Köln statt. Das Andauern der Coronapandemie sowie unkalkulierbare Rahmenbedingungen für die Durchführung von Messen seitens der Politik machen eine verlässliche Planung unmöglich. Daher hat sich der Veranstalter gemeinsam mit den Trägerverbänden der Messe einstimmig für eine Verlegung auf den 5. bis 8.Juli 2022 entschieden.

9. Dezember 2021

Arbeitsmarkt sicher durch den Winter zu bringen

„Der Arbeitsmarkt ist bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Die Novemberzahlen belegen erneut, dass wir die Folgen dieser tiefen wirtschaftlichen Krise nach und nach überwinden“, erklärt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Im November ist die Arbeitslosenquote weiter leicht gesunken und liegt jetzt bei 5,1 Prozent. Insgesamt sind damit 2,3 Millionen Menschen arbeitslos, 60.000 weniger als im Vormonat. Selbst saisonbereinigt ist ihre Zahl immer noch um 34.000 gesunken. Bis September ist außerdem die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds auf 751.000 Personen gesunken. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt. Sie lag im September bei 34,3 Millionen Beschäftigten.

6. Dezember 2021

Kalzip: Neuerung in der Geschäftsführung

Andrew Leach hat Anfang Dezember den Posten des CEO der Kalzip GmbH, Koblenz, übernommen. Der gebürtige Brite ist seit vielen Jahren in der Branche und bei Kalzip tätig, unter anderem in verschiedenen Führungspositionen in Sales und Marketing auf internationaler Ebene. In seiner neuen Funktion leitet er das Unternehmen in Deutschland federführend und tritt damit die Nachfolge von Frank Krauskopf an, der sein Mandat als Geschäftsführer niederlegt. Gemeinsam mit Peter Brechtelsbauer, der bereits seit März 2018 als CEO bei Kalzip tätig ist, wird Leach in der Geschäftsführung agieren.

2. Dezember 2021

Bild von eingerüstetem Dachstuhl

Made 1852: Gedämmtes Biberdach für energetische Sanierung

21. Januar 2021

 · Katharina Meise

„Die Aufgabenstellung klang zunächst einfach: Das Dach auf dem 1852 erbauten und in der Zwischenzeit aufgestockten Haus musste erneuert werden. In diesem Zuge wünschte sich der private Bauherr auch gleich eine energetische Sanierung seines Gebäudes“, erinnert sich Mark Holzwarth, Klempnermeister, Gebäude-Energieberater (HWK) und Projektleiter der Firma Schaaf GmbH aus Stuttgart.

Bild vom alten Dach mit fünf Gauben und drei zusätzlichen Dachfenstern
In die Jahre gekommen: Das alte Dach des Stuttgarter Stadthauses vor der energetischen Sanierung.

„Auch der explizite Wunsch des Kunden, einen Fachbetrieb zu finden, der alle notwendigen Gewerke aus einer Hand anbieten konnte, war für uns keine Besonderheit. Bei uns arbeiten Zimmerer-, Dachdecker-, Klempner- und Raumausstatter-Meister, und wir sind es gewohnt, Gewerke übergreifend Hand in Hand zu arbeiten.“ Den Auftrag – altes Dach runter, neuen Dachstuhl, neue Dämmung und neues Biberdach auf 500 Quadratmeter Fläche – konnte sich die Firma Schaaf GmbH also schnell sichern.

Bild von neuem Biberdach mit den Gauben
Zum Vergleich: Das neue Biberdach mit den fünf Gauben.

Biberdach: Energetische Sanierung gemäß Erneuerbare-Wärme-Gesetz

Die erste Herausforderung wartete dann kurz nach dem Einrichten der Baustelle auf das Team: „Es zeigte sich beim Rückbau des alten Dachstuhls, dass Teile davon ausgemauert waren. Wir konnten also nicht in allen Bereichen mit der vollen Sparrenstärke arbeiten, und auch bei der neuen Dämmung mussten wir ein anderes Material einsetzen als ursprünglich geplant, um den U-Wert von 0,192 halten zu können“, berichtet der Projektleiter.

Bild von Schaaf-Mitarbeitern, welche die Eindeckung des Biberdachs vorbereiten.
Die Dämmung nach den Auflagen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes ist fertig. Jetzt bereiten die Mitarbeiter der Schaaf GmbH die Eindeckung mit Biberschwanzziegeln vor. 

