Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Mann im blauen Anzug steht auf einer Bühne und lächelt, während er ein Papier in der Hand hält.

Dach Schneider: Historie, Kompetenz und Zukunft

Kai-Uwe Bohn

26. Juni 2025

100 Jahre – das muss man als Handwerksbetrieb erstmal schaffen. Der Dach Schneider Weimar GmbH ist genau das gelungen. Und das nicht nur in ruhigen Zeiten: Politische Umbrüche, wirtschaftliche Wellenbewegungen, neue Materialien, neue Vorschriften – die Belegschaft um die aus gleich vier „Schneidern“ bestehende Geschäftsführung hat sich immer wieder angepasst und weiterentwickelt. Heute ist Dach Schneider in ganz Deutschland gefragt, wenn es um Dach, Fassade und weitere Spezialgebiete geht.

Erstmals 100 Mitarbeiter zum 100-Jährigen

Das kann kein Zufall sein. Sechs Wochen vor dem großen Jubiläum im Mai 2025 knackte das Unternehmen eine Schallmauer. Mehr als 100 Mitarbeitende gehören jetzt zur „Familie“ von Dach Schneider. Passender hätte der Zeitpunkt kaum sein können. „Und wir wollen weiter wachsen“, sagt Michael Schneider. Er führt seit 1995 die Geschäfte beim Traditionsunternehmen, aktuell gemeinsam mit seinen Neffen Udo und Holger sowie seinem Sohn Felix.

Eine Gruppe von Jungen und Männern in Anzügen posiert vor einem kleinen hölzernen Häuschen im Freien.
Ein Bildmotiv aus den Anfängen von Dach Schneider Weimar. (Alle Fotos: Dach Schneider)

Eigene Fertigungshalle für Kantteile

Dach Schneider Weimar gibt es seit dem 15. Mai 1925 – dazu später mehr. Heute, im Jahr des 100-jährigen Bestehens, ist das Unternehmen im knapp acht Kilometer entfernten Dörfchen Umpferstedt beheimatet. Dort gibt es nicht nur ein schickes Bürogebäude, sondern auch die Produktionshallen. Zuletzt wurde 2018 nach acht Monaten Bauzeit eine Halle für die Fertigung von Kantteilen für eigene Baustellenprojekte und auch für externe Auftraggeber realisiert.

Helles Zimmer mit Dachfenster, Kissen, Teppich, Holzspielzeug und Deko, darunter eine rote Fläche mit weißem Text und VELUX-Logo.
Werbung.

Vier starke Säulen und ein klarer Kurs

Dach Schneider Weimar steht auf vier stabilen Standbeinen: dem Flachdachbau, der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF), einer spezialisierten Service- und Wartungsabteilung für kleinere Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten sowie seit 2024 einer Abteilung für Photovoltaiklösungen. „Dafür haben wir die renommierte Firma Elektro Beltzner aus Weimar übernommen“, berichtet Geschäftsführer Michael Schneider. „Sie arbeitet weiter unter ihrem Namen, ist aber organisatorisch und strategisch voll in unser Unternehmen integriert.“ Das Ziel: gewerkeübergreifende Kompetenz aus einer Hand – besonders bei technisch anspruchsvollen Projekten im öffentlichen und gewerblichen Bau.

Helles, geneigtes Dach mit weißer Oberfläche und blauem Himmel im Hintergrund.
Die beeindruckende Dachkonstruktion der denkmalgeschützten Alsterschwimmhalle in Hamburg, Europas größte Hyparschale, wurde vom Team Dach Schneider vollständig saniert. (Foto: Soprema)

Gefragt, wenn es kompliziert wird

Der Wohnungsbau spielt für das Unternehmen kaum eine Rolle. „Das war für uns in den vergangenen Jahren sogar ein Vorteil“, sagt Michael Schneider, „denn wir mussten uns nicht, wie viele andere, neu orientieren in der Krise des Wohnungsbaus.“ Stattdessen konzentriert sich Dach Schneider Weimar auf das, was technologisch herausfordert: keine Lösungen von der Stange, sondern Projekte mit besonderen Anforderungen – komplex, besonders groß oder einfach schwer zugänglich.

