Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Ein langes Gebäude mit Solarpaneelen auf dem Dach ist von einem Gerüst umgeben, im Hintergrund ist ein Fluss zu sehen.

Betrieb Struwe: Dachtechnik und Solar aus einer Hand

Knut Köstergarten

18. Juli 2024

Struwe Dachtechnik ist ein Platzhirsch in der Rhein-Neckar-Region. Vor zwei Jahren kam dann der nächste Schritt: Die Gründung der Struwe Solar GmbH, die inzwischen acht Mitarbeiter beschäftigt und erfolgreich am PV-Markt agiert.

Ein Werbebanner von VELUX mit Text über Energieeinsparung durch geförderte Verglasung, weißen Text auf rotem Hintergrund und Aufzählung der Vorteile, teilweise sichtbarer Mensch links.

Michael Seitz und Maximilian Struwe waren schon länger befreundet, als sie im Mai 2022 gemeinsam zu einer Hochzeit an den Gardasee fuhren. Dort entstand in einem Hotel die Idee: Wir sollten etwas zusammen machen. Zwei, drei Gespräche später saßen sie im August bereits beim Notar und gründeten die Struwe Solar GmbH. „Da gab es ja gerade die neue Solarpflicht in Baden-Württemberg. Wir wollten das abdecken in Kooperation mit der bestehenden Struwe Dachtechnik GmbH und Synergien nutzen“, erläutert Seitz.

Zwei Männer stehen hinter einem Tisch im Freien, auf dem Tisch liegt eine weiße Tischdecke mit dem Logo und Name einer Firma.
Lokales Sponsoring ist ihnen wichtig: Maximilian Struwe (links) und Michael Seitz beim Struwe Jugendcup im Tennisclub Wiesloch. (Alle Fotos: Struwe)

Ungewöhnliche Partnerschaft

Michael Seitz ist kein Handwerker, er hatte seit der Ausbildung 18 Jahre bei der Dachdecker-Einkauf Süd eG gearbeitet, zuletzt als Niederlassungsleiter für die Standorte Mannheim und Heidelberg. Der Betrieb Struwe Dachtechnik im nahegelegenen Wiesloch bei Heidelberg ist Mitglied der DE Süd. Daher kennt Seitz auch Maximilian Struwe, der den Familienbetrieb mit aktuell rund 40 Mitarbeitern von Vater Stefan übernommen hat. Für Seitz war die Gründung nach vielen Jahren als Angestellter ein Schritt ins Ungewisse. Denn operativ führt er den Betrieb weitgehend eigenverantwortlich. Doch die beiden stehen immer im Austausch und entwickeln gemeinsam neue Ideen. „Wir haben ein gutes und enges Verhältnis. Maximilian vertraut mir und unterstützt mich, wenn es nötig ist“, berichtet Seitz.

Ein Mann montiert tagsüber eine Solaranlage auf einem Dach unter klarem Himmel.
„Wir haben junge Mitarbeiter, die große Lust auf unser Solar-Projekt haben", sagt Michael Seitz.

Erster PV-Großauftrag vom Dachdecker-Einkauf

„Es war 2022 ein guter Zeitpunkt, um zu starten. Wir konnten die Infrastruktur der Dachdeckerei nutzen, wie Fahrzeuge oder den Kran, und schnell viele Aufträge gewinnen“, erinnert sich Seitz. Im Team sind auch zwei Elektrikergesellen, so braucht der Meister aus dem Partnerbetrieb, mit dem Struwe kooperiert, nur den letzten Anschluss vornehmen. „Wir haben junge Mitarbeiter, die große Lust auf unser Projekt haben und die auch was schaffen wollen. Die Stimmung ist sehr gut, es gibt ungewöhnliche Projekte“, so Seitz. Der erste große Auftrag kam von der DE Süd, wo für eine neue Lagerhalle „seiner“ Niederlassung in Mannheim eine PV-Anlage auf dem Flachdach installiert wurde. „Dieses Vertrauen war außergewöhnlich und nicht selbstverständlich“, berichten die beiden unisono.

