Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Arbeiter mit kariertem Hemd und Handschuhen installiert Dachziegel auf einem Hausdach unter blauem Himmel mit Wolken.

Gina Ixkes: Powerfrau auf und neben dem Dach

Jasmin Najiyya

21. Januar 2025

Gina Ixkes ist eine der wenigen Dachdeckermeisterinnen in Nordrhein-Westfalen. Mit 32 Jahren hat sie nicht nur ihren Platz in einem männerdominierten Beruf gefunden, sondern ist auch eine engagierte Botschafterin für Vielfalt und Gleichberechtigung im Handwerk.

Die Werkbank als liebstes Spielzeug

Schon als Kind war Gina Ixkes vom Dachhandwerk fasziniert. „Mein Großvater war Dachdecker und ich durfte schon im Grundschulalter mit ihm aufs Dach“, erzählt sie. Während andere Kinder mit Puppen spielten, war ihre Werkbank ihr liebstes Spielzeug. Handwerk war zuhause allgegenwärtig: der Vater Elektriker, der Großvater Dachdecker – und doch schlug sie nach dem Abitur zunächst einen anderen Weg ein. „Ich habe erst ein Studium begonnen, aber schnell gemerkt, dass das gar nicht mein Ding ist“, erinnert sie sich.

Bild von Dachdeckermeisterin Gina Ixkes beim Holzsägen
Gina Ixkes in Aktion: zusägen auf der Baustelle. (Foto: Gina Ixkes, Titelbild: Industriefotografie Steinbach)

Gegen Vorurteile ins Dachdeckerhandwerk

Für Gina Ixkes war klar: Sie wollte etwas Praktisches machen, etwas mit ihren Händen schaffen. Doch ihre Entscheidung, ins Dachhandwerk zu gehen, stieß in ihrer Familie zunächst auf Vorurteile. „Meine Eltern hatten Bedenken. Sie dachten, der Beruf sei zu schwer, zu anstrengend oder zu unsicher für mich - vor allem als Frau“, erzählt sie. Doch Gina Ixkes ließ sich nicht beirren. Nach einem Praktikum stand für sie fest: „Das ist mein Beruf.“

Rückkehr zum Ausbildungsbetrieb Drößert

2013 begann sie ihre Ausbildung bei der Drößert Dachbau GmbH in Monheim, ihren Meistertitel hat sie seit 2018. Nach einer Anstellung in Leverkusen kehrte sie zehn Jahre nach dem Start der Lehre 2023 als technische Betriebsleiterin zu Drößert zurück. Heute arbeitet sie eng mit dem neuen Geschäftsführer Dirk Drößert zusammen, der den Familienbetrieb in vierter Generation führt.

Bild von Dachdeckermeisterin Gina Ixkes vor Firmenwagen von Drößert Dachbau GmbH
Gina Ixkes ist zurückgekehrt in den Ausbildungsbetrieb. (Foto: Drößert Dachbau GmbH)

Dachdeckerhandwerk als Lebensgefühl

Gina Ixkes liebt ihren Beruf – das spürt man im Gespräch. „Die Freiheit und die Weite auf dem Dach sind unbeschreiblich“, schwärmt sie. „Auf dem Dach zu stehen und die Welt von oben zu betrachten, gibt mir eine ganz neue Perspektive. Es ist ein belebendes Gefühl.“ Bewegung und Action sind für Gina Ixkes nicht nur beruflich, sondern auch privat wichtig. „Ich bin gerne draußen, ob in den Bergen oder auf dem Wasser. Das ist der perfekte Ausgleich zu meinem Job.“ Die körperliche Arbeit empfindet sie nicht als Belastung, sondern als Vorteil. „Ich brauche kein Fitnessstudio. Auf dem Dach bekommt man genug Bewegung und tut gleichzeitig etwas Sinnvolles.“

Bild von Dachdeckermeisterin Gina Ixkes auf dem Dach
"Manchmal muss einfach improvisiert werden, aber genau das macht das Handwerk aus", schreibt Gina Ixkes zu diesem Bild auf Instagram. (Foto: Gina Ixkes)

