Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Ein kleines Fenster mit grün-weißem Muster ist in ein geneigtes Blechdach eingebaut.

Klempner-Meisterkurs 2020 bringt absolute Spitzenleistungen

Knut Köstergarten

9. Februar 2021

Julia Peetz ist begeistert vom viermonatigen Klempner-Meisterkurs am BBZ Mayen, den sie als Zweitbeste der insgesamt 16 Teilnehmer absolvierte. „Es war total angenehm, mit den Dachdeckern und den Klempnern. Wir haben uns untereinander sehr viel geholfen. Und jeder hat sich mit jedem persönlich gut verstanden.“ Neben dem kollegialen Miteinander waren auch die Leistungen herausragend im Vergleich zu den Vorjahren. „Sie können stolz auf sich sein. Wir haben eine Meisterprüfung erlebt, die fantastische Arbeiten und eine nie dagewesene Breite in der Spitze hervorgebracht hat“, sagt Lothar Henzler, Vorsitzender der Meisterprüfungskommission für das Klempnerhandwerk der Handwerkskammer Koblenz.

Bild von Teilnehmer des Meisterkurses

Gekonnte Rinnenerweiterung aus Titanzink mit von Hand gezogener Wulst von Florian Reuter aus Oberdürenbach. (alle Fotos: BBZ Mayen)

Klempner-Meisterkurs: hochmotivierte Teilnehmer pushen sich

Wie war das möglich, gerade in Corona-Zeiten mit Maskenpflicht im Unterricht und den Prüfungen? „Von den Dachdeckern waren wir schon die Crème de la Crème, allein die drei besten aus dem jüngsten Meisterkurs der Dachdecker haben gleich den Klempner-Meisterkurs drangehängt. „Und da haben wir uns ein bisschen gegenseitig hochgeschaukelt, alle Teilnehmer waren hochmotiviert“, berichtet Peetz. Ein Kurs also ganz nach ihrem Geschmack. Denn von Julia Peetz muss man wissen, dass sie den Bundeswettbewerb der Auszubildenden 2018 gewann und beim bereits erwähnten  Meisterkurs der Dachdecker den Top-Abschluss hinlegte. Zu ihrem Werdegang ist dies bereits der dritte Artikel in DACH\LIVE.

Highlight kunsthandwerkliche Ausbildung

Was sich dann im theoretischen Unterricht und vor allem der Praxis zeigte, beeindruckte auch die unterrichtenden Dozenten. „Ein extrem wissbegieriger, ehrgeiziger, sehr guter Jahrgang“, urteilte BBZ-Urgestein Georg Diensberg. Die Teilnehmer verwandelten Dächer, Gauben und Fassaden in wundervolle, kreative Arbeiten. Ein Highlight vor der Prüfung war sicherlich der Teil der kunsthandwerklichen Ausbildung. Ein im theoretischen Unterricht von jedem Schüler individuell designter und abgewickelter Gegenstand wurde von der Truppe anschließend gemeinsam in der Praxis gebaut.

Bild von Werkstück aus dem Klempner-Meisterkurs: eine Rose

Filigran in allen Details ausgearbeitetes Werkstück: eine Rose.

Vasen und Rosen: ein Stück schöner als das andere

„Wir haben da drei Tage daran gearbeitet. Alles musste stumpf gelötet werden, denn es durfte ja keine Naht von außen zu sehen sein. Das machen wir wahrscheinlich nie wieder, es kann ja kein Mensch so ein Kunsthandwerk bezahlen“, erzählt Peetz, der das Ganze trotzdem viel Spaß gemacht hat in der Teamarbeit. So entstanden etwa wunderschöne Vasen, Rosen oder Pokale. „Ein Stück ist schöner als das andere“, schwärmt Spengler- und Dachdeckermeister Timo Eberhard und ergänzt: „Die Teilnehmer waren so angetan, dass sie sich kurzerhand entschieden, als Abschiedsgeschenk daraus einen Kalender für uns zu machen. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut.“

Bild von Vase mit Rosen erstellt im Klempner-Meisterkurs

Kunsthandwerk in Vollendung: die Vase mit drei Rosen.

