Knapp neun Millionen Quadratmeter neue Gründächer 2022
Bild von Grüdach

Knapp neun Millionen Quadratmeter neue Gründächer 2022

28. November 2023

 · Knut Köstergarten

Noch nie war das Thema Gebäudebegrünung so präsent wie heute. In jeder Veranstaltung zum Klimawandel, zur Schwammstadt oder zur Stadt der Zukunft spielt das Thema Gründächer eine zentrale Rolle. Noch nie gab es so viel Aufmerksamkeit, so viel Förderung und so viele Forschungsprojekte zu Wirkungen und Neuentwicklungen. Ein kleiner Boom im Vergleich zur Photovoltaik, aber durchaus auch lukrativ für Dachdecker und Zimmerer, gerade im Hinblick auf die Kombination Gründächer und PV-Anlagen.

Erste Bundesförderung für Solar-Gründächer

Es ist laut Marktbericht Gebäudegrün 2023 des Bundesverbands GebäudeGrün (BuGG) anzunehmen, dass die Verbindung von Photovoltaik und Dachbegrünung noch viel häufiger als Pflicht gefordert sowie mit Zuschüssen finanziell gefördert wird. Als erstes Bundesland plant Hamburg die Einführung einer „Solargründach-Pflicht“. Auch in die Bundesförderung ist mit dem Kabinettsbeschluss zum „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ Bewegung gekommen. Dort ist die Förderung von Solar-Gründächern in einer ersten Periode ab Ende 2023 geplant. Dafür werden bis 2026 rund vier Milliarden Euro aus dem Sondervermögen „Klima- und Transformationsfonds“ (KTF) zur Verfügung gestellt. Auch immer mehr kommunale Förderprogramme integrieren einen Zuschuss für die Kombination von Dachbegrü­nung mit PV- oder Solarthermie-Anlagen, um die Mehrkosten der Installation beider Systeme für die Kunden abzu­mildern.

Bild von Gründach mit PV-Anlage
Inzwischen hat auch die Bundesregierung eine erste Förderung für Solar-Gründächer auf den Weg gebracht. (Titelbild sowie alle Fotos & Grafiken: Bundesverband GebäudeGrün)

Weiterbildung zum Gründach-Manager

Hierauf sollten sich Dachdecker und Zimmerer vorbereiten, um Gründächer mit PV-Anlagen ihren Kunden aus einer Hand anbieten zu können. Der BuGG bietet zahlreiche Weiterbildungen, unter ihnen eine speziell für Dachdecker mit dem BBZ Mayen, zum Gründach-Manager. Mit dem entsprechenden Know-how lässt sich für die Betriebe ein zusätzliches, lukratives Geschäftsfeld aufbauen. Denn die Fläche an Gründächern wächst bundesweit kontinuierlich. Im Jahr 2022 sind 8,7 Millionen Quadratmeter Dachfläche neu begrünt worden, eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil von Dachbegrünungen bei den in 2022 neu hinzugekommenen Flachdachflächen, also Neubauten, liegt bei 11,2 Prozent.

Grafik von Diagramm Flachdach und Gründach
In 2022 hinzugekommene Dachbegrünungen im Verhältnis zu neu entstandener Flachdachfläche.

Gebührenreduktion für Gründächer

Begrünte Dächer und Fassaden sind laut BuGG in Deutschland auf dem Vormarsch. Das ist nicht nur ein hoffnungsvoller Trend, sondern auch eine Notwendigkeit für die Städte im Kampf gegen den Klimawandel. Dach- und Fassadenbegrünungen können dazu beitragen, die Hitzebelastung in den Städten zu reduzieren und Hochwasser zu mindern. Die Städte reagieren darauf auch mit ihren Bebauungsplänen, wo inzwischen Gründächer und Fassadenbegrünungen vielerorts verbindlich festgesetzt werden. Bereits 90 Prozent der Städte mit mehr als 50 000 Einwohnern haben laut BUGG dieses Instrument zur Förderung von Dachbegrünung genutzt. Das gilt auch für die Satzungen der Abwassergebühren. Als Ergebnis der BuGG-Recherche 2023 lässt sich festhalten, dass bei 84 Prozent der befragten 193 Städte bereits eine Gebührenreduktion für Gründächer besteht.

Bild von Titel des BuGG Marktreport Gebäudegrün 2023
Der neue BuGG-Marktreport Gebäudegrün 2023 mit aktuellen Zahlen zur Dach- und Fassadenbegrünung in Deutschland.

