Made 1852: Gedämmtes Biberdach für energetische Sanierung

DACH-Ticker

Soprema steigt ins Photovoltaikgeschäft ein

Soprema steigt in dem Boom-Markt Photovoltaik ein. (Foto: Soprema)

Die Soprema GmbH hat die Mehrheit an der MW Photovoltaik Engineering GmbH mit Sitz in Berlin übernommen. Bekannt als Komplettanbieter für hochwertige Abdichtungs- und Dämmsysteme sowie für Essertec Tageslicht- und Rauchabzugslösungen erweitert das Unternehmen sein Portfolio nun im Bereich Photovoltaik für Dach und Fassade.

11. August 2022

EEG 2023: Fördersätze für PV-Anlagen steigen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat Ende Juli über das Inkrafttreten erster Regelungen aus dem EEG 2023 informiert. Ab sofort können Betreiber von neu in Betrieb genommenen Solaranlagen bis zu 13,40 Cent pro Kilowattstunde für ihren PV-Strom erhalten. Die erhöhten Fördersätze gelten allerdings laut Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks nur für sogenannte Volleinspeiser. Das heißt: Der erzeugte Strom wird nicht selbst verbraucht, sondern vollständig ins Netz eingespeist.

8. August 2022

Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sind 2022 eingebrochen

Im April 2022 wurde in Deutschland der Bau von 31 152 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 5,1 Prozent oder 1 515 Baugenehmigungen mehr als im April 2021. Von Januar bis April 2022 wurden damit insgesamt 123.659 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt – dies waren 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr (125.553 Baugenehmigungen). Im Neubau gab es in den ersten vier Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 22 Prozent bei Einfamilienhäusern und ein Plus von 11,6 Prozent bei Mehrfamilienhäusern.

17. Juni 2022

Bauwirtschaft: Arbeitsunfälle 2021 leicht rückläufig

Die Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft sind im vergangenen Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 103.525 leicht gesunken. Auch die Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle ging laut BG Bau zurück. Einen leichten Anstieg gibt es hingegen bei den Anzeigen auf Verdacht einer Berufserkrankung. Der zweithäufigste Verdachtsfall war hierbei das für das Dachdeckerhandwerk besonders relevante Risiko von Hautkrebs durch Sonneneinstrahlung. Der leichte Rückgang bei Arbeitsunfällen und tödlichen Arbeitsunfällen sei laut BG Bau aber kein Grund zur Entwarnung. Denn die Zahlen seien immer noch zu hoch. 

3. Juni 2022

Peter Aicher bleibt Vorsitzender von Holzbau Deutschland

Bild von Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland
Peter Aicher will den Holzbau in den kommenden Jahren weiter voranbringen. (Foto: Holzbau Deutschland)

Bei den Vorstandswahlen von Holzbau Deutschland ist Peter Aicher erneut zum Vorsitzenden gewählt worden. „Ich bedanke mich sehr herzlich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich riesig, den Holzbau in den kommenden Jahren gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen weiter voranzubringen. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Projekte angestoßen und realisiert. Dass sich unser Engagement lohnt, bestätigt der kontinuierliche Aufwärtstrend des Holzbaus“, betonte der einstimmig wiedergewählte Vorsitzende von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

19. April 2022

Langjähriger BMI-Chef Ulrich Siepe gestorben

Bild von Ulrich Siepe mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger
Ulrich Siepe auf der Dach+Holz 2020 mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger.

Das Dachhandwerk trauert um eine Führungspersönlichkeit und einen Menschenfreund. Der langjährige BMI-Geschäftsführer Ulrich Siepe ist am 23. März nach schwerer Krankheit verstorben, über die er schon während seiner bis 2020 dauernden Karriere bei BMI offen gesprochen hatte. Seine offene, freundliche und zugewandte Art werden viele langjährige Marktbegleiter vermissen.

31. März 2022

BMI investiert in Erweiterungsbau für Schulungszentrum

Bild von Spatenstich für BMI-Schulungszentrum
Spatenstich für Erweiterungsbau des BMI-Schulungszentrums. (Foto: BMI)

BMI stärkt erneut den Wirtschaftsstandort Heusenstamm. Am Stammwerk von Braas investiert BMI in einen Erweiterungsbau für das bestehende Schulungszentrum. Dort wird es auf 1.750 Quadratmetern genügend Platz für Trainings- und Seminarräume, für Lager, Werkstatt und Funktionsräume sowie für Großveranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmern geben.

