Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

Über uns

Werbelösungen für das Dachhandwerk

Dachmarketing ist spezialisiert auf analoge und digitale Werbung für Dachdecker und Zimmerer. Mehr erfahren →

Bild von VELUX Banner
Zwei Männer in roten Pullovern sitzen auf einem Geländer, mit Blick auf den Kölner Dom im Hintergrund und weiße Gebäude im Vordergrund.

4,5 Tage: Bei Jacobi Dächer & Gerüste wird anders gearbeitet

Rainer Sander

12. September 2024

Angefangen hat alles mit einer Baustelle, die mehr als eine Stunde vom Firmensitz entfernt lag und auf der das Dachdeckerunternehmen Jacobi Dächer & Gerüste, Mitgliedsbetrieb der DEG Alles für das Dach eG, zwei Jahre lang gearbeitet hat. Für eine Montage lag sie zu nah, aber die Fahrt kostete eine Menge Zeit – viele Stunden, die für Familie und Freizeit fehlten.

So entstand die Idee für ein „Pilotprojekt“. Der Betrieb testete die 4-Tage-Woche. Das hieß, vier Tage länger arbeiten, aber dafür freitags gar nicht mehr, um die Fahrzeit zu reduzieren. Statt fünfmal hin und her, wurde auch nur noch viermal gefahren. Und wenn schon lange unterwegs, dann gleich richtig, dafür ein Tag mehr für Hobbys, Kinder und Familienleben.

Bild von Mitarbeiter von Jacobi Dächer & Gerüste
Arbeiten auf dem Gründach. (Foto und Titelbild: Simon Wegener | nh)

Höhere Produktivität und geringere Kfz-Kosten

Der Effekt: Mehr Produktivität, messbar geringere Kfz-Kosten und außerdem zufriedenere und motiviertere Mitarbeiter. Das war Grund genug, über ein dauerhaft neues Arbeitszeitmodell nachzudenken, fand Juniorchef Frederik Jacobi. Die gesammelten Erkenntnisse aus zwei Jahren Pilotprojekt waren Grundlage für drei Modelle, die im gesamten Team vorgestellt und danach in zahlreichen Einzelgespräche vertieft wurden. „Ich habe so lange erklärt“, sagt Frederik Jacobi, „bis alle 56 Mitarbeiter die drei Varianten verstanden haben!“ Die größte Schwierigkeit bestand darin, Arbeitszeitgesetz, Tarifvertrag und betriebliche Abläufe sinnvoll und regelkonform in Einklang zu bringen.

1: Die Alles-bleibt-wie-es-ist-Variante

Es werden weiterhin von Montag bis Donnerstag 8,75 Stunden täglich gearbeitet und jeden Freitag 6,75 Stunden. So, wie immer!

2: Die Reine 4-Tage-Wochen-Variante

Dann läge die tägliche Arbeitszeit bei 9,5 bis 10 Stunden und insgesamt würde die Arbeitszeit um 5 Prozent reduziert. Weniger Zeit hieße in der Konsequenz allerdings auch fünf Prozent weniger Lohn. Zeit ist Geld, auch im Handwerk!

3: Die 9/10-Variante – 4,5 Tage-Woche

In dieser Variante werden abwechselnd eine Woche mit fünf Tagen und eine Woche mit vier Tagen gearbeitet bei durchgängig 9 Stunden an allen Arbeitstagen im Sommer, also an 9 von 10 Werktagen in zwei Wochen. „Auf diese Weise entsteht kein monetärer Verlust“, konnte Frederik Jacobi seinen Mitarbeitern erklären, „und jeder zweite Freitag ist frei.“

Bild von Firmeninhabern und Team von Jacobi Dächer & Gerüste auf dem Dach
Probieren gerne mal etwas Neues: Frank (vorne) und Frederik Jacobi. (Foto: Jacobi)

Brückentage urlaubsschonend eingerechnet

Dabei hat er in das Modell 4,5-Tage-Woche alle Brückentage, etwa bei Christi Himmelfahrt, als „freie Tage“ in einen Kalender eingetragen und so verteilt, dass die Beschäftigten im Betrieb an keinem dieser Tage Urlaub nehmen müssen und alle 27 Urlaubstage zusätzlich zur Verfügung stehen. Das sind nach dem Modell 27 an der Zahl, umgerechnet durch die 4,5-Stunden-Woche. Bei einer reinen 4-Tage-Woche wären noch 24 Urlaubstage geblieben, zusätzlich zu den freien Freitagen. Das zu erklären hat am längsten gedauert, am Ende haben es alle verstanden.