Anspruchsvolle Leuchtturmprojekte

Beispiele dafür gibt es genug. Etwa die aufwändige Sanierung des Hotels auf der Wartburg, eine der bekanntesten Burgen Deutschlands, exponiert gelegen auf einem schmalen Bergrücken mit extrem schmaler Zufahrt. „Allein der Gerüstbau, der riesige Kran, die Logistik waren Herausforderungen, die sich kaum jemand zugetraut hat“, erinnert sich Schneider. 2023 war die Alsterschwimmhalle in Hamburg ein herausragendes Projekt. Das denkmalgeschützte Gebäude mit Europas größter Hyparschale wurde vollständig saniert, wobei Dach Schneider auf 4400 Quadratmetern die Dachsanierung verantwortete. Dabei kam modernstes Material zum Einsatz: Schaumglasdämmung, Bitumenkaltklebung und eine hochwertige PMMA-Flüssigabdichtung – alles unter strengsten Auflagen für Denkmalschutz und Bauphysik.

Zwei Männer mit blauen Handschuhen arbeiten konzentriert auf einer Baustelle, bücken sich über eine Kante, Baugerüst im Hintergrund, Schatten einer dritten Person sichtbar.
Der Neigungswinkel bildete eine Herausforderung bei der Dachsanierung Alsterschwimmhalle. (Foto: Soprema)

Kompetenz auf Deutschlands Baustellen

Bundesweit ist das Weimarer Unternehmen gefragt – ob in Hamburg, Braunschweig, Göttingen, Bayreuth oder Ilmenau. Öffentliche Ausschreibungen sichten wir gezielt und identifizieren passende Projekte. „Oft erhalten wir dann den Zuschlag“, so Schneider. In Hamburg-Billwerder entsteht derzeit ein neues Jugendgefängnis – Dach Schneider ist verantwortlich für insgesamt 20 000 Quadratmeter Flachdachabdichtung auf den zahlreichen Gebäuden. Und in Göttingen erhielt das Unternehmen für die Mitarbeit bei der Sanierung der markanten Kachel-Fassade an der Stadthalle den Deutschen Fassadenpreis 2024.

Starke Mannschaft und fairer Umgang

Die Basis für all das ist ein starkes Team, das durchgängig tariflich bezahlt wird. Gearbeitet wird aufgrund der zahlreichen Montagebaustellen im 4-Tage-Modell mit je zehn Stunden, was sich bewährt hat. „Unsere Leute haben dadurch trotz der Montage Freiraum“, erläutert Schneider. Verstärkung kommt aus dem Ausland: „Elf polnische Fachkräfte haben sich von sich aus bei uns gemeldet. Die fahren am Wochenende mit dem Firmenwagen nach Hause, sind aber unter der Woche voll für uns im Einsatz.“ Weil sie auch fachlich überzeugen, werden sie von den deutschen Kollegen akzeptiert: „Es gibt keine Spannungen oder Missverständnisse“, ist der Geschäftsführer zufrieden.

Eine Person verlegt Bitumenbahnen auf einem Flachdach, um die Oberfläche abzudichten. Im Hintergrund sind Baugerüste und Gebäude zu sehen.
Die Basis für den Erfolg ist das starke Team mit den engagierten Mitarbeitern.

Nachwuchs sichern – Zukunft gestalten

Das Unternehmen setzt auf eigene Ausbildung von Fachkräften. „Wir haben schwierige Zeiten hinter uns, aber im Moment läuft es gut“, sagt Michael Schneider. Derzeit lernen zehn junge Menschen ihren Beruf im Betrieb: acht angehende Dachdecker und zwei Bauzeichnerinnen. Wer sich engagiert zeigt, dem eröffnet Dach Schneider echte Perspektiven. Ein Beispiel: Alicia Lärz, Auszubildende zur Bauzeichnerin, will nach ihrer Lehre die Technikerschule besuchen – mit der Aussicht, danach in einer verantwortungsvollen Position ins Unternehmen zurückzukehren. „Wir wollen, dass unsere Talente bleiben“, so Schneider. So wird interessierten Fachkräften der Weg zur Meisterschule ermöglicht, mit voller Rückendeckung durch den Betrieb.

