Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Mann steht neben einem Holzrahmen auf einer Baustelle im Freien, trägt einen grauen Pullover und blickt in die Kamera. Im Hintergrund sind Bäume und Bauzäune.

Zimmerer realisiert die eigenen vier Wände in Holzbauweise

Stefan Wever

12. September 2019

In Köln sollen bei Neubauten und der Erweiterung von Gebäuden verstärkt Holzbaustoffe eingesetzt werden. Das beschloss der Stadtrat jüngst einstimmig auf Antrag der Grünen. Bauen mit Holz und damit mit einem klimafreundlichen, nachwachsenden Rohstoff ist „in“. Alexander Rödel erkannte diesen Trend früh. Der Zimmerermeister aus Ratingen, der 1994 in die Lehre ging und seit 2002 selbständig ist, wusste schon als Kind, dass er später was mit Holz machen will. Sein aktuelles Projekt: Die eigenen vier Wände – natürlich aus Holz.

Das Zweifamilienhaus in Holzbauweise nimmt bereits Form an.

Das Zweifamilienhaus in Holzbauweise nimmt bereits Form an.

Holzbauweise: Baukastenprinzip für schnelle Umsetzung vor Ort

Hängend an vier Polyester-Schlaufen und einer Eisenkette schwebt die tonnenschwere Holzwand über die Baustelle. Mitarbeiter Torsten Klawuhn bedient per Fernbedienung den Baukran. Vorsichtig und höchst präzise führt er das Bauteil an seinen vorgesehenen Platz. „Der Begriff Baukastenprinzip beschreibt diese Bauweise am besten. Die einzelnen Teile müssen wie Legosteine zusammengesetzt werden. Wichtig ist dabei, alle Details zu beachten“, erklärt Rödel.

Holzbauweise: Mitarbeiter Torsten Klawuhn bedient den Kran per Fernbedienung. Hier ist Präzision das oberste Gebot.

Mitarbeiter Torsten Klawuhn bedient den Kran per Fernbedienung. Hier ist Präzision das oberste Gebot.

An vier Tagen lieferte die Firma „ABA Holz“ aus dem bayrischen Adelsried knapp 90 Tonnen der KLH-Massivholzplatten. Damit entstehen zwei Zweifamilienhäuser mit einer gesamten Wohnfläche von 454 Quadratmetern. Eine Hälfte bezieht Alexander Rödel mit seiner eigenen Familie. Der Umzug ist für Dezember geplant. Schon vorher werden die ersten Wohnungen im Herbst bezugsfertig sein.

„Der Holzbau bietet viele Vorteile. Einer davon ist, dass sich Bauprojekte sehr schnell umsetzen lassen“, erläutert Rödel. Dank der vorgefertigten Holzbauteile können wir Wände, Decken und das Dach in kürzester Zeit vor Ort zusammenbauen. „Ich kenne einen Handwerker aus Süddeutschland, der das Verfahren perfektioniert hat. Der schließt den Bau eines bezugsfertigen Einfamilienhauses in drei Monaten ab“, bemerkt der Zimmermeister.

Die Holzbauweise lässt sich mit dem Begriff Baukastenprinzip am Besten beschreiben – hier müssen einzelne Teile wie Legosteine zusammen geführt werden. Allerdings ist es wichtig, alle Details zu beachten.

Die Holzbauweise lässt sich mit dem Begriff Baukastenprinzip am Besten beschreiben: Hier werden einzelne Teile wie Legosteine zusammengesetzt.

Holzbauweise: Dünnere Wände bringen mehr Wohnfläche

Der Vorteil der kurzen Bauzeit spielt vor allem in dicht bebauten Gegenden seine volle Stärke aus. Hier sind keine langwierigen Verkehrssperrungen erlaubt und die Nachbarn sollen rund um die Baustelle so wenig wie möglich gestört werden.

Außerdem sind die Außenwände dünner gegenüber der herkömmlichen Bauweise. „Dadurch ergibt sich eine fünf Prozent größere Wohnfläche. In meinem Fall sind das 20 Quadratmeter, sprich ein ganzes Zimmer“, veranschaulicht Alexander Rödel. Darüber hinaus präsentieren sich Holzhäuser energetisch top und optisch ansprechend.  

