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Jonas Dämgen ist mit Drohne und Digitalem erfolgreich

Kai-Uwe Bohn

28. März 2024

Ein junger Betrieb wird zum Senkrechtstarter: Erst 2019 gründete Jonas Dämgen seine Dachdeckerei in Mainz – da war der Firmenchef erst 25 Jahre alt. Schon drei Jahre später gewann das rasch wachsende Unternehmen beim Wettbewerb „Dachkrone 2022“ in der Kategorie „Bester digitaler Betrieb“. Erfahren Sie hier, was diese Erfolgsgeschichte unter anderem mit Drohnen und einer Tischtennisplatte zu tun hat.

„Ich bin halt ein Laberhannes“

Wenn man mit Jonas Dämgen spricht, wird es nicht langweilig. Zu viel ist in den vergangenen fünf Jahren in der noch jungen Geschichte seiner Dachdeckerei in Mainz-Laubenheim passiert. Die ist seit Jahresanfang 2024 als „DHD Dach- und Holzbauwerke Dämgen GmbH“ nicht nur in Mainz, sondern auch am rund 80 Kilometer entfernten zweiten Standort Dickenschied im Hunsrück aktiv. Dazu später mehr. Erstmal zu dem, was den Betrieb schnell so erfolgreich und außergewöhnlich gemacht hat. Seine Story sprudelt nur so aus dem 30-Jährigen heraus. „Ich bin halt ein Laberhannes“, flachst er.

Bild von Dachdecker Jonas Dämgen auf der Bühne
Jonas Dämgen freut sich über die rasante Entwicklung seines Betriebs. (Alle Fotos: DHD Dach- und Holzbauwerke Dämgen GmbH)

Gebrauchte Drohne für 200 Euro

Von Beginn an setzte der Dachdeckermeister auf Digitalisierung und das hieß bald auch: auf eine Drohne. „Auslöser war bei einem sehr anspruchsvollen Projekt ein Detail an einer Tonnengaube, eine schwedische Traufe.“ Als das Gerüst schon weg war, hatte sein Auftraggeber Nachfragen hinsichtlich der korrekten Ausführung. „Also habe ich eine gebrauchte Drohne für 200 Euro gekauft, bin da hochgeflogen und habe dem Auftraggeber sehr transparent mit schönen Fotos gezeigt, was ich wie gestaltet habe“, berichtet Jonas Dämgen.

Bild von Dachdecker Jonas Dämgen mit Drohne im Studio
Jonas Dämgen setzte von Beginn an beim Aufmaß auf die Drohne.

Drohne macht Außentermine effizienter

Mittlerweile möchte Jonas Dämgen diese Technologie nicht mehr missen. „Sie macht unsere Außentermine seither viel effizienter. Ich verkaufe dem potenziellen Kunden heute ein korrektes dreidimensionales Aufmaß seines Daches samt fundiertem Bericht und Kalkulation seines Vorhabens, ohne dass er sich dabei für mich entscheiden muss. Manche möchten ja noch ein zweites oder drittes Angebot einholen.“ Seine Arbeit habe auf jeden Fall einen nachhaltigen Mehrwert. „Ich bekomme meinen Beratungstermin bezahlt – und oft auch den Auftrag.“

Spezialisten am Werk: Partner Airteam

Weil Spezialisten es besser können als er selbst mit einer Anfängerdrohne, setzte Dämgen schon bald auf die Expertise des auf das Handwerk spezialisierten Airteams. Das Unternehmen verbindet die Datenerfassung durch Drohnen, moderne Software und künstliche Intelligenz so miteinander, dass am Ende ein hochinformativer Vermessungsbericht mit allen wichtigen Längen und Daten steht. „Das ist zielführender als ein Aufmaß mit Zollstock und Maßband und wir riskieren nicht unser Leben auf dem Dach für eine Angebotserstellung“, erläutert Jonas Dämgen.

Bild von Mitarbeitern von Dachdecker Jonas Dämgen auf dem Dach
Inzwischen arbeiten 32 Mitarbeiter für den Betrieb, hier bei einer Steildachsanierung.

