Leon Hain macht Nachwuchswerbung mit dem Dachmobil
Bild von Leon Hain

Leon Hain macht Nachwuchswerbung mit dem Dachmobil

25. April 2024

 · Knut Köstergarten

Leon Hain ist ein lockerer Typ, der gerne auf Menschen zugeht. Der 21-Jährige scheint genau der Richtige an der richtigen Stelle zu sein. Denn der Dachdeckermeister verkörpert einfach die Leidenschaft für seinen Beruf. So wie auf der Messe Dach+Holz, wo er ganz in seinem Element ist. Dort in Halle 8 wirbt der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) mit der Kampagne Dachdecker Dein Beruf und der hessische Landesinnungsverband hat dafür sein Dachmobil mitgebracht.

Erster Nachwuchswerber für hessische Dachdecker

Leon Hain kennt beides, schon als Lehrling war er ZVDH-Jugendbotschafter und arbeitet heute für den hessischen Landesinnungsverband. Dort ist er quasi erster Nachwuchswerber. Mit dem Dachmobil reist er auf Einladung der Innungen durch das Bundesland, um an Schulen oder bei Jobmessen Ansprechpartner für interessierte Jugendliche zu sein. Jetzt steht er auf der Messe Dach+Holz Rede und Antwort, wenn die Stuttgarter Schulklassen vorbeischauen. Wer mit ihm spricht, spürt sofort, wie viel Freude ihm diese Arbeit bereitet. Leon Hain ist ein begeisterter Dachdecker, auch wenn er aktuell beruflich nur noch ab und zu bei einem Ferienjob auf dem Dach steht. Das macht Leon Hain nebenbei sehr gerne, „ist doch auch superschön auf den Baustellen.“

Bild von Leon Hain mit dem Team des Dachmobils
Die Innungen fragen an und Leon Hain kommt mit dem Dachmobil. (Foto: LIV Dachdecker Hessen)

Mit dem Dachmobil in Schulen und auf Messen

Mit dem Dachmobil hat er in Hessen meist jede Woche ein, zwei Termine. Die jeweilige Innung, die ihn bucht, stellt eine Standbesetzung, meist mehrere Auszubildende und zudem einen erfahrenen Dachdeckermeister. Wenn da Azubis am Stand sind, dann braucht es für die Schülerinnen und Schüler weniger Überwindung sie anzusprechen, Fragen zu stellen, sich zu informieren. Das digital ausgestattete Dachmobil ist dabei ein attraktiver Anlaufpunkt für die Jugendlichen.

Bild von Leon Hain mit dem Dachmobil auf einer Messe mit Schülern
Das Dachmobil und die Aktionen der Dachdecker sorgen für reges Interesse. (Foto: LIV Dachdecker Hessen)

Mit der VR-Brille einen Tag auf dem Dach erleben

Darin findet sich etwa ein Spiel mit einer VR-Brille. In einer virtuellen Realität können die zukünftigen Dachdecker-Azubis einen ersten Tag auf einem Rundgang erleben. Es gibt verschiedene Level mit Aufgaben, etwa eine Dachlatte nageln, an einer Dachgaube arbeiten oder mit dem Schweißbrenner. Das erste Dachmobil entwickelte der Landesverband Baden-Württemberg, die Hessen haben jetzt ihr eigenes. „Es kommt bislang sehr gut an bei den Schülerinnen und Schülern“, erklärt Leon Hain. „Wir können so auf zeitgemäße Weise einen guten Eindruck von unserem Gewerk und den abwechslungsreichen Aufgaben eines Dachdeckers vermitteln.“

Bild von Leon Hain auf der Messe Dach+Holz beim Schieferherzen schlagen
Lässt Schieferherzen schlagen und arbeitet selbst gerne mit Schiefer: Leon Hain. (Foto: Biniasch)

Schieferherzen schlagen bleibt Attraktion

Dazu gehört aber nicht allein eine VR-Brille. Schieferherzen schlagen und Rosen aus Zink fertigen ist immer noch angesagt, auch in digitalen Zeiten. „Wir wollen den Alltag zeigen auf dem Dach. Dazu gehört auch eine lebendige Werkstatt, wo die Jugendlichen etwas mit den eigenen Händen herstellen können. Die Haptik ist wichtig, auch Mädels wollen das gerne ausprobieren“, berichtet Leon Hain.

