Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Holzkonstruktion eines Gebäudes mit sichtbaren Balken, Werkzeugen und einer Leiter im Hintergrund. Renovierungs- oder Bauarbeiten finden in einem Innenraum statt.

Dachaufstockung: Große Herausforderungen auf kleinem Raum

Kai-Uwe Bohn

24. September 2024

Wohnraum ist vor allem in Städten knapp. Schlaue Investoren setzen nicht nur auf Neubauten, sondern auch auf Nachverdichtung durch Sanierung, Ausbau oder Dachaufstockung. Im hochattraktiven Ballungsraum Mainz-Wiesbaden bieten sich dafür zahlreiche Möglichkeiten – und das junge und dennoch schon erfahrene Team der DHD Dach- und Holzbauwerke Dämgen GmbH zeigt, wie das in der Praxis aussieht. Lesen Sie hier, wie ein kleines Projekt in der Wiesbadener Walramstraße dennoch einige große Herausforderungen mit sich brachte.

Bild vom Abbau des alten Daches
Die Sanierung beginnt mit dem Abdecken der alten Ziegeln. (Alle Fotos: Dämgen)

Die Walramstraße in Wiesbaden ist „in“. Hier wohnt man gerne – am Rande der Innenstadt, mit Cafés, Bistros, Dönerläden und Restaurants in Fußnähe, ein Kino gibt es dort ebenfalls. Nicht nur die Straßenfronten sind bebaut, auch in den Hinterhöfen stehen Häuser. Solch ein Objekt hatte sich ein Investor aus Mainz geangelt, der „Häuser zum Verlieben“ anbietet: Ein sanierungsbedürftiges Gebäude mit viel Charme, das sich ideal wieder auf Vordermann bringen lässt, um dort schließlich Miet- oder Eigentumswohnungen anzubieten.

Alter Kontakt neu belebt

Nur gut, dass dieser Investor schon in der Frühphase des 2019 gegründeten Dachdeckerbetriebes von Jonas Dämgen Kontakt zu dem jungen Handwerksbetrieb hatte. Denn als es um die umfassende Dachsanierung des Gebäudes in der Walramstraße 2 ging, erinnerte er sich gerne an Dämgen. „Unser Auftraggeber hat sich auf den Um- und Ausbau von Bestandsimmobilien spezialisiert und entwickelt in attraktiven Innenstadtlagen Wohnräume für individuelle Bedürfnisse, auch mit Dachaufstockung“, sagt Jonas Dämgen. „Er arbeitet sehr gerne mit kompetenten Partnerfirmen aus der Region zusammen.“

Bild von Mitarbeitern der Firm Dämgen bei der Dachaufstockung
Das Zimmerer-Team von Dämgen startet die Errichtung des neuen Dachstuhls.

Auftrag mit Herausforderungen

Es sollte ein Auftrag mit Herausforderungen werden, den Dämgen im Frühjahr annahm. Die Aufgabe klang zunächst einfach: Den vorhandenen maroden Dachstuhl komplett zurück- und dann wieder neu aufbauen. Nach modernen ökologischen Gesichtspunkten, um dort eine weitere Wohneinheit durch Dachaufstockung zu gewinnen. „Wir sprechen über 85 Quadratmeter Dachfläche mit Stehfalz und 40 Quadratmeter Flachdachabdichtung auf den Gauben. Hinzu kommen noch die notwendigen Zimmermannsarbeiten“, sagt Dämgen. Dazu später mehr.

Das Denkmalschutzamt von Stehfalz-Vorzügen überzeugt

„Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Da macht sich jeder Handwerker noch mal ein Stück gerader“, erläutert der Firmenchef die Ausgangslage. Im Kontakt mit dem Auftraggeber und dem Denkmalschutzamt wurde über die richtige Dacheindeckung verhandelt, gab Dämgen drei Angebote für Schiefer, Stehfalz und Ziegel. „Der Kontakt zum Denkmalschutzamt war gut, die Ziegel konnten wir gleich vergessen. Schließlich wurde es Stehfalz, wovon wir auch den Auftraggeber überzeugt hatten. Das hat uns froh gemacht. Schiefer hätte schon wegen des Gewichts eine zusätzliche Anstrengung bedeutet.“

Bild von Dachstuhl
Die Drohne gibt einen guten Überblick zur Dachaufstockung mitten im Wohngebiet.