23. März 2022

ifo Institut: Baupreise steigen 2022 weiter

Die deutschen Bauunternehmen planen, auf breiter Linie die Baupreise zu erhöhen. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor. Im Hochbau kalkulierte jeder zweite Betrieb für die kommenden Monate mit Preisanpassungen. „Das ist eine Folge der rasanten Kostenanstiege beim Baumaterial, diese werden nun an die Kunden weitergeben“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss. „Insbesondere bei den Dämmstoffen gab es weiterhin Probleme. Holz spielte aktuell wieder eine größere Rolle. Das sehen wir beim Großhandel mit Holz und auch bei Bauelementen aus Holz. Hier wurde wieder sehr oft von Preiserhöhungen berichtet“, sagt Leiss weiter. „Zudem sind die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Bauwirtschaft sind im Moment noch nicht abzusehen.“

17. März 2022

Energiesouveränität bedeutet auch Energieeffizienz im Gebäudebestand

Im Rahmen des gemeinsamen Aufrufs von Verbraucher-, Wirtschafts- und Umweltverbänden an die Bundesregierung „Energiesouveränität ist das Gebot der Stunde”, verbunden mit der Forderung nach einem nationalen Gipfel für Energiesouveränität erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer: „Für energieeffiziente Häuser und Gebäude brauchen wir eine verlässliche und auskömmliche Förderkulisse, die auch diejenigen Standards fördert, die gefordert werden. Konkret heißt das: Wenn das EH 55 zum Standard wird, sollte auch dieser gefördert werden. Ähnliches gilt für die energetische Sanierung: EH 70 bei Sanierungen ist ambitioniert und sollte daher entsprechend gefördert werden. Das gilt auch für den Einbau von Heizungen, die auf regenerativen Energien beruhen, sowie den Einbau von Solaranlagen.“

11. März 2022

Janine Neureuther erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin

Janine Neureuther, Geschäftsführerin der Neureuther Bedachungen GmbH in Rheinstetten bei Karlsruhe, übernimmt ab sofort das Amt der stellvertretenden Landesinnungsmeisterin des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg. Sie wurde einstimmig durch die zehn Dachdecker-Innungen Baden-Württembergs zur Nachfolgerin von Michael Braunwarth (Foto links) gewählt. Sie ist damit die erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin im deutschen Dachdeckerhandwerk und übernimmt das Amt der Landesreferentin für Berufsbildung.

4. März 2022

Bild von eingerüstetem Dachstuhl

Made 1852: Gedämmtes Biberdach für energetische Sanierung

21. Januar 2021

 · Katharina Meise

„Die Aufgabenstellung klang zunächst einfach: Das Dach auf dem 1852 erbauten und in der Zwischenzeit aufgestockten Haus musste erneuert werden. In diesem Zuge wünschte sich der private Bauherr auch gleich eine energetische Sanierung seines Gebäudes“, erinnert sich Mark Holzwarth, Klempnermeister, Gebäude-Energieberater (HWK) und Projektleiter der Firma Schaaf GmbH aus Stuttgart.

Bild vom alten Dach mit fünf Gauben und drei zusätzlichen Dachfenstern
In die Jahre gekommen: Das alte Dach des Stuttgarter Stadthauses vor der energetischen Sanierung.

„Auch der explizite Wunsch des Kunden, einen Fachbetrieb zu finden, der alle notwendigen Gewerke aus einer Hand anbieten konnte, war für uns keine Besonderheit. Bei uns arbeiten Zimmerer-, Dachdecker-, Klempner- und Raumausstatter-Meister, und wir sind es gewohnt, Gewerke übergreifend Hand in Hand zu arbeiten.“ Den Auftrag – altes Dach runter, neuen Dachstuhl, neue Dämmung und neues Biberdach auf 500 Quadratmeter Fläche – konnte sich die Firma Schaaf GmbH also schnell sichern.

Bild von neuem Biberdach mit den Gauben
Zum Vergleich: Das neue Biberdach mit den fünf Gauben.

Biberdach: Energetische Sanierung gemäß Erneuerbare-Wärme-Gesetz

Die erste Herausforderung wartete dann kurz nach dem Einrichten der Baustelle auf das Team: „Es zeigte sich beim Rückbau des alten Dachstuhls, dass Teile davon ausgemauert waren. Wir konnten also nicht in allen Bereichen mit der vollen Sparrenstärke arbeiten, und auch bei der neuen Dämmung mussten wir ein anderes Material einsetzen als ursprünglich geplant, um den U-Wert von 0,192 halten zu können“, berichtet der Projektleiter.

Bild von Schaaf-Mitarbeitern, welche die Eindeckung des Biberdachs vorbereiten.
Die Dämmung nach den Auflagen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes ist fertig. Jetzt bereiten die Mitarbeiter der Schaaf GmbH die Eindeckung mit Biberschwanzziegeln vor. 