Fotos und Videos für das eigene Marketing

Durch die Drohne erkannte der junge Firmenchef generell die Bedeutung des Digitalen. „Zu Anfang habe ich Drohnenflüge gemacht, damit sich meine Leute auch einmal aus einer ungewöhnlichen Perspektive bei der Arbeit sehen und das abends zuhause zeigen können.“ Aber Jonas Dämgen merkte auch, wie gut sich das eigene Marketing mit Projektfotos und -berichten ankurbeln lässt. Heute setzt er auf Videos und Fotos in den sozialen Medien und auf seiner Homepage, um die Dämgen-Dächer zu dokumentieren: „Ohne moderne Medien geht auch im Handwerk nichts mehr!“

Bild von Team von Dachdecker Jonas Dämgen auf dem Dach
Auch hier geht es um Sanierung, diesmal inklusive Gaube.

Reichlich Präsenz in den Medien

Das blieb nicht unbemerkt. Da setzt ein Dachdecker sich und seinen Betrieb gekonnt in Szene – und auch witzig, wie zum Beispiel mit dem Bewerbungsvideo zur „Dachkrone 2022“, in dem sich Dämgen und seine Mitarbeitenden selbst auf die Schippe nahmen. Bald nach dem Preisgewinn meldeten sich diverse Medien, um über den Dachdecker und seine Verbindung zum Digitalen zu berichten. Aktuell findet sich auf der Startseite der Dämgen-Homepage ein siebenminütiger Bericht vom Auftritt des Mainzers in der „Landesschau Rheinland-Pfalz“.

Bild von Dachkrone-Preisübergabe an das Team von Dachdecker Jonas Dämgen
Preisverleihung: Sieger in der Kategorie "bester digitaler Betrieb."

Von Null auf gleich: die Betriebsgründung

Spannend und nicht „von der Stange“ ist auch die noch junge Firmengeschichte. Jonas Dämgen erzählt, wie er im März 2019 morgens frustriert aufwachte – arbeitslos, weil er gerade eine Anstellung als technischer Leiter in einem Dachdeckerbetrieb beendet hatte. „Ich war in der Position nicht glücklich“, erläutert er. „Nach dem Frühstück bin ich dann einfach aufs Amt gefahren und habe mein eigenes Gewerbe angemeldet.“ Anfangen musste er „absolut bei null“: Keine Aufträge, keine Mitarbeiter und keine Halle.

Bild von Mitarbeitern von Dachdecker Jonas Dämgen auf dem Dach
Jonas Dämgen kennt wie seine Mitarbeiter keine Höhenangst - was die Entwicklung seines Betriebs angeht.

Kein Bammel vor der Selbstständigkeit

„Ich habe zuerst Solo-Jobs für andere Dachdeckereien erledigt. Bammel hat ich nicht – ich wusste ja, was ich kann und wo ich Stärken habe, zum Beispiel bei Schiefer oder Stehfalz.“ Gearbeitet hatte der im Hunsrück aufgewachsene Jonas Dämgen, dessen Vater ebenfalls Dachdecker ist, unter anderem bei der Dachdeckerei und Bauklempnerei Karlsson in Berlin: „Ich musste nach der mittleren Reife und der Dachdeckerausbildung erstmal raus aus dem kleinen Dorf in die große Welt.“ Ein paar Jahre später und zurück in Rheinland-Pfalz machte er seinen Meister und landete über Zwischenstationen schließlich in der Selbständigkeit.

Bild von Mitarbeitern von Dachdecker Jonas Dämgen in der Werkstatt
Regelmäßige Schulungen für die Mitarbeiter sind Standard.

Heute 32 Mitarbeiter – Tendenz steigend

Die nahm ziemlich bald Fahrt auf, als Dämgen für seine Aufträge die ersten zusätzlichen Mitarbeiter einstellte und eine sehr gut gelegene Halle fand. Die Mitarbeiterzahl wuchs in wenigen Jahren rasant auf mittlerweile 32, weil sowohl die Aufträge kamen als auch die Fachkräfte Interesse zeigten. Es hatte sich herumgesprochen, dass bei Jonas Dämgen ein gutes Arbeitsklima herrscht. Zum Portfolio gehört alles, was eine Dachdeckerei heute anbieten muss. Der Firmenchef blickt bereits auf einige schöne Projekte zurück – vom großen Flachdach mit PVC-Folie in Köln über Schiefereindeckungen von denkmalgeschützen Häusern in Mainz bis zur Dachsanierung samt Zimmermannsarbeiten und Neueindeckung mit Ziegeln.