Auftraggeber übernimmt Kran, Gerüst und Sperrung selbst

Eine der Hauptfragen lautete: Wie kommt das Material in den Hinterhof? Mit einem Kran natürlich. Nun machte Jonas Dämgen allerdings eine Erfahrung, auf die er gerne verzichtet hätte: „Um unser Angebot günstiger zu halten, entschloss sich der Auftraggeber dazu, Dinge wie Kran, Straßensperrung und Gerüst selber zu organisieren. Das ist natürlich völlig legitim – aber wir hätten das lieber in Eigenregie gemacht.“

Kommunikation mit der Stadt eine Katastrophe

„Alles aus einer Hand“ funktionierte zumindest in diesem Punkt nicht mehr. Die Organisation, „in der wir ja dennoch irgendwie immer mit drinhingen“, erwies sich als immens schwierig. „Die Kommunikation mit der Stadt Wiesbaden war schlicht eine Katastrophe“, so Dämgen. Auflagen, Regelungen und etliches mehr verzögerten den Baubeginn und trieben die Ausgaben in die Höhe. „Das war eine Verwaltungserfahrung, die heutzutage wahrscheinlich viele machen. Leider werden Investitionskosten dadurch so erhöht, dass es für manchen Immobilienentwickler unwirtschaftlich werden könnte, mit Konsequenzen auch für uns Handwerksbetriebe.“ Jedenfalls habe die Baustelleneinrichtung ewig gedauert, erinnert sich Jonas Dämgen, „und das ärgert uns. Wir sind ein junges Team, wir wollen etwas bewegen – nicht warten!“

Bild von Mitarbeitern der Firma Dämgen bei der Dachaufstockung
Abschließende Arbeiten oben am neuen Flachdach.

Provisorisches Flachdach auf oberster Geschossdecke

Der vorhandene Dachstuhl war nicht mehr zu gebrauchen und wurde vollständig entfernt, der Neuentwurf sah eine Dachaufstockung vor. „Wir arbeiten sehr gerne mit den Produkten von pro clima und haben eine Behelfsabdichtung dieses Herstellers genommen, um auf der obersten Geschossdecke praktisch eine Art provisorisches Flachdach zu installieren“, erläutert Dämgen. Ein Vorgehen, das er angesichts immer häufigerer Starkregenereignisse empfehle. Anschließend konnte der neue Dachstuhl in Ruhe aufgemessen werden, nachdem der Maurer den Ringanker aufgemauert hatte.

Neues Zimmermannsteam bewährt sich mit Dachstuhl

Im nächsten Schritt wurde die Zwischendecke aus Brettschichtholz aufgebracht, die Träger eingezogen und der Dachstuhl für die Dachaufstockung errichtet. Diesen hatte die DHD Dach- und Holzbauwerke Dämgen GmbH zuvor exakt berechnet und vorgefertigt. So kam erstmals das „Holzbauwerke“ im Firmennamen komplett zur Geltung. „Den ganzen Dachstuhl haben wir auf der Baustelle innerhalb von zwei Tagen zusammengezimmert“, sagt Jonas Dämgen. „Unser junges Zimmermannsteam mit Meister Niclas Boor, Dachdeckermeister Christian Nothelfer und unserem Zimmermanns-Azubi Lukas hat sich bewährt und damit die Entscheidung bestätigt, dieses Gewerk ebenfalls bei uns zu integrieren.“ In den vergangenen Monaten hatte Dämgen viel Geld in die Hand genommen, um entsprechende Maschinen, Werkzeuge und Autos für dieses Zimmerermannsteam vorzufinanzieren.

