Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Drei junge Erwachsene in Arbeitskleidung stehen vor einer industriellen Metallkonstruktion in einer Werkhalle.

Klempnermeisterkurs: Werkstücke spiegeln persönliche Handschrift

Knut Köstergarten

2. April 2026

Nach über 15 Jahren ist es endlich wieder so weit: Thüringen hat seinen Klempnermeisterkurs zurück. Die Dachdeckerfachschule Lehesten setzt ein starkes Zeichen für die Branche und bietet seit August 2025 erstmalig die Möglichkeit, den Klempnermeister zu erwerben. Mit großem Erfolg wurde nun der erste Vorbereitungslehrgang inklusive Prüfung abgeschlossen – ein wichtiger Schritt für die Fachkräfte von morgen und ein Meilenstein für die Weiterbildung in der Region. Zehn Teilnehmende zeigten handwerkliche Präzision und technische Kompetenz. Der nächste Kurs könnte schon im August 2026 starten. „Wir hatten Dachdeckermeister, Klempnergesellen, Zimmerermeister und -gesellen unter den TeilnehmerInnen“, erklärt Amadeus Höhn, Bildungsstättenleiter in Lehesten.

Rotes, stilisiertes Buchsymbol über dem Text „LIVE LES“.Coole Kooperation: Zwei Spenglermeister bauen Turmspitze!

Innovationskraft und Engagement

Die Dachdeckerfachschule Lehesten blickt auf eine über 115-jährige Geschichte zurück und hat sich seit ihrer Gründung als zentrale Institution für Aus- und Weiterbildung in Thüringen etabliert. „Die kontinuierliche Erweiterung des Lehrgangsangebots – darunter die Einführung der Teile III und IV der Ausbildung zum Dachdeckermeister seit 2022 sowie der Zimmerermeisterkurs im Jahr 2017 – unterstreicht die Innovationskraft und das Engagement der Schule“, so Höhn.

Mann mit Glatze und weißem Hemd, verschränkt die Arme und lächelt, steht draußen vor einem Gebäude bei Sonnenlicht.
Amadeus Höhn ist Bildungsstättenleiter in Lehesten. (Alle Fotos: Dachdeckerfachschule Lehesten)

Zehn motivierte Teilnehmende

Den neuen Klempnermeisterkurs hat Höhn gemeinsam mit seinem Team bereits Ende 2024 konzipiert und nun erfolgreich umgesetzt. „Hiermit besteht jetzt wieder die Möglichkeit, den Klempnermeistertitel bei uns in Thüringen zu erreichen“, berichtet Höhn. Mit dem jetzt beendeten ersten Kurs ist er sehr zufrieden. „Wir hatten zehn motivierte Teilnehmende, acht Männer und zwei Frauen aus drei Bundesländern.“

Mehrere Personen arbeiten in einer Werkstatt mit Holz- und Metallmaschinen, im Vordergrund eine blaue Maschine von Schechtl, im Hintergrund Werkbänke und Fenster.
Klempnermeisterkurs: Einblick in die praktische Arbeit an den Dachmodellen.

Rotes, stilisiertes Buchsymbol über dem Text „LIVE LES“.Lest unsere Story zum 75-jährige Bestehen der Lorenz-Burmann-Schule in Eslohe!

Rund 790 Unterrichtseinheiten

Die rund 790 Unterrichtseinheiten teilen sich auf Praxis und Theorie auf. Während es in der Praxis um Inhalte wie Dachdeckungen, Dachentwässerung, Fassadenbekleidung und kreative Gestaltung geht, wurde in der Theorie Wissen in Werkstoffkunde, Bauphysik, Fachrechnen und Fachzeichnen, CAD, Dach- und Fassadensysteme, Bauvertragsrecht, Vor- und Nachkalkulation, Auftragsbeschaffung und -abwicklung sowie Arbeitssicherheit vermittelt. Amadeus Höhn: „Dabei steht und fällt die Qualität mit unseren Dozenten und Ausbildern, darunter Klempner-, Dachdecker- und Zimmerermeister sowie Gebäudeenergieberater (HWK) und Betriebswirte (HWO), bei denen ich mich herzlich bedanken möchte.“

Ein Mann bedient eine blaue Maschine in einer Werkstatt und arbeitet konzentriert mit einem Stück Material auf der Arbeitsfläche.
Meisterschüler Ron Tesche bei der Arbeit an der Abkantbank.

