Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Drei Männer in traditioneller Handwerkerkleidung stehen draußen an einem runden Tisch mit einem kleinen Holzmodellhaus.

Dachdecker machen Volksfest Hessentag zum Schiefer-Erlebnis

Rainer Sander

9. Juli 2026

Es ist das älteste Landesfest Deutschlands und vielleicht auch das größte. Einmal im Jahr wird eine hessische Stadt für zehn Tage zum Showroom für Handwerk, Kunst und Leistungsfähigkeit eines vielfältigen Bundeslandes im Herzen Deutschlands und im Zentrum Europas. Und wer vom 11. bis 21. Juni 2026 in Fulda am Stand der Dachdecker vorbeischaute, konnte kaum daran vorbeigehen. Hier wurde nicht nur informiert, hier wurde gearbeitet, gefragt, ausprobiert, gelacht und schließlich auch gestaunt.

Zwischen Schiefer, Blechrosen, Gründach, Werkzeugen, Dachfenstern und der Erkundung von Dachwelten über VR-Brillen zeigte die Dachdeckerinnung Fulda gemeinsam mit dem Dachdeckerzentrum Hessen, was moderne Dachdecker alles zu bieten haben. Image, Kundenkontakt, Nachwuchsgewinnung und die einfache, aber echte Botschaft war greifbar: Das Dachdeckerhandwerk lebt in erstaunlicher Vielfalt.

Besucher haben „die Bude eingerannt“

Schon im Vorfeld hatte Leon Hain vom Dachdecker-Zentrum Hessen zugesagt, dass er die Landesinnung Fulda an allen zehn Tagen vor Ort unterstützen werde. So war er dann auch mit dem hessischen Dachmobil vor Ort. Fotografieren, Gespräche führen, Eindrücke sammeln - vieles war möglich. Tatsächlich bot der Stand reichlich Motive. Denn die Fuldaer Innung um Obermeister Jürgen Bug beließ es nicht bei Roll-ups und Broschüren. Sie füllte ihren Auftritt mit Leben.

Mehrere Menschen stehen unter einem blauen Pavillonzelt im Freien. Eine Frau trägt ein Sommerkleid mit Blättermuster, im Hintergrund sind weitere Personen sichtbar.
Der zukünftige Dachdeckernachwuchs durfte unter Anleitung schon einmal selbst das Material Schiefer ausprobieren. (Foto: Rainer Sander)

Zeitweise, so der Eindruck am Stand, wurde den Dachdeckern „die Bude eingerannt“. Junge Menschen wollten ausprobieren, wie sich Schiefer anfühlt und bearbeiten lässt. Kinder durften unter Anleitung selbst Hand anlegen. Erwachsene blieben an Mustern, Dachfenstern, Gründachaufbauten und schließlich den Beratungsgesprächen hängen. Und manche dieser Unterhaltungen begannen ganz banal: Da sieht ein Ehepaar ein Gründach und denkt plötzlich an die eigene langweilige Garage. Matchball!

Dachdeckerin Johanna Rieger begeistert junge Menschen auf der IdeenExpo

Innungszeichen aus Schiefer live gefertigt

Rund 10 bis 15 Personen sorgten täglich für die Standbesetzung. Das war auch nötig, denn der Hessentag bedeutete für die Beteiligten lange Tage. Bis zu 19 Stunden Einsatz am Tag standen im Raum. Die Innung Fulda zeigte damit nicht nur Handwerk, sondern auch Haltung: Wer sichtbar sein will, muss präsent sein. Und wer um Nachwuchs wirbt, muss jungen Menschen Gelegenheit geben, das Handwerk nicht nur erklärt zu bekommen, sondern es selbst zu erleben.

Schiefer: Dachdeckermeister Markus Berg hat preisverdächtig restauriert

Wie handwerkliche Präzision, Tradition und Gestaltung zusammenfinden können, zeigte Leon Hain eindrucksvoll live. Während der ersten acht Tage fertigte er aus Schiefer mit einem Meter Durchmesser das Innungszeichen. Für das Abschlusswochenende wurde es zum besonderen Blickfang. Schieferherzen, Schieferornamente und handwerkliche Vorführungen machten deutlich, dass der Werkstoff weit mehr ist als ein Dachbaustoff. Er ist robust, natürlich, anspruchsvoll und in geübten Händen erstaunlich vielseitig.

