Bild von den Living Places von VELUX in Kopenhagen

VELUX-Bauexperiment Living Places überzeugt im Praxistest

13. Februar 2025

 · Knut Köstergarten

Werbung. Gut eineinhalb Jahre nach der offiziellen Eröffnung endet das Projekt Living Places Kopenhagen mit der Auswertung eines Praxistests und dem Rückbau der Gebäude. Das Experiment hat bewiesen, dass Wohnhäuser schon heute mit extrem niedrigem CO2-Fußabdruck, optimalem Innenraumklima und hohem Wohnkomfort mit den verfügbaren Standardmaterialien, wie etwa Holz, sowie Methoden und Technologien, wie PV-Modulen, realisierbar sind.

Nachhaltigere Gebäude sind heute schon möglich

Das von VELUX im April 2023 eröffnete Projekt Living Places umfasste sieben Prototypen in Originalgröße – fünf offene Pavillons und zwei fertige Häuser. „Das Demoprojekt übertrifft unsere Erwartungen. Die Ergebnisse dieses außergewöhnlichen Bauprojekts beweisen, dass wir nicht auf zukünftige Technologien warten müssen, um nachhaltigere Gebäude zu bauen. Die Materialien, Lösungen und das Wissen sind bereits vorhanden – wir müssen sie nur ermöglichen und verbreiten. Ich hoffe, dass wir die Bauindustrie dazu inspirieren können, uns zu folgen“, sagte Lone Feifer, Direktorin für nachhaltiges Bauen bei der VELUX Gruppe, anlässlich der Eröffnung.

Bild von Lone Feifer, Direktorin für nachhaltiges Bauen bei der VELUX Gruppe
Lone Feifer, Direktorin für nachhaltiges Bauen bei der VELUX Gruppe. (Alle Fotos: VELUX/Andreas Bro)

Fünf Grundprinzipien hinter Living Places

Das hinter Living Places stehende Konzept folgt fünf Grundprinzipien: Gebäude sollen gesund für Mensch und Umwelt, einfach, anpassungsfähig und skalierbar sein sowie gemeinsam genutzt werden können. Dieser flexible Ansatz kann auf jedes Haus, jede Gemeinde oder Stadt angewendet werden, reicht von Neubauten bis hin zur adaptiven Wiederverwendung und soll erschwingliche Gebäude ermöglichen. Zu jedem dieser fünf Grundprinzipien vergleicht das Konzept marktübliche Standards und dokumentiert anhand eigener Entwürfe Verbesserungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Raumgesundheit.

Bild von Dachstuhl der Living Places
Living Places: Es entstanden temporäre Gebäude mit gutem Raumklima und niedrigem CO2-Fußabdruck.

3-fach geringerer CO2-Fußabdruck als bei herkömmlichen Gebäuden

Die sieben Prototypen zeigten, wie schon heute nachhaltige Wohngebäude mit einem 3-fach geringeren CO2-Fußabdruck und einem 3-mal besseren Innenraumklima gebaut werden können. Das Konzept weist damit im Vergleich zum Marktstandard die niedrigsten CO2-Emissionen für Wohnimmobilien auf und zeigt damit, was schon heute möglich ist. Bislang ist die Bauindustrie für ein Drittel der weltweiten Emissionen verantwortlich.

Bild von Aufbau der Living Places
Die ersten Seitenwände der Living Places werden aufgerichtet.

VELUX-Ansatz: verantwortungsbewusstes Bauen

Der Ansatz von VELUX: Wenn wir mit Blick auf den Planeten und die menschliche Gesundheit verantwortungsbewusst bauen wollen, müssen wir unbedingt CO2-arme Alternativen einführen und skalieren. Besonders erfreulich ist deshalb, dass das Ziel erreicht wurde, die Bauindustrie durch Living Places mit neuen Impulsen und zukunftsweisenden Ideen zur Entwicklung nachhaltiger Gebäude zu inspirieren. So erfolgt bereits die Übertragung des Konzepts auf weitere Projekten in den Niederlanden und Dänemark.

Bild von Aufbau der Living Places
Verantwortungsbewusstes Bauen mit dem Werkstoff Holz.

