Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine Frau sitzt im Freien auf einer Metallfläche vor einem modernen Gebäude mit großen Fenstern.

Maren May: Leidenschaft und Frauenpower auf dem Dach

Jasmin Najiyya

11. Dezember 2025

Ursprünglich plante Maren May nicht, im elterlichen Betrieb MH Dachbau in Hillesheim, Mitglied der DEG Alles für das Dach eG, zu arbeiten und vielleicht sogar zu übernehmen. Nach dem Abitur begann sie vielmehr ein Studium an der Polizeihochschule, entschied sich dann aber doch für eine handwerkliche Laufbahn. Häufig hatte sie zuvor schon ihren Vater, der Dachdeckermeister ist, auf Baustellen begleitet. Aus der anfänglichen Neugier wurde Leidenschaft und schließlich auch Berufung. Die 28-Jährige besucht derzeit die Meisterschule am Bundesbildungszentrum (BBZ) in Mayen.

Lieblingsmaterial Schiefer

Was Maren May an ihrem Beruf liebt? „Das Dachdeckerhandwerk ist einfach das Geilste, was es gibt. Mir gefällt, dass man draußen ist, im Team arbeitet und am Ende des Tages sieht, was man geschafft hat“, erzählt sie. Es ist die Vielseitigkeit, die sie fasziniert: Schiefer, Ziegel, Metall. Kein Tag gleicht dem anderen. Besonders hat es ihr der Schiefer angetan. „Das Material verlangt Gefühl und Präzision. Wenn du den Dreh raushast, macht es wahnsinnig Spaß und sieht einfach edel aus. Und wenn eine große Fläche fertig ist, weißt du genau, was du geleistet hast.“ In besonderer Erinnerung bleibt ihr die Sanierung einer Kirche in der Eifel, bei der sie von Anfang bis Ende mitgearbeitet hat. „Allein die ganzen Ornamente, die Kehlen und die Fläche, das sind Momente, in denen ich genau weiß, warum ich Dachdeckerin geworden bin.“

Eine Frau sitzt mit Werkzeugen vor einer Wand mit geometrischen Formen aus Metall und Stein, während sie in die Kamera lächelt.
„Schiefer verlangt Gefühl und Präzision", sagt Maren May. (Foto: Herzmann, Titelbild: Brigitte Bettscheider)

Rotes, stilisiertes Buchsymbol über dem Text „LIVE LES“.Die Schieferliebe in Sachen Dach und Fassade hat auch Julian Hammer infiziert!

Meisterschule mit Kollegin aus dem Betrieb

Seit August besucht Maren May gemeinsam mit ihrer Kollegin Lena Heinen, mit der sie bereits die Lehre im elterlichen Betrieb absolviert hat, die Meisterschule in Mayen. Die neun Monate sind anstrengend und lehrreich und beinhalten Praxiswochen am Modell sowie Theorieblöcke mit technischen, rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Inhalten. „Wir pendeln jeden Tag, aber es lohnt die rund 40 Minuten. Die Dozenten sind engagiert und bereiten uns super auf die Meisterprüfung vor, die Lernatmosphäre ist klasse.“ Die Teilnehmenden kommen aus ganz Deutschland. Maren May beschreibt das Miteinander als familiär: „Hier spürt man, wie stark der Zusammenhalt im Dachhandwerk ist und wie viel Leidenschaft in diesem Beruf steckt.“

Ein Dach mit grauen Schieferziegeln, einigen hervorstehenden Nägeln und einer Seilsicherung an der oberen Kante.
Ein Schieferdach zum Verlieben, realisiert von MH Dachbau in Hillesheim. (Foto: May)

Rotes, stilisiertes Buchsymbol über dem Text „LIVE LES“.Unter den Ausbildern am BBZ Mayen findet sich mit Sarah Darscheid auch eine Frau. Hier ist unser Portrait!

Fünf Frauen als Dachdeckerinnen bei MH Dachbau

Bei MH Dachbau sind inzwischen fünf Frauen als gewerbliche Mitarbeiter beschäftigt, ein Drittel des Team. Welcher Betrieb kann das schon von sich sagen. Maren May ist stolz darauf. „Zwei unserer Auszubildenden haben bei uns ein Schulpraktikum gemacht und sich anschließend direkt für eine Ausbildung bei uns entschieden. Wer merkt, dass es passt, bleibt.“ Entscheidend sei, dass Frauen im Betrieb sichtbar und wertgeschätzt werden. „Gerade in ländlichen Regionen spricht sich das schnell herum. Wenn junge Frauen sehen, dass andere in diesem Beruf erfolgreich sind, trauen sie sich eher.“ Unterstützt wird das Team zudem von Marens Mutter, die in der Verwaltung arbeitet.