Klempner-Meisterkurs: Ergebnisse lassen Dozentenherz höher schlagen

Auch bei der Prüfung war es der Ehrgeiz der angehenden Klempnermeister, keine schlichten Dachmodelle, sondern Kunstwerke zu gestalten: Die Ergebnisse ließen das Klempnerherz höher schlagen angesichts der Qualität, die bei Segmentgauben, 3D-Rauten, modernen Schindeln, Rinnenerweiterungen und Rundkehlen gezeigt wurde, meint Eberhard.

Julia Peetz realisierte eine Doppelstehfalzdeckung mit eingebundener Satteldachgaube. Diese enthält einen individuell gestalteten Gaubenspiegel mit Karos und einer Fensterbank. „Die Anforderung war, die eine wieder erkennbare, individuelle Gestaltung zu finden. Bei mir ist das Meisterstück gradlinig, ordentlich, plan und vollflächig. Es hat die Karos und die zwei Farben Weiß und Grau.“ Das Alu-Material kam von Prefa.

Bild von Julia Peetz mit ihrem Klempner-Meisterstück

Julia Peetz realisierte als Meisterstück eine Doppelstehfalzdeckung mit eingebundener Satteldachgaube.

Höchste Konzentration beim Klempnern trotz Maske

Vier Tage arbeitete die Dachdeckermeisterin mit Maske durch, einzig in der Mittagspause konnte sie draußen frische Luft tanken. „Die extreme Konzentration beim Klempnern, das war schon heftig, auch mit dem Zeitdruck. Das erste Mal Wasser habe ich in der Mittagspause getrunken. Zum Schluss waren wir alle körperlich am Ende“, beschreibt Peetz die Meisterprüfung in Corona-Zeiten.

Umso beeindruckender waren die Ergebnisse. Alle Teilnehmern bestanden die Prüfung, „obwohl gerade im Hinblick auf die Theorie ein großes Gefälle zwischen den Teilnehmern gab. Aber das haben wir mit gegenseitiger Hilfe aufgefangen“, freut sich Peetz. Ausbilder Timo Eberhard kann da nur den Hut ziehen. „Ihr habt in schwierigen Zeiten Herausragendes geleistet und gezeigt, was mit Willen und Ehrgeiz zu erreichen ist.“ Die beste Prüfung absolvierte Matthias Kremer mit 94,86 Punkten, vor Julia Peetz, die 92,30 Punkte erreichte und Leonhard Schäfer aus Rüsselsheim, der es auf 90,91 Punkte brachte. Der nächste Klempner-Meisterkurs startet im August 2021 am BBZ in Mayen, Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Bild von Matthias Kremer vor seinem Klempner-Meisterstück.

Der Prüfungsbeste Matthias Kremer aus Trier vor seinem Meisterstück.

Nach zwei Meisterkursen: Julia Peetz freut sich auf die Baustellen

Für Julia Peetz ist das Lernen in den beiden Meisterkursen nach eineinhalb Jahren vorbei. „Ich bin froh, wieder richtig arbeiten zu können. Es hat mir echt gefehlt, meine Kenntnisse draußen in der Praxis umsetzen und vertiefen zu können. Da kann ich noch viel besser werden.“ Im Familienbetrieb Peetz Bedachungen GmbH in Tübingen möchte sie langsam in eine Führungsrolle hineinwachsen. Zuständig ist sie bereits für die Dachdecker-Lehrlinge. „Gerade jetzt bei dem Schlechtwetter sollen sie auch etwas lernen, wenn es nicht auf die Baustelle geht“, erläutert Peetz. Aktuell gibt es eine Auszubildende, sie heißt auch Julia.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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