Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bunte Feuerwerkskörper explodieren am Nachthimmel und erzeugen leuchtende Funken in Rot- und Goldtönen.

Dachdecker macht Spektakel als Großfeuerwerker

Harald Friedrich

17. Januar 2019

 „Feuerwerk ist Emotion“, ist sich Markus Greiner sicher. Wer bei ihm eine „Show“ für Hochzeit, Geburtstag oder Großevent haben möchte, kann sicher sein, dass seine Lieblingsmusik optisch und akustisch perfekt umgesetzt wird. Gemeinsam mit Ehefrau Melanie schneidet der Dachdecker für ein synchronisiertes Feuerwerk die Musik in einem Programm auf dem PC, überlegt sich die Effekte dazu und „komponiert“ so ein Feuerwerk. Komponieren heißt für das Ehepaar: Welcher Effekt bleibt in welcher Farbe, in welchem Winkel und in welcher Höhe wie lange sichtbar und hörbar zur Musik. Kann man da eigentlich noch einen populären Song einfach nur anhören im Radio? „Nein, wenn Musik im Auto läuft, denken wir in Effekten“, verrät Melanie Greiner.

Dachdecker-Meister Markus Greiner und seine Frau Melanie lassen es gerne krachen.

Dachdecker-Meister Markus Greiner (rechts) und seine Frau Melanie lassen es gerne krachen.

Wochenlange Arbeit für wenige Minuten Show

Ob beim Frühlingsfest auf der Münchener Theresienwiese, ob beim Geburtstag auf der Kristallhütte im Zillertal, ob bei der Party in Franken oder der Hochzeitsfeier vor dem Füssener Festspielhaus: Die Arbeit der Greiners beginnt schon Wochen vor der Show. Bei Ordnungsämtern und Naturschutzbehörden müssen die Pläne eingereicht und genehmigt werden. Alles muss vorab geklärt und genehmigt werden. Und wenn das Feuerwerk dann abgebrannt wird, ist die Arbeit noch nicht vollendet. Dann geht es ans Aufräumen. Alle sichtbaren Reste müssen beseitigt werden.

Dachdecker Markus Greiner schneidet die Musik auf dem PC und überlegt sich die Effekte dazu und „komponiert“ so das gesamte Feuerwerk.

Dachdecker Markus Greiner schneidet die Musik auf dem PC, überlegt sich die Effekte dazu und „komponiert“ so das gesamte Feuerwerk.

Natürlich fordert Greiner als „Insider“ zu jedem Feuerwerk auch seine Kolleginnen und Kollegen der örtlichen Feuerwehr an. Den Aktiven zum Retten, Löschen und Bergen trat er selbst bereits mit 17 Jahren in seinem Heimatort Kochel am See bei. Doch etwas fehlte dem Dachdecker-Meister bei seiner Ausbildung zum Feuerwehrler: ein realistisches und spannendes Übungsszenario, in dem es kracht und die Funken fliegen.

Vom Pyrotechniker zum Großfeuerwerker

Um es mal richtig krachen zu lassen, absolvierte Dachdecker-Meister Greiner einen Kurs zur Ausbildung als Pyrotechniker, genauer gesagt zur Bühnenpyrotechnik. Der Funke ist da wohl übergesprungen, denn es folgte eine weitere Ausbildung für Sonderpyrotechnik für Film und Fernsehen. Special Effects, wie es in Neudeutsch heißt. Und als dann noch die Großfeuerwerker-Ausbildung folgte, ließ auch Ehefrau Melanie sich zur Pyrotechnikerin ausbilden.

Die Ausbildung schloss Greiner 2010 mit der theoretischen und praktischen Prüfung zum staatlich geprüften Großfeuerwerker ab. Bis dahin musste er unter anderem 26 „Schulungsfeuerwerke“ nachweisen, an denen er aktiv mitgewirkt hatte. Was im Dachdeckerhandwerk die „Kür“ ist, das ist bei Pyrotechnikern Pflicht: Im 5-Jahres-Rhythmus ist eine intensive Weiterbildung angesagt.

Geschenk an den Heimatort: ein