Immer mehr Städte fördern Gründächer

Zudem lässt sich festhalten, dass aktuell rund 47 Prozent alle Städte mit mehr als 50 000 Einwohnern finanzielle Zuschüsse für Gründächer bereitstellen. Für Fassadenbegrünungen sind es immerhin noch 39 Prozent. Darüber hinaus haben auch Städte mit weniger als 50 000 Einwohnern angegeben, Gründächer zu fördern. Nach Kenntnisstand des BuGG bieten für Dachbegrünungen 55 und für Fassadenbegrünungen 37 kleinere Städte finanzielle Zuschüsse an. Hinzu kommen mit den drei Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin erste Bundesländer, die Förderungen anbieten für Gründächer. 

Bild von urbanem Stadtgarten auf dem Dach
Sogar große, begehbare Dachgärten entstehen heute im städtischen Raum.

Fassadenbegrünung noch eine Nische

Im Vergleich zu Gründächern ist die Fassadenbegrünung noch immer eine Seltenheit. Es sind in 2022 etwa 146 000 Quadratmeter Fassadenflächen als bodengebundene Fassadenbegrünungen mit Kletterhilfen oder als wandgebundene Fassadenbegrünungen realisiert worden. Damit hat sich die ermittelte Gesamtfläche begrünter Fassaden aber gegenüber dem Vorjahr immerhin um 68,6 Prozent gesteigert.

Bild von Fassadenbegrünung
Fassadenbegrünung ist noch immer eine kleine Nische.

Sie interessieren sich für Dachbegrünung? Dann lesen Sie unsere Story über ein Gründach auf dem Steildach.

Artikel jetzt teilen!

Weitere Artikel

Inside ZEDACH

Erfolgreich Kunden werben: Websitebaukasten für Dachdecker

Newsletter-Anmeldung

DACH-Ticker

Positiver Trend im Dachdeckerhandwerk: Steigerung der Azubizahlen

Die aktuellen Zahlen zeigen einen erfreulichen Anstieg der Azubizahlen im Dachdeckerhandwerk. Derzeit erlernen 8490 junge Menschen diesen Beruf, was einem leichten Anstieg um 0,75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 8427 Auszubildenden entspricht. Rolf Fuhrmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH), betont die positive Entwicklung trotz der allgemeinen Ausbildungssituation und intensiver Konkurrenz mit anderen Berufen.

7. Februar 2024

Holzhandel erzielt im Jahr 2023 deutlich weniger Umsatz

Das schwierige wirtschaftliche Umfeld verbunden mit einer sehr schwachen Baukonjunktur sorgten beim deutschen Holzhandel 2023 insgesamt für einen Umsatzrückgang von 15 Prozent. Teilweise ist dieser Umsatzrückgang aber auch weiter nachgebenden Preisen geschuldet. Die Jahresauswertung des monatlichen GD Holz Betriebsvergleiches zeigt deutlich, dass die schwachen Absatzmärkte im vergangenen Jahr voll auf die Umsatzentwicklung der Branche durchgeschlagen haben. Alle wichtigen Sortimente im Holzhandel sind von diesem Umsatzrückgang betroffen, am stärksten Schnittholz mit einem Umsatzrückgang von 24 Prozent.

2. Februar 2024

ifo Institut: Rentenalter an steigende Lebenserwartung koppeln

Das ifo Institut Dresden hat sich dafür ausgesprochen, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. „Einige unserer Nachbarländer haben das bereits beschlossen, so die Niederlande, Schweden und Finnland“, sagt ifo-Rentenexperte Joachim Ragnitz. In den Niederlanden werde folgende Regel angewendet: Wenn die Menschen drei Jahre länger leben, müssen sie zwei Jahre länger arbeiten und bekommen ein Jahr länger Rente. Das Verhältnis von Rentnern zu Erwerbstätigen würde damit auch nach dem Jahr 2040 stabil bei rund 40 Prozent liegen und nicht auf fast 50 Prozent steigen, wie derzeit prognostiziert. 

