Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine Hand hält ein Smartphone mit eingeschaltetem Display, auf dem Uhrzeit, Apps und ein Hintergrundbild zu sehen sind. Das Gerät befindet sich über einem Fliesenboden.

Smartphone für Dachdecker: RugGear im Test

Harald Friedrich

13. Juni 2019

Eines sollte vorweg gesagt werden: Der Nürnberger Dachdeckermeister Kay Preißinger ist ein überzeugten Apple-Anwender. Da ist zu verstehen, dass für die ihm eher ungewohnte Android-Benutzeroberfläche eine Schulnote 3 gab. Lob allerdings für die Bedienung der Kamera: Hier verteilte Preißinger eine glatte Note 2. Dagegen begeisterte ihn persönlich die Bildqualität nicht so sehr. Allerdings verdiente die Ablesbarkeit des Displays auf der Baustelle und das Arbeitstempo nach Ansicht des Dachdeckermeisters eine glatte Note 2. Der Größe und dem Gewicht attestierte Preißinger hingegen eine glatte Note 5. „Es ist mir einfach zu unhandlich und schwer.“

Smartphone für Dachdecker: Kay Preißinger nahm das RugGear 850 genau unter die Lupe und testete es auf seine Baustellenfähigkeiten.

Dachdeckermeister Kay Preißinger nahm das RugGear 850 genau unter die Lupe und testete es auf seine Baustellenfähigkeiten.

Dachdecker-Smartphone: RugGear ist ein Dauerläufer wie der VW Käfer

Dieses gemischte Fazit deckt sich auch mit den Testerfahrungen von DACH\LIVE. Einerseits ist klar, dass im harten Baustellen-Alltag niemand einen Ferrari braucht. Hier ist vielleicht der gute alte und unkaputtbare VW Käfer die bessere Wahl. Diese Einstellung muss mitbringen, wer sich für das RugGear 850 entscheidet. Und mit dieser Einstellung fährt – Verzeihung – surft und telefoniert es sich durchaus gut. Zur Robustheits-Ausstattung gehört serienmäßig die IP68 Zertifizierung (staub- und wasserdicht) sowie ein Panzerglas-Displayschutz.

Ein gutes Smartphone für Dachdecker? Das RugGear 850 musste sich diversen Belastungstests aussetzen lassen.

Ein gutes Smartphone für Dachdecker? Das RugGear 850 musste sich diversen Belastungstests aussetzen lassen.

Und wie es sich für einen robusten Pfundskerl, macht das RugGear 850 durchaus den Eindruck, als könne man mit ihm einen Freund fürs Leben finden. Denn wer immer nur das Neueste will, ist hier ohnehin fehl am Platz. Schon beim Auspacken aus der Box wurde man irgendwie an einen Ziegelstein erinnert. Nicht nur wegen des Gewichts von knapp 210 Gramm. Das bringen auch andere Smartphones wie das erst kürzlich getestete Galaxy Note 9 auf die Briefwaage. Es war allein die haptische Anmutung des Metallrahmens, der Stoßkanten, der Gummiabdeckungen von Kartenslot und Kopfhörerbuchse und des Backcovers im täuschend echt wirkenden Carbon-Design.

Smartphone für Dachdecker: Das Backcovers im täuschend echt wirkenden Carbon-Design spricht an.

Das Backcover im täuschend echt wirkenden Carbon-Design spricht an.

Dachdecker-Smartphone: RugGear mit langer Laufzeit

Doch es gibt nur wenige Smartphones, die „vollgetankt“ 4.000 mA im Gehäuse haben. Bei durchschnittlicher Nutzung sind davon nach einem halben Arbeitstag, also vier Stunden, noch immer 85 Prozent an Bord. Damit lässt sich nicht nur leben – damit durfte auch ein „Nachtanken“ erst am zweiten oder gar dritten Tag notwendig werden. Mit Schnellladen geht das aber nicht zusammen. Von 28 Prozent Akkukapazität auf 100 Prozent verweilt das RugGear 850 fast zwei Stunden an der Steckdose. Da gibt es schnellere Lademeister.

Im Test »Smartphone für Dachdecker« musste das RugGear 850 seine Robustheit auch unter Wasser unter Beweis stellen.

Im Test »Smartphone für Dachdecker« musste das RugGear 850 seine Robustheit auch unter Wasser unter Beweis stellen.

Dachdecker-Smartphone: pures Android ohne Extras

Das Testgerät teilte nach dem Einrichten gleich mit, es sei mit Android 8.1 auf dem aktuellen Stand. Das mag für das Gerät gelten – Android ist schon auf Stufe 9. Doch getreu dem Motto „Never change a running System“ bleibt es beim fast puren Android der 8er Reihe. Auf überflüssige, bereits vorinstallierte Apps wird hier ab Werk verzichtet. Gut so. Das belastet den internen Speicher von 32 GB also wenig. Selbst wenn ein paar eigene Apps installiert sind, bleiben immer noch rund 60 Prozent freier Speicherplatz.

