Chris Jordan und sein Team decken nicht nur Dächer

DACH-Ticker

Soprema steigt ins Photovoltaikgeschäft ein

Soprema steigt in dem Boom-Markt Photovoltaik ein. (Foto: Soprema)

Die Soprema GmbH hat die Mehrheit an der MW Photovoltaik Engineering GmbH mit Sitz in Berlin übernommen. Bekannt als Komplettanbieter für hochwertige Abdichtungs- und Dämmsysteme sowie für Essertec Tageslicht- und Rauchabzugslösungen erweitert das Unternehmen sein Portfolio nun im Bereich Photovoltaik für Dach und Fassade.

11. August 2022

EEG 2023: Fördersätze für PV-Anlagen steigen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat Ende Juli über das Inkrafttreten erster Regelungen aus dem EEG 2023 informiert. Ab sofort können Betreiber von neu in Betrieb genommenen Solaranlagen bis zu 13,40 Cent pro Kilowattstunde für ihren PV-Strom erhalten. Die erhöhten Fördersätze gelten allerdings laut Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks nur für sogenannte Volleinspeiser. Das heißt: Der erzeugte Strom wird nicht selbst verbraucht, sondern vollständig ins Netz eingespeist.

8. August 2022

Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sind 2022 eingebrochen

Im April 2022 wurde in Deutschland der Bau von 31 152 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 5,1 Prozent oder 1 515 Baugenehmigungen mehr als im April 2021. Von Januar bis April 2022 wurden damit insgesamt 123.659 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt – dies waren 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr (125.553 Baugenehmigungen). Im Neubau gab es in den ersten vier Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 22 Prozent bei Einfamilienhäusern und ein Plus von 11,6 Prozent bei Mehrfamilienhäusern.

17. Juni 2022

Bauwirtschaft: Arbeitsunfälle 2021 leicht rückläufig

Die Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft sind im vergangenen Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 103.525 leicht gesunken. Auch die Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle ging laut BG Bau zurück. Einen leichten Anstieg gibt es hingegen bei den Anzeigen auf Verdacht einer Berufserkrankung. Der zweithäufigste Verdachtsfall war hierbei das für das Dachdeckerhandwerk besonders relevante Risiko von Hautkrebs durch Sonneneinstrahlung. Der leichte Rückgang bei Arbeitsunfällen und tödlichen Arbeitsunfällen sei laut BG Bau aber kein Grund zur Entwarnung. Denn die Zahlen seien immer noch zu hoch. 

3. Juni 2022

Peter Aicher bleibt Vorsitzender von Holzbau Deutschland

Bild von Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland
Peter Aicher will den Holzbau in den kommenden Jahren weiter voranbringen. (Foto: Holzbau Deutschland)

Bei den Vorstandswahlen von Holzbau Deutschland ist Peter Aicher erneut zum Vorsitzenden gewählt worden. „Ich bedanke mich sehr herzlich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich riesig, den Holzbau in den kommenden Jahren gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen weiter voranzubringen. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Projekte angestoßen und realisiert. Dass sich unser Engagement lohnt, bestätigt der kontinuierliche Aufwärtstrend des Holzbaus“, betonte der einstimmig wiedergewählte Vorsitzende von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

19. April 2022

Langjähriger BMI-Chef Ulrich Siepe gestorben

Bild von Ulrich Siepe mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger
Ulrich Siepe auf der Dach+Holz 2020 mit Dachdeckerin Larissa Würtenberger.

Das Dachhandwerk trauert um eine Führungspersönlichkeit und einen Menschenfreund. Der langjährige BMI-Geschäftsführer Ulrich Siepe ist am 23. März nach schwerer Krankheit verstorben, über die er schon während seiner bis 2020 dauernden Karriere bei BMI offen gesprochen hatte. Seine offene, freundliche und zugewandte Art werden viele langjährige Marktbegleiter vermissen.

31. März 2022

BMI investiert in Erweiterungsbau für Schulungszentrum

Bild von Spatenstich für BMI-Schulungszentrum
Spatenstich für Erweiterungsbau des BMI-Schulungszentrums. (Foto: BMI)

BMI stärkt erneut den Wirtschaftsstandort Heusenstamm. Am Stammwerk von Braas investiert BMI in einen Erweiterungsbau für das bestehende Schulungszentrum. Dort wird es auf 1.750 Quadratmetern genügend Platz für Trainings- und Seminarräume, für Lager, Werkstatt und Funktionsräume sowie für Großveranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmern geben.