16. Januar 2024

Beschäftigung auf Rekordniveau: Arbeitsmarkt zeigt sich 2023 widerstandsfähig

Im Dezember 2023 waren rund 2,6 Millionen Menschen arbeitslos. Im Vergleich zum November stieg die Arbeitslosenquote saisonbedingt um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent. Staatssekretärin Leonie Gebers, Bundesministerium für Arbeit und Soziales: „Erfreulich ist, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit 35,1 Millionen im Oktober erneut einen Höchststand erreicht hat und die Nachfrage nach neuen MitarbeiterInnen im Dezember trotz weiterhin schwacher Konjunktur wieder leicht gestiegen ist. Der Arbeitsmarkt erweist sich als verlässlich und widerstandsfähig.“

8. Januar 2024

Dachdecker gilt als am wenigsten durch Künstliche Intelligenz gefährdeter Beruf

Die meisten Büroberufe halten viele Menschen nach einer repräsentativen Umfrage der Marktforscher von YouGov für akut gefährdet, durch Künstliche Intelligenz (KI) ersetzt zu werden. Besser sind die Zukunftsaussichten für die handwerklich geprägten Berufe, bei denen sich die menschliche Komponente nur sehr schwer ersetzen lässt. Den Beruf des Schreiners halten 64 Prozent der Befragten für wenig oder gar nicht gefährdet, 65 Prozent den Beruf Maler und für den Beruf Dachdecker sehen gar 71 Prozent der Befragten wenig oder gar keine Gefahr.

21. Dezember 2023

Mayener Meisterwoche 2024 mit aktuellen Themen

In Mayen werden vom 24.-26. Januar 2024 wieder Tür und Tor für die Mayener Meisterwoche (MMW) geöffnet. Das Programm lässt keine Wünsche offen und beleuchtet die aktuellen Themen der Zeit: Neben wichtigen Neuerungen im Fachregelwerk geht es um Schadensfälle bei PV-Anlagen, die Möglichkeiten und Grenzen einer 4-Tage-Woche in Dachdeckerbetrieben, aber auch Cybersicherheit und KI im Handwerk versprechen interessante Einsichten. Ein Blick in das Programm lohnt auf jeden Fall.

15. Dezember 2023

Neues Führungs-Duo bei Velux Deutschland

Mit sofortiger Wirkung übernehmen Silke Stehr als Sprecherin der Geschäftsführung und Matthias Mager als Geschäftsführer Vertrieb die Leitung von Velux Deutschland. Jacob Madsen, bisheriger Geschäftsführer, wechselt als Executive Vice President Region North Europe in das Top-Management der Velux Gruppe. „Silke und Matthias haben viel Markt- und Branchen-Erfahrung und gestalten Velux schon lange erfolgreich mit,“ erklärt Madsen. „Gemeinsam werden wir unser Qualitätsversprechen, die enge Zusammenarbeit mit den Partnerbetrieben im Fachhandel und Handwerk und die starke Position des Unternehmens weiter ausbauen.“

4. Dezember 2023

Auftragszahlen im Wohnungsbau gehen weiter abwärts

„Seit mehr als einem Jahr verzeichnen wir nun schon negative Zahlen bei Baugenehmigungen und Auftragseingängen im Wohnungsbau. Von Januar bis September wurden fast 77.000 Wohneinheiten weniger genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Die Order sind im September um real 15 Prozent zurückgegangen“, so Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Der Der Wohnungsbau brauche neben dem beim Kanzlergipfel verabschiedeten 14-Punkte-Plan kurzfristige Hilfe, sonst werde der Einbruch noch dramatischer.

24. November 2023

ifo Institut: Auftragsstornierungen im Wohnungsbau erreichen neuen Höchststand  

Die Stornierungswelle im Wohnungsbau reißt nicht ab. Im Oktober meldeten 22,2 Prozent der Unternehmen gestrichene Projekte, im Vormonat waren es 21,4 Prozent. „Es wird immer schlimmer, mehr und mehr Projekte scheitern am gestiegenen Zinsniveau und den teuren Baupreisen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Das Neugeschäft im Wohnungsbau ist weiterhin sehr schwach, die Auftragsbestände der Firmen schmelzen ab.“ 

15. November 2023

ifo Institut: Wirtschaftsleistung 2023 schrumpft um 0,4 Prozent

Das ifo Institut hat seine Konjunkturprognose bestätigt. Demnach wird die deutsche Wirtschaftsleistung 2023 um 0,4 Prozent schrumpfen. Im kommenden Jahr wird sie dann um 1,4 Prozent steigen, aber 0,1 Prozentpunkte weniger als bislang gedacht. Im Jahre 2025 wird das Wachstum 1,2 Prozent betragen. „Anders als bislang erwartet dürfte die Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2023 ausbleiben. Die Abkühlung setzt sich fort, in nahezu allen Branchen steht die Tendenz auf Flaute“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. 

8. September 2023