Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Mann in weißem T-Shirt steht vor einem blauen Transporter mit Leitern auf dem Dach.

100 Jahre Dachdecker Karl Stauch: Praktikant wird Chef

Kai-Uwe Bohn

22. Oktober 2024

Grund zum Feiern: 100 Jahre gibt‘s jetzt schon den Dachdeckerbetrieb Karl Stauch in Krefeld – eine anerkannte und beliebte Handwerksfirma. Die jüngere Geschichte des erfolgreichen Unternehmens zeigt, wie eine neue Generation an der Spitze das Bewährte fortführt und dem Traditionsbetrieb die Zukunft sichert.

Marc Ixkes startet als Praktikant

Reise zurück in der Zeitmaschine – und nein, es geht nicht um das Gründungsjahr 1924. Sondern um einen windigen Tag 2010, an dem der 16-jährige Marc Ixkes sein Dachdecker-Praktikum bei der Karl Stauch GmbH in Krefeld begann. Zusammen mit Geselle Thomas Müller montierte er am ersten Tag Fallrohre an einem Anbau der Burg Linn, einer Wasserburg in Krefeld. „Es fing dann an zu regnen und wir haben ab 12 Uhr Schlechtwetter gemacht. So früh Feierabend, das hat mir als Teenager natürlich sehr gefallen. Das ist meine Firma, habe ich mir gedacht“, erinnert er sich lachend.

Ein lächelnder Mann steht vor einer blauen Wand, trägt eine graue Jacke mit schwarzem Reißverschluss und Firmenlogo, die Arme verschränkt.
Mit 16 Jahren Praktikant und heute Chef: Dachdeckermeister Marc Ixkes. (Foto und Titelfoto: Karl Stauch)

Als Praktikant noch nicht die Arbeit erfunden

Was der Praktikant zu diesem Zeitpunkt beim besten Willen nicht wissen konnte: Es wurde seine Firma. Und das im Wortsinn, denn heute ist Marc Ixkes Dachdeckermeister, Gesellschafter und Geschäftsführer der Karl Stauch GmbH. „Es lohnt sich also, Praktikanten zu zeigen, was es mit unserem Gewerk auf sich hat und wie schön der Beruf sein kann“, sagt er zu seinem eigenen Werdegang. Erst später erfuhr er, dass Geselle Thomas Müller – heute sein Freund – der damaligen Geschäftsleitung von einem eher faulen Praktikanten berichtet hatte: „Was sollen wir mit dem? Das gibt nichts, gucken Sie, dass sie den wieder los werden…“

Karl Stauch: 100 Jahre ein kleines, aber feines Team

Nein, sie wurden ihn nicht mehr los, aber dazu später mehr. Dass es überhaupt die Firma Karl Stauch war, bei der er landete, war schon damals dem guten Betriebsklima geschuldet: „Ich hatte mir drei Firmen für ein Praktikum angeguckt und Stauch war mir am sympathischsten.“ Das überrascht nicht. Seit Karl Stauch Senior seine Dachdeckerfirma 1924 in Krefeld gegründet hatte, war das Team immer klein, aber fein, hielt zusammen und war für gute Stimmung bekannt.

Drei Menschen in schwarzer Arbeitskleidung stehen vor einem Firmenplakat mit der Aufschrift „Stauch Dachdecker Karl Stauch GmbH“ und lächeln in die Kamera.
Das Team Karl Stauch (von links): Marc Ixkes, Domenik Nissing, Thomas Müller, Francesca Lautenschläger, Hjalmar Klebb und Dominik Gasse. (Foto: Karl Stauch)

„Jeder kennt den Namen Karl Stauch“

Zu tun gab und gibt es in der mittelgroßen Stadt am Rande des Ruhrgebiets für einen erfahrenen Dachdeckerbetrieb immer – vor dem Krieg, nach dem Krieg, in den jüngeren Jahrzehnten und heute. „Jeder, der in unserer Gegend Eigentum hat und sich schon mal um einen Dachdecker bemühen musste, kennt den Namen Karl Stauch. Viele Kunden sind Stammkunden und beauftragen uns, wenn es rund ums Dach geht“, sagt Marc Ixkes selbstbewusst.