Ein junger Mann arbeitet konzentriert mit einem Werkzeug an einem Metallstück draußen, im Hintergrund laufen Menschen vorbei.
Ausbilder Leon Hain fertigte live das Innungszeichen aus Schiefer in einer Größe von einem Meter Durchmesser. (Foto: Rainer Sander)

Leon Hain macht Nachwuchswerbung mit dem Dachmobil

Mit VR-Brillen auf das Dach des Kölner Doms

Ein weiteres Highlight, vor allem für junge Menschen, also potenzielle Azubis war die virtuelle Dachwelt. Im Kuppelzelt konnten BesucherInnen mit VR-Brille auf ein Dach steigen, unter anderem auf den Kölner Dom und weitere Dachbaustellen. Nachwuchswerbung kann heute mehr sein als der Hinweis auf einen sicheren Arbeitsplatz in Zeiten von KI. Junge Menschen wollen erleben, was ein Beruf kann. Sie wollen sehen, spüren und ausprobieren. Genau das ermöglichten die VR-Brillen und der gesamte Stand der Dachdecker. Selbstverwirklichung ist ein Thema bei jungen Menschen. Wo geht das besser als auf dem Dach?

500 Blechrosen welken nicht

Auch die Blechrosen wurden zum Publikumsmagneten. Ursprünglich war die Aktion offenbar eher als Vorführung gedacht. Doch dann wollten BesucherInnen die Rosen selbst kaufen. Aus der Idee wurde eine Spendenaktion. Rund 500 Blechrosen entstanden. Gesammelt wurde für soziale Projekte, unter anderem für ein Kinderhospiz über die Fuldaer Zeitung Stiftung. Material und Unterstützung kamen unter anderem von PREFA sowie Schiefer Rathscheck.

Insgesamt wurden beim Hessentag rund zwei Tonnen Schiefer verarbeitet, überwiegend zu Herzen. Die Zahlen zeigen, wie ernsthaft der Auftritt angelegt war. Beim Hessentag geht es nicht um symbolische Präsenz, sondern um echtes Handwerk vor Publikum. Wer wollte, konnte sehen, wie Material gebrochen, geformt, angepasst und verarbeitet wird.

Eine schwarze Metallblume im Vordergrund, im Hintergrund arbeitet eine unscharfe Person an einem Tisch.
Rund 500 Blechrosen wurden auf dem Hessentag gefertigt und für einen guten Zweck verkauft. (Foto: Rainer Sander)

Partner Velux und Roto

Neben der Innung Fulda und dem Dachdecker-Zentrum Hessen waren auch Partner aus der Branche vertreten. Roto und Velux informierten am Stand über moderne Dachfensterlösungen. Auch das Thema Gründach spielte eine Rolle. Damit spannte der Auftritt den Bogen vom klassischen Schieferhandwerk bis zu zeitgemäßen Lösungen für Energie, Wohnkomfort, Nachhaltigkeit und Klimaanpassung. Auch andere Gewerke, unter anderem Schreiner, zeigten, was die Ausbildung bietet und über welches Können regionale Betriebe verfügen. Das Handwerk trat gemeinsam auf – selbstbewusst, offen und nahbar.

78. Landesverbandstag folgt in Fulda im August

Für die Dachdecker-Innung Fulda war der Auftritt zugleich Werbung in eigener Sache. Die Innung zählt 36 Betriebe und präsentierte sich als aktiver Zusammenschluss eines Gewerks, das Fachkräfte sucht, Kunden begeistert und sein Berufsbild modern vermitteln will. Dass die Fuldaer Dachdecker im August auch den 78. Landesverbandstag ausrichten, passte gut in dieses Bild. Der Hessentag wurde damit zugleich zur Bühne für den kommenden Branchentreff. Joachim Ritzel, stellvertretender Obermeister aus Fulda und Mitglied im Landesvorstand, war ebenfalls eingebunden.

Männer in traditioneller Zimmermannskleidung marschieren bei einer Parade, einer trägt ein Schild des Verbands des Zimmererhandwerks Hessen, unter einer Brücke.
Die Fuldaer Dachdecker marschieren beim Hessentags-Umzug mit der Kasseler Innung und dem Landesvorstand. (Foto: LIV Dachdecker Hessen)

Dachdecker auf Abschlussumzug präsent

Beim abschließenden Umzug am Sonntag, 21. Juni mit über 150 Teilnehmern durch Fulda präsentierten sich die hessischen Dachdecker mit Verstärkung durch die Kasseler Innung und den Landesvorstand. Dabei war es auch möglich, Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) Danke zu sagen für langjährige Unterstützung von Seiten der Politik. Der Hessentag war damit für das Dachdeckerhandwerk mehr als ein Termin im Veranstaltungskalender. Er war eine Werkbank mitten im Landesfest. Und vielleicht ist genau das die beste Werbung für ein Handwerk, das viel zu oft erst dann wahrgenommen wird, wenn es ins Dach regnet. Ganz einfach: zeigen, erklären und manchmal einfach ein Stück Schiefer in die Hand drücken oder eine VR-Brille...

Rainer Sander

Der „gelernte“ Pädagoge und Betriebswirt des Handwerks war 1986 erster Öffentlichkeitsreferent einer nordhessischen Kreishandwerkerschaft. Danach 15 Jahre Sozialmanagement und seit 2005 selbständiger Coach und Berater. Die ganze Zeit über arbeitete er zudem als freier Journalist für nordhessischen Print- und Online-Medien.

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