Und auch der drei GB kleine Arbeitsspeicher wird nicht durch Überflüssiges, was versteckt im Hintergrund läuft, unnötig belastet. Das zeigt sich auch beim Öffnen von Internetseiten im mobilen Datenmodus. Am Arbeitstempo gibt es nichts auszusetzen. Und das, obwohl der Qualcomm Snapdragon 430-Prozessor mit nur 1,4 GHz-Taktung schon 2015 als „gerade mal Mittelklasse“ vorgestellt wurde. Gesichert und das Display entsperrt werden kann mit PIN, Geste oder Wischen. Ein Fingerprint-Sensor ist nicht inklusive.

Dem RugGear blieb im Test »Smartphone für Dachdecker« tatsächlich nichts erspart.

Dem RugGear blieb im Test »Smartphone für Dachdecker« tatsächlich nichts erspart.

Dachdecker-Smartphone: Fummel-Start mit dem RugGear

Mit etwas „Handarbeit für Feinmotoriker“ ist das Öffnen des Kartenslots verbunden. Zunächst muss herausgefunden werden, wie mit dem mitgelieferten Pin-Werkzeug die Schutzkappe entfernt wird. Dann nochmals mit dem Pin drücken und der Slot nähert sich, gefühlt einen Millimeter, dem Gehäuserand.

Was dann mit spitzen Fingern herausgezogen wird, überrascht angenehm. Nicht nur weil hier entweder zwei SIM-Karten oder eine SIM und eine microSD-Speicherkarte platziert werden können. Dieser Karteneinschub ist nicht etwa der sonst Übliche aus filigranem Metall. Beim RugGear-Slot kommt fast schon das Gefühl auf: „Na, wenn der mal kaputt gehen sollte, baue ich ihn an der Abkantbank einfach nach.“

Dachdecker-Smartphone: Blickpunkt Klickpunkt

12 Megapixel ist allenfalls Durchschnitt bei einer Kameraauflösung. Doch die Pixelzahl sagt allein auch nichts über die Bildqualität aus. Da liefert das RugGear gute, wenn auch nicht Bestergebnisse. Detailaufnahmen werden in brauchbarer Qualität ebenso erstellt wie die Totale. Selbst die Auslösezeit beim Auto-Blitz-Betrieb geht in Ordnung. Mehr kann man sich gerne wünschen und auch woanders bekommen. Ob man mehr wirklich braucht, ist die Frage. Hier muss endlich mal klar sein: Handy-Fotos sind keine Druckvorlagen. Sondern bessere Schnappschüsse, gute bis sehr Erinnerungsfotos oder durchaus verwertbare „Bild-Notizen“ von der Baustelle. Für alles andere gibt es Digitalkameras.

Dachdecker-Smartphone: RugGear zu groß für praktisch

Als Smartphone für Dachdecker nicht ganz so gut geeignet – so fiel das Urteil von Kay Preißinger zum RugGear 850 aus.

Als Smartphone für Dachdecker nicht ganz so gut geeignet – so fiel das Urteil von Kay Preißinger zum RugGear 850 aus. Hinten in die Jeans passt es ganz gut.

Für ein Smartphone, das schlichtweg zu groß für die „Handwerker-Hosentasche“ ist, muss es einfach Punkteabzug geben. Das war auch schon beim Galaxy Note 9 der Fall. Und da tröstet es auch nicht, dass das RugGear 850 nach Herstellerangaben Stürze aus 1,5 Metern Höhe verkraftet und selbst in 1,2 Meter Wassertiefe bis zu 30 Minuten auf seine Rettung warten kann. Wie schon beim Galaxy gilt aber: Die Größe kann durchaus für den Chef, der vielleicht noch mehr Display-Überblick braucht, durchaus Sinn machen. Auch wenn das RugGear nur rund die Hälfte des Samsung Note 9-Preises aufruft: Für ein Smartphone für alle Mitarbeiter ist das vielleicht eine Nummer zu hoch.

Sie interessieren sich für unsere Tests in Sachen Dachdecker-Smartphone. Dann lesen Sie unseren Check des Samsung Note 9.

Harald Friedrich

In den 80er Jahren kam der ausgebildete Werbekaufmann und Texter zum Journalismus. Seit dieser Zeit unterstützt er zahlreiche Dachdecker-Landesverbände bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch Vor-, Nach- und Querdenken. So hob er das Verbandsmagazin des Bayerischen Dachdeckerhandwerks mit aus der Taufe und erstellt bis heute fünf Ausgaben pro Jahr komplett. Er schreibt zudem für Fachmedien im Bereich Handwerk, darunter seit Jahren auch „Das DACH“. Sein Motto: „Schreiben ist nichts weiter als eine permanente Neuordnung von 26 Buchstaben."

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