2015 kam wieder Marc Ixkes ins Spiel

Nach Karl Stauch Senior übernahm Sohn Karl Stauch Junior. 1985 wechselte die Geschäftsführung auf Bea Stauch, die zuvor schon lange Zeit die Geschicke im Büro bestimmt hatte. 1992 trat Ralf Botta als Mitinhaber in den Betrieb ein. Bea Stauch und Ralf Botta führten das Unternehmen gemeinsam insgesamt rund 30 Jahre erfolgreich, bevor es Zeit für einen Generationenwechsel wurde. Und bei dem kam 2015 wieder Marc Ixkes ins Spiel.

Ein Mann arbeitet mit einer Bohrmaschine auf einem Dach, das mit Folie und Holzlatten bedeckt ist. Gerüst und blauer Himmel im Hintergrund.
Nach der Ausbildung arbeitete Marc Ixkes eineinhalb Jahre in einem Bremer Betrieb. (Foto: Karl Stauch)

Dem hatte nämlich das Praktikum 2010 so gut gefallen, dass er gleich seine Dachdeckerausbildung bei der Karl Stauch GmbH machte. „Später verschlug es mich dann für eineinhalb Jahre in einen Betrieb nach Bremen.“ Bald wollte Ixkes aber wieder zurück in seine Heimatstadt Krefeld. „Zu meinen alten Arbeitskollegen, die zum Teil zu Freunden geworden waren, hatte ich immer noch guten Kontakt.“

Nachfolger für den Betrieb gesucht

Also fragte er als Dachdeckergeselle wieder bei Karl Stauch an und hatte dort auch ein sehr angenehmes Gespräch. Das barg allerdings Überraschungen, denn irgendwie musste man in der Geschäftsleitung festgestellt haben, dass „der Marc“ mehr Talente als „nur“ die Arbeit auf dem Dach in sich hatte. Tatsächlich wurde nämlich nicht nur zugesagt, dass er wieder dort anfangen kann. „Die sagten mir auch, dass sie einen Nachfolger für ihren Betrieb suchen und dachten da offenbar an mich, einen damals 21-Jährigen!“, erinnert sich der heutige Geschäftsführer.

Ein Mann mit kurzem Haar hält einen Geschenkkorb im Freien, umgeben von weiteren Menschen bei sonnigem Wetter.
Carsten Indrikson, Fachberater Dachziegel bei Laumanns, gratuliert zum 100-jährigen Bestehen. (Foto: Büntig)

2021 die vierte Generation eingeläutet

Was ihm heute ein Lachen ins Gesicht zaubert, war damals eine echte Überraschung. „Auf gar keinen Fall“, lautete denn auch seine Antwort. Allerdings mit einer kleinen Hintertür, man soll niemals nie sagen. „Ich wollte einfach in den Betrieb reinwachsen, meine Erfahrungen auf dem Bau und im Büro machen und so das Handwerkszeug erlernen, um vielleicht tatsächlich später einmal das Geschäft zu übernehmen.“ Um es kurz zu machen: so kam es. Nachdem er bereits 2016/2017 erfolgreich die Meisterschule besucht hatte, fühlte sich Marc Ixkes zum Jahresanfang 2021 weit genug, um die vierte Generation der Karl Stauch GmbH aus Krefeld einzuläuten.

Auftragsbücher für mehrere Monate voll

Seither sind fast vier Jahre vergangen, in der die Erfolgsgeschichte des Betriebs weiterging. Der hat zurzeit fünf Mitarbeiter – neben Ixkes die drei Gesellen Thomas Müller, Hjalmar Klebb und Dominik Gasse, den Auszubildenden Domenik Nissing und mit Francesca Lautenschläger die gute Seele, die im Büro die Fäden zusammenhält. Der Laden läuft, die Auftragsbücher sind derzeit bis in den April 2025 hinein voll.