Großes Fabrikdach mit mehreren Solarpanelen, umgeben von weiteren Industriegebäuden, Blick aus der Vogelperspektive.
PV-Anlage mit 70 kWp Leistung für eine Lagerhalle der DE Süd Niederlassung in Mannheim.

Struwe kann PV-Anlagen auch selbst

Der Einstieg ins PV-Geschäft hat sich für Struwe ausgezahlt. In der Außendarstellung fungieren die beiden Betriebe inzwischen als einer: Struwe Dachtechnik und Solar. „Das ist die Botschaft: Wir als Struwe können PV-Anlagen auch selbst. Und es ist schon ein Alleinstellungsmerkmal, dass wir einen kompetenten Dachdeckermeisterbetrieb im Rücken haben“, erläutert Maximilian Struwe. Letztlich können wechselseitig Aufträge an Land gezogen werden, weil Struwe Kunden immer sehr intensiv berät. „Wir beraten Lösungen, die wir auch bei uns zuhause nutzen würden“, erklärt Struwe. Das heißt: keine Kompromisse! „Wir fahren immer raus, auch wenn das Zeit kostet, nehmen alles vor Ort auf, ob Dachsanierung oder PV-Anlage oder beides. Persönlicher Kontakt ist das beste Konzept.“

Mehrere Arbeiter renovieren ein Dach auf einem eingerüsteten Gebäude, teils mit entfernten Ziegeln. Im Hintergrund sind weitere Häuser zu sehen.
Denkmalsanierung eines Daches mit 1500 Quadratmeter Fläche in Dielheim.

Qualität und bestes Material

So gibt es alte Bestandskunden der Dachdeckerei, die eine PV-Anlage gleich mitmachen lassen. Oder umgekehrt: Muss vielleicht ein Dach doch erst saniert werden, weil der Zustand so nicht geeignet ist für eine PV-Anlage? Klar ist auch, „dass wir auf Qualität und bestes Material setzen, egal ob es sich um energetische Dachsanierung oder Photovoltaik handelt“, erklärt Struwe. Seine Philosophie nach Henry Ford: „Qualität bleibt, wenn der Preis längst vergessen ist.“ Ob Beratung, Angebot, Abwicklung auf der Baustelle oder Vorbereitung: Die Kunden sollen die Qualität spüren. „Wir verwenden hochwertige Produkte und arbeiten ausschließlich mit namhaften Herstellern. Zu unseren Partnern zählen sowohl die Dachdecker-Einkauf Süd eG als auch Bauder, Soprema, Icopal, Braas und Creaton. Auch bei Photovoltaikanlagen kaufen wir eben nicht nur die billigsten Materialien aus China.“

Modernes Haus mit schwarzen Dachziegeln, Solarpanelen und Oberlichtern, daneben parkt ein schwarzes Auto, im Hintergrund grüne Wiese und Bäume.
PV-Anlage auf dem Steildach eines Einfamilienhauses: Struwe realisiert viele Projekte mit Privatkunden.

Auch Dienstleister für regionale Dachdecker

Struwe Solar kooperiert dabei auch mit regionalen Dachdeckern und stellt das Know-how als Dienstleister zur Verfügung. „Wir übernehmen entweder die PV-Anlage komplett oder bieten alternativ die gesamte Planung und der Dachdecker führt die Installation aus“, erklärt Seitz. Struwe verfügt über eine eigene Planungssoftware, errechnet die Belegung, wählt die Module aus, dimensioniert den Wechselrichter. „Und wir begleiten die Dachdecker auf Wunsch auch bei Kundenterminen. Das Motto lautet: Kooperation statt Konkurrenz. „Wir als Struwe bieten intelligente Systeme, damit möglichst viel PV-Strom selbst verwendet werden kann“, sagt Seitz. Die DE Süd ist der Partner für das Material. „Sie lagern für uns, was wir brauchen, und liefern just in time auf die Baustelle. Das hilft sehr. Ich denke, wir haben uns gegenseitig nach vorne gebracht“, freut sich Seitz.