Bild von fortgeschrittener Dachaufstockung
Das neue, weit größere Dachgeschoss nimmt Gestalt an.

Gesamter Aufbau der Dachaufstockung luftdicht abgeschlossen

Über die Sparren kam zunächst die Luftdichtheitsbahn – einerseits als Regenschutz, andererseits aber auch als ideales Anschlussprodukt. Die Folie wurde dabei senkrecht an die Fassade geführt, so dass der gesamte Dachaufbau luftdicht abschließt. „Wir verhindern damit, dass Konvektionsströme aus der Gebäudehülle unsere Dämmung auskühlen“, erläutert der 30-Jährige.

Aufdachdämmung mit Holzfaserplatte

Für die anschließende Aufdachdämmung nahm die Dachdeckerei die Holzfaserplatte GUTEX Thermoflex. Dann: Konterlattung, Schalung, Stehfalz drauf! Die Gaubendeckel bekamen eine Folienabdichtung, „dadurch haben wir jede Menge Befestigungspunkte für eine Photovoltaikanlage bekommen. Wir sind froh, dass das Denkmalschutzamt das durchgewunken hat“, so Jonas Dämgen. Bei den geneigten Flächen der Gauben kam eine FPO-Kunststoffabdichtung der Firma Soprema zum Einsatz, die Gaubenwangen wurden wiederum mit Stehfalz verkleidet. Zusammen mit dem Maurer wurden schließlich die notwendigen Brandschutzauflagen realisiert.

Bild von Innenraum
Die Innenansicht mit den massiven Holzbalken für ein schönes Wohnambiente.

„Immer gut, noch eine Kettensäge im Wagen zu haben“

Die Erfahrung, die der Chef und seine Leute bei diesem Projekt gemacht haben: Man kann noch so genau aufmessen, bei Sanierungen alter Dächer gibt es immer wieder Überraschungen. „Auch wenn exakt vorkonfektioniert wurde, ist es doch immer gut, noch eine Kettensäge im Wagen zu haben“, lacht Jonas Dämgen. Die Sanierung des Walramstraße-Dachstuhls, die wie immer in ausgezeichneter Zusammenarbeit mit der Niederlassung Bingen der DEG Alles für das Dach eG realisiert wurde, ist ein Referenzprojekt für ihn: „Der Großraum hier bietet sich für diese Art von Dachaufstockung und Wohnraumgewinnung optimal an.“

Weiter Gas geben – auch im Bereich Einfamilienhäuser

Nichtdestotrotz will sich sein Unternehmen, das in nur fünf Jahren vom Einzelkämpfer Jonas Dämgen auf mehr als 40 Beschäftigte an den Standorten Mainz-Laubenheim und Dickenschied im Hunsrück gewachsen ist, künftig auch im Bereich energetische Sanierung von Einfamilienhäusern stärker engagieren. Gerade wurde mit Viviane Tigges eine neue Fachfrau eingestellt, die die Projektierung effizienter gestalten und dadurch Synergien und Innovationspotenziale aktivieren soll. Der Chef sagt: „Wir wollen weiter Gas geben!“

Sie interessieren sich für interessante Praxisprojekte? Dann lesen Sie unsere Story über eine preisgekrönte Dachsanierung des Betriebs Bedachungen Sindermann GmbH.

Kai-Uwe Bohn

Kai-Uwe Bohn ist ausgebildeter Journalist und seit mehr als 40 Jahren im Geschäft. Er fühlt sich in vielen Themenfeldern zuhause, kann sich aber vor allem für das „richtige Leben“ rund um Wirtschaft, Handwerk, Handel und Dienstleistungen begeistern. Dass er Politikwissenschaft bis zum Diplom studiert hat, hilft ihm, die Zusammenhänge im Hintergrund richtig einzuordnen. Im Mittelpunkt seines Interesses stehen stets die Menschen, die Mögliches und Unmögliches wahr machen.

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