Dieser Wert war für den Bauherrn entscheidend, da er bereits plante, im kommenden Jahr die Heizungsanlage zu erneuern. Dafür waren die Auflagen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) einzuhalten. Es legt fest, dass ein U-Wert von 0,192 Watt pro Quadratmeter und Kelvin für Schrägdächer maßgeblich ist. Je nach Bauteil, bestehender Konstruktion und Qualität des Dämmstoffes sind in der Regel zwischen 160 bis 240 Millimeter Dämmstärke notwendig. „Wir haben also die mineralische Zwischensparrendämmung Isover Integra 032 mit 160 Millimeter eingebracht, plus einer Gutex Ultratherm Holzweichfaser-Aufdachdämmung in 60 Millimeter Stärke“, erläutert Holzwarth.

Hitze- und Schallschutz für die Bewohner des Dachgeschosses

Den positiven Effekt dieser Mischung haben die Mieter des Hauses sogleich bemerkt: „Der erste Teil des Daches war ja schon im Sommer fertig, und die Dachgeschoss-Bewohner haben direkt eine Verbesserung in Sachen Hitzeschutz gespürt. Auch der Schallschutz hat sich erheblich verbessert“, sagt Mark Holzwarth. In einer Stadt wie Stuttgart, die bundeweit immer wieder Schlagzeilen macht wegen des überbordenden Autoverkehrs, kein unwichtiges Argument.

Bild von den Klempnerarbeiten an den Gauben
Aufwendig und kleinteilig: Die Arbeit an den Gauben brauchte viel Zeit.

Biberdach: Kleinteilige Arbeiten an den Gauben kosten Zeit

Insgesamt dauerte die Arbeit an dem alten Gebäude ein gutes halbes Jahr, die Firma Schaaf war an jedem Arbeitstag im Schnitt mit sechs bis sieben Mitarbeitern im Einsatz. Kein Wunder, war doch die riesige Dachfläche von 550 Quadratmetern zu erneuern. „Allein die Renovierung der 16 kleinen Gauben hat viel Zeit in Anspruch genommen. Da gibt es für die Klempner unzählige Anschlüsse zu machen, die Dämmung muss passend zugeschnitten und sorgfältig eingebracht werden, und jede kleine Gaube bekommt natürlich ein kleines Dach, für das eine Menge Dachziegel passgenau zugeschnitten werden müssen. Das bedeutet sehr viel kleinteilige Arbeit“, weiß Mark Holzwarth.

Bild von Biberdach mit modernem Dachfenster und sanierten Gauben
Moderne Dachfenster und alte, sanierte Gauben ergänzen sich gut auf dem Biberdach.

Ein Klassiker fürs neue Dach: naturrote Biberschwanzziegel

Dabei kam seinen Dachdecker-Kollegen noch zugute, dass sich der Bauherr eine Eindeckung mit Biberschwanzziegeln gewünscht hatte. „Die Wienerberger Bunzlauer Biber sind ja an sich schon eher klein und bestens für kleinteilige Arbeiten geeignet.“ Mit dem Biberziegel fügt sich das neu eingedeckte Gebäude nun auch wieder nahtlos ins Stadtbild ein: „Vorher lagen ziemlich in die Jahre gekommene Flachdachpfannen auf dem Dach. In Stuttgart gibt es aber noch viele Häuser mit einem Biberdach, gerade die älteren Häuser haben oft diese zeitlose Deckung“, sagt Mark Holzwarth.

Bild von Biberziegeln
Mit den neuen Bibelziegeln fügt sich das Gebäude jetzt wunderbar ein ins umliegende Quartierbild.

Und er ergänzt: „Mir persönlich gefallen Biberziegel übrigens sehr gut. Sie sind einfach ein Klassiker und Bauherren können sich sicher sein, dass sie auch in Jahren noch Ersatzziegel bekommen, wenn mal eine kleine Reparatur nötig wird.“ Die Materialien für die Dämmung, die Dachfenster und die Ziegel für das Biberdach wurden vom Bedachungshändler Dachdecker-Einkauf Süd eG, bei dem die Schaaf GmbH auch Mitglied ist, direkt zur Baustelle geliefert.

Lohn für die Mühen: Pausen auf dem Biberdach mit grandioser Aussicht

Der große Aufwand hat sich für Mark Holzwarth und seine Kollegen übrigens nicht nur wirtschaftlich gelohnt. „Das besagte Haus steht in der berühmten Stuttgarter Halbhöhenlage, also am Hang, am Rande des Stuttgarter Talkessels. Von hier aus hatten wir die ganze Zeit über einen fantastischen Blick über die Stuttgarter Innenstadt. Da wurde jede Frühstücks- und Mittagspause zum entspannten Sightseeing in luftiger Höhe!“

Bild vom Biberdach auf die Skyline von Stuttgart
Ein cooles Dachprojekt für die Mitarbeiter – und dazu noch eine grandiose Aussicht auf Stuttgart.

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