Handwerk on Tour: Junge Klempnermeister begeistern Schüler
28. August 2025
Dass auch das Dachhandwerk ein Nachwuchsproblem hat, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Dachdecker, Zimmerer, Spengler – sie alle werden von Fachbetrieben händeringend gesucht. Zwei leidenschaftliche junge DachdeckerInnen haben sich daher auf den Weg gemacht, das Problem bei der Wurzel zu packen und junge Menschen für ihren Beruf zu begeistern. Bei der vom Hersteller Prefa unterstützten Aktion „Handwerk on Tour“ besuchen die Dachdeckermeisterin Fabienne Ellermeier aus Kalletal und der Dachdecker- und Spenglermeister Marvin Bürger aus Brilon Schulen in ganz Deutschland.
Die beiden sind in mehrfacher Hinsicht zwei spezielle Repräsentanten ihres Fachs: Fabienne Ellermeier ist Deutschlands jüngste Dachdeckermeisterin und mit ihren inzwischen 23 Lebensjahren selbst noch gar nicht so weit von den angehenden Auszubildenden und Berufseinsteigern entfernt. Marvin Bürger, 29, hat gleich zwei Meistertitel und sich vor zwei Jahren mit seinem eigenen Klempnerbetrieb selbständig gemacht und bekommt den akuten Mangel an Fachkräften hautnah mit.
Sie wollen mehr über Fabienne Ellermeier erfahren? Dann lesen Sie unser Portrait!

Spengler, der unbekannte Beruf
So verwundert es auch nicht, dass der Impuls, Schulen zu besuchen, von ihm kam: „Marvin hatte die Idee, in die Schulklassen zu gehen und den jungen Leuten zu erzählen, was das Handwerk ausmacht, wie toll es ist, darin zu arbeiten. Gerade die Spengler haben extreme Nachwuchssorgen, schon weil kaum jemand weiß, was ein Spengler ist und was er tut“, erzählt Fabienne Ellermeier. „Viele verwechseln den Beruf mit dem des Sanitär- und Heizungsfachmanns und wissen gar nicht, dass Spengler Dächer und Fassaden mit Metall gestalten, Experten für Dachentwässerung und so weiter sind.“

Handwerk on Tour: acht Schulen besucht
Das wollten die beiden jungen Meister, die sowohl beruflich als auch privat ein Team sind, ändern. „Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen Schülerinnen und Schüler fürs Dachhandwerk begeistern und ihnen zeigen, dass diese Berufe so viele Möglichkeiten und Chancen bieten!“ Dafür waren sie in diesem Jahr im Rahmen von Handwerk on Tour an acht Schulen in ganz Deutschland unterwegs – während der Unterrichtszeit, für sie also während ihrer Arbeitszeit. „Marvin ist ja selbständig, er konnte sich seine Zeit also ganz gut einteilen. Ich bin angestellt und wurde für meinen Botschafter-Nebenjob an diesen Tagen von den Baustellen freigestellt.“ Für den Verdienstausfall kam Projektpartner Prefa auf. „Dafür und für die Unterstützung bei der Terminplanung und Koordination mit den Schulen sind wir sehr dankbar, das ist nicht selbstverständlich“, so Ellermeier.

In der Praxis weicht Schüchternheit dem Spaß
Dass sich der finanzielle wie auch der zeitliche Aufwand für Handwerk on Tour lohnt, davon sind die beiden jungen Meister überzeugt. „Wir haben durchweg positives Feedback erhalten, was uns natürlich riesig freut“, berichtet Fabienne Ellermeier. Dabei reagierten viele Schülerinnen und Schüler erstmal zurückhaltend: „Wir haben unsere Besuche immer mit einem theoretischen Teil begonnen, in dem wir viel über uns und unseren Weg ins Handwerk berichtet haben. Da waren die meisten noch sehr schüchtern und haben nur zugehört, kaum gefragt.“ Im anschließenden Praxisteil des Schulbesuchs seien die Jugendlichen dann aber aufgetaut: „Wir haben ihnen Materialien und Werkzeuge gezeigt und zusammen Vogelhäuschen aus Metall gebaut. Das hat irgendwie das Eis gebrochen. Plötzlich kamen ganz viele Fragen, es wurde viel gelacht und alle hatten echt Spaß an dem Projekt!“

Begeisterung bei vielen Mädchen geweckt
Gerade Mädchen haben scheinbar von „Handwerk on Tour“ profitiert: „Im Nachgang habe ich ganz viele Nachrichten von Mädels über Instagram bekommen, die sich bedankt haben, es total cool fanden, dass wir ihnen solche Einblicke geben konnten und die sich nun sogar vorstellen können, selbst den Weg ins Handwerk zu gehen. Das ist natürlich eine super Bestätigung für uns und freut uns mega!“ Auch die Lehrkräfte waren sehr angetan. „Viele wünschen sich, dass wir wiederkommen, weil wir ja nicht alle Klassen abdecken konnten, sondern meist nur zwei oder drei Klassen pro Schule.“

Handwerk on Tour für 2026 bereits in Planung
Ein Projekt für die Zukunft also? „Unbedingt“, lacht die Dachdeckermeisterin, die aus dem Familienbetrieb Ellermeier Bedachungen, Mitglied der DEX eG, stammt. „Wir sind bereits jetzt in der Planung für die Fortsetzungsrunde von Handwerk on Tour. Ab Dezember 2025 sind wir wieder unterwegs – wieder mit der tollen Unterstützung durch unseren Partner Prefa. Im Winter ist die Arbeit auf der Baustelle ja auch besser überschaubar, darum ist da unsere Zeit gut investiert in die Nachwuchsgewinnung fürs Handwerk. Marvin und ich freuen uns jedenfalls schon sehr darauf, weitere junge Menschen für die Berufe rund ums Dach zu begeistern!“