Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Mann im Anzug und mit Brille spricht auf einer Bühne, Hintergrund unscharf, Fokus auf seine Gestik.

Handwerk-Coach: Persönliche Ziele für mehr Zufriedenheit

Knut Köstergarten

29. April 2021

Coaching für Chefs im Handwerk – da winken sicher auch viele Dachdecker ab. Doch warum ist das noch immer so? Ein Grund ist sicher, dass viele Chefs tief im Tagesgeschäft und im Funktionsmodus stecken. Sie kommen gar nicht mehr dazu, sich zu fragen, warum sie ihren Job eigentlich machen, was ihre grundlegende Motivation ist.

Bild von Handwerk-Coach Udo Hermann

Als Schreinermeister zu Gast bei einem Kunden: Udo Herrmann kennt das Handwerk aus seiner täglichen Praxis. (Alle Fotos: Herrmann)

Wer Stress hat, macht zu viel von den falschen Dingen

Für Handwerk-Coach Udo Herrmann geht es deshalb im ersten Schritt darum, endlich wieder Luft zum Atmen zu finden. Er sagt: „Wer Stress hat, macht zu viel von den falschen Dingen.“ Doch wie lässt sich eine Veränderung angehen. „Profis holen sich dafür Profis“, sagt Herrmann. „Alleine am Schreibtisch ändert sich nichts, es braucht Störungen und Unterbrechungen der Routinen.“ Im persönlichen Coaching auf Augenhöhe lassen sich sinnvolle Ziele entwickeln. „Beim  Coaching geht es im Gegensatz zur Beratung nicht darum, fertige Werkzeuge anzuwenden. Das bewegt zu wenig und ist nicht nachhaltig“, mein Herrmann.

Bild von Handwerk-Coach Udo Hermann mit Mitarbeiter

Mitarbeiterführung im eigenen Betrieb: Udo Herrmann.

Auswahl Handwerk-Coach: es muss menschlich passen

Das ist beim Coaching anders, da kommt der Erfolg vom Klienten selbst. Der Coach unterstützt das mit Fragen und Moderation. Er kitzelt etwa im Gespräch die Wünsche und Ziele heraus mit Empathie und Verständnis. „Doch am Ende kommt alles vom Chef selbst, es ist seine Verantwortung, eine persönliche und berufliche Veränderung anzustoßen“, sagt Herrmann. Und wie wähle ich einen Coach aus? „Erstmal telefonieren, aber dann einmal in die Augen schauen. Denn es muss eben persönlich, menschlich passen. Es geht um Vertrauen in der Begegnung“, meint Herrmann.

Udo Herrmann stellt sein Buch „Endlich alles im Lot“ vor:

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Erster Schritt zur Veränderung: persönliche Auszeit

Der erste wichtige Schritt ist dann eine persönliche Auszeit. „Ich empfehle, von Freitag bis Sonntag alleine wegzufahren. Es geht um einen Ortswechsel, das kann am Meer sein oder in den Bergen. Also in der Natur sein, Essen gehen, alles mal sacken lassen.“ Dort in der Ruhe und ohne Arbeit natürlich kommen die Fragen von selbst.

Das könnte sein: Wofür bin ich mal angetreten als Dachdecker oder Zimmerer? Was macht mir Freude und Spaß an meinem Beruf und bei den Aufträgen? Was ist mir wichtig neben der Arbeit? Wie kann ich meine Kunden begeistern? Jetzt geht es darum, ehrlich die Fragen zu beantworten. „So kommt ein Prozess in Gang, sich rausziehen bringt immer was“, weiß der Schreinermeister und Vater von drei Kindern auch aus persönlicher Erfahrung.

Bild von Handwerk-Coach Udo Hermann auf dem Kilimanjaro

Seine eigene persönliche Auszeit nahm Udo Herrmann bei einer Wanderung auf Afrikas höchsten Berg, den Kilimanjaro.

Ziele festlegen für mehr Klarheit

Gerade bei Betrieben mit mehr als fünf Mitarbeitern stellt sich die Sinnfrage schnell. „Der Chef macht irgendwie alles. Aber je mehr Abläufe ohne Chef funktionieren, desto besser ist es eigentlich“, erklärt Herrmann. So ein Veränderungsprozess sollte auf drei bis fünf Jahre angelegt sein. Dabei gilt es, persönliche Ziele festzulegen, sonst bleibt man getrieben vom Tagesgeschäft. Sport, Familie oder Freunde stehen hintenan und daraus resultiert Unzufriedenheit. „Also geht es darum, Schritt für Schritt den Tag besser zu strukturieren, auch mal Nein zu sagen. Es braucht Klarheit, wo man hin will“, erläutert Herrmann.

Bild von Handwerk-Coach Udo Hermann auf der GHF Münster

Udo Herrmann ist auch als Vortragsredner in Sachen Handwerk unterwegs.

Veränderung braucht Begleitung von außen

Nach der Auszeit folgt ein erster Fahrplan. Es geht um das Festlegen von Zielen mit Datum. „Und ich begleite den Prozess mit etwa einem Telefonat pro Woche als Hilfe für die Umsetzung sowie einem persönlichen Treffen im Monat“, sagt Herrmann. Dann wird die Sache nachhaltig. „Ohne Begleitung ist das einfach eine Überforderung, weil so ein Veränderungsprozess ungewohnt ist“, sagt Herrmann. Doch so eine Reise lohnt sich, als wenn am Ende wieder ein persönlicher und beruflicher Sinn steht.

Gerade weil ihnen dieser Sinn über die Jahre abhandengekommen ist, suchen doch immer wieder Chefs einen Handwerk-Coach. „Einige haben Angst, das Niveau nicht halten zu können. Ich war zwölf Jahre erfolgreich, was sind jetzt meine Ziele, was begeistert mich?“, kennt Herrmann die Fragen. „Zu starten ist immer einfacher, wenn einiges im Argen liegt.“

Bild von Handwerk-Coach Udo Hermann

Begeisterung vermitteln sollte jeder Chef gegenüber seinen Mitarbeitern und Kunden. So lautet eine wichtige Botschaft von Udo Herrmann.

Der Chef sollte Begeisterung vermitteln

Dass ein Betrieb deutlich mehr Rendite als ein anderer erwirtschaftet, hat seine Gründe, wobei der Preis eher zweitrangig ist. „Es geht um unsere Einstellung gegenüber Mitarbeitern und Kunden. Erfolgreich ist, wer Kunden unbedingt begeistern will. Gibt es etwa Reklamationen, fließt das Geld sofort zurück“, erklärt Herrmann. Dafür braucht es einen Chef, der selber Begeisterung vermittelt und der seine persönlichen und beruflichen Ziele kennt und konsequent verfolgt.

Sie interessieren sich für Themen rund um die betriebliche Organisation? Dann lesen Sie unsere Story über einen Dachdecker, bei dem schon der Name Programm ist.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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