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In Sydney entsteht mit Atlassian Central das höchste hybride Holz-Hochhaus der Welt. Mehr als 30 000 Kubikmeter Massivholz treffen auf Stahl und Beton. Für den Holzbau ist vor allem die konsequente Vorfertigung interessant.
Ein Holzbau der Superlative
Holz und Hochhaus – lange schienen das zwei Begriffe zu sein, die schwer zusammenpassen. In Sydney wird diese Kombination Realität. Direkt über der Central Station wächst Atlassian Central 183 Meter in die Höhe. Der Büroturm umfasst 39 Geschosse und soll nach der geplanten Fertigstellung Ende 2026 das höchste hybride Holz-Hochhaus der Welt sein. Einen wesentlichen Teil des Massivholzes liefert der österreichische Holzbauspezialist WIEHAG: 3800 Kubikmeter Brettschichtholz für tragende Elemente und 8080 Kubikmeter Brettsperrholz-Elemente für Wände und Decken.



Holz, Stahl und Beton im Zusammenspiel
Atlassian Central ist kein reines Holz-Hochhaus. Das Tragkonzept setzt gezielt auf einen Materialmix. Im Inneren steht ein massiver Stahlbetonkern, außen ergänzt ein Stahl-Exoskelett die Konstruktion. Der Betonkern sorgt für Stabilität, das Stahltragwerk nimmt Windlasten auf und erhöht die Steifigkeit des Gebäudes. In dieses Tragwerk werden die Holzbereiche integriert.
Sieben sogenannte „Timber Habitats“ bilden die Holzkonstruktion. Die jeweils dreigeschossigen Module erstrecken sich insgesamt über 21 der 39 Geschosse. Sie werden zwischen massiven Betondecken angeordnet und in das Tragwerk eingehängt. Damit müssen die einzelnen Baustoffe nicht dieselben Aufgaben erfüllen: Beton, Stahl und Holz übernehmen jeweils Funktionen, für die sie besonders geeignet sind.

Höchstes Holz-Hochhaus der Welt: Das Wichtigste in Kürze
- Projekt: Atlassian Central, Sydney, direkt über der Central Station
- Höhe: 183 Meter, 39 Geschosse, geplante Fertigstellung Ende 2026
- Bauweise: Hybridbau aus Stahlbetonkern, Stahl-Exoskelett und sieben dreigeschossigen Holzmodulen über 21 Geschosse
- Holz: mehr als 30 000 Kubikmeter Massivholz
- Nachhaltigkeit: mindestens 50 Prozent weniger CO₂ bei Tragwerk, Unterbau und Fassade, dazu eine Photovoltaikanlage in der Fassade
Die Baustelle beginnt im Werk
Besonders interessant für den Holzbau ist der hohe Vorfertigungsgrad. Die Holzelemente werden im Werk millimetergenau gefertigt und anschließend auf der Baustelle mit Hilfe eines Krans montiert. Arbeiten, die sonst unter den Bedingungen einer Großbaustelle stattfinden müssten, werden damit weitgehend in die kontrollierte Umgebung der Produktion verlagert. Das ist in Sydney von besonderer Bedeutung. Das Holz-Hochhaus entsteht direkt über einem stark frequentierten Bahnhof. Lärm, Staub und lange Montagezeiten vor Ort sollen deshalb möglichst gering gehalten werden.
Auch der Bauablauf unterscheidet sich vom klassischen Hochhausbau. Stahl- und Betonkonstruktion werden jeweils um etwa fünf Geschosse vorausgebaut. Anschließend werden die fertigen Bereiche mit den Holzmodulen ergänzt. Der Rohbau wächst damit in mehreren parallel laufenden Abschnitten nach oben.