Eine Person sitzt in einem metallischen Hebekorb, der von einem Kran über einem geneigten Hausdach angehoben wird.
Hoch hinaus soll es gehen: Maren May möchte in einigen Jahren den Familienbetrieb übernehmen. (Foto: May)

Zusammenhalt im Betrieb

„Bei uns sind die KollegInnen nicht nur Arbeitskräfte, sondern Teil einer Familie“, sagt Maren May. Viele im 15-köpfigen Team sind seit Jahrzehnten im Unternehmen. „Egal, wie wir die Kolonnen mischen, es funktioniert einfach. Wir ziehen an einem Strang.“ Mit ihrer Kollegin Lena Heinen verbindet Maren mittlerweile sogar eine Freundschaft. „Wir motivieren uns gegenseitig und unterstützen uns, wenn mal ein Tag nicht so läuft. Das macht die Arbeit leichter und schöner.“

Zukunftspläne und Verantwortung

Nach der Meisterschule möchte Maren May zunächst weitere praktische Erfahrungen sammeln, um den Betrieb in einigen Jahren übernehmen zu können. Bis dahin bleibt ihr 60-jähriger Vater im Tagesgeschäft. „Er wird mich gut einarbeiten. Der Betrieb läuft, da gibt es nichts, was ich umwerfen möchte.“ Dennoch hat Maren May klare Vorstellungen: Die digitale Präsenz soll wachsen. „Wir haben eine Website und sind auf Facebook vertreten. Aber viele junge Leute informieren sich inzwischen auch über Instagram. Ich möchte dort zeigen, wie vielseitig unser Beruf ist.“

Eine Frau in Reitkleidung sitzt auf einem braun-weißen Pferd im Freien. Sie trägt einen Helm und lächelt, im Hintergrund ist ein Gebäude zu sehen.
Maren May verbringt auch die Freizeit gerne an der frischen Luft, hier auf ihrem Pferd. (Foto: May)

Wandern bis auf den Gipfel

Auch privat ist Maren gerne in Bewegung. Sie hat einen Hund und ein Pferd und verbringt ihre Freizeit am liebsten draußen in der Natur. „Urlaub am Strand halte ich eine Woche aus, aber mich zieht es noch mehr in die Berge. Wandern, frische Luft, am Gipfel stehen, das passt einfach am besten zu mir.“

Warum das Dachhandwerk begeistert

Für Maren steht fest: Wer gerne praktisch arbeitet, Teamgeist mitbringt und lernbereit ist, findet im Dachdeckerhandwerk eine erfüllende Aufgabe. „Man sollte keine Höhenangst haben und sich nicht davor scheuen, sich auch mal schmutzig zu machen. Aber das Gefühl, am Ende des Tages unter freiem Himmel mit tollen Leuten etwas Dauerhaftes geschaffen zu haben, ist unbezahlbar, das macht einfach glücklich.“

Person mit Rucksack und kleinem Hund auf einer grünen Wiese, im Hintergrund Berge und blauer Himmel mit Wolken.
„Wandern, frische Luft, am Gipfel stehen, das passt einfach am besten zu mir“, meint Maren May. (Foto: May)

Vorbild mit Bodenhaftung

Mit ihrer Begeisterung, ihrer Energie und ihrer Frauenpower zeigt Maren, wie vielfältig das Dachdeckerhandwerk sein kann. Sie will ein Vorbild sein und ist es längst: für junge Menschen, für Frauen im Handwerk, für alle, die ihren Weg suchen. Ihr Appell ist klar: „Traut euch! Das Handwerk hat viele Gesichter und wir brauchen sie alle.“ Oder, um es mit Marens Worten zu sagen: „Das Dachdeckerhandwerk ist einfach das Geilste, was es gibt.“Genau dafür steht sie jeden Morgen gerne auf.

Jasmin Najiyya

Jasmin Najiyya absolvierte ihre Ausbildung an der Freien Journalistenschule Berlin. Seit 2014 arbeitet sie als freiberufliche Redakteurin mit den Schwerpunkten Blogging, Content-Erstellung sowie Umsetzung von Marketing- und Kommunikationsprojekten für Unternehmen und ist bereits längere Zeit im Bereich Dachhandwerk tätig.

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