Deutliche Mehrheit für 4,5-Tage-Woche

Bei einer Abstimmung unter allen 56 Mitarbeitern von Jacobi Dächer & Gerüste sprach sich eine deutliche Mehrheit für die Variante mit der 4,5-Tage-Woche aus. Es wurde eine Vereinbarung dazu erstellt, die alle Mitarbeiter unterschrieben, auch die, die eine andere Variante vorgezogen hatten. Seit Januar 2024 arbeitet Jacobi Dächer & Gerüste nach diesem neuen Modell. Vor allem ein paar ältere Beschäftigte waren anfangs dagegen. Inzwischen finden sie es alle klasse, dass sie Familienzeit und Freizeit besser organisieren können. In jeder zweiten Woche laufen auch sie inzwischen lächelnd über die Baustellen. Auch das anfängliche Murren darüber, dass ein Freitag etwas länger geworden ist, war bald verstummt.

BIld von energetischer Dachsanierung durch Jacobi Dächer & Gerüste
Energetische Sanierung des Hagenhofs in Bad Honnef. (Foto: Jacobi)

Mehrfacher Gewinn für Mitarbeiter und Betrieb

Effektiv ist es bei der gleichen Arbeitszeit geblieben. Der Gewinn liegt in der besseren Verteilung der Zeit. Für den Betrieb bringt es den Vorteil einer höheren Produktivität, weil die Summe aller Fahrstrecken um zehn Prozent geringer ausfällt und der Betrieb auf diese Weise nachweisbar effektiver arbeitet. Das, so Frederik Jacobi, „stand nicht im Vordergrund, sondern hat sich so ergeben.“ Die wesentliche Änderung gegenüber dem Pilotprojekt ist, dass die Regelung nicht mehr baustellenbezogen gilt, sondern auf Dauer für den gesamten Betrieb.

Kunden haben kein Problem mit 4,5-Tage-Woche

Die Kunden haben damit kein Problem, hat der Betrieb festgestellt. „Klar“, sagt Jacobi, „die Rohbauer arbeiten auf den gleichen Baustellen sechs Tage durch. Das war schon immer mehr, als wir gearbeitet haben.“ Ein externer Bauleiter, erinnert er sich, habe sich beschwert. „Aber schließlich gibt so viele Faktoren, wie das Wetter, Materiallieferungen oder anderes, die eine Rolle spielen auf großen Baustellen. Es sind ohnehin nicht immer alle zur gleichen Zeit da.“

Bild von Mitarbeitern von Jacobi Dächer & Gerüste auf dem Dach
Und Freitag ist frei: Mitarbeiter auf einer Baustelle mit wunderbarem Ausblick. (Foto: Simon Wegener | nh)

Höhere Wechselfreudigkeit bei Dachdeckergesellen

Jacobi erkennt einen Trend am Arbeitsmarkt für Dachdecker. Es sei viel Druck zu spüren. Die Erwartungshaltung habe sich geändert und die Wechselfreudigkeit der Gesellen sei größer als früher. Für die Arbeitnehmer habe sich viel geändert. „Jüngere wollen was erleben, gehen mal für eine Zeit ins Ausland, beispielsweise in die Schweiz. Loyalität gegenüber einem Betrieb war früher stärker ausgeprägt“, erläutert der Geschäftsführer. Innerhalb der Branche wird hart und aggressiv abgeworben. „Lehrlinge gibt es gerade jetzt wieder genug, aber je jünger sie sind, desto geringer ist die Bindung an den Betrieb. Gleichzeitig ist die Leidensfähigkeit etwas gesunken, was zusätzlich zu höheren Wechselquoten führt“, meint Frederik Jacobs.

