Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Braunes Ziegeldach unter blauem Himmel mit einigen weißen Wolken.

Dachdecker Tarifverhandlungen 2024 ergebnislos vertagt

Knut Köstergarten

5. November 2024

Schwierig gestalten sich die Tarifverhandlungen 2024 für die rund 100 000 Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und die Industriegewerkschaft (IG) Bau konnten sich in der zweiten Verhandlungsrunde Ende Oktober auf kein Ergebnis verständigen. Zu weit liegen Angebot und Forderung noch auseinander. Laut ZVDH ist auch kein Termin für das nächste Treffen vereinbart worden.

ZVDH bietet 6,3 Prozent mehr Lohn

Unter Berücksichtigung der nach wie vor hohen Verbraucherpreise bot die Arbeitgeberseite eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um insgesamt 6,3 Prozent an bei einer Laufzeit des neuen Tarifvertrags 2024 von 25 Monaten. Die Erhöhung soll in zwei Schritten, einmal um 3,5 und ein Jahr später um weitere 2,7 Prozent vollzogen werden. Zusätzlich erklärte der ZVDH laut Pressesprecherin Claudia Büttner seine Bereitschaft zu weiteren Erhöhungen bei entsprechender Laufzeitverlängerung auf 36 Monate.

Bild von Claudia Büttner vom ZVDH
ZVDH-Pressesprecherin Claudia Büttner erläutert die Position der Arbeitgeberseite. (Foto: ZVDH)

IG Bau fordert acht Prozent mehr Lohn

Acht Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung fordert hingegen die IG Bau bei einer Laufzeit für den Tarifvertrag 2024 von nur einem Jahr. „Der durch die einst hohe Inflation entstandene Reallohnverlust hat deutliche Löcher in die Haushaltskassen der Familien der Beschäftigten gerissen. Doch die Arbeitgeber zeigen bislang keinerlei Bereitschaft, diese Löcher auch nur irgendwie stopfen zu wollen", sagt Carsten Burckhardt, im IG Bau Bundesvorstand zuständig für die Baubranche. Und er fügte hinzu, dass es „an Geld nicht fehlt. Trotz schwachem Wohnungsbaumarkt sind die Auftragsbücher der Betriebe voll.“

Unterschied Tarif- und Mindestlohn

Mit der Tariferhöhung um acht Prozent käme ein Dachdecker laut IG Bau auf rund 22,81 Euro pro Stunde. Wenn er Vollzeit arbeitet, stünden dann etwa 3850 Euro auf dem Lohnzettel. Allerdings ist ein Tarifvertrag nicht verpflichtend für die Arbeitgeber. Rechtlich einklagbar ist für Beschäftigte allein der seit Januar geltende Mindestlohn in der Branche, der bei 15,60 Euro pro Stunde liegt, jedoch nicht Bestandteil der aktuellen Tarifverhandlungen 2024 ist.

Ein Mann mit Brille, Bart und grauen Haaren trägt einen dunklen Anzug und weißes Hemd, steht vor einem unscharfen Hintergrund drinnen.
Vertritt die rund 100 000 Beschäftigten: Carsten Burckhardt. (Foto: IG Bau/Tobias Seifert)

Arbeitgeber verweisen auf schrumpfende Gesamtwirtschaft

Die Forderung wurde nach Angaben von Claudia Büttner von der ZVDH-Tarifkommission unter Hinweis auf die aktuelle Konjunkturlage mit sinkender Inflationsrate und zugleich schrumpfender Gesamtwirtschaft zurückgewiesen. Ob sich beide Parteien in einer nächsten Verhandlungsrunde annähern können mit Blick auf einen neuen Tarifvertrag 2024 bleibt abzuwarten. Aktuell liegen Angebot und Forderung zu weit auseinander. Das gilt auch für die Einschätzung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die IG Bau sieht in der dritten Verhandlungsrunde eine „letzte Chance“ für eine Einigung, jedoch gehört Säbelrasseln natürlich zum Geschäft von Tarifverhandlungen.

Einigkeit über deutliches Lohnplus bei Auszubildenden

Einen Lichtblick gab es laut ZVDH-Pressesprecherin Claudia Büttner aber doch. Einigkeit herrschte bei der zweiten Verhandlungsrunde darüber, dass die Ausbildungsvergütungen im Dachdeckerhandwerk deutlich angehoben werden sollen. Nur so könnten die Betriebe wettbewerbsfähig bleiben und sich als attraktive Arbeitgeber für potenzielle Auszubildende präsentieren. Carsten Burckhardt von der IG Bau formuliert es so: „Eine deutliche Einkommenserhöhung hätte zudem auch eine positive Auswirkung auf die Kunden: „Sie müssen teilweise über ein Jahr warten, bis jemand kommt und endlich das Dach fachgerecht repariert oder gar erneuert. Denn es fehlt an Fachkräften", so Burckhardt.

Eine Person mit Sicherheitsausrüstung klettert eine Leiter hinauf, im Hintergrund befindet sich ein Baugerüst und Seile.
Einigkeit besteht zwischen den Tarifpartnern über eine deutliche Anhebung des Gehalts für Auszubildende.

Tarifverhandlungen 2022

Bei den letzten Tarifverhandlungen 2022 war die steuerfreie einmalige Inflationsprämie von 950 Euro lange der Knackpunkt. Die Löhne und Gehälter für die rund 100 000 Beschäftigten stiegen damals zum 1. November 2022 um 5,0 Prozent und zum 1. Oktober 2023 um weitere 3,0 Prozent. Die Laufzeit des Tarifvertrags betrug damals 27 Monate. Auch die Auszubildenden im Dachdeckerhandwerk konnten sich über mehr Geld freuen: Die Ausbildungsvergütung wurde jeweils deutlich angehoben: auf 860 Euro im ersten, 1040 Euro im zweiten, und 1320 Euro im dritten Lehrjahr.

Sie interessieren sich für Themen aus den Verbänden? Dann lesen Sie unsere Story über die heiße Phase der Vorbereitung der deutschen Teams für die Dachdecker-WM 2024 in Innsbruck.

Knut Köstergarten

Schreibt seit über zehn Jahren für das Printmagazin „Das Dach“ und leitet dort und bei Dach live die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und inzwischen auf die Bereiche Politik und Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge – gerade auch von Unternehmern.

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