Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Zwei ältere Männer mit Brille fahren bei sonnigem Wetter auf Fahrrädern auf einem Bürgersteig, tragen schwarze Hemden und lächeln.

Drei Dachdeckermeister als Pedalritter für den guten Zweck

Harald Friedrich

20. August 2024

Drei Dachdeckermeister aus dem Landesinnungsverband der Dachdecker Nordrhein absolvierten einen Fahrrad-Spendenmarathon den Rhein entlang für das Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland in Düsseldorf – über 22 000 Euro sind bereits zusammengekommen.

Spontane Idee der Dachdeckermeister wird Realität

Im Spätherbst 2023 saßen Thomas Schmitz, Dachdeckermeister, Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Dachdeckerverbands Nordrhein, Bernd Gockel aus Willich und Uwe Fehr aus Moers bei einem oder womöglich mehreren obergärigen Bieren zusammen und kamen auf die Idee, einfach mal mit dem Fahrrad von Weil im Südbadischen bis nach Rees den Rhein entlang zu radeln.

Zwei Männer in schwarzen Radtrikots stehen vor einem Wandbild mit Regenbogenfarben.
Von links: Die Pedalritter Uwe Fehr, Bernd Gockel und Thomas Schmitz mit ihrem Tour-Reporter Maximilian Schmitz zu Besuch im Kinder- und Jugendhospiz "Regenbogenland". (Alle Fotos: LIV Dachdecker Nordrhein)

Was wie eine Spontanidee von drei „Muskeltieren“ erscheint, die sich seit ihrem gemeinsamen Meisterkurs vor 34 Jahren kennen, bekam bald einen tieferen Sinn und guten Zweck. Das Düsseldorfer Kinder- und Jugendhospiz „Regenbogenland“ finanziert sich bis zu 70 Prozent aus Spenden, wie die drei Meister bei einem Besuch erfahren hatten. Grund genug für sie, mal kräftig in die Pedale zu treten, um für die Einrichtung eine Finanzspritze zu generieren und gleichzeitig deren Arbeit der Öffentlichkeit bekannter zu machen.

Rasender Online-Reporter als Begleiter

Diese Nebenwirkung war also durchaus erwünscht: Durch eine professionelle mediale Begleitung sollte diese Tour jeden Tag neu ins Bewusstsein von möglichst vielen Menschen gerückt werden, um damit Aufmerksamkeit für das Kinder- und Jugendhospiz und auch für das Dachdeckerhandwerk zu schaffen. So wurde Maximilian Schmitz, Sohn und designierter Nachfolger von Thomas Schmitz, zum „rasenden Online-Reporter“ und „Tour-Supporter“ ernannt. Täglich drehte Schmitz Junior zwei Videos sowie ein Sommerinterview mit den besuchten Betriebsinhabern und verbreitete das Ganze erfolgreich über Instagram, Facebook und TikTok.

Zwei Radfahrer in schwarzer Kleidung stehen mit ihren Fahrrädern vor einem historischen Gebäude mit Bogen und Verzierungen.
Gute Laune herrschte bei den drei Pedalrittern beim Zwischenhalt vor dem Dom in Speyer.

Schwarze Trikots und ein Gepäckwagen mit Getränken

Zusätzlich organisierte er die einzelnen Tour-Etappen, die immer bei Dachdeckerinnungsbetrieben in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein ihren Tagesabschluss fanden. Der ursprüngliche Plan, das gesamte Gepäck auf die Fahrräder zu packen, wurde nach einigen vorbereitenden Trainingseinheiten schnell verworfen. Zur Hilfe eilte spontan Enke-Geschäftsführer Uli Kainzinger, indem er für die Tourbegleitung einen Gepäckwagen nebst Getränken zur Verfügung stellte.  

Was noch fehlte, war die sportliche Tourbekleidung für die Dachdeckermeister. Die spendierte der Verband Nordrhein in Form von schwarzen Sommertour 2024-Trikots.

Schweißtreibende Beinarbeit bei Dauerregen und Sonnenglut

Die „Sommertour de Dach“ unter dem Motto „Dachdecker drehen am Rad“ startete am 2. Juni mit frisch geölten Ketten und frisch gestärkten Beinmuskeln in Weil am Rhein. Auf 770 Streckenkilometern wurde an acht Tagen in 44 Stunden reiner Fahrzeit das Steh- und Sitzvermögen an die Grenzen gebracht. 3000 Höhenmeter erklommen die drei Meister der Dächer in schweißtreibender Beinarbeit. Dabei erwies sich die Etappe von Bingen nach Bernkastel-Kues mit ihren 92 Kilometern und 1400 Hunsrück-Höhenmetern als der Teilabschnitt, auf dem wohl die meisten Flüche zu hören gewesen wären – hätte es noch Luft dafür in den Lungen gegeben.