Eine Frau mit blonder Frisur und gemusterter Bluse steht vor mehreren Menschen im Freien, im Hintergrund ein Zaun und ein Schild mit Text.
Auf der Jubiläumsfeier gratulierten die ehemalige Geschäftsführerin Bea Stauch und der Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf, Bernd Münzenhofer. (Foto: Büntig)

Großauftrag als sportliche Herausforderung für kleine Firma

„Am liebsten machen wir Steildachsanierungen“, sagt der Chef. „Flachdach- und Terrassensanierung, Kleinaufträge, Regenrinnen, der Tausch von Velux-Fenstern, all das ist ebenfalls unser Brot-und-Butter-Geschäft.“ Im Februar 2024 hat die Firma „das größte Steildach in der Karl Stauch-Ära“ mit 690 Quadratmetern eindecken dürfen. „Dabei handelte es sich um eine Wohnstätte für Behinderte. Für den Betreiber arbeiten wir schon seit Ewigkeiten, das gibt man dann nicht gern in fremde Hände. Das war eine sportliche Herausforderung – ein solch großes Dach macht eine eher kleine Firma wie wir nicht jeden Tag.“

Dachansicht mit schwarzen Ziegeln und gelber Unterkonstruktion, umgeben von Bäumen im Hintergrund.
"Am liebsten machen wir Steildachsanierungen", sagt Marc Ixkes. (Foto: Karl Stauch)

Der Trend geht zur Holzfaserdämmung

Aber Marc Ixkes „steht auf neue Herausforderungen“, wie er selbst sagt, und kann sich auf ein eingespieltes Team verlassen – „und dann ist auch sowas gut zu schaffen.“ Bei einem Folgeprojekt für die Behinderten-Wohnstätte kam zum Beispiel auf 250 Quadratmetern die Holzfaserdämmung von Gutex zur Verwendung, auf die Ixkes verstärk setzt, seitdem er die Leitung übernommen hat. „Das wird nachgefragt, also machen wir es“, sagt er dazu.

Jubiläumsfeier mit Biergartenatmosphäre

Besonders schön war Ende September 2024 die 100-Jahr-Feier. „Wir konnten in unserem kleinen Innenhof rund 50 Gäste empfangen – Familie und gute Freunde, Außendienstler, Industriepartner und Lieferanten", berichtet Ixkes. Weil sich viele Branchenvertreter kannten, die Atmosphäre ungezwungen und locker war und das Wetter bestens, kam Biergartenfeeling und Stimmung auf. „Ein traumhaftes Jubiläum“, freut sich der Chef, „ich nehme das mal als positiven Fingerzeig für die Zukunft des Unternehmens.“

Eine ältere Frau in rosa Jacke umarmt einen jüngeren Mann und hält einen bunten Blumenstrauß. Beide lächeln sich an, im Hintergrund verschwommene Personen.
Auch seine Mutter ließ es sich nicht nehmen, Marc Ixkes zum Betriebsjubiläum zu gratulieren. (Foto: Karl Stauch)

Fallrohre werden jetzt auch bei Regen montiert

Dass wie 2010 beim Praktikum von Marc Ixkes bei Regen keine Fallrohre mehr montiert werden können und deswegen Schlechtwetter gemacht wird, soll sich in dem Krefelder Dachdeckerbetrieb übrigens inzwischen geändert haben. „Jetzt geht das auch bei Regen“, flachste der Firmenleiter in seiner Jubiläumsrede, „Gerüchten zufolge soll das am neuen Chef liegen. Aber mal ehrlich: Ich bin stolz auf meine Mitarbeiter und froh, mit ihnen allen das Team der Karl Stauch GmbH bilden zu dürfen!“

Sie interessieren sich für Betriebsgeschichten? Dann lesen Sie unsere Story über Dachdeckermeister Voß, seine Solargalerie und sein erfolgreiches PV-Geschäft.

Kai-Uwe Bohn

Kai-Uwe Bohn ist ausgebildeter Journalist und seit mehr als 40 Jahren im Geschäft. Er fühlt sich in vielen Themenfeldern zuhause, kann sich aber vor allem für das „richtige Leben“ rund um Wirtschaft, Handwerk, Handel und Dienstleistungen begeistern. Dass er Politikwissenschaft bis zum Diplom studiert hat, hilft ihm, die Zusammenhänge im Hintergrund richtig einzuordnen. Im Mittelpunkt seines Interesses stehen stets die Menschen, die Mögliches und Unmögliches wahr machen.

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