23. März 2022

ifo Institut: Baupreise steigen 2022 weiter

Die deutschen Bauunternehmen planen, auf breiter Linie die Baupreise zu erhöhen. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor. Im Hochbau kalkulierte jeder zweite Betrieb für die kommenden Monate mit Preisanpassungen. „Das ist eine Folge der rasanten Kostenanstiege beim Baumaterial, diese werden nun an die Kunden weitergeben“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss. „Insbesondere bei den Dämmstoffen gab es weiterhin Probleme. Holz spielte aktuell wieder eine größere Rolle. Das sehen wir beim Großhandel mit Holz und auch bei Bauelementen aus Holz. Hier wurde wieder sehr oft von Preiserhöhungen berichtet“, sagt Leiss weiter. „Zudem sind die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Bauwirtschaft sind im Moment noch nicht abzusehen.“

17. März 2022

Energiesouveränität bedeutet auch Energieeffizienz im Gebäudebestand

Im Rahmen des gemeinsamen Aufrufs von Verbraucher-, Wirtschafts- und Umweltverbänden an die Bundesregierung „Energiesouveränität ist das Gebot der Stunde”, verbunden mit der Forderung nach einem nationalen Gipfel für Energiesouveränität erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer: „Für energieeffiziente Häuser und Gebäude brauchen wir eine verlässliche und auskömmliche Förderkulisse, die auch diejenigen Standards fördert, die gefordert werden. Konkret heißt das: Wenn das EH 55 zum Standard wird, sollte auch dieser gefördert werden. Ähnliches gilt für die energetische Sanierung: EH 70 bei Sanierungen ist ambitioniert und sollte daher entsprechend gefördert werden. Das gilt auch für den Einbau von Heizungen, die auf regenerativen Energien beruhen, sowie den Einbau von Solaranlagen.“

11. März 2022

Janine Neureuther erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin

Janine Neureuther, Geschäftsführerin der Neureuther Bedachungen GmbH in Rheinstetten bei Karlsruhe, übernimmt ab sofort das Amt der stellvertretenden Landesinnungsmeisterin des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg. Sie wurde einstimmig durch die zehn Dachdecker-Innungen Baden-Württembergs zur Nachfolgerin von Michael Braunwarth (Foto links) gewählt. Sie ist damit die erste stellvertretende Landesinnungsmeisterin im deutschen Dachdeckerhandwerk und übernimmt das Amt der Landesreferentin für Berufsbildung.

4. März 2022

Chris Jordan und sein Team decken nicht nur Dächer

25. November 2021

 · Sandra Klaua

Dachdecker Chris Jordan treibt mit seinem Team ausgiebig Sport und beschäftigt eine Physiotherapeutin für die Gesundheitsprävention.

Ein Triathlon? Kein Problem. Beim 10-Freunde-Triathlon darf man die Last unter zehn Sportlern aufteilen. Das Team von Chris Jordan nahm vor einigen Jahren diese Herausforderung an. Was als Einmalaktion begann, wuchs zum langfristigen gemeinsamen Sporttreiben heran. Und da die Gesundheit der Mitarbeiter für den Chef im Fokus steht, rückt einmal im Monat auch die Physiotherapeutin an.

Beim Team-Triathlon in Dieburg trat die ganze Mannschaft gemeinsam an. (Alle Fotos: Creaton, Behrendt und Rausch)

Eigener Betrieb nach vielen Jahren als Angestellter

Unklare Zukunftsaussichten im alten Betrieb waren die Motivation von Chris Jordan, nach vielen Jahren als Angestellter ein Unternehmen zu gründen. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter der ehemaligen Firma startete er 2012 ins Ungewisse. Innerhalb kürzester Zeit wuchs der Betrieb auf sechs Mann an. „Ich hatte damals extremes Glück, eine junge Truppe zu bekommen. Heute bin ich mit 45 der Älteste, das Team ist zwischen 25 und 35 Jahre alt“, berichtet Chris Jordan.

Michael Oswald (links) und sein Chef Chris Jordan sind begeisterte Radfahrer.

Zufällig das gemeinsame Sporttreiben entdeckt

Und weil so eine junge Truppe auch nach einem langen Arbeitstag auf dem Dach noch Energie hat, ist das Team zufällig zum gemeinsamen Sporttreiben gekommen. „Wir haben schon immer viele Sachen zusammen gemacht. Doch eine Veranstaltung war für uns der Beginn des Teamsports. In Fulda gibt es einmal im Jahr einen Challenge-Lauf, bei dem man eine Distanz von fünf Kilometern durch die Stadt läuft. Das ist eine gute Sache, also haben wir uns angemeldet. Dann erzählten wir auf einer Baustelle davon, und der Kunde sagte: ‚Macht doch mal was Richtiges, macht den 10-Freunde-Triathlon.‘“

10-Freunde-Triathlon als Weckruf

Das Team war gleich Feuer und Flamme, also machte der Chef Nägel mit Köpfen. „Alle sagten: Klar, machen wir locker. Dann habe ich uns angemeldet unter dem Namen ‚Die Dachhasen‘, habe auch gleich Trikots gemacht und dann waren wir angemeldet, ohne zu wissen, was das bedeutet“, berichtet Chris Jordan. Jeder im Team musste ein Zehntel eines Triathlons absolvieren: 380 Meter Schwimmen, 4,2 Kilometer laufen und 18 Kilometer Fahrradfahren.