Führungsrollen auch in der Verbandsarbeit

Ebenso wichtig: Die Schneiders engagieren sich auch ehrenamtlich für das Handwerk. Karl-Heinz Schneider, der Bruder von Michael Schneider, führte das Unternehmen lange und schied 2015 aus. Er war bis Frühjahr 2017 Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks und wurde 2016 zum Ehrenpräsidenten ernannt. Michael Schneider sitzt im Aufsichtsrat der DEG Alles für das Dach eG und begeistert sich für die genossenschaftliche Arbeit. Udo Schneider ist ehrenamtlich im Fassadenverband FVHF tätig; Holger Schneider ist seit 2018 Obermeister der Dachdeckerinnung Weimar-Apolda-Jena. Alle genannten Schneiders hatten oder haben noch weitere ehrenamtliche Posten inne.

Mehrere Personen sitzen an runden Tischen, in formeller Kleidung, mit Getränken und Essen, und hören aufmerksam zu.
Ein gut gelaunter Michael Schneider inmitten der Gäste auf der 100-Jahr-Feier.

Intensive Öffentlichkeitsarbeit und tolle Firmenevents

Sehr aktiv ist Dach Schneider auch im Bereich Marketing. So gibt es einen eigenen Podcast in Zusammenarbeit mit Antenne Thüringen, vor allem gedacht für die eigenen Mitarbeitenden, sowie eine intensive Öffentlichkeitsarbeit über die Homepage und Instagram. Zudem veranstaltet das Unternehmen regelmäßig die „Dach Schneider Dach- und Fassadentage“. Letztere fanden zum Firmenjubiläum am 16. Mai bereits das siebte Mal statt und über 120 Fachleute waren zu Gast. Die Festrede zur 100-Jahr-Feier von Dach Schneider Weimar hielt der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Dachdeckermeister Jörg Dittrich aus Dresden.

Historische Herausforderungen und Entwicklung

Von dieser beeindruckenden Entwicklung konnte Dachdeckermeister Walter Schneider im Mai 1925 nichts ahnen, als er seinen Betrieb gründete. Dass einmal eines der führenden deutschen Dach- und Fassadenbauunternehmen daraus werden sollte, war in den schweren Jahren des 2. Weltkrieges mit vielen „Notfalleinsätzen“ als Dachdecker nicht abzusehen. Und erst recht nicht in der Zeit der DDR, als die privaten Dachdeckerbetriebe zwar selbstständig blieben, aber die Repressionen gegen die nicht gewollte Eigentumsform allgegenwärtig waren.

Ein Mann in Anzug und Hut lehnt an einem Auto, schwarz-weißes Foto auf einem Kopfsteinpflaster, Hintergrund mit Holzwand.
Das waren früher noch Zeiten, als das Material mit einem dreirädrigen Minilaster bewegt wurde.

Generationenwechsel und familiäre Führung

Ab 1956 führte Walters‘ Sohn Wolfgang Schneider das Unternehmen weiter. Sein früher Tod 1971 zwang seine Frau Thea dazu, die Firma zu übernehmen. Auch sie stammt aus einer Weimarer Dachdeckerfamilie. 1972 übernahm ihr Sohn Karl-Heinz das Geschäft und führte es bis 1995 allein. Dann stieß Bruder Michael zur Geschäftsführung dazu, später auch die weiteren „Schneiders“ der nächsten Generation, die heute mit ihm das Geschäftsführungs-Quartett bilden und Dach Schneider in die Zukunft führen sollen.

Sie interessieren sich für interessante Dachdeckerbetriebe? Dann lesen Sie unsere Story über den Betrieb Volker Thullesen – ein Dachdecker und Gemischtwarenladen.

Kai-Uwe Bohn

Kai-Uwe Bohn ist ausgebildeter Journalist und seit mehr als 40 Jahren im Geschäft. Er fühlt sich in vielen Themenfeldern zuhause, kann sich aber vor allem für das „richtige Leben“ rund um Wirtschaft, Handwerk, Handel und Dienstleistungen begeistern. Dass er Politikwissenschaft bis zum Diplom studiert hat, hilft ihm, die Zusammenhänge im Hintergrund richtig einzuordnen. Im Mittelpunkt seines Interesses stehen stets die Menschen, die Mögliches und Unmögliches wahr machen.

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