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Denkmalschutz: Holzbau schlägt Beton

Felix Holland

30. Oktober 2018

Die Umwandlung eines denkmalgeschützten Bürokomplexes in zahlreiche Wohnungen war der Durchbruch im Bereich Holzbau für den saarländischen Familienbetrieb Loës aus Heusweiler. „Hier an der ehemaligen Siemens-Niederlassung Saarbrücken konnten wir zeigen, was wir im Holzbau drauf haben“, sagt Moritz Loës nicht ohne Stolz. Der Umbau in der dortigen Innenstadt fand gerade wegen seiner architektonischen Finesse besondere Beachtung. „Mit der Statik des alten denkmalgeschützten Gebäudes war das mit Beton nicht zu machen. Hier zeigten sich klar die Vorteile des Holzbaus“, sagt Moritz Loës. Er ist mit Bruder Jan in den Familienbetrieb von Vater Rolf Loës seit Jahresbeginn 2017 auch als Gesellschafter voll eingestiegen.

Hier an der ehemaligen Siemens-Niederlassung konnte der saarländischen Familienbetrieb Loës aus Heusweiler zeigen, was sie im Holzbau drauf haben.

Hier an der ehemaligen Siemens-Niederlassung konnte der saarländischen Familienbetrieb Loës aus Heusweiler zeigen, was sie im Holzbau drauf haben.

Holzbau: statisches Kunststück bei Fassadenelementen

So stemmte Moritz Loës federführend den Umbau der Siemens-Niederlassung. Das ehemalige und unter Denkmalschutz stehende Gewerbegebäude teilt sich in drei Einheiten auf. Darunter ist eine Werkskantine, die die Holzbau-Mannschaft von Loës um ein Stockwerk erhöhte. Ein große Herausforderung: Die Fassade des Hauptgebäudes musste unter Einhaltung der neuen Vorschriften der Energieeinsparverordnung bewahrt bleiben. Eine weitere Hülle wurde hierzu geschickt in die alte Fassade eingepasst. Das statische Kunststück gab es am dritten Gebäudekomplex: Hier sollten freitragende Elemente aus der Fassade ragen. Loës sorgte mit einem Vorbau aus Brettsperrholz dafür, dass auch die Statik des alten Gebäudes diese Lasten tragen konnte. Mit Beton wäre dies nicht zu realisieren gewesen.

Am dritten Gebäudekomplex sollten freitragende Elemente aus der Fassade ragen. Loës sorgte mit einem Vorbau aus Brettsperrholz dafür, dass die Statik des Gebäudes diese Last tragen konnte. Hier war der Holzbau klar im Vorteil, denn mit Beton wäre dies nicht zu realisieren gewesen.

Am dritten Gebäudekomplex sollten freitragende Elemente aus der Fassade ragen. Loës sorgte mit einem Vorbau aus Brettsperrholz dafür, dass die Statik des Gebäudes diese Last tragen konnte. Mit Beton wäre dies nicht zu realisieren gewesen.

Holzbau: Dachdecker-Einkaufsgenossenschaft übernimmt Logistik

Hierzu fertigte Moritz Loës eine CAD-Zeichnung an, die er als Datei an die DEG Alles für das Dach eG, Niederlassung St. Ingbert, sandte. Die Maße und die genauen Zuschnitte wurden von dort an das Sägewerk weitergereicht. Die gefrästen Holzteile hat die DEG dann an die Baustelle transportiert, wo sie Loës-Mitarbeiter zusammenfügten. Wichtig hierbei ist der Zuschnitt, der den Transportlaster nicht über eine Breite von mehr als drei Metern bringen darf. „Sonst ist das ein Sondertransport und vollkommen unwirtschaftlich“, gibt DEG-Niederlassungsleiter Michael Wagner aus St. Ingbert zu bedenken.

Die Familie Loës kam vor vielen Generationen aus Belgien nach Deutschland. Geblieben sind die charakteristischen Punkte über dem "e" im Namen.

Die Familie Loës kam vor vielen Generationen aus Belgien nach Deutschland. Geblieben sind die charakteristischen Punkte über dem "e" im Namen.

Starkes Wachstum – Personal verdreifacht

Der Betrieb Loës ist in den letzten drei Jahren stark gewachsen und konnte dies organisatorisch gut auffangen. Die drei zentralen Bereiche Holzbau, Fassadenbau und Industriebau werden von speziell ausgebildeten Experten-Teams betreut. Die Unternehmerfamilie Loës sagt von sich, dass sie nahezu jede Herausforderung an Dach, Fassade und beim Holzhausbau meistern kann.

