Paul Ostermann ist bester deutscher Dachdeckergeselle 2023
Bild von Dachdeckergesellen Paul Ostermann auf dem Dach

Paul Ostermann ist bester deutscher Dachdeckergeselle 2023

30. November 2023

 · Harald Friedrich

Eigentlich hatte er diesen Erfolg selbst gar nicht erwartet, gibt Paul Ostermann ganz ehrlich eine Woche nach seinem Sieg bei den German Craft Skills im Dachdeckerbildungszentrum Baden-Württemberg in Karlsruhe zu. Umso mehr ein Grund für ihn, schon ein bisschen stolz auf sich zu sein. „Es fühlt sich richtig gut an“, so Paul Ostermann.

Blick über den Tellerrand

Zu der Erfahrung, sich gegen 13 Mitbewerber durchzusetzen, kam bei Paul Ostermann eine weitere ganz wichtige Erfahrung hinzu. „Es war total interessant zu sehen, dass andere Mitstreiter in manchen Bereichen auf andere Weise arbeiten, als ich es gelernt habe.“ So hat bei der Herstellung einer Kehle etwa der Teilnehmer aus Thüringen die Platten an ganz anderer Stelle gelocht, als Paul Ostermann es in seinem Ausbildungsbetrieb Zimmermann Bedachungen GmbH in Ockenheim beigebracht bekam. Schon allein deshalb war diese Teilnahme an der Meisterschaft für den 19-jährigen Dachdecker aus dem rheinland-pfälzischen Gau-Algesheim auch ein Blick über den Tellerrand – gerade beim Beobachten der anderen Teilnehmer während des Wettbewerbs.

Bild von Dachdeckergesellen Paul Ostermann bei den German Craft Skills
Der Bundessieger und sein Werkstück aus Schiefer: Paul Ostermann. (Foto: ZVDH)

Schiefer ist die wahre Handwerkskunst

Wer bester Nachwuchsdachdecker bei den German Craft Skills werden will, sollte auch die Königsdisziplin des Dachdeckens – die Schieferdeckung – beherrschen. Und da passt es gut, dass sie gleichzeitig Ostermanns Lieblingsdacheindeckung ist.  „Ein Schieferdach zu decken oder eine Gaube mit Schiefer zu bekleiden, ist für mich die wahre Handwerkskunst des Dachdeckens“, begeistert sich Paul Ostermann und fügt hinzu: „Aber inzwischen habe ich auch meine Begeisterung für die Arbeit mit Schweißbahnen entdeckt.“

Bild von Dachbahnenmodell von Dachdeckergesellen Paul Ostermann
Der Bundessieger hat inzwischen auch eine Begeisterung für Schweißbahnen entwickelt. (Alle Fotos und Titelbild: Paul Ostermann)

Opa und Vater sind auch Dachdecker

Da versteht es sich schon fast von selbst, dass Paul Ostermann das „aufs-Dach-Gen“ in sich trägt. Schon sein Großvater war ein Meister auf dem Dach – ebenso wie sein Vater. Und der war gleichzeitig einer seiner wichtigsten Sparringspartner in der Vorbereitungszeit für das Finale. „Fast jeden Samstag habe ich mit meinem Vater an Modellen den letzten Schliff gelernt und verfeinert.“ Hinzu kam ein zweiwöchiges „Trainingslager“ mit seinem Ausbilder an der Dachdeckerschule.

Bild von Dachdeckergesellen Paul Ostermann vor seinem Schiefermodell
Üben am Modell für den letzten Schliff vor dem Bundeswettbewerb.

Über Praktika selbst aufs Dach

Trotz der familiären Vorbelastung für das Dachdecken war es Paul Ostermanns freie Entscheidung, die Dachdeckerleiter als Karriereleiter in den Beruf zu wählen. Nach zwei Praktika bei Zimmermann Bedachungen in Ockenheim unweit von Bingen am Rhein war Paul Ostermann unterschriftsreif für den Ausbildungsvertrag. Die richtige Entscheidung, denn aufgrund seiner sehr guten Leistungen konnte er sogar seine Lehrzeit verkürzen – mit besten theoretischen und praktischen Kenntnissen, wie sein großer Erfolg bei den German Craft Skills zeigt.

Bild von Dachdeckergesellen Paul Ostermann vor dem Modell
„Leute – geht ins Handwerk“, lautete schon in der Realschule der Rat von Paul Ostermann an seine Mitschüler.

Nächster Schritt Meisterschule

Sein Rat an die ehemaligen Mitschüler in der Realschule war immer: „Leute – geht ins Handwerk. Da könnt ihr richtig gut verdienen.“ Dass dennoch viele den Weg an den Schreibtisch oder über das Abitur zur Uni gewählt haben, kann Paul Ostermann für sich nicht nachvollziehen. Seine Karriereleiter wird immer steiler: Derzeit besucht er die Meisterschule am BBZ Mayen. „Und danach hänge ich dann noch den Klempnermeister dran,“ sagt Paul Ostermann mit einer Selbstverständlichkeit und Gelassenheit, mit der andere Menschen eine Pizza bestellen. Wer so im Handwerk arbeitet, hat nicht nur seinen Weg gefunden, sondern sein wichtigstes Ziel schon erreicht: den Traumberuf.

Bild von Dachdeckergesellen Paul Ostermann bei der Arbeit mit Schiefer
Sein nächster Schritt soll die Meisterschule sein: Paul Ostermann.

Handball spielen in der Freizeit

Und was macht ein Deutscher Meister, wenn er gerade nicht auf dem Dach ist? „Auf jeden Fall Sport – an der frischen Luft und in der Halle beim Handballspiel.“ Das klingt schon fast so begeistert, wie die Freude an seinem Beruf.

Sie interessieren sich für das Berufsbild Dachdecker? Dann lesen Sie unsere Story über einen Ex-Banker auf dem Dach: Christian Vonholdt.

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