Dieser Wert war für den Bauherrn entscheidend, da er bereits plante, im kommenden Jahr die Heizungsanlage zu erneuern. Dafür waren die Auflagen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) einzuhalten. Es legt fest, dass ein U-Wert von 0,192 Watt pro Quadratmeter und Kelvin für Schrägdächer maßgeblich ist. Je nach Bauteil, bestehender Konstruktion und Qualität des Dämmstoffes sind in der Regel zwischen 160 bis 240 Millimeter Dämmstärke notwendig. „Wir haben also die mineralische Zwischensparrendämmung Isover Integra 032 mit 160 Millimeter eingebracht, plus einer Gutex Ultratherm Holzweichfaser-Aufdachdämmung in 60 Millimeter Stärke“, erläutert Holzwarth.

Hitze- und Schallschutz für die Bewohner des Dachgeschosses

Den positiven Effekt dieser Mischung haben die Mieter des Hauses sogleich bemerkt: „Der erste Teil des Daches war ja schon im Sommer fertig, und die Dachgeschoss-Bewohner haben direkt eine Verbesserung in Sachen Hitzeschutz gespürt. Auch der Schallschutz hat sich erheblich verbessert“, sagt Mark Holzwarth. In einer Stadt wie Stuttgart, die bundeweit immer wieder Schlagzeilen macht wegen des überbordenden Autoverkehrs, kein unwichtiges Argument.

Bild von den Klempnerarbeiten an den Gauben
Aufwendig und kleinteilig: Die Arbeit an den Gauben brauchte viel Zeit.

Biberdach: Kleinteilige Arbeiten an den Gauben kosten Zeit

Insgesamt dauerte die Arbeit an dem alten Gebäude ein gutes halbes Jahr, die Firma Schaaf war an jedem Arbeitstag im Schnitt mit sechs bis sieben Mitarbeitern im Einsatz. Kein Wunder, war doch die riesige Dachfläche von 550 Quadratmetern zu erneuern. „Allein die Renovierung der 16 kleinen Gauben hat viel Zeit in Anspruch genommen. Da gibt es für die Klempner unzählige Anschlüsse zu machen, die Dämmung muss passend zugeschnitten und sorgfältig eingebracht werden, und jede kleine Gaube bekommt natürlich ein kleines Dach, für das eine Menge Dachziegel passgenau zugeschnitten werden müssen. Das bedeutet sehr viel kleinteilige Arbeit“, weiß Mark Holzwarth.

Bild von Biberdach mit modernem Dachfenster und sanierten Gauben
Moderne Dachfenster und alte, sanierte Gauben ergänzen sich gut auf dem Biberdach.

Ein Klassiker fürs neue Dach: naturrote Biberschwanzziegel

Dabei kam seinen Dachdecker-Kollegen noch zugute, dass sich der Bauherr eine Eindeckung mit Biberschwanzziegeln gewünscht hatte. „Die Wienerberger Bunzlauer Biber sind ja an sich schon eher klein und bestens für kleinteilige Arbeiten geeignet.“ Mit dem Biberziegel fügt sich das neu eingedeckte Gebäude nun auch wieder nahtlos ins Stadtbild ein: „Vorher lagen ziemlich in die Jahre gekommene Flachdachpfannen auf dem Dach. In Stuttgart gibt es aber noch viele Häuser mit einem Biberdach, gerade die älteren Häuser haben oft diese zeitlose Deckung“, sagt Mark Holzwarth.

Bild von Biberziegeln
Mit den neuen Bibelziegeln fügt sich das Gebäude jetzt wunderbar ein ins umliegende Quartierbild.

Und er ergänzt: „Mir persönlich gefallen Biberziegel übrigens sehr gut. Sie sind einfach ein Klassiker und Bauherren können sich sicher sein, dass sie auch in Jahren noch Ersatzziegel bekommen, wenn mal eine kleine Reparatur nötig wird.“ Die Materialien für die Dämmung, die Dachfenster und die Ziegel für das Biberdach wurden vom Bedachungshändler Dachdecker-Einkauf Süd eG, bei dem die Schaaf GmbH auch Mitglied ist, direkt zur Baustelle geliefert.

Lohn für die Mühen: Pausen auf dem Biberdach mit grandioser Aussicht

Der große Aufwand hat sich für Mark Holzwarth und seine Kollegen übrigens nicht nur wirtschaftlich gelohnt. „Das besagte Haus steht in der berühmten Stuttgarter Halbhöhenlage, also am Hang, am Rande des Stuttgarter Talkessels. Von hier aus hatten wir die ganze Zeit über einen fantastischen Blick über die Stuttgarter Innenstadt. Da wurde jede Frühstücks- und Mittagspause zum entspannten Sightseeing in luftiger Höhe!“

Bild vom Biberdach auf die Skyline von Stuttgart
Ein cooles Dachprojekt für die Mitarbeiter – und dazu noch eine grandiose Aussicht auf Stuttgart.

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