Dass sich das breite, qualitativ hochwertige Angebot bei einer guten Verdreifachung der Belegschaft von zwölf auf insgesamt 38 Mitarbeiter in den vergangenen drei Jahren halten konnte, hat im Wesentlichen zwei Gründe. Erstens steht Weiterbildung für alle Mitarbeiter offen und wird gefördert. Zweitens kann seit dem Einstieg der beiden hoch qualifizierten Söhne Jan und Moritz die Arbeit im Cockpit der Firma auf drei Rücken verteilt werden.

Jan Loës kümmert sich um die Dach-Wand-Abdichtungstechnik und den Industriebau.

Jan Loës kümmert sich um die Dach-Wand-Abdichtungstechnik und den Industriebau.

Viel Know-how bei Chefs und Mitarbeitern

Der 53-jährige Vater Rolf allein hat Abschlüsse als Dachdeckermeister, Zimmerermeister und als Bautechniker; letzterer befähigt ihn zu Beton- und Maurerarbeiten. Sohn Jan ist Dachdeckermeister, Sohn Moritz ebenfalls und dazu noch Zimmerermeister und Holzbau-Techniker. Im Zuge der personellen Erweiterung der Firma und dem derzeitigen Bau von Hallen auf dem Betriebsgelände für den Holzbau mit Kantmaschinen und CNC-Fräsen holte Rolf Loës seine Söhne in die Leitung der Firma. Um die Abteilungen Dach-Wand-Abdichtungstechnik und den Industriebau kümmern sich der Vater und Sohn Jan gemeinsam. Sie betreuen den Kunden aufgrund der Spezialisierungstiefe vollumfassend: Schlüsselfertige Bauten von der Planung bis zur Ausführung des letzten Details bieten sie so aus einer Hand an. Flachdächer habe er schon bis 30.000 Quadratmeter hergestellt, berichtet Rolf Loës. Den Holzbau leitet Sohn Moritz Loës als eigenen Bereich.

Moritz Loës leitet den Bereich Holzbau. Hier zeigt er ein Stück gedämmtes Brettsperrholz, mit dem er tragende Wände baut.

Moritz Loës leitet den Bereich Holzbau. Hier zeigt er ein Stück gedämmtes Brettsperrholz, mit dem er tragende Wände baut.

Mitarbeiter sollen sich bei Loës wohlfühlen

Eine tragende Säule für all die Aktivitäten ist das Personal. „Fachkräfte sind nicht einfach zu finden“, sagt Vater Rolf Loës. „Aber wenn sie denn da sind, sollen sie sich wohl fühlen“, benennt er die Philosophie im Umgang mit den Mitarbeitern. Er habe noch niemals seit Gründung der Firma in den 80ern eine Kündigung ausgesprochen und niemals einen Arbeitsgerichtsprozess führen müssen. Es gebe eben bei Loës ohnehin kaum Fluktuation. „Wer einmal kommt, der bleibt“, sagt Rolf Loës und kann auch aufgrund der Einstellungswelle der vergangenen Jahre auf ein sehr junges Durchschnittsalter des Teams verweisen.

Die denkmalgeschützte Fassade musste bestehen bleiben, eine weitere wurde dahinter gebaut, um die aktuellen Werte der Energieeinsparverordnung zu erreichen.

Die denkmalgeschützte Fassade musste bestehen bleiben, eine weitere wurde dahinter gebaut, um die aktuellen Werte der Energieeinsparverordnung zu erreichen.

Sie haben Interesse am Thema Holzbau. Dann lesen Sie unseren Artikel über den Hausbau mit Massivholzmauer.

Felix Holland

Hat am redaktionellen Konzept des Magazins „Das Dach“ beim Start 2003 mitgeschraubt und es drei Jahre geleitet. Das Handwerk des Journalismus lernte er vor dem Studium der Politikwissenschaften, Philosophie und Psychologie bei einer Tageszeitung in den 80er Jahren. Später kam das Fotografenhandwerk dazu. Das Interesse für Menschen ist seine Passion. Daher ist das Portrait, sowohl in Wort als auch im Bild, seine Lieblingsdisziplin.

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