Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Mann hält eine Präsentation vor Publikum, auf der Leinwand steht „HENKE AKADEMIE“ mit einem passenden Logo.

Weiterbildung für Dachdecker im eigenen Haus 

Knut Köstergarten

15. Juni 2018

Wer etwas über die Zukunft von Dach- und Fassadenbau erfahren möchte, der ist bei der Henke AG genau an der richtigen Adresse. Denn mit der Gründung einer eigenen Akademie für die Aus- und Weiterbildung der Dachdecker und weiteren Fachkräfte im Oktober 2017 am Standort Hagen schlägt das Unternehmen neue Wege ein. „Wir haben uns gefragt, wie wir das Thema demografischer Wandel und Fachkräftemangel angehen können. Und unsere Antwort ist die Henke Akademie“, erklärt Vorstand Dach Karl-Heinz Ester.  

Für diesen Zweck wurde ein Gebäude auf dem Firmengelände umgebaut. Der Schulungsraum ist für bis zu 55 Teilnehmer ausgelegt und mit Klimaanlage und Kommunikationstechnik auf dem neuesten Stand ausgestattet. Eine Innovation, die schon wenige Monate nach der Eröffnung erste Früchte trägt. „Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, aber auch junge Gesellen fragen interessiert bei uns an“, berichtet Ester. Es hat sich schnell herumgesprochen, wie intensiv das Unternehmen seine 103 Mitarbeiter fördert, um beste Qualität für die Kunden abliefern zu können. 

Ausbildungspaten schulen die Lehrlinge 

Ein zentraler Bereich der Henke AG ist die Ausbildung. Zwölf Lehrlinge beschäftigt das Unternehmen aktuell, als Dachdecker, Metallbauer oder Fassadenmonteure. Das Konzept ist umfassend. In Hagen gibt es eine Schulkooperation. Achtklässler kommen für einen Tag in die Akademie, durchlaufen mit viel Spaß Theorie und Praxis, lernen das Unternehmen kennen. Wer am Ende eine Urkunde erhält, kann später sofort als Praktikant einsteigen. Ansonsten gibt es für Jugendliche ein Assessment-Center zur Vorauswahl, dann erst das Praktikum und am Ende den Ausbildungsplatz. Dann betreuen zwei junge Dachdeckermeister als Paten die Lehrlinge.  

„Sie sollen auch bei uns neben Berufsschule und überbetrieblicher Ausbildung etwas dazulernen. Dabei geht es vor allem um eine Art Knigge, um Teamfähigkeit, Sozialverhalten oder Umgangsformen beim Kunden“, erklärt Ester. Das Unternehmen übernimmt damit eine Aufgabe, die Eltern oder Schule immer öfter nicht mehr leisten können: Erziehung. Dabei geht es nicht nur um Lernen, sondern auch um Spaß und das Miteinander. Ein Beispiel gibt Vorstandsmitglied Ester.  

„Der Ex-Fußballer Ingo Anderbrügge war schon bei uns als Referent. Er leitet die Fußball-Fabrik, wo es um Training, Lernen und Leben geht.“ 

Akademie Henke: Weiterbildung für Dachdecker im eigenen Haus 

Der Vorstand der Henke AG: Klaus-Peter Brüggemann, Vorstand Fassade, Jan Brüggemann, Bauleitung, Philipp Brüggemann, Bauleitung, Karl-Heinz Ester, Vorstand Dach (von links).

Weiterbildung der Dachdecker: Herausforderung für viele Betriebe 

Nun ließe sich trefflich einwenden, dass ein so großer Betrieb mit über 100 Mitarbeitern natürlich ganz andere Möglichkeiten hat als kleinere. Das stimmt, denn für eine eigene Akademie braucht es einen gewissen Mitarbeiterstamm. „Doch Betriebe, die einen größeren Aufenthaltsraum haben, könnten diesen ohne riesigen Aufwand auch für die Weiterbildung der Dachdecker verwenden. Es lohnt sich einfach, allein schon mit Blick auf das Marketing und die Personalführung“, meint Ester. Für Henke ist die Akademie ein großes Schaufenster, um bekannter zu werden, und ein Motor, um auch zukünftig genug Fachkräfte rekrutieren zu können. Beides Herausforderungen, vor denen auch viele andere Betriebe stehen. 

Ester hat da nicht nur die Firmenbrille auf, sondern zudem die gesamte Branche im Blick. Denn er ist im Ehrenamt Landesinnungsmeister von Westfalen und zudem Mitglied im Hauptvorstand des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH). In diesem Zusammenhang sieht er die Henke Akademie auch als Möglichkeit zur Vernetzung. Er kann sich gut vorstellen, Schulungen in Kooperation mit Innungen oder der DEG Dach-Fassade-Holz eG zu organisieren – offen für interessierte Betriebe. „Wir arbeiten ja für die Schulung unserer Mitarbeiter schon intensiv mit der Industrie, der Berufsgenossenschaft und öffentlichen Institutionen zusammen. Auch erste Kontakte zur Braas Akademie habe ich bereits geknüpft.“  

Weiterbildung der Dachdecker forcieren 

Ein weiterer zentraler Bereich der Akademie ist die Weiterbildung der Dachdecker und anderer Fachkräfte. Da geht es um die bereits erwähnten technischen Schulungen, auch in Kooperation mit der Industrie. Da geht es zudem um Workshops für Führungskräfte. „In Zusammenarbeit mit einer Unternehmensberatung arbeiten wir daran, wie etwa Mitarbeitergespräche wertschätzend und produktiv geführt werden können“, erläutert Vorstandsmitglied Ester. Weiterbildung für Dachdecker und weitere Fachkräfte ist aktuell und zukünftig ein so wichtiges Thema für die Henke AG, weil sie ein zunehmend technikgetriebenes Unternehmen sein will. „Wir wollen im Fassadenbau den kompletten Service aus einer Hand anbieten.“ Das beginnt bei der 3-D-Planung, für die in eine eigene Software investiert wurde. Geplant ist deshalb auch ein zusätzlicher Ausbildungsbereich: Systemplaner, der frühere technische Zeichner. 

Das geht weiter über die Vorfertigung der Fassadenelemente in den eigenen Werkstätten in Hagen und jetzt auch in Berlin, die mit CNC-gesteuerten Maschinen ausgestattet sind. Henke beschäftigt in diesem Bereich zwölf Mitarbeiter. Hier sieht Ester die Zukunft für den Dach- und Fassadenbau. „Wir übernehmen die digitale Planung und steigern die Zeiten für die Vorfertigung, damit die Zeiten auf den Baustellen gesenkt werden können. Das macht unsere Arbeit unabhängiger vom Wetter, günstiger und damit insgesamt wirtschaftlicher.“ 

Sie interessieren sich für Themen der Personalführung? Im Artikel über den Betrieb Winterbauer stellen wir Ihnen vor, wie eine Betriebsnachfolge gelingen kann. 

 

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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