Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine Frau mit Maske arbeitet an einem Dach in einer Halle mit gelben Deckenbalken.

Corona-Meisterkurs: Dachdecker sind mit Maske wieder aktiv

Knut Köstergarten

12. Mai 2020

Dachdeckerin Sonja Theisen freut sich, dass sie nach Wochen E-Learning zuhause endlich wieder vor Ort im Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks (BBZ Mayen) praktisch am Modell lernen und die Ziegel werfen kann. Sie macht aktuell dort den Meister mit ihren 85 Kollegen. Geht alles gut, werden die Prüfungen Anfang Juni mit nur drei Wochen Verspätung abgeschlossen sein. Das hört sich relativ normal an in Corona-Zeiten und doch ist vieles komplett anders, seit dem Neustart vor zwei Wochen. „Alle Teilnehmer müssen in Theorie und Praxis Masken tragen. Das ist natürlich anstrengend. Deshalb gilt: Wer mal frische Luft braucht, kann jederzeit rausgehen“, erklärt BBZ-Geschäftsführer Rolf Fuhrmann.

Corona Sonja Theisen BBZ Mayen Meisterkurs

Sonja Theisen freut sich, dass der Meisterkurs vor Ort in Mayen weitergeht. (Foto: privat)

Corona-Meister: Sicherheit geht über alles

Auch die Hygiene wird großgeschrieben. „Sicherheit ist jetzt alles. Die Teilnehmer mussten alle die Desinfektionsregeln unterschreiben“, berichtet Fuhrmann. Es gilt, den Mindestabstand einzuhalten, auch was die Plätze angeht in den Klassenräumen. Dort gibt es seit dem Neustart fixe Plätze, ein Wechsel ist verboten. Während der Kurszeiten gibt es abgepacktes Essen, das die Teilnehmer dann draußen essen können. In der Herberge übernachtet nur noch eine Person pro Zimmer, dort wird auch das abgepackte Frühstück und Abendessen allein verzehrt.

Corona-Meister: sechs Wochen E-Learning erfinderisch digital

Alles ungewohnt, aber besser als die vorherige sechswöchige Schließung ab 16. März. Doch auch in dieser Zeit gab es eine Beschulung – digital in Übereinstimmung mit dem Datenschutz dank einer eigenen Cloud auf dem Server im BBZ Mayen. „Wir haben Aufgaben und Infos an die Teilnehmer versendet zum Durcharbeiten für zuhause mit Abgabefristen. Die Antworten haben unsere Dozenten einzeln durchgesehen und beantwortet. Das war schon maximaler Aufwand für unsere Leute“, sagt Fuhrmann. Er konnte sich freuen über die Kreativität seiner Dozenten. Die drehten auch Videos, Praxis-Clips in den BBZ-Werkstätten oder auch in der privaten Werkstatt, die nichtöffentlich über den  YouTube-Kanal angeschaut werden konnten. Es gab auch Lehrvideos von Dozenten am Whiteboard, Berechnungen und Erläuterungen gefilmt. „Wir haben auch kleine Animationen mit einem dafür extra gekauften Programm entwickelt“, erläutert der Geschäftsführer. Das nennt man Unterricht erfinderisch digital.

Corona BBZ Mayen Meisterkurs

BBZ-Geschäftsführer Rolf Fuhrmann und sein Team halten den Betrieb mit großem Engagement auch in Corona-Zeiten am Laufen, trotz des hohen Aufwands. (Foto: BBZ Mayen)

Auch überbetriebliche Ausbildung und Helferkurs sind wieder gestartet

Aktuell wieder angelaufen ist auch der unterbrochene Kurs für Helfer, die ihre Gesellenprüfung machen. Auch die überbetriebliche Ausbildung für die Lehrlinge ist wieder gestartet. „Allerdings zunächst nur die Azubis im dritten und zweiten Lehrjahr. Wir gehen das langsam an mit Außenmaß, damit alle unsere Teilnehmer genug Platz und Abstand haben“, erklärt Fuhrmann. Trotz des Neustarts muss das BBZ Mayen deutliche finanzielle Einbußen hinnehmen. Die Zwischenprüfungen, welche ausgefallen sind, werden nicht mehr nachgeholt. Wie es ab Sommer weitergeht, muss abgewartet werden. Immerhin: Für den ab August 2020 geplanten nächsten Dachdecker-Meisterkurs haben sich trotz Corona bislang 60 Teilnehmer angemeldet. Ein Lichtblick für Fuhrmann, der sich natürlich über weitere Interessenten freuen würde.

Corona Sonja Theisen BBZ Mayen Meisterkurs

Unterricht nur mit Maske: So sieht Eindeckung am Modell beim Corona-Meister aus. (Foto: privat)

Ausbildung mit Niveau auch unter Corona-Auflagen sicherstellen  

Auch regional geht es weiter mit der überbetrieblichen Ausbildung, so auch am Ausbildungszentrum Lübeck-Blankensee, dessen Träger die Landesinnungsverbände der Dachdecker in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind. „Wir haben den letzten Block zur Gesellenprüfung gestartet. Er soll über fünf Wochen mit Vorbereitung und theoretischen Prüfungen und erster Praxisprüfung gehen. Der Abschluss der Praxisprüfung folgt dann im Juli, allerdings mit zweiwöchiger Verspätung“, erläutert Jan Juraschek, Geschäftsführer in Schleswig-Holstein.

Corona Dachdecker Landesverband Schleswig-Holstein Ausbildung

Landesgeschäftsführer Jan Juraschek sieht für das Ausbildungszentrum Lübeck-Blankensee trotz Corona-Krise weiterhin eine positive Zukunft. (Foto: Harald Friedrich)

Die vorher sieben Wochen Pause kosten das Ausbildungszentrum einen nicht geringen sechsstelligen Betrag. Positiv sieht der Geschäftsführer hingegen, dass das Ausbildungszentrum solide geführt ist, mit Rücklagen und guter Liquidität. „Auch wenn nicht klar ist, wann und mit wie vielen Teilnehmern die neuen Lehrgänge anfangen: Ich bin da nicht ängstlich mit Blick auf die weitere Zukunft“, sagt Juraschek. „Wir werden Lösungen finden, um eine Ausbildung mit Niveau sicherzustellen. Zurzeit betreiben wir hierfür sicherlich den doppelten oder gar dreifachen Aufwand. Früher oder später müssen wir also die Wirtschaftlichkeit der beruflichen Bildungszentren diskutieren.“

Sie interessieren sich für das Thema Corona. Dann lesen Sie hier, wie der Betrieb von Jan Voges mit Masken umgeht und die Gesundheit der Mitarbeiter schützt.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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