Alle Wetter ertrugen die radelnden Dachdeckermeister bis zum Zieleinlauf in Rees am Firmensitz von Dirk Bollwerk, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Die Palette reichte von Dauerregen gleich am ersten Tour-Tag bis zur Sonnenglut wie auf der Dachbaustelle.

Drei Personen posieren draußen vor einem schwarzen Fahrzeug, eine Person trägt Fahrradbekleidung und hält einen Helm, die anderen sind lässig gekleidet.
Die Dachdeckermeisterin Anna Sahm und drei Azubis aus dem Betrieb von Landesinnungsmeister Martin Weihsweiler ließen es sich nicht nehmen, eine Tagesetappe mitzuradeln.

Jeden Abend ein herzlicher Empfang

„Wir haben eine Solidarität und Gemeinschaft erfahren, von der wir eigentlich kaum zu träumen wagten“, so die einhellige Meinung von Schmitz, Fehr und Gockel. Damit meinen sie nicht nur die spontane Tourbegleitung, wie durch drei Auszubildende des Betriebs Degen-Bedachungen von Landesinnungsmeister Martin Weihsweiler oder die Dachdeckermeisterin Anna Sahm von Sahm-Bedachungen, die jeweils einen Tag mit in die Pedale traten. „Jeden Abend wurden wir von einem Dachdeckerbetrieb so herzlich empfangen, wie man es eigentlich nur unter guten Freunden kennt“, so das Fazit der Drei. „Der so oft genannte Begriff der Dachdeckerfamilie wurde hier gelebt und wir haben ihn erlebt.“

Dachdeckerhandwerk vielen Menschen nahegebracht

Experiment gelungen? Auf diese Frage zögern Thomas und Maximilian Schmitz, Uwe Fehr und Bernd Gockel keine Sekunde mit ihrer Antwort: „Wir haben einen Zusammenhalt erfahren, der wohl einzigartig ist. Wir haben die unterschiedlichsten Dachdeckerbetriebe in verschiedenen Regionen kennenlernen dürfen. Wir haben unser Handwerk in das Bewusstsein vieler Menschen gerückt, die es bis dahin eigentlich nicht auf dem Schirm hatten. Und wir haben binnen einer Woche rund 22 000 Euro für Kinder und Jugendliche gesammelt, deren kurze Zukunft damit ein bisschen lebenswerter gemacht werden kann.“

Ein Mann sitzt an einem Holztisch in einem Café oder Restaurant, entspannt, mit Getränken auf dem Tisch. Text und Titelinformationen sind im Bild sichtbar.
Nach der ersten Tagesetappe trafen die drei Pedalritter den Landesinnungsmeister von Baden-Württemberg, Karl-Heinz Krawczyk, zum entspannten Gespräch.

Super Resonanz in den sozialen Medien

So ganz nebenbei wurden die Posts auf Instagram, Facebook und TikTok von täglich 2000 bis 3000 Menschen angeklickt – 85 Prozent von ihnen übrigens keine Follower, sondern Menschen, die das Dachdeckerhandwerk von einer neuen Seite kennenlernen konnten. „Jeden Tag haben andere Menschen unseren Beruf auf eine ganz andere Art kennengelernt“, freuen sich Bernd Gockel und Uwe Fehr. Rede und Antwort über ihre Spenden-Marathontour standen die drei Dachdeckermeister auch im Dachdecker-Podcast von Karl-Heinz Krawczyk und Michael Zimmermann, deren Betriebe ebenfalls besucht wurden.

Sommertour 2025 – schauen wir mal

Eine echte Erfolgsgeschichte, die förmlich nach einer Fortsetzung schreit, oder? Thomas und Maximilian Schmitz sagen dazu mit einem Augenzwinkern: „Vielleicht finden wir Nachahmer in anderen Dachdecker-Regionen oder wir gehen selbst wieder auf Sommertour 2025 – schauen wir doch einfach mal.“

Spendenkonto

Förderverein Kinder- und Jugendhospiz Düsseldorf e.V.

Stadtsparkasse Düsseldorf; IBAN: DE22 3005 0110 0010 3309 00

Verwendungszweck: Dachdecker Sommertour

Sie interessieren sich für Aktivitäten aus den Verbänden? Dann lesen Sie unsere Story über das Ausbildungszentrum des Dachdeckerverbands Nordrhein in Geldern.

Harald Friedrich

In den 80er Jahren kam der ausgebildete Werbekaufmann und Texter zum Journalismus. Seit dieser Zeit unterstützt er zahlreiche Dachdecker-Landesverbände bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch Vor-, Nach- und Querdenken. So hob er das Verbandsmagazin des Bayerischen Dachdeckerhandwerks mit aus der Taufe und erstellt bis heute fünf Ausgaben pro Jahr komplett. Er schreibt zudem für Fachmedien im Bereich Handwerk, darunter seit Jahren auch „Das DACH“. Sein Motto: „Schreiben ist nichts weiter als eine permanente Neuordnung von 26 Buchstaben."

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