Doppelstehfalzdeckung, Dachgauben und Schornsteinköpfe

Bereits im Dezember 2025 fand die Prüfungseinweisung statt, die sich auf die vorzubereitende Entwurfsvorlage des Meisterprüfungsprojektes bezog. Nach den letzten Unterrichtstagen im neuen Jahr wurden die angehenden Meister in drei Handlungsfeldern theoretisch geprüft: Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungstechnik, Auftragsabwicklung sowie Betriebsführung und Betriebsorganisation. Anschließend setzten sich die Prüflinge intensiv mit der Umsetzung ihres Meisterprüfungsprojektes auseinander – einschließlich der erforderlichen technischen Dokumentation. Im Rahmen der Aufgabe fertigten die Teilnehmenden individuelle Dachkonstruktionen mit Dachgauben und Schornsteinköpfen an, versehen mit einer Doppelstehfalzdeckung.

Graue, gewundene Rohre mit künstlichen roten Rosen und grünem Draht, dekorativ arrangiert, vor einem grauen Hintergrund.
Stine Klosa integrierte einen gefalzten Schwanenhals mit einer zusätzlichen Rosenranke in ihr Meisterstück.

Kreative Freiheit bei Prüfungsaufgabe

Die Ausbilder gaben den MeisterschülerInnen dabei die Möglichkeit, gestalterische Elemente in ihr Werkstück einzubringen. Diese kreative Freiheit nutzten mehrere Prüflinge auf individuelle Weise. So integrierte etwa Stine Klosa aus Saalfeld einen gefalzten Schwanenhals mit einer zusätzlichen Rosenranke an der Dachentwässerung ihres Meisterstücks. Und Noah Jakubowski setzte mit seinen selbst gekanteten, mayagoldfarbenen Schindeln einen besonderen optischen Akzent. „So spiegelten die Meisterstücke nicht nur handwerkliche Präzision und technische Kompetenz wider, sondern auch die persönliche Handschrift und gestalterische Vielfalt der Prüflinge“, erläutert Höhn. In der letzten Woche der Prüfung fanden die Fachgespräche und die Situationsaufgabe statt.

Ausschnitt eines Daches mit Holzschindeln und Metallverkleidung, Präsentationsmodell auf einer Messe oder Ausstellung, Teil einer Person am Bildrand sichtbar.
Noah Jakubowski setzte mit selbst gekanteten, mayagoldfarbenen Schindeln einen besonderen optischen Akzent.

Rotes, stilisiertes Buchsymbol über dem Text „LIVE LES“.Patrick Buschak: Vom Studenten bis zum Klempnermeister!

Fassadenausschnitt: Steckfalzpaneele nebst Fenstereinfassung

In letzterer mussten die Teilnehmenden einen Fassadenausschnitt einer Steckfalzpaneele nebst Fenstereinfassung in acht Stunden herstellen. „Wir sind stolz auf unsere angehenden KlempnermeisterInnen und bedanken uns herzlich für das gemeinsame Halbjahr. Das gesamte Team der Dachdeckerschule Lehesten wünscht allen MeisterschülerInnen alles Gute und viel Erfolg auf ihrem weiteren beruflichen Weg“, sagt Höhn. „Ein besonderer Dank gilt zudem den Mitgliedern des neu gegründeten Prüfungsausschusses. Ohne ihr Engagement und ihre zuverlässige Arbeit wäre all dies nicht möglich gewesen.“

Zwei Männer betrachten ein Modell eines Dachfensters mit grauer Verkleidung und dekorativen Rohren, die mit Metallrosen verziert sind. Im Hintergrund Fenster und Arbeitsmaterialien.
Die Prüfungskommission begutachtet das Werkstück von Stine Klosa.

Infotag zu Meisterkursen

Interessierte an den Meisterkursen lädt die Dachdeckerfachschule am 5. Juni um 10 Uhr zum Infotag auf dem Gelände in Lehesten ein. Genauere Informationen sind auf der Webseite verfügbar. Über eine rege Teilnahme mit vorheriger telefonischer Anmeldung würde sich das Team freuen. Amadeus Höhn: „Die aktuellen Anmeldezahlen garantieren auch in diesem Jahr wieder einen Vorbereitungslehrgang zum Meister in den Gewerken Zimmerer und Dachdecker. Eine frühzeitige Anmeldung lohnt sich!“ Kontakt für die Anmeldung: Telefon 036653/22308.

Knut Köstergarten

Schreibt seit über zehn Jahren für das Printmagazin „Das Dach“ und leitet dort und bei Dach live die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und inzwischen auf die Bereiche Politik und Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge – gerade auch von Unternehmern.

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