Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Drei lächelnde Personen stehen nebeneinander und halten gemeinsam ein Zertifikat vor einer Maschine in einem industriellen Umfeld.

Schaaf GmbH geht für Azubi-Suche in die Schulen

Katharina Meise

9. November 2021

Thema Fachkräftemangel bei Dachdeckern und Zimmerern: Was können Betriebe tun, um heute schon ihre Gesellen von morgen zu finden?

„Nur wer bei den jungen Leuten sichtbar ist, hat überhaupt eine Chance, die passenden Azubis zu finden“, weiß Hanna Schaaf von der Schaaf GmbH aus Stuttgart. Der Mitgliedsbetrieb der Dachdecker-Einkauf Süd eG bildet jedes Jahr je einen Azubi zum Zimmerer und einen zum Klempner aus. Mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen, wie die Juniorchefin erzählt: „Wir könnten wahrscheinlich jedes Jahr 20 Zimmerer ausbilden. Aber bei den Klempnern tun wir uns richtig schwer. Auch, weil wir merken, dass die Leute ein völlig falsches Bild von diesem Beruf haben. Aufklärungsarbeit und Werbung für unsere Branche sind darum extrem wichtig. Denn wie soll sich ein junger Mensch für etwas entscheiden, das er gar nicht kennt?“

Bild von Johannes Wagner bei der Schaaf GmbH

Hoch konzentriert arbeitete sich Johannes Wagner, jüngster Teilnehmer bei den Rheinzink-Masters 2018, auf den dritten Platz. Heute ist er Klempnergeselle bei der Schaaf GmbH (Foto: Rheinzink)

Bildungspartnerschaft mit der örtlichen Realschule

Was also tun? Für die Juniorchefin im Familienbetrieb ist das ganz klar: „Wir müssen da hingehen, wo unsere potenziellen Auszubildenden sind – in die Schulen. Und wir gehen auch auf die Eltern und Lehrer zu, denn oft sind sie diejenigen, die ihre Sprösslinge auf die Idee bringen, eine Ausbildung im Handwerk zu beginnen.“ Darum hat die Schaaf GmbH eine Bildungspartnerschaft mit der nahegelegenen örtlichen Realschule geschlossen.

Bild von Inhabern der Schaaf GmbH

Hanna Schaaf und ihr Bruder David unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung mit der örtlichen Realschule. (Foto: Schaaf)

Junggesellen und Azubis gehen in den Unterricht

Sie beinhaltet mehrere Bausteine. „Wir schicken zum Beispiel einen unserer Junggesellen an die Schule, um dort eine Stunde Technik-Unterricht abzuhalten. Oder einer unserer Azubis geht in den Unterricht und macht eine Doppelstunde mit. Denn wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Hürde, Fragen zu stellen, niedriger ist, und die Akzeptanz höher ausfällt, wenn nicht ein älterer Erwachsener etwas erzählt, sondern wenn die Schüler sich mit Gleichaltrigen oder nur wenig Älteren austauschen können“, berichtet Hanna Schaaf.

Bild von Azubi in der Werkstatt der Schaaf GmbH

Der heutige Zimmerergeselle Luca Gallenmiller bei Holzarbeiten als Azubi in der firmeneigenen Werkstatt. (Foto: Schaaf)

Beratung der Eltern und Lehrer als wichtiger Baustein für den Erfolg

Um auch die Eltern abzuholen, nehmen Hanna oder ihr Bruder David, Zimmerermeister und ebenfalls Juniorchef, an Elternabenden teil, bei denen es um die Berufsfindung geht. Dort stehen sie den Eltern Rede und Antwort, berichten von den Vorzügen ihres Handwerks und räumen mit überholten Klischees auf. „Und wir geben den Lehrern Hilfestellung für die Beratung der Schüler zu Ausbildungsmöglichkeiten. Denn wie soll ein Lehrer alle unterschiedlichen Berufe kennen und auch noch erklären können? Wir stehen den Lehrkräften darum als Informationsgeber zur Seite“, erläutert Hanna Schaaf. Auch im Rahmen von Projektwochen soll die Bildungspartnerschaft mit Leben gefüllt werden. „Wir laden die Klassen zum Beispiel ein, uns auf der Baustelle zu besuchen oder mit einem unserer Azubis etwas zu bauen – etwa eine Bank oder ein Hochbeet für den Schulgarten.“

Bild von Schulung eines Klempner-Azubis an einer Kupfer-Dachrinne

Von links: Giuseppe D’Eramo, Ausbilder der Klempner, schult hier Kelvin Asihene Boahene, der nach der Lehre weiter als Klempnergeselle bei der Schaaf GmbH arbeitet. (Foto: Schaaf)