Eine Dachdeckerei mit Wohlfühlfaktor

Auffällig ist der Altersdurchschnitt seines Teams, der um die 30 Jahre liegt. Der Chef setzte von Beginn an auf flache Hierarchien. „Die sind bei uns zusammen mit Vertrauen, familiären Strukturen und dem Wohlfühlfaktor das A und O. Wir sind schon besonders und pflegen etwa gewaltfreie Kommunikation – wer rumbrüllt, geht nach Hause.“ Auch sonst achtet der Betrieb darauf, dass alles vorkommt, was zeitgemäß ist: Möglichst viel Einsatz von ressourcenschonenden Materialien und ein freundschaftlicher Umgang im Team, „denn Arbeit soll ja Spaß machen.“

Bild von Mitarbeitern von Dachdecker Jonas Dämgen auf dem Dach
"Arbeit soll Spaß machen", sagt Chef Jonas Dämgen, wie hier bei einer Schieferdeckung.

Die Geschichte mit der Tischtennisplatte

Nicht mehr wegzudenken ist in der Dachdeckerei auch etwas, das man sonst eher bei Start-Ups vermutet: eine Tischtennisplatte. „Da wird oft während einer Pause oder nach Feierabend dran gespielt, und wir veranstalten jedes Jahr ein Turnier.“ Zu der Platte kam der Betrieb durch einen Mitarbeiter, der die Kalkulation des Chefs für ein anspruchsvolles Projekt angezweifelt hatte. Wetteinsatz von Jonas Dämgen: die Tischtennisplatte für die Belegschaft. „Der Mitarbeiter hat das bis abends um 21.30 Uhr durchgerechnet und lag tatsächlich richtig. Das war alles auf einer spaßigen Ebene, zeigt aber deutlich: Es ist wichtig, dass eine Firma nach innen wie außen einen Charakter hat.“

Bild von Mitarbeitern von Dachdecker Jonas Dämgen beim Tischtennis spielen
In der Pause oder nach Feierabend wird Tischtennis gespielt in der Lagerhalle.

Fusion mit väterlichem Betrieb aus Dickenschied

Nun ist die junge Firma noch einmal markant gewachsen – durch die Fusion mit dem alteingesessenen Betrieb seines Vaters Udo. „In Dickenschied, wo ich aufgewachsen bin, wollte mein Vater kürzertreten. Sein vor allem auf Metalleindeckungen spezialisiertes Unternehmen Dämgen Dach- und Klempnertechnik ist jetzt mit meinem verschmolzen.“ Auch sein Cousin Benedikt arbeitet nun im neuen Verbund mit.

Bild von Mitarbeitern von Dachdecker Jonas Dämgen mit der Dachkrone
Teamgeist wird großgeschrieben, die Mitarbeiter fühlen sich wohl und feiern Preise gemeinsam.

Starke Zusammenarbeit mit der DEG in Bingen

Bei allem, was die Familie Dämgen bisher umgesetzt hat, konnte sie sich immer auf eine ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Niederlassung der DEG Alles für das Dach eG in Bingen verlassen, wo der Betrieb Mitglied ist. „Da geht’s ja nicht nur um Baumaterialien, sondern auch um technischen Rat und eine vertrauensvolle Verbindung, die wir über die Jahre aufgebaut haben“, so Jonas Dämgen. „Mit Standortleiter Stefan Rheinheimer, seinem Vertreter Thomas Schnell und Außendienstler Markus Petry haben wir seit der Gründung schon so manches Problem rasch und effizient gelöst.“

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Kai-Uwe Bohn

Kai-Uwe Bohn ist ausgebildeter Journalist und seit mehr als 40 Jahren im Geschäft. Er fühlt sich in vielen Themenfeldern zuhause, kann sich aber vor allem für das „richtige Leben“ rund um Wirtschaft, Handwerk, Handel und Dienstleistungen begeistern. Dass er Politikwissenschaft bis zum Diplom studiert hat, hilft ihm, die Zusammenhänge im Hintergrund richtig einzuordnen. Im Mittelpunkt seines Interesses stehen stets die Menschen, die Mögliches und Unmögliches wahr machen.

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