Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Mann mit grünem Basecap und dunklem Hoodie steht mit verschränkten Armen draußen, im Hintergrund weitere Personen, alle lächeln.

Zimmerer Tim Durach startet erfolgreich neue Handwerksgeneration

Kai-Uwe Bohn

18. Juni 2024

Auf eigenen Füßen stehen statt den Familienbetrieb zu übernehmen – das war der Weg von Tim Durach, der in seiner Firma Durach Dach- und Holzbau GmbH im westfälischen Langenberg Zimmerei und Dachdeckerei nahtlos miteinander verbindet. Lesen Sie hier, wie das Unternehmen nicht nur mit guter Arbeit, sondern auch mit einer beeindruckenden Darstellung im Internet punktet.

Tim Durach hatte seine Zimmererausbildung 2009 abgeschlossen und arbeitete in den ersten Berufsjahren im Betrieb seines Vaters in Lippstadt. Das Handwerk war ihm praktisch in die Wiege gelegt worden: „Ich bin als kleiner Steppke auf Baustellen aufgewachsen und es war später eine Zeit lang im Gespräch, den Betrieb zu übernehmen“, erinnert er sich. Soweit sollte es dann aber doch nicht kommen. 2016 und 2017 folgten erstmal Meistertitel im Zimmerer- und Dachdeckerhandwerk. „Das war nicht immer einfach, weil ich meine beiden Meister parallel zur Arbeit an der Abendschule und abschließend in Vollzeit gemacht habe.“

Ein Bauarbeiter mit schwarzer Jacke und Baseballkappe steht auf einer Baustelle, mit Werkzeug am Gürtel und „Durach“ auf dem Rücken.
Dachdecker und Zimmerer, Männer und Frauen: Bei Holzbau Durach setzen sie auf Vielfalt. (Alle Fotos: Holzbau Durach/Stork Media)

Kombi von Dachdeckerei und Zimmerei von Vorteil

Statt für die Übernahme des väterlichen Bertriebs entschied sich Tim Durach, seinen eigenen Weg zu gehen. Ihm war von Anfang an klar, dass es die Kombination von Zimmerei und Dachdeckerei sein musste. „Da gibt es ja mittlerweile so viele Überschneidungen, da ist es heutzutage von Vorteil, beide Gewerke zu kombinieren.“ 2018 gründete er deshalb seine Firma Durach Dach- und Holzbau, die seit 2021 eine GmbH ist.

Ein Hausdach im Bau mit Holzstruktur, Baugerüst und Baumaterialien, im Hintergrund Häuser und Bäume in einer Wohngegend.
Eine Steildachsanierung inklusive Gauben.

Idealer Standort in Langenberg

Tim Durach begann alleine, aber die Expansion kam schnell, denn die Auftragsbücher waren voll. 2019 entschied er sich deshalb, im nahen Langenberg durchzustarten – an einem idealen Standort an der B 55, mit Städten wie Bielefeld, Rheda-Wiedenbrück, Paderborn, Lippstadt und dem auch noch gut erreichbaren Ruhrgebiet in der Nähe. Das Unternehmen wuchs schnell, heute beschäftigt es bereits 22 Mitarbeiter. Auch Durachs Bruder Chris unterstützt mit seiner langjährigen Erfahrung den Betrieb als angestellter Zimmerer. Er ist mittlerweile unverzichtbar für die Firma.

Ein Mann in Arbeitskleidung und Mütze arbeitet an einem großen Werkstück in einer Werkstatt oder Fabrikhalle.
Holzbau Durach verfügt über eine eigene Produktion für die Vorfertigung der Holzrahmenbau-Elemente.

„Neue Handwerksgeneration mit innovativer Technik“

Dass es mit Durach Dach- und Holzbau steil bergauf geht, zeigt unter anderem der Neubau des 300 Quadratmeter großen Bürogebäudes samt Aufenthaltsräumen. Tim Durach bewirbt seine Firma als „neue Handwerksgeneration mit innovativer Technik. Wir haben einen Fuhrpark auf dem aktuellen Stand, die passenden modernen Maschinen und die neuesten Werkzeuge für den Dachdecker- und Zimmereibereich. Unser Firmengelände haben wir jetzt gerade um- und ausgebaut, arbeiten auch in der Produktion mit neuen, leistungsfähigen Geräten, beispielsweise mit einem eigenen Kran oder einem Vorfertigungstisch für Holzrahmenbau-Elemente.“

Modernes Gebäude mit vertikaler Holzverkleidung in Natur- und Schwarztönen, steht auf grauem Boden, Bäume im Hintergrund, Himmel bewölkt.
Cooler Firmensitz von Holzbau Durach - natürlich mit schöner Fassade aus Holz und Glas.

