Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Schneebedeckte Hausdächer in einer Stadt, fotografiert aus der Vogelperspektive, mit Schornsteinen und roten Ziegeln, umgeben von winterlicher Landschaft.

Dachdecker-Stresstest: Folgeschäden nach Schneesturm Tristan

Knut Köstergarten

23. Februar 2021

Der jüngste Schneesturm Tristan war ein großer Stresstest – für die Qualität der Dacheindeckung und die Nerven von Hausbesitzern. Und in der Folge auch für viele Dachdecker, bei denen die besorgten Kunden seitdem anrufen. „Bei uns sind drei Mitarbeiter im Büro nur mit der Beratung in Sachen Folgeschäden des Schneesturms Tristan beschäftigt“, berichtet Dachdeckermeister Stefan Winter, der den gleichnamigen Betrieb mit rund 50 Mitarbeitern in Wallenhorst bei Osnabrück führt. „Der Winter kommt bestimmt“, lautet sein Werbeslogan. Das hat aktuell für die Kunden gleich eine doppelte Bedeutung. Erst kam der harte Wintereinbruch und seitdem hilft der Betrieb mit allen Mitarbeitern, die zur Verfügung stehen.

Ein Mann mit blondem Haar sitzt in einem Büro, trägt ein dunkles Jackett, und im Hintergrund sind Dokumente und Zertifikate an der Wand zu sehen.

Bei Stefan Winter im Büro beraten allein drei Mitarbeiter die Kunden zu Folgeschäden des Schneesturms Tristan.

Der Flugschnee macht Schneesturm Tristan so gefährlich

Doch was war eigentlich so gefährlich am Schneesturm Tristan? „Der pulverartige und trockene Flugschnee ist bei Steildächern unter die Überdeckung in das Sparrenfach der Dachböden oder Spitzböden getrieben. Gerade bei älteren Dächern mit Ziegeln und Mörtel, wo die Untersparrenbahn fehlt“, erläutert Winter. Hinzu kam der sprunghafte Temperaturwechsel von minus elf Grad auf plus 10 Grad in knapp einer Woche. Winter erklärt es an einem Beispiel. „Bei einem Kunden war es so, dass man gar nicht von innen an den Spitzboden herankam. Da gibt es keine Chance, den Schnee zu räumen. Am Ende läuft das Wasser in die Decke rein und bahnt sich seinen Weg nach unten.“

Dämmmaterial und Warnband in einem Dachbodenbereich, teilweise von Schnee oder weißem Staub bedeckt.

Flugschnee auf dem Dachboden kann zu unliebsamen Wasserschäden im Haus führen. (Foto: Dachdeckerinnung Osnabrück)

Plane unter die Decke gehängt gegen Folgeschäden

Bei einer Dachgeschosswohnung hat das Team von Winter dann provisorisch eine Plane unter die Decke gehängt und das Wasser in einen Behälter abgeleitet. „So konnten wir größere Folgeschäden vermeiden.“ Doch das ist nicht immer so, denn gerade bei älteren Dachstühlen hat etwa das damals verwendete Holz keinen Schutz gegen Feuchtigkeit, was zum Problem werden kann. Generell empfiehlt nicht nur Stefan Winter, die Dachflächen trocknen zu lassen und dabei voll zu heizen.

Verschneite Ecke eines Raumes mit kaputter Decke, Metallkasten und blauer Plastikschüssel, Schnee ist auf Boden und Möbeln verstreut.

Bei älteren Dächern hat der Schneesturm Tristan dafür gesorgt, dass der Flugschnee bis hinter die Holzsparren gelangen konnte.

Minderwertige Untersparrenbahn kann sich als teuer erweisen

Doch oftmals ist es damit nicht getan. Denn dieser Schneesturm Tristan war ein echter Stresstest für die Qualität der Dächer. Und so sind auch gerade mal 20 oder 30 Jahre alte Dächer betroffen, weil etwa eine minderwertige Untersparrenbahn verlegt wurde. „Dort werden wir die Ziegel und die Lattung abnehmen und erst einmal eine neue Untersparrenbahn verlegen. Dann latten wir wieder ein und verwenden die alten Ziegel wieder oder tauschen die gleich mit aus“, erläutert Winter. Seit Schneesturm Tristan hat er bereits rund 25 zusätzliche Angebote geschrieben.

Wasserflecken und abblätternde Farbe an einer Zimmerdecke über einem Dachfenster.

So sah es mancherorts im Dachgeschoss unter dem Spitzboden aus. Durch die Decke tropfendes Wasser sorgt im Tauwetter für erhebliche Schäden.

Folgeschäden des Schneesturms Tristan sind in aller Munde

Winter wird damit sicher nicht alleine stehen. Das Thema ist vor allem in Nordrhein-Westfalen und dem südlichen Niedersachsen überall akut. Die regionalen Zeitungen befragen die Dachdecker und titeln, wie die Neue Osnabrücker Zeitung, „Telefon steht bei Osnabrücker Dachdeckern nicht mehr still“. Wer da fachgerecht und mit bestem Material arbeitet, wird weitere Aufträge erhalten.

Bild von Schneeverwehungen auf dem Dachboden

Schäden durch Flugschnee auf dem Dachboden sind nicht als Elementarschäden über die Versicherung abgedeckt. (Foto: Dachdeckerinnung Osnabrück)

Versicherungen bezahlen keine Flugschnee-Schäden

Denn so einige betroffene Hausbesitzer bemerken jetzt, dass sie damals bei der Dacheindeckung am falschen Ende gespart haben. Auch deshalb, weil es bei den fälligen Reparaturen ans eigene Geld geht. Denn die Versicherungen kommen für die Schäden von Schneeverwehungen oder Flugschnee nicht auf, es sind keine Elementarschäden. Gut, wenn da der Winter kommt, aber diesmal in Gestalt von bestens ausgebildeten Dachdeckern des gleichnamigen Betriebs.

Sie interessieren sich für das Thema betriebliche Organisation? Dann lesen Sie unsere Story über einen Dachdecker, der neue Stadtquartiere mitentwickelt.

Knut Köstergarten

Schreibt seit über zehn Jahren für das Printmagazin „Das Dach“ und leitet dort und bei Dach live die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und inzwischen auf die Bereiche Politik und Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge – gerade auch von Unternehmern.

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