Chancen für junge Menschen mit Schwierigkeiten bei der Jobsuche

Ein zweites Standbein bei der Azubi-Suche ist für die Schaaf GmbH eine Kooperation mit den Joblingen. Dieser Bildungsträger hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Erwachsene zwischen 17 und 25 Jahren in eine Ausbildung zu bringen und sie so aus der Arbeitslosigkeit und der damit verbundenen Hoffnungslosigkeit zu holen. „Das Angebot richtet sich an junge Leute, die aus irgendeinem Grund Schwierigkeiten bei der Job- und Ausbildungssuche haben“, erklärt Hanna Schaaf. „Oft sind das Menschen, die aus zerrütteten Verhältnissen kommen. Da kann keine Familie im Hintergrund helfen. Oder die Mitglieder einer Familie sind teilweise schon über Generationen hinweg arbeitslos. Oder es sind Jugendliche, die als Geflüchtete zu uns gekommen sind. Hier gibt es oft sprachliche sowie kulturelle Hürden, die es zu überwinden gilt.“

Hanna Schaaf arbeitet ehrenamtlich als Mentorin bei den Joblingen mit, unterstützt so die jungen Leute mit ihrem Wissen und ganz praktischen Tipps aus der Arbeitswelt. „Die Jugendlichen bekommen auf diese Weise eine Übersicht über ihre Chancen und Möglichkeiten, lernen wichtige Ansprechpartner in den Unternehmen kennen und erhalten mittels Praktika Einblicke in die verschiedenen Betriebe. Und wir lernen im Gegenzug interessante Bewerber für unsere Azubi-Suche kennen.“

Bild von Azubi der Schaaf GmbH auf Baustelle

Johannes Thoma hat gerade seine Zimmererlehre abgeschlossen und arbeitet jetzt als Geselle.

Jeder neue Azubi ist eine Fachkraft von morgen

Doch lohnt sich der Aufwand? Was bringen diese Initiativen nun dem Betrieb? Bisher zumindest regelmäßig Praktikanten von den Joblingen und aus verschiedenen Schulen. „Wir sind ganz zufrieden, wollen aber natürlich noch mehr Azubis für uns gewinnen. Ich bin überzeugt davon, dass uns das auf diesem Weg gelingen wird“, zeigt sich Hanna Schaaf zuversichtlich. Auch der stellvertretende ZVDH-Hauptgeschäftsführer Rolf Fuhrmann findet den Ansatz der Schaaf GmbH, die auch sehr aktiv auf Instagram ist, goldrichtig. „Es ist wichtig, für junge Menschen, die eine Ausbildung beginnen wollen, greifbar zu sein. Wir als Verband freuen uns sehr über jeden Betrieb, der sich hier engagiert und so dabei hilft, unser Handwerk noch bekannter und beliebter zu machen. Immerhin ist jeder gewonnene Auszubildende eine Fachkraft von morgen!“

Bild von Mitarbeitern der Schaaf GmbH an der Abkantbank

Ausbilder Giuseppe D’Eramo (vorne) feiert in diesem Jahr gemeinsam mit der Schaaf GmbH die 25 Jahre Betriebsjubiläum. Er ist seit Tag eins Teil des Teams. (Foto: Schaaf)

Schaaf GmbH: ab Herbst in der Schule endlich durchstarten

Einen Wermutstropfen haben die Engagements der Firma Schaaf allerdings: Bislang ist wegen Corona vor allem die Partnerschaft mit der Realschule nur langsam angelaufen. „Die Corona-Pandemie hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erzählt Hanna Schaaf. „Wir konnten bislang die wenigsten Aktivitäten in die Tat umsetzen, weil wir uns, wie alle, an die Kontaktbeschränkungen halten mussten und nicht einfach so in die Schule konnten.“ Nun soll sich das aber ändern. „Wir wollen noch im Herbst mit einem Bewerbungstraining beginnen und können dann hoffentlich auch bald all die anderen Maßnahmen umsetzen.“

Sie interessieren sich das Thema „Fachkräfte finden“? Dann lesen Sie unsere Story Dachdecker müssen sich um gute Fachkräfte bewerben.

Katharina Meise

Sie hat das journalistische Handwerk vor über 20 Jahren in verschiedenen Print- und Online-Redaktionen von der Pike auf gelernt. Nach einem fast zehn Jahre währenden Ausflug in die Welt der PR leitete Meise die Unternehmenskommunikation eines renommierten Herstellers von Wohndachfenstern, Dachausstiegen und Bodentreppen – und entdeckte dort ihre Liebe zum Dachhandwerk.

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