Mitarbeiter sind das stärkste Pfund

Zu 90 Prozent arbeitet das Unternehmen regional, „die meisten Projekte liegen 30 Fahrminuten um uns herum.“ Das Brot- und Buttergeschäft ist geprägt vom Holzbau, der in fast jedem Bauvorhaben im Bestand vorkommt. Dachsanierungen mit Gaube oder Anbau erfordern das Zusammenspiel der beiden Gewerke Dachdeckerei und Zimmerei, und hier greift bei der jungen GmbH eine Hand in die andere. „Das stärkste Pfund in unserer Firma sind aber eindeutig die Mitarbeiter. Unser Know-how, unser Zusammenhalt und die gute Stimmung sowie unser sehr geringer Altersdurchschnitt von gerade einmal 26 Jahren überzeugen auf jeder Baustelle.“ Tim Durach selbst ist mit 34 Jahren schon einer der Älteren.

Eine Person in Arbeitskleidung steht in einer Werkstatt, von hinten aufgenommen, trägt eine Jacke mit Firmenlogo, arbeitet an einem Werkstück.
Zusammenhalt, gute Stimmung und ein geringer Altersdurchschnitt: Das Team von Holzbau Durach.

Großprojekt in Dortmund gestemmt

Eines der bisher größten Projekte war eine Gebäudeaufstockung im Bestand in Dortmund. „Da konnten wir mal so richtig zeigen, was wir drauf haben“, freut sich Tim Durach. Seine Firma fertigte dafür zahlreiche Elemente in Holzrahmenbauweise vor. Um nach oben zu bauen und damit zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, wurde das Dachgeschoss eines 90 Meter langen Mehrfamilienhauses abgetragen. „Das Besondere für uns war dabei einerseits der Umfang und andererseits, dass wir konsequent ökologisch vorgehen konnten. Alle Baustoffe waren sozusagen ‚grün‘, die Dämmung beispielsweise aus Holzfaserwerkstoffen.“ Gut und klimafreundlich bauen, das macht einem jungen Unternehmen natürlich Spaß. Alles in allem war Holzbau Durach über mehrere Bauabschnitte rund drei Jahre mit dem Projekt beschäftigt.

Ein Dachrahmen aus Holz wird auf einer Baustelle mit einem Kran installiert; ein Arbeiter steht darunter und führt die Platzierung.
Die Wandelemente für ein Sheddach werden angeliefert.

Auch bei Neubauten stets gefragt

Das Bauen im Bestand hat die Firma groß gemacht, mittlerweile ist auch der Neubaubereich ein wichtiger Bereich. „Wir haben inzwischen viele Kunden in diesem Sektor, gerade weil wir hier in Langenberg und Umgebung mit Architekten und Bauunternehmen sehr gut vernetzt sind“, so Tim Durach. Von Flaute bei Neubauten könne in seiner Region nicht wirklich die Rede sein.

Roter Werbebanner mit weißem Text zu Verglasung, Energieeinsparung und Förderung, teilweise sichtbare Person am linken Rand, unten links ein VELUX-Logo.

Internet-Auftritt auf Profiniveau

Aber Durach Dach und Holzbau begeistert nicht allein durch seine handwerkliche Arbeit. Ohne zu übertreiben, beispielhaft ist auch der Internetauftritt der jungen Firma. Auf der Webseite dominieren Fotos und Videos in Profiqualität, die die Durach-Truppe im Einsatz zeigen und die schönen Seiten beider Gewerke gekonnt in Szene setzen. „Das hilft uns sowohl bei den Aufträgen als auch bei der Nachwuchsgewinnung“, ist Tim Durach überzeugt. „Wir leben nun mal in einer Welt, in der es ohne visuelle Reize und Information nicht geht.“ Man baue dabei auf die Unterstützung von Stork Media in Bielefeld: „Dahinter steckt ein alter Kollege von mir, der von Anfang an mit uns zusammengearbeitet hat.“ Betreut wird die Webseite von Freundin Kerstin Kiwitt, die als gelernte Betriebswirtschaftlerin und Personalerin auch das Büro managt.

Bauarbeiten auf einem Hausdach mit einem Kran, umgeben von anderen Häusern und Baustellengerüst.
Ein neues Dachgeschoss realisiert in Holzbauweise als Sheddach mit unterschiedlichen Höhen.