Ein Mann mit tätowiertem Arm benutzt eine elektrische Säge, während er sich über ein Metallgitter beugt, Staub steigt während der Arbeit auf.
Ein Struwe-Mitarbeiter beim Bearbeiten eines Dachsteins.

Guter Name Struwe Dachtechnik ist ein Pfund

Den Mutterbetrieb Struwe Dachtechnik gibt es seit über 40 Jahren, der gute Name ist ein Pfund für die weitere Entwicklung. Vater Stefan Struwe gründete den Betrieb 1982. Unter seiner Regie waren in der Regel immer um die 15 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umzug mit angrenzendem Wohnhaus in ein Mischgebiet in Wiesloch fand 1992 statt. Maximilian Struwe wohnt dort heute mit seiner Frau und den beiden Kindern. Die direkte Nähe zum Betrieb ist für ihn ein Glücksfall. „Ich kann einfach rübergehen, wenn es noch was im Büro zu erledigen gibt.“ Unter seiner Regie startete dann der Wachstumsprozess.

Ein Mann mit Sonnenbrille arbeitet mit einer roten Kreissäge im Freien, Sägespäne fliegen in die Luft.
Ein Struwe-Mitarbeiter beim Herstellen einer Holzfassade. 

Erst BWL-Studium – dann Dachdeckerlehre

Dabei wollten die Eltern, dass er beruflich einmal etwas Besseres macht. So studierte Struwe nach dem Abitur Betriebswirtschaft in Dortmund. Aber der Groschen fiel nicht. „Ich konnte mir keine Karriere in einer Bank, einem Konzern oder einer Beratungsfirma vorstellen.“ Der Junior wollte lieber das Familienunternehmen weiterführen. Struwe absolvierte eine Turbo-Ausbildung zum Dachdecker in vier Monaten am BBZ Mayen und gleich danach 2016 den Meister in Karlsruhe. „Ich habe da nebenbei immer gearbeitet im Betrieb und praktisch gelernt. Ich bin nicht der Crack als Handwerker und habe mir das hart erarbeitet.“

Hohe Wertschätzung für die Mitarbeiter

Struwe erinnert sich noch gut an die Anfänge als Chef. „Wenn ich was sage, nehmen die Jungs das an? Das hat eine Weile gedauert, dann haben sie gesehen, der weiß schon, wovon er redet.“ Struwe ist aber keiner, der mit großer Rede oder als Akademiker daherkommt. Vielmehr bindet er seine Mitarbeiter schon vor dem Auftragsbeginn mit ein in die Projekte, nutzt ihr Know-how, fragt: Können wir es so machen? Das ist Wertschätzung für die Mitarbeiter und wenn alle ihre Kompetenzen einbringen, profitiert der Betrieb. „Wir respektieren die Leistung und Erfahrung der Kollegen“, benennt es Michael Seitz.

Vier Männer in grauen T-Shirts posieren zusammen auf einem Dach, einer sitzt, drei stehen, im Hintergrund ist ein Firmenbanner zu sehen.
Die Mitarbeiter bei Struwe sollen eigenverantwortlich arbeiten und kreativ sein.

Reibungslose Übergabe vom Vater zum Sohn

Vater Stefan Struwe zog sich schnell aus dem Tagesgeschäft zurück, der Übergabeprozess lief reibungslos. „Ich konnte schalten und walten, war nach eineinhalb Jahren schon komplett alleine auf der Kommandobrücke. Mein Vater sagte: ‚Fehler machen, ja, aber bitte jeden nur einmal.‘ Das habe ich beherzigt“, sagt Maximilian Struwe. „Der Vater war schon immer eine Respektsperson“, erinnert sich Seitz, „ich hätte damals nie gedacht, dass er so loslassen kann.“ Für Fragen steht Stefan Struwe weiterhin bereit. Ihn noch da zu wissen, ist ein großer Rückhalt für den Junior.