Durchhaltevermögen und große Klappe

Frauen im Dachhandwerk sind noch immer eine Seltenheit, und auch Gina Ixkes musste sich ihren Platz erkämpfen. „Baustelle, Dixie-Klo – das ist nicht für jede etwas. Da braucht man Durchhaltevermögen und auch mal eine große Klappe, um sich durchzusetzen“, sagt sie schmunzelnd. Vor allem die ersten Monate waren hart: Muskelkater, Müdigkeit und Sprücheklopfer in der Berufsschule gehörten für Gina Ixkes zum Alltag. „Man muss sich beweisen – bei Kollegen, Chefs und Kunden. Aber mit Fachwissen und Kompetenz kann man sich Respekt verschaffen.“

Auf dem Dach – eine tolle Option für Frauen

Trotz der Herausforderungen ist sie überzeugt, dass das Handwerk eine tolle Option für Frauen ist. „Heute gibt es moderne Technik wie Kräne und Aufzüge, die vieles leichter machen. Die körperliche Arbeit ist nicht mehr der Grund, der Frauen davon abhalten sollte.“ Doch auch heute noch wird Gina Ixkes unterschätzt. „Manchmal denken die Kunden, ich sei die Praktikantin, bis sie merken, dass ich die Leitung habe“, erzählt sie. Doch sie sieht, dass sich die Branche öffnet. „Es gibt immer mehr Frauen im Handwerk, und die Mischung der Teams tut dem Arbeitsklima gut.“

Bild von Dachdeckermeisterin Gina Ixkes vor Regenbogenwand
Die Dachdeckermeisterin setzt sich für ein offenes und diverses Handwerk ein. (Foto: Gina Ixkes)

Engagiert im Verein Buntes Handwerk

Gina Ixkes ist nicht nur Dachdeckermeisterin, sondern auch eine Botschafterin für Diversität und Chancengleichheit. Im Verein Buntes Handwerk e.V. engagiert sie sich für ein offenes und diverses Handwerk. „Wir reden immer vom Fachkräftemangel, aber gleichzeitig grenzen wir Menschen aus, sei es wegen ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder ihrer Sexualität“, erklärt sie. „Das Handwerk ist für alle da und wir müssen diese Vielfalt fördern, wenn wir Nachwuchs gewinnen wollen.“

Für Gina ist der Kampf gegen Diskriminierung und Vorurteile eine Herzensangelegenheit. Aus eigener Erfahrung kennt sie die Herausforderungen, die mit Rollenbildern und gesellschaftlichen Klischees einhergehen. „Ich möchte zeigen, dass man im Handwerk unabhängig von Geschlecht und Identität seinen Platz finden und erfolgreich sein kann“, betont sie.

Bild von Dachdeckermeisterin Gina Ixkes auf einem Flachdach
Arbeiten auf dem Flachdach unter stark erschwerten Bedingungen. (Foto: Gina Ixkes)

Aktiv bei den Dachdeckermädelz

Neben ihrer Arbeit bei „Buntes Handwerk“ ist Gina auch bei den Dachdeckermädelz aktiv, einem Netzwerk von Frauen im Dachdeckerhandwerk. Gemeinsam mit anderen Handwerkerinnen setzt sie sich dafür ein, Frauen in der Branche sichtbarer zu machen, Erfahrungen auszutauschen und neue Strukturen zu schaffen. „Es gibt immer noch zu wenig Frauen im Handwerk. Das wollen wir ändern, indem wir uns gegenseitig unterstützen und motivieren.“

Bild von Dachdeckermeisterin Gina Ixkes in weiblicher Zunftkleidung
Gina Ixkes ermutigt Frauen zu einer Karriere im Handwerk. (Foto: Gina Ixkes)

Botschaft an Frauen: „Traut euch und macht euer Ding!“

Tipps von Gina Ixkes für Frauen, die ins Handwerk wollen:

Selbstbewusst auftreten: Lass dich nicht von Vorurteilen entmutigen. Zeige, was du kannst.

Netzwerken: Suche Kontakt zu anderen Frauen im Handwerk.

Dranbleiben: Der Anfang kann hart sein, aber es lohnt sich, durchzuhalten und seinen Weg zu gehen.

Sie interessieren sich für engagierte Frauen im Dachhandwerk? Dann lesen Sie unsere Story über die Betriebsinhaberin Janine Neureuther.

Jasmin Najiyya

Jasmin Najiyya absolvierte ihre Ausbildung an der Freien Journalistenschule Berlin. Seit 2014 arbeitet sie als freiberufliche Redakteurin mit den Schwerpunkten Blogging, Content-Erstellung sowie Umsetzung von Marketing- und Kommunikationsprojekten für Unternehmen und ist bereits längere Zeit im Bereich Dachhandwerk tätig.

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