Bild von Leon Hain mit seinem Meisterstück
Vor seinem Meisterstück: Leon Hain freut sich über die bestandene Prüfung am BBZ Mayen. (Foto: Hain)

Werkeln mit dem ZVDH-Präsidenten

Auf der Dach+Holz ist er nebenan auch am Stand der Dachdecker-Nationalmannschaft zu treffen. Dort werkelt er ganz selbstverständlich gemeinsam mit ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk am Schiefermodell und unterhält sich mit Zedach-Vorstand Oliver Pees, als die beiden zu Besuch kommen. „Ich bin ja mit dem Verband großgeworden“, erzählt Leon Hain. Vater Norbert ist seit vielen Jahren als Dachdeckermeister Landesgeschäftsführer in Hessen. Dass Leon Hain jetzt ebenfalls für die Landesinnung arbeitet, hat er aber nicht seinem Vater zu verdanken. „Ich habe dem Vorstand gesagt, dass ich mich da komplett raushalte. Wenn sie Leon einstellen wollen, dann ist das die Entscheidung des Ehrenamtes“, erläutert Norbert Hain.

Bild von Leon Hain auf der Messe Dach+Holz mit Oliver Pees und Dirk Bollwerk
Leon Hain im Gespräch mit Zedach-Vorstand Oliver Pees (links) am Stand der Dachdecker-Nationalmannschaft auf der Dach+Holz. ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk werkelt an einer Schieferplatte. (Foto: Biniasch)

Als Azubi bereits Landessieger

Es scheint so, als wenn die hessischen Dachdecker eine sehr gute Entscheidung getroffen haben, denn wer könnte besser Nachwuchswerbung machen, als so ein Durchstarter wie Leon Hain. Er wollte immer schon Dachdecker werden, absolvierte nach der Realschule einen Ferienjob in einem Betrieb, machte dann ein Praktikum und direkt die Ausbildung. Ein Jahr arbeitete er danach im Lehrbetrieb als Geselle, um dann die Meisterschule am BBZ Mayen dranzuhängen, aus eigener Tasche mit Meister-Bafög.

Als Lehrling war er Landesbester in Hessen und Zweiter beim Bundesentscheid. 2022 bei der Weltmeisterschaft in St. Gallen gewann er mit seinem Partner Paul Heil die Bronzemedaille im Bereich Steildach und den Kür-Sonderpreis. Und auch bei der WM vom 13. bis 15. November 2024 in Innsbruck gehört Leon Hain wieder zum Team der Dachdecker-Nationalmannschaft, diesmal als Mentor im Bereich Fassade.

Bild von Leon Hain mit WM-Team Steildach
Leon Hein (links) und Paul Heil mit Trainer Jörg Schmitz bei der WM in St. Gallen. (Foto: ZVDH/BBZ Mayen)

Ausbilder am Dachdecker-Zentrum Weilburg

Im hessischen Landesverband hat Leon Hain neben der Nachwuchswerbung mit dem Dachmobil als Ausbilder am Dachdecker-Zentrum in Weilburg noch einen zweiten Job. „Weil ich den Verband immer schon über den Vater kannte, konnte ich mir beide Aufgaben gut vorstellen“, berichtet Leon Hain. In der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung übernimmt er viele Kurse, etwa für Schiefer oder Metalldach.

„Am Anfang war ich schon aufgeregt“

War sein junges Alter ein Problem? „Am Anfang gibt es schon hier und da Zweifel bei den Azubis, wenn eine neue Klasse startet. Nach dem Motto: So ein junger Kerl als Ausbilder, was will der denn? Dann mache ich die Aufgabenstellung vor und sie sehen, der weiß, was er tut“, sagt der 21-Jährige selbstbewusst. „In Weilburg habe er zudem in Ludwig Schwartenbeck einen direkten Vorgesetzten, „der ein super Lehrer ist, was mir sehr hilft.“ Generell hätten ihn alle Kolleginnen und Kollegen in Weilburg unterstützt. Leon Hain räumt freimütig ein, dass er am Anfang schon aufgeregt war, in den Klassen vor den Azubis zu reden. Doch das ging schnell vorbei – denn der junge Dachdeckermeister ist ein sehr kommunikativer Typ, der sicher auch die Lehrlinge mit seiner offenen Art begeistert.

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