Baustelle mit Baumaterialien und Holzbalken auf einem Dach; im Hintergrund spiegelnde Fenster und ein Backsteingebäude.
Denkmalsanierung einer alten Tabakfabrik in Heidelberg mit Sheds und großen Dachfenstern.

Gerne komplexe Dachprojekte realisieren

Struwe Dachtechnik übernimmt gerne komplexere Projekte, Schiefer oder Blechdächer. „Wir machen auch Zimmerei und Blechnerei, stellen die Gauben und Dachstühle selbst“, berichtet Struwe. Es gibt Multiplikatoren wie Architekten, Weiterempfehlungen, viele Hausverwaltungen als Kunden. „Unsere Stärke ist ganz klar der persönliche und individuelle Kontakt“, sagt Struwe. Er ist ein „Menschenfänger“ und erhält sehr viele Aufträge durch die intensive Beratung. „Wir haben auch einen Reparaturtrupp, ersetzen gerne einzelne Ziegel. Da gibt es immer wieder Folgeaufträge, auch nach Sturmschäden-Hilfe. Die Leute erinnern sich an den guten Service im Kleinen.“ Struwe Dachtechnik realisiert aber auch große, repräsentative Projekte, wie etwa moderne Hotelbauten in Karlsruhe oder Heidelberg, wo auch eine unter Denkmalschutz stehende Tabakfabrik saniert wurde.

Stadtansicht mit alten Backsteingebäuden, mehreren Fensterreihen und Straßen, leichter Nebel im Hintergrund, Herbstbäume im Vordergrund.
Komplexe Großprojekte wie die ehemalige Tabakfabrik in Heidelberg sind nach dem Geschmack von Struwe.

Eigenverantwortung der Mitarbeiter stärken

Dafür braucht es top qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. „Wir fordern, aber die Jungs sollen Spaß haben. Wir bieten Wertschätzung und ein sehr freundschaftliches Miteinander neben dem guten Gehalt. Jeder kann Urlaub machen, wenn er es braucht, das klappt auch kurzfristig“, erläutert Struwe. Die Mitarbeiter sollen eigenverantwortlich arbeiten und kreativ sein. „Und sie spüren, dass wir ihnen vertrauen“, fügt Seitz hinzu. Im August starten wieder zwei neue Azubis als Dachdecker und Blechner. „Wir kümmern uns, helfen den Mitarbeitern, ob beruflich oder privat, auch bei finanziellen Problemen oder der Wohnungssuche. Darauf können sie setzen“, sagt Struwe.

Weitere Ideen sind in der Pipeline

Ein neuer Zimmerermeister ist auch hinzugekommen, unter anderem für die Präsenz auf den Baustellen. „Ich bin überall noch dabei im Tagesgeschäft“, sagt Maximilian Struwe, „und habe zu wenig Zeit für die Arbeit am Unternehmen.“ Im Oktober kommt eine dringend benötigte neue Lagerhalle im nahen Dielheim hinzu. Dort soll es einen Showroom geben mit PV-Modulen, Wechselrichtern, Batterien sowie Fenster- und Dachmodellen, „damit die Kunden etwas Greifbares zum Anschauen und Anfassen haben“, sagt Seitz. Weitere Ideen sind in der Pipeline – man darf gespannt sein.

Sie interessieren sich für innovative Betriebe? Dann lesen Sie unsere Geschichte über Heiko Sowade, einen Dach-Unternehmer mit Weitblick.

Knut Köstergarten

Schreibt seit über zehn Jahren für das Printmagazin „Das Dach“ und leitet dort und bei Dach live die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und inzwischen auf die Bereiche Politik und Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge – gerade auch von Unternehmern.

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