Ein Teil des Teams geht gemeinsam laufen.

Doch schon tauchte ein Problem auf: „Wir waren alle eher untrainiert. Aber wir wollten natürlich auch nicht rumlaufen wie die letzten Heuler“, lacht der Chef. Also begann das Team zu trainieren. „Wir sind zusammen Fahrrad gefahren, haben einen Kraulkurs im Schwimmbad gemacht und sind zusammen gelaufen.“

Was als Einmalaktion gestartet war, entwickelte sich später dann zum regelmäßigen gemeinsamen Sport. „Im normalen Leben, wenn wir nicht für ein Event trainieren, gehen verschiedene Gruppen natürlich einzeln ihrem Sport nach. Wer schwimmen mag, geht schwimmen, wer laufen oder Rad fahren mag, tut dies zusammen“, erklärt Chris Jordan.

Trainingszeit! Wenn kein Event ansteht, betreibt jeder seinen favorisierten Sport.

Unterstützung von einer Physiotherapeutin

Doch die sportliche Betätigung allein macht noch kein besonders gesundheitsbewusstes Unternehmen. Denn die harte körperliche Arbeit und der Sport sorgten hier und da für typische Wehwehchen. Das war der Moment, in dem sich Jordan eine befreundete Physiotherapeutin ins Boot holte. Seitdem behandelt sie jeden Mitarbeiter einmal im Monat. „Auch wenn zwischendurch einmal jemand Probleme hat, ist sie natürlich zur Stelle“, berichtet Chris Jordan. Außerdem hat sie zahlreiche gute Tipps für die Mitarbeiter, zeigt Übungen und gibt Infos zum rückenschonenden Arbeiten.

Die Physiotherapeutin Jessica Weisheit weiß, welchen Belastungen die Dachdecker ausgesetzt sind.

Betrieb bezahlt die Behandlung

Die Kosten für die Behandlung trägt der Betrieb. Doch zahlt sich das für den Unternehmer aus? „Diese Idee war nie von der wirtschaftlichen Seite gedacht, aber es ist ein schöner Nebeneffekt. Bisher ist noch kein Mitarbeiter wegen Rückenschmerzen zu Hause geblieben. Wir haben im Unternehmen eine Krankenrate von unter fünf Prozent. Gleichzeitig zeigt dieser Service die Wertschätzung meinen Mitarbeitern gegenüber. Und dann darf man auch eines nicht vergessen: Ich verdiene nur Geld, wenn meine Mitarbeiter da sind. Der Ausfall durch Krankheit ist viel teurer“, ist sich Chris Jordan sicher.

„Wenn man eine kleine Truppe hat, in der alle mit Lust und Spaß bei der Arbeit sind, gibt es kaum Reklamationen“, meint Chris Jordan.

Chris Jordan möchte Spaß beim Arbeiten

Der Unternehmer tut eine Menge dafür, damit sein Team gut funktioniert. „Ein Chef ist nur so gut wie seine Truppe. Wenn die Truppe nix taugt, bleibt auch der wirtschaftliche Erfolg aus“, bringt er es auf den Punkt. Und das Teambuilding lässt er sich einiges kosten. „Ich habe einen Dartautomaten angeschafft, oft spielen wir eine Runde mit der ganzen Truppe. Nur wenn das Team sich gut versteht, macht das Arbeiten Spaß. Das beschleunigt auch den Arbeitsablauf. Wir haben einen hohen Durchlauf an Baustellen. Wo andere eine Woche brauchen, sind wir in kürzerer Zeit fertig, denn ein motivierter Mitarbeiter arbeitet einfach viel besser und schneller als ein unmotivierter.“

Der Dartautomat ist ein beliebter Treffpunkt im Unternehmen. Benjamin Jansen (links) und Robert Ludwig haben Lust auf ein Spiel.

Immer im Gespräch bleiben

Über den Umgang mit seinen Mitarbeitern machte sich der Chef genaue Gedanken. „Ich habe mir geschworen: So wie im alten Betrieb möchte ich die Kommunikation nicht gestalten. Meine Devise war, dass ein Chef auf der einen Seite ein Freund sein muss, auf der anderen Seite muss er aber auch mal klare Kante zeigen, wenn es nicht rund läuft.“ Für ihn macht der Ton im Gespräch die Musik. „Es gibt viele Betriebe, die nicht gerade die Freundlichkeit in Person sind. Wenn man aber mit allen freundlich umgeht, dann kommt es auch genauso zurück. Und dann kann man auch vernünftig miteinander arbeiten.“ Damit das so bleibt, soll es, sobald möglich, wieder einen Betriebsausflug geben. Das Ziel? Die Area 47 im Tiroler Ötztal – zum Klettern, Mountainbiken und Raften.

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