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Schulung PSA gegen Absturz: Aha-Erlebnis im Auffanggurt

2019.01.22 Michael Podschadel • Lesezeit 3’

Für die richtige Benutzung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) gegen Absturz vom Dach braucht es Praxis-Schulungen. Experte Thomas Reykers erläutert, warum diese so wichtig sind und was Dachdecker dort lernen sollten.

Alle zwölf Monate müssen Dachdecker, die bei der Arbeit auf die Nutzung einer persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gegen Absturz angewiesen sind, laut Arbeitsschutzgesetz an einer praxisnahen Anwender-Schulung teilnehmen. Nur wer Auffanggurt und Verbindungsmittel richtig zu bedienen weiß, ist bei der Arbeit wirklich geschützt.

PSA in der Theorie: Sicherheitstrainer Thomas Reykers erläutert die Funktion eines Auffanggurtes.

PSA in der Theorie: Sicherheitstrainer Thomas Reykers erläutert die Funktion eines Auffanggurtes. (Foto: ABS Safety)

In der PSA-Schulung Absturzfolgen hautnah erleben

Was genau zeichnet eine gute Anwenderschulung aus? Einer, der es wissen sollte, ist Trainer Thomas Reykers. Reykers ist ausgebildeter Notfallsanitäter und Praxisanleiter. Beim Anbieter für Absturzsicherung ABS Safety in Kevelaer unterweist er Dachdecker darin, wie die Schutzausrüstung korrekt genutzt werden muss. Für Reykers sind  diese Schulungen nachhaltig, wenn die Teilnehmer erleben, wie weit ihre Einschätzungen der Absturzgefahr von der Wirklichkeit abweichen.

Bestes Beispiel: Viele Dachdecker halten das Hängen im Auffanggurt nach einem Absturz für sicher und relativ bequem. Nach dem Motto: Ist doch so ähnlich wie beim Bungee-Jumping. Tatsache ist jedoch, dass der Abgestürzte in dieser kräftezehrenden Haltung längst nicht außer Gefahr ist. Und zudem ist er häufig auch nicht mehr bei Bewusstsein. Ohne zeitnahe Rettung erleidet der Abgestürzte unweigerlich ein tödliches Hängetrauma. Probehalber für wenige Momente frei im Haltegurt zu hängen, hinterlässt bei den Schulungsteilnehmern einen bleibenden Eindruck.

Freies Hängen im Auffanggurt: Belastung live erleben

„In dieser Position erfährt jeder Teilnehmer am eigenen Körper, wie belastend das freie Hängen im Auffanggurt bereits nach kurzer Zeit für den Körper ist“, meint Schulungsleiter Reykers. „Dabei sind die Probanden ja nicht gestürzt, sondern steigen langsam eine Leiter hinab, bis sie im Gurt hängen.“ Die Sicht des Dachdeckers auf die Folgen eines Absturzes kann sich durch die praktischen Übungen völlig ändern. Und damit verändert sich auch sein Verhalten bei der Arbeit. Dass Mitarbeiter die Gefahren auf dem Dach realistisch einschätzen lernen, sieht Reykers als eine seine Kernaufgaben.

Schulung PSA soll Abstürze im Vorfeld verhindern

Das Prinzip der individuellen Absturzsicherung mit PSA klingt vom Grundsatz her einfach. Der Dachdecker leint sich an einem Sicherheitsdachhaken oder einer anderen Anschlageinrichtung fest an und wird aufgefangen, wenn zum Absturz kommt. Doch wer sich nur auf die Auffangfunktion seiner Ausrüstung verlässt, der hat laut Reykers das Prinzip der Prävention nicht beherzigt. Denn dass ein Dachdecker stürzt, sollte die PSA bereits im Vorfeld verhindern.

Die richtige Anwendung der PSA verhindert schwere Unfälle.

Die richtige Anwendung der PSA verhindert schwere Unfälle. (Foto: ABS Safety)

Dafür muss das Verbindungsmittel straff gespannt sein und grundsätzlich als Rückhaltesystem eingesetzt werden. So sollte es erst gar nicht erst zu einem Ab- oder Durchsturz kommt. Einfach gesagt: Das Halteseil muss den Dachdecker von der Absturzkante fernhalten und einen Tritt darüber unterbinden. „Der häufigste Denkfehler bei der Nutzung von PSA ist das viel zu lang eingestellte Halteseil“, führt Reykers aus. Der angeleinte Dachdecker glaubt sich gut gesichert zu haben und bewegt sich zu weit vom Anschlagpunkt weg. Damit riskiert er einen gefährlichen Pendelsturz und prallt wegen des zu langen Seils womöglich sogar auf den Boden. Im theoretischen Teil der Anwenderschulung lernen die Teilnehmer daher auch, wie weit sie sich vom Anschlagpunkt entfernen dürfen. Und in welche Richtung sie sich bewegen dürfen, um Abstürze gar nicht erst zu riskieren.

Schulung PSA: Routine beim Gurtanlegen steigert Akzeptanz

In seiner früheren Tätigkeit in der Notfallrettung hat Thomas Reykers schon so manchen vom Dach gestürzten Menschen versorgt. Eines war immer gleich: „Auf PSA wurde leichtsinnigerweise verzichtet.“ Daher ist für ihn eines der wichtigsten Lern- und Übungsziele bei den Anwender-Schulungen das routinierte Anlegen des Auffanggurtes. „Die meisten Dachdecker stehen dem Thema Absturzsicherung zu gleichgültig gegenüber, weil es sich dabei ja sozusagen nur um ein im Zweifelsfall störendes Beiwerk zur eigentlichen Arbeit handelt“, meint Sicherheitstrainer Reykers. „Wenn das Anlegen des Auffanggurtes aber als ein reibungsloser Vorgang und nicht mehr als störend empfunden wird, steigt die Akzeptanz.“ Diesen Ablauf einzuüben, bis jeder Handgriff sitzt, ermöglicht nur die regelmäßige Schulung.

Sie wollen mehr erfahren über das Thema Arbeitssicherheit. Dann lesen Sie unseren Artikel über die Absturzsicherung beim Einsatz von Leitern.

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