Instagram-Auftritt fußt auf Eigenleistung aus dem Team

Auch bei Instagram ist die Firma äußerst aktiv. Die meisten Fotos, die dort gepostet werden, haben mehrere Hundert Likes. „Hier kommt viel an ,Eigenleistung‘ aus dem Team“, sagt der Chef, „da muss man ja auch ,Stories‘ gestalten, um die Zielgruppe zu binden.“ Auf Papier würde doch heute kaum noch jemand stehen: „Jüngere Menschen lassen sich nur noch online erreichen.“

Mann mit Bart und Brille, trägt eine schwarze Mütze und tätowierten Arm, arbeitet draußen konzentriert an einem Tisch.
Bei Instagram zeigt Chef Tim Durach, was seine Mitarbeiter so alles leisten auf den Baustellen.

Fünf Azubis und ein Profi-Ausbilder

Und genau das schafft die Firma aus Langenberg. Gefragt, wie es mit Nachwuchs und Ausbildung aussieht, überrascht Tim Durach: „Wir kennen kein Fachkräfteproblem und erhalten regelmäßig Bewerbungen. Aktuell haben wir fünf Auszubildende.“ Solche Sätze dürften manch anderem Firmenchef im Lande die Tränen in die Augen treiben. „Zudem haben wir unlängst mit Claus Lübbert einen sehr erfahrenen Mitarbeiter gewinnen können, der vorher im Bildungszentrum Soest als Zimmerer- und Restauratormeister gearbeitet hat. Er begleitet die Ausbildung und achtet darauf, dass das optimal durchgezogen wird.“ Einige Gesellen, die Lübbert in Soest unter seinen Fittichen hatte, sind heute seine Kollegen bei Holzbau Durach. Arbeitsvorbereitung und Bauleitung sind die weiteren Aufgaben des mit 56 Jahren ältesten Mitarbeiters. „Keine Sorge, der ist jung geblieben“, versichert Tim Durach.

Ein Mann arbeitet draußen an einem Holztisch, trägt Brille und schaut konzentriert nach unten. Im Hintergrund ist ein Dach und blauer Himmel zu sehen.
Zimmerer- und Restauratormeister Claus Lübbert ist einer der Erfahrenen im Team und begleitet die Azubis.

Gute Zusammenarbeit mit der DEG Dach-Fassade-Holz

Sein Holzbau-Unternehmen arbeitet beim Materialeinkauf mit der DEG Dach-Fassade-Holz eG zusammen, allerdings mit der etwas entfernteren Niederlassung in Münster. „Diese ist auf Holzbau spezialisiert und war damals unser erster Kontakt zur DEG“, erinnert sich Tim Durach. „Vom Dachstuhl über Dachumdeckung, Flachdächer und Industriebauten ist die DEG natürlich ein starker Partner, weil sie alle Materialien abdeckt. Unser Ansprechpartner Klaus Bronstering hilft uns, wo er kann.“

Ein Arbeiter mit grüner Mütze und dunkler Jacke arbeitet auf einem Dach aus Holzlatten, im Freien bei Tageslicht.
Team Durach saniert einen in die Jahre gekommenen Dachstuhl.

Nach Wachstumsphase erstmal konsolidieren

Wie so viele Unternehmen der Branche muss sich auch die junge Firma aus Langenberg im Moment keine Sorgen machen: „Für 2024 sind wir mehr oder minder ausgebucht.“ Dabei hilft die Flexibilität des Betriebes, der neben Dächern auch Holzrahmenbauten, Fachwerkarbeiten, Carports oder Flachdächer macht. Nach den Jahren des schnellen Wachstums setzt Tim Durach jetzt zunächst einmal auf Konsolidierung. „Mit der Größe, die wir jetzt haben, fühlen sich alle sehr wohl. Es ist bei uns unglaublich freundschaftlich und familiär, jeder kennt jeden, wir halten zusammen.“ Gute Leute, die ins Team passen, wird Tim Durach aber garantiert nicht wegschicken. „Bei der momentan guten Auftragslage könnten wir durchaus noch ein paar mehr Leute beschäftigen.“

Sie interessieren sich für interessante Betriebsportraits? Dann lesen Sie unsere Geschichte über Dachdecker als erfolgreiche Genossen.

Kai-Uwe Bohn

Kai-Uwe Bohn ist ausgebildeter Journalist und seit mehr als 40 Jahren im Geschäft. Er fühlt sich in vielen Themenfeldern zuhause, kann sich aber vor allem für das „richtige Leben“ rund um Wirtschaft, Handwerk, Handel und Dienstleistungen begeistern. Dass er Politikwissenschaft bis zum Diplom studiert hat, hilft ihm, die Zusammenhänge im Hintergrund richtig einzuordnen. Im Mittelpunkt seines Interesses stehen stets die Menschen, die Mögliches und Unmögliches wahr machen.

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