Bild von Firmensitz von Jacobi Dächer & Gerüste
Das Betriebsgelände von Jacobi Dächer & Gerüste. (Foto: Simon Wegener | nh)

4,5-Tage-Woche macht Betrieb attraktiver für Mitarbeiter

Es ist schließlich aktuell kein Problem, mal ein Jahr arbeitslos zu sein. Die Dachdecker wissen, dass sie jederzeit wieder einen neuen Arbeitsplatz finden und gehen mit der Arbeitssituation insgesamt wesentlich entspannter um. Es ergibt sich immer etwas. „Was immer mehr zählt, ist auch im Dachdeckerhandwerk die Work-Life-Balance“, erklärt der Juniorchef von Jacobi Dächer & Gerüste. So ist das neue Modell 4,5-Tage-Woche gleichzeitig ein Mittel, um gegen den Wechseltrend zu arbeiten und den Betrieb und das Arbeitsklima attraktiver für junge sowie altgediente Mitarbeiter zu gestalten. Selbstverständlich interessieren sich inzwischen auch Kollegen anderer Firmen für das „Modell Jacobi“.

Jacobi Dächer & Gerüste geht auch ansonsten gerne innovative Wege. Lesen Sie hier mehr über die Gründung einer eigenen PV-Firma mit einem Elektrobetrieb als Partner: BonnSolar.

Rainer Sander

Der „gelernte“ Pädagoge und Betriebswirt des Handwerks war 1986 erster Öffentlichkeitsreferent einer nordhessischen Kreishandwerkerschaft. Danach 15 Jahre Sozialmanagement und seit 2005 selbständiger Coach und Berater. Die ganze Zeit über arbeitete er zudem als freier Journalist für nordhessischen Print- und Online-Medien.

Services Dachmarketing

Der Marketing-Spezialist für Dachdecker und Zimmerer

Wir können Dach. Dachmarketing unterstützt Dachdecker und Zimmerer rund um analoge Werbung, wie Gerüstbanner oder Fahrzeugwerbung, und digitale Lösungen, wie die Software Mein Büro und den Website-Konfigurator für die Profi-Website.

Bild von Dachdecker-Website

Software Mein Büro

Angebote & Rechnungen und Baustellenverwaltung: Die Handwerkersoftware für kleinere Betriebe.

Bild von Dachdecker-Website

Profi-Website

Mit Layoutvorlagen und wenigen Klicks im Website-Konfigurator oder als individuelles Unikat.

Bild von Dachdecker-Website

Gerüstbanner

Weithin sichtbar: Gerüstbanner für mehr Bekanntheit, neue Aufträge oder Nachwuchswerbung.

Bild von Dachdecker-Website

Werbemittel

Zollstöcke, Bleistifte oder Feuerzeuge – mit individuellen Werbemitteln im Gedächtnis bleiben.

Aktuelle Artikel

Nahaufnahme eines Mannes mit kurzen Haaren, leichtem Bart und grünem Reißverschlussjacke, neutraler Gesichtsausdruck, Hintergrund unscharf.

8. Oktober 2026

Aufsichtsratsvorsitzender der DEX eG: Die genossenschaftliche Idee überzeugt

Ein Arbeiter in Shorts und Sportschuhen kniet auf einem Dach mit Holzplatten unter blauem Himmel.

6. Oktober 2026

Gesicht der Dach+Holz 2028: Zimmerer Finn Dettinger

Ausschnitt einer Webseite eines Dachdeckerbetriebs mit Dachziegeln und teilweise lesbarem Text auf Deutsch.

1. Oktober 2026

Website und E-Mail aus einer Hand: Wie ein Dachdecker keine Mails mehr verliert

Schräge Dachfläche eines Gebäudes mit dunklen Dachziegeln und Schneefanggittern, unter bewölktem Himmel.

29. September 2026

Dachsicherheit für Metall- und Bitumenschindeldächer neu gedacht

Teilweise sichtbares Logo und weiße Buchstaben auf dunklem Hintergrund, ein Teil einer Person mit weißem Hemd und schwarzer Weste am rechten Bildrand.

24. September 2026

Nationaltrainer Carsten Daub: Mit viel Spaß und wenig Druck zur WM

Eine Person hält ein langes rechteckiges Holzbrett in einer Messehalle, Hintergrund zeigt Decke mit Lichtern und einen verschwommenen Informationsstand.

22. September 2026

Leiterunfälle lassen sich vermeiden

Mehrere Personen in traditioneller Handwerkerkleidung, stehen draußen auf Steinen, posieren für ein Gruppenfoto.

17. September 2026

Arno Billen: nach Großbrand ein zweites Mal angefangen

Ein junger Mann mit Bart und kurzem Haar lächelt, trägt ein dunkelblaues Poloshirt, Hintergrund unscharf in Innenraum.

15. September 2026

Hauke Meyer-Behrends ist ein echter Küstendachdecker