Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Ein gelber Baukran hebt ein vorgefertigtes Holzelement auf eine Baustelle bei blauem Himmel.

Neues Standard-Holzbausystem soll Projekte erleichtern

Gerald Weßel

16. Juni 2022

Unter Federführung der Hochschule Wismar wird jetzt ein Standard-Holzbausystem entwickelt, das vor allem bei öffentlichen Bauten eingesetzt werden soll. Das vom Bund geförderte Projekt soll den Holzbau voranbringen und vereinfachen, gerade auch für kleinere und mittlere Zimmereien.

Das Holzbausystem soll unkompliziert umsetzbar sein und kleinen bis mittleren Zimmerei- und Holzbaubetrieben die Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen ermöglichen. Dabei soll das System produktneutral und unabhängig von einzelnen Herstellern aufgestellt werden.

Vielfältige Planungsinstrumente für Zimmerer

„Mit einem interdisziplinär entwickelten systematischen Ansatz für den Holzbau von öffentlichen Gebäuden werden schnellere Planungs-, Genehmigungs- und Bauabläufe, einfachere Prozesse und effizientere Gebäude aus Holz möglich“, erwartet Projektkoordinator Professor Martin Wollensak, Prorektor der Hochschule Wismar. „Auf diese Weise lassen sich die Wettbewerbsfähigkeit des Holzbaus und der Anteil an Gebäuden in Holzbauweise bei der öffentlichen Hand maßgeblich steigern“, sagt Wollensak, dessen wissenschaftlicher Schwerpunkt auf das energiebewusste und nachhaltige Bauen ausgerichtet ist.

Bild von Professor Martin Wollensak
Projektkoordinator Professor Martin Wollensak, Prorektor der Hochschule Wismar. (Foto: Hochschule Wismar)

Holzbausystem: Planungsinstrumente für Fertigung und Montage

Hierbei wird auch nicht nur ein Aspekt des Holzbaus in den Blick genommen, sondern das gesamte Bauwerk von der Planung bis hin zum möglichen späteren Abbau mitbedacht – inklusive Kostenkalkulation, Montage- und Rückbaukonzepten sowie Darstellung baurechtlicher Vorgaben und ökologischer Kennwerte.

„Die standardisierte Holzsystembauweise stellt Planungsinstrumente für Fertigung und Montage, Rückbaubarkeit und Weiterverwendung aller Bauteile bereit, ohne auf gestalterische Individualität und Vielfalt zu verzichten“, erklärt Wollensak. Das Holzbausystem berücksichtige ökonomische und ökologische Aspekte und belege die Wettbewerbsfähigkeit klimafreundlicher Holzbauten gegenüber herkömmlichen Bauweisen.

Bild von Holzbausystem
Nicht nur im Rohbau hübsch, sondern auch als fertiges Haus immer beliebter, wie die steigende Holzbauquote seit Jahren zeigt.

Holzbausystem: Konzepte und Kalkulationen

Das von einem Beirat aus Vertretern der Wissenschaft, der Holzwirtschaft und aus Holzbauunternehmen begleitete Projekt wird in drei Stufen umgesetzt: Entwicklung, Anwendung und Etablierung. Vorgesehen sind unter anderem die Konstruktion und Umsetzung digitaler, an verschiedene Nutzungsarten anpassbarer Prototypen samt Kostenkalkulation, Montage- und Rückbaukonzepten sowie Darstellung baurechtlicher Vorgaben und ökologischer Kennwerte. Die Projektbeteiligten entwickeln produktneutrale Konstruktionskataloge und ein webbasiertes Informationsportal „Standard-Holzbausysteme+nR“ und vernetzen es mit bereits existenten Holzbauportalen.

Projektziel: vollständiger Leitfaden Holzbausystem

Am Ende des Projektes wird ein vollständiges Holzbausystem mit Bauteilkatalog, Berechnungen, Nachweisen und Beispielen zur Integration technischer Gebäudeausrüstung vorliegen. Offen zugänglich sein wird es allen relevanten Zielgruppen durch einen Leitfaden Holzbau sowie durch Internetauftritte, Veröffentlichungen und Seminare.

Bild von Holzbausystem
Immer höher: Gelockerte Richtlinien ermöglichen seit Kurzem, einfacher mehrstöckige Holzbauten zu errichten.

Auflagen als Hemmnis für den Holzbau

Vor allem bürokratische Auflagen behindern die Umsetzung von Holzbauvorhaben. So werden etwa öffentliche Bauwerke aus Holz oftmals als Sonderbauwerke der Gebäudeklassen 4 und 5 eingestuft. Dies bringt vor allem beim Brandschutz besonders hohe Anforderungen mit sich. Der Holzbau unterliegt ähnlich hohen Auflagen wie Krankenhäuser oder Schulen.

Dies wirkt sich auch auf die Holzbauquote aus, also den Anteil der Holzbauten an allen Neubauten eines Jahres. 2020 knackte er in Deutschland bei Nichtwohngebäuden und Wohngebäuden jeweils erstmals die Marke von 20 Prozent. Nach einer Stagnation in den Jahren 2016/17/18 geht es weiter aufwärts – 2021 lag die Holzbauquote bereits bei über 21 Prozent. 

Bild von Zimmerer auf der Baustelle
Auch wenn immer öfter und mehr ganze Wandseiten extern in Fabriken hergestellt werden, spätestens beim Dachstuhl ist klassische Handarbeit gefragt.

Hemmnis bürokratische Genehmigungsverfahren

Für diese langsame Entwicklung beim Bauen mit Holz gibt es mehrere Gründe. Aus Sicht der Betriebe sind dies in erster Linie die bürokratischen Genehmigungsverfahren, die durch den Stellenabbau, fehlende Fachkompetenz und mangelnde Ausstattung in den Behörden verschärft werden. Zudem fehlen den Betrieben Facharbeiter und Führungskräfte. Als drittgrößtes Erfolgshindernis gilt die mangelnde Digitalisierung auf Seiten des Handwerks. Daran könnte das innovative Forschungsprojekt etwas ändern. Ende 2024 soll das offene Standard-Holzbausystem für öffentliche Gebäude fertig sein.

Sie interessieren sich für den Holzbau? Dann lesen Sie unseren Projektbericht über den Bau eines fünfstöckigen Mehrfamilienhauses in Holzbauweise.

Gerald Weßel

Der studierte Wirtschaftsgeograf und ausgebildete Journalist schreibt seit Jahren in Bremen und dem Umland für die lokale Tageszeitung Weser-Kurier. An seiner Arbeit begeistert ihn vor allem die Vielfalt an Themen, Sichtweisen und Geschichten.

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