Holzbauweise: Dies soll später der Wohn- und Essbereich des Hauses werden.

Dies soll später der Wohn- und Essbereich des Hauses werden.

Schallschutzwände und sichtbare Holzdecken als Stilelement

Sichtlich stolz führt Alexander Rödel durch beide Häuser, für welche die DEG Dach Fassade Holz eG als Bedachungsfachhändler außer den Holzplatten alle weiteren Materialen vor Ort anlieferte, wenn sie benötigt wurden. Ein Schallschutz der Gebäudetrennwand von 78 Dezibel sorgt für Wohnkomfort mit Ruhefaktor. Eine Bodenheizung mit einer Luftwärmepumpe, die wärmt und kühlt, bringt das Haus auf die richtigen Temperaturen. Über die Holztreppe geht es einen Stock höher. Der Wohn- und Essbereich zeigt sich mit zwei großen Fensterlöchern, die vorgefertigt in der Holzwand platziert sind. Während die Stahlträger in den Decken verschwinden, bleiben die Holzdecken als Stilelement sichtbar. Über die spätere Terrassentür geht es weiter auf die geräumige Dachterrasse. Hier die neuen Bewohner künftig laue Sommernächte genießen.

Eine besondere Herausforderung war das Thema Brandschutz. Als Lösung diente eine spezielle Rigips-Brandschutzwand. Weiter plant das Architekturbüro ein Gründach mit Photovoltaikanlage, um die Energiekosten zu reduzieren und die nachhaltige Bauweise fortzuführen.

Holzbauweise: Auch eine Dachterrasse wird es später geben, perfekt für laue Sommernächte.

Auch eine Dachterrasse wird es geben, perfekt für laue Sommernächte.

Holzbauweise: Architekten und Ämter gilt es zu überzeugen

 „Für solch ein Projekt benötigen Sie vor allem die richtigen Partner. Eine große Aufgabe war es am Anfang den Architekten zu überzeugen, dass hier in Holz gebaut werden soll“, erinnert sich Rödel. Am Ende der Überzeugungszeit fanden sich zwei Angestellte aus dem Architekturbüro „mo.studio“. „Josef Dvorak und Matthias Hemmrich hatten da richtig Bock drauf und waren von Anfang an motiviert“, blickt der Mann aus Ratingen mit einem Lachen zurück. Mit der Stadtsparkasse Düsseldorf fand das Projekt den richtigen Finanzierungspartner. „Die Beraterin wohnt selbst in einem Holzhaus. Das war eine super Voraussetzung“, beschreibt Rödel den Findungsprozess. Zudem habe das Bauamt der Stadt Ratingen sehr gut beraten und tolle Arbeit geleistet. Von der ersten Idee des Holzhauses dauerte die Planung zwei Jahre, ehe alle Themen abgeschlossen waren und der Spatenstich erfolgte.

Ziel: Kindergarten oder Schule in Holzbauweise           

Für die Zukunft hat Alexander Rödel ein Ziel: „Ich möchte gerne einen Kindergarten oder eine Schule in der Holzbauweise errichten. Sechs Wochen Sommerferien bieten sich geradezu an für diese Art von Bauen“. Vielleicht ja schon bald in Köln, wo ab jetzt verstärkt in Holz investiert wird.

Sie interessieren sich für Bauen mit Holz. Dann lesen Sie unseren Artikel über den Holzmodulbau eines Gebäudes für den Nationalpark Eifel.

Stefan Wever

Stefan Wever landete 2002 durch ein Schülerpraktikum bei einer lokalen Tageszeitung im Journalismus. Anschließend arbeitete er über zehn Jahre als freier Mitarbeiter für zwei Zeitungen. Für das Printmagazin „Das Dach“ berichtete er erstmals 2010 über die Messe DACH+HOLZ in Köln – im Rahmen seiner Ausbildung zum Kaufmann im Großhandel bei der DEG Dach-Fassade-Holz eG. Heute verantwortet er dort die Themenfelder Marketing und Kommunikation. Beruflich und privat begeistert er sich für die digitale Spiegelreflexfotografie.

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