Millimeterarbeit statt Nacharbeit
Der hohe Vorfertigungsgrad stellt besondere Anforderungen an die Planung. Wenn ein Bauteil im Werk gefertigt wird und auf der Baustelle unmittelbar passen muss, bleibt wenig Spielraum für nachträgliche Anpassungen. WIEHAG übernahm deshalb neben der Produktion und Lieferung auch die technische Beratung, 3D-Modellierung und Werkplanung. Zum Lieferumfang für das Holz-Hochhaus gehörten BSH-Bauteile (Brettschichtholz), CLT-Elemente (Brettsperrholz) und vorgefertigte Brandschutzpaneele. Das zeigt eine Entwicklung, die auch für andere Bereiche des Holzbaus interessant ist: Mit zunehmender Vorfertigung werden digitale Planung, exakte Fertigungsdaten und eine sorgfältig abgestimmte Montage immer wichtiger.
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Brandschutz als Teil des Gesamtsystems
Bei einem 183 Meter hohen Holz-Hochhaus gelten besondere Anforderungen an Sicherheit und Brandschutz. Holz ist deshalb Teil eines hybriden Gesamtsystems. Stahlbetonkern und Stahltragwerk übernehmen wichtige Aufgaben bei Stabilität und Steifigkeit. Ergänzend kommen vorgefertigte Brandschutzpaneele zum Einsatz. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Die Bauteile müssen nicht nur statisch funktionieren, sondern auch bei Brandschutz und Montage exakt aufeinander abgestimmt sein.

Nachhaltigkeit mit technischem Konzept
Der Einsatz von Holz ist bei Atlassian Central auch Teil des Nachhaltigkeitskonzepts. Nach Angaben der Projektbeteiligten soll der CO₂-Fußabdruck von Tragwerk, Unterbau und Fassade gegenüber einem konventionellen Hochhaus um mindestens 50 Prozent reduziert werden. Auch im späteren Betrieb setzt das Gebäude auf erneuerbare Energie. Eine in die Fassade integrierte Photovoltaikanlage erzeugt Strom direkt am Gebäude und übernimmt gleichzeitig eine Verschattungsfunktion.
Hinzu kommt ein Belüftungskonzept, das die klimatischen Bedingungen Sydneys nutzt. Über zu öffnende Fassadenelemente kann Frischluft in die Bürobereiche gelangen. Begrünte Terrassen und Atrien ergänzen das Konzept und sollen den Bedarf an mechanischer Kühlung reduzieren.
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Was der Holzbau daraus mitnehmen kann
Atlassian Central ist mehr als ein spektakuläres Holz-Hochhaus. Das Projekt zeigt, wie sich klassische Holzbaukompetenz mit digitaler Planung und industrieller Vorfertigung verbinden lässt. Für Zimmerer und Dachdecker liegt die interessante Entwicklung deshalb nicht allein in der Gebäudehöhe. Entscheidend ist die Art, wie geplant, gefertigt und montiert wird. Je höher der Vorfertigungsgrad, desto wichtiger werden exakte digitale Modelle, präzise Schnittstellen und eine durchgängige Planung bis zur Montage.
Auf der Baustelle zählt am Ende vor allem eines: dass das Bauteil passt. Sydney zeigt, wie weit sich dieses Prinzip skalieren lässt. Der 183 Meter hohe Turm verbindet Massivholz, Stahl und Beton zu einem Tragwerk, bei dem jeder Baustoff seine spezifischen Stärken einbringt.
Was ist das höchste Holz-Hochhaus der Welt?
Das höchste hybride Holz-Hochhaus der Welt ist Atlassian Central in Sydney. Der Büroturm direkt über der Central Station ist 183 Meter hoch, hat 39 Geschosse und soll Ende 2026 fertig werden. Mehr als 30 000 Kubikmeter Massivholz werden dort mit Stahl und Beton kombiniert.
Wie ist das Holz-Hochhaus in Sydney konstruiert?
Atlassian Central ist ein Hybridbau. Ein Stahlbetonkern sorgt für Stabilität, ein Stahl-Exoskelett nimmt die Windlasten auf. Dazwischen hängen sieben dreigeschossige Holzmodule, die „Timber Habitats“. Sie erstrecken sich über 21 der 39 Geschosse und liegen zwischen massiven Betondecken.
Warum ist Vorfertigung beim Holz-Hochhaus so wichtig?
Die Holzelemente werden im Werk millimetergenau gefertigt und auf der Baustelle per Kran montiert. Das hält Lärm, Staub und Montagezeiten über dem stark frequentierten Bahnhof gering. Weil jedes Bauteil sofort passen muss, werden digitale Planung, 3D-Modelle und exakte Fertigungsdaten entscheidend.





















