Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Eine Gruppe von acht jungen Erwachsenen steht zusammen in einer Industriehalle und lächelt in die Kamera.

Dachdecker: Image entscheidet über Wahl der Ausbildung

Knut Köstergarten

7. Februar 2019

1.700 Schülerinnen und Schüler hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) jüngst befragt, ob und warum sie einen Handwerksberuf erlernen würden. Das wichtigste Ergebnis der Umfrage ist die hohe Bedeutung von Image. Die Jugendlichen fragen sich, ob die Berufswahl ihr Ansehen im sozialen Umfeld stärkt, also bei den Eltern und im Freundeskreis. Ein schlechtes Image kann dazu führen, dass jemand keine Ausbildung zum Dachdecker macht, obwohl ihm die Arbeit selbst gefallen würde.

Dachdecker kennen keine Höhenangst: Spektakuläre Aktion der Berliner Innung am Alexanderplatz.

Jugendliche wollen sich mit ihrem Beruf identifizieren. Das heißt für die Nachwuchswerbung: Es gilt Identifikationspotenziale für junge Menschen aufzuzeigen. Deshalb ist etwa die Idee richtig, Auszubildende als Ausbildungs-Botschafterin die Schulklassen zu schicken. So ein Besuch „hat eine emotional wesentlich bedeutsamere Wirkung auf Schüler als eine Broschüre, in der mit klugen Argumenten für eine von Klischees unabhängige Berufswahl geworben wird“, erklärt BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser.

Sportliche körperliche Arbeit an frischer Luft bei guter Bezahlung – viele Ansatzpunkte für ein gutes Image der Dachdecker

Sportliche körperliche Arbeit an frischer Luft bei guter Bezahlung – viele Ansatzpunkte für ein gutes Image der Dachdecker. (Foto: Höpken)

Jugendliche für Ausbildung zum Dachdecker begeistern

Durch eine stärkere Aufklärung über die aktuellen Tätigkeitsanforderungen des Berufsbildes lässt sich laut Studie das Interesse von Eltern und Schülern steigern. Letztere wünschen sich inhaltlich vor allem eine abwechslungsreiche und kreative Arbeit unter Einsatz moderner Technik. Und da hat auch das Berufsbild Dachdecker einiges zu bieten. Die Inhalte gilt es bekannter zu machen und in die Schulen zu tragen. Gegen den Trend zur Akademisierung sollte bewusst ein Image des Dachdeckers vermittelt werden, das Jugendliche anspricht, die Lust haben auf harte und abwechslungsreiche Arbeit. Die es cool finden, fit zu sein und einen gut trainierten Körper zu haben.

Dachdecker und Kraftsportler: Jannik berichtet über seine Berufswahl

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Es braucht authentische Botschafter für das Dachdecker-Handwerk

So eine positive, authentische Vermittlung des Berufsbildes ist jedoch nur möglich, wenn Dachdecker ihre Lehrlinge oder Junggesellen mitnehmen in die Schulen. Um Begeisterung zu erzeugen, braucht es Augenhöhe und einen Ansprechpartner, der glaubwürdig ist und die gleiche Sprache spricht. Das gilt für Schulbesuche wie für Nachwuchswerbung über soziale Medien. Wer sich etwa bei Instagram so umschaut nach Dachdeckern, der findet junge, fitte Männer und Frauen, die ihre Begeisterung und ihren Spaß an und ihren Stolz auf ihre Arbeit zeigen. Dort finden sich echte Botschafter für das Berufsbild.

Die Website „www.dachdeckerdeinberuf.de“ bietet alle Infos und den Selbsttest „Steckt in Dir ein Dachdecker?“.

Die Website „www.dachdeckerdeinberuf.de“ bietet alle Infos und den Selbsttest „Steckt in Dir ein Dachdecker?“.

Dachdecker Nachwuchswerbung: Ihr müsst für den Beruf strahlen

Die Identifikation mit dem Beruf Dachdecker hält auch Jan Juraschek für zentral, wenn es um den Start einer Ausbildung geht. Der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes Schleswig-Holstein kann das sogar mit Zahlen unterfüttern. Er hat alle Lehrlinge im Ausbildungszentrum befragen lassen, warum sie eigentlich Dachdecker geworden sind. „80 Prozent von ihnen sagen, dass sie sich mit dem Beruf identifizieren.“ Auf diesem interessanten Ergebnis hat Juraschek jetzt die Nachwuchswerbung des Verbandes aufgebaut. Junge Dachdecker werben auf Instagram, Facebook oder YouTube offensiv für das Berufsbild. Juraschek hat nach dem Vorbild Rheinland-Pfalz ebenfalls ein Projekt Zukunft Dachdecker ins Leben gerufen. Den jungen Leuten lässt er weitgehend freie Hand. Einzige Vorgabe: „Wer sich da präsentiert, muss für den Beruf strahlen.“

Dachdecker machen Messe-Aktion mit bekanntem YouTuber

Es geht dabei nicht um Hochglanz mit anonymen Models, sondern um Authentizität. Auf Instagram ist ein junger Lehrling aus Schleswig-Holstein mit einem Kurzvideo dabei, der in seiner Freizeit Kraftsport macht. „Dachdecker sind ja auch die Harten und Fitten. So ein Video kann bestimmte Jugendliche begeistern“, sagt Juraschek. Sein Team hat auch auf den Stand zur Jobmesse auf der jüngsten Nordbau mit JP Krämer einen bekannten YouTuber eingeladen, dessen Videos über das Tuning von schnellen Autos mehr als eine halbe Million Mal aufgerufen werden. Juraschek ist überzeugt, dass die Dachdecker neben einem guten Gehalt auch in Sachen Image einiges zu bieten haben. „Bundesweit geht die Zahl der  Auszubildenden wieder nach oben. Wir haben eine Trendwende, da gilt es dranzubleiben.“ Das tut auch der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks mit seinen Jugendbotschaftern, die in den sozialen Medien für die Ausbildung werben.

Auf Messen oder am "Tag der offenen Tür" lässt sich leicht die Begeisterung für den Beruf des Dachdeckers wecken.

Auf Messen oder am „Tag der offenen Tür“ lässt sich leicht die Begeisterung für den Beruf des Dachdeckers wecken.

Imagewerbung: Schulklassen besuchen und in den Betrieb einladen

Gute Erfolgschancen hätten Handwerker, die ihre Arbeit und ihren Betrieb gemeinsam mit einem Lehrling in Schulklassen präsentieren oder diese zu einem Termin in den Betrieb einladen, erläutert Andrea Greilinger vom Ludwig-Fröhler-Institut (LFI) für Handwerkswissenschaften. Das habe es Studie des LFI zum Thema Nachwuchswerbung gezeigt. Da gebe es immer ein paar Schüler, die dadurch ein höheres Interesse aufbauen und sich anschließend bewerben. Hinzu kommt der generelle Imageeffekt. Die Marke Dachdecker wird anschließend besser und positiver wahrgenommen.

Das Projekt „Zukunft Dachdecker“ gibt es jetzt auch in Schleswig-Holstein. Hier zeigen junge Dachdecker Jugendlichen, was cool ist an ihrem Beruf.

Das Projekt „Zukunft Dachdecker“ gibt es jetzt auch in Schleswig-Holstein. Junge DachdeckerInnen bringen ihre Ideen ein, um Jugendlichen zu zeigen, was cool ist an ihrem Beruf.

Sie interessieren sich für das Thema Nachwuchswerbung. Dann lesen Sie unser Interview mit dem Buchautor und Dachdecker Jörg Mosler über Mitarbeitergewinnung.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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