100 Menschen konnten für einige Tage Probewohnen

Im Juli und August letzten Jahres lud VELUX fast 100 Menschen aus den Bereichen Architektur, Wirtschaft, Design und Journalismus aus zwölf Ländern ein, im Rahmen eines Experiments für einige Tage in den Living Places Häusern in Kopenhagen zu wohnen. Die Ergebnisse des Wohnerlebnisses zeigen: Durchdachte Architektur mit Fokus auf Tageslicht, Raumklima und funktionalem Komfort kann die physische und mentale Wohngesundheit der Testpersonen erheblich verbessern.

Bild von Innenraum der Living PLaces
So sieht es im Inneren der Gebäude aus, hohe Decken, viel Holz, Wohlfühlatmosphäre.

Wohnqualität mit 17 Umweltsensoren analysiert

Für die Analyse der Wohnqualität von Living Places Kopenhagen kamen 17 Umweltsensoren, die strategisch in den beiden Wohnhäusern platziert wurden, sowie Fragebögen und persönliche Erfahrungsberichte der Testpersonen zum Einsatz. Bewertet wurden Aspekte wie die Luftqualität, thermischer Komfort, Tageslichtverhältnisse und Geräuschkulisse. Darüber hinaus spielte auch die Wahrnehmung der Gäste in Bezug auf den funktionalen Komfort der Häuser eine Rolle: Wie empfinden sie den Grundriss, die Gemeinschaftserfahrung und die Atmosphäre? Wie bewerten sie ihre allgemeine Zufriedenheit mit den Häusern?

Bild von Grafik zu den Vorteilen der Living Places
Diese Grafik gibt einen Überblick zu den Entwurfsaspekten und den konkreten Umweltmaßnahmen.

Living Places fußt auf jahrelanger Forschungsarbeit von VELUX

Das Experiment baute auf jahrelanger Forschungsarbeit der VELUX Gruppe auf. Um die Zukunft gesunder Gebäude durch umfangreiche Untersuchungen zu erforschen, initiiert und beteiligt sich VELUX seit über 20 Jahren an der Realisierung von Demonstrationsgebäuden. Bis heute sind bereits mehr als 30 verwirklicht worden. So hat VELUX auch schon verschiedene Modellhäuser wissenschaftlich mit dem Ziel begleitet, besser zu verstehen, wie Gebäudedesign den Komfort und die Zufriedenheit der darin lebenden Menschen beeinflusst. Dabei wurde gleichzeitig die Qualität des Innenraumklimas und seine Auswirkungen auf das Wohlbefinden untersucht.

Bild von Aufbau der Holzmodule der Living Places
Hier wird das Dach eines der Gebäude von Living Places per Kran aufgesetzt.

„Über Fenster kann die Natur nach innen strömen“

Join Simon, Designer und Unternehmer aus Berlin, war Teilnehmer des Wohnexperiments und berichtet: „Eines der wichtigsten Dinge, die Architektur insbesondere in einem Wohngebiet erfüllen sollte, ist es, das außen nach innen zu bringen. Das erreicht man grundsätzlich mit Fenstern, so dass die Natur ins Haus strömen kann. Ich denke, das ist hier sehr gut gelungen.“

Bild von Visualisierung der Außenansicht der Living Places
Probewohnen in den Living Places: Die Teilnehmer des Experiments gaben sehr positives Feedback.

Fünf zentrale Erkenntnisse aus dem Experiment Living Places

Es kann inspirieren und zeigen, wie man nachhaltig bauen kann.

Gesunde Gebäude, die gut für die Menschen und den Planeten sind, können mit einem ganzheitlichen Ansatz, der sich stärker auf Komfort, Energie und Nachhaltigkeit konzentriert, erreicht werden.

Die Gestaltung unserer Häuser kann Wohlbefinden und Lebensweise der Bewohnenden erheblich beeinflussen.

Das Design mit optimiertem Tageslicht und natürlicher Belüftung hat überzeugt.

Living Places Kopenhagen erreichte ein thermisches Innenraumklima im Komfort-Bereich entsprechend europäischer Norm.

Sie interessieren sich für Themen rund um VELUX? Dann lesen Sie unsere Story über den Dachdeckerbetrieb Gerstenberg, der sich auf den Einbau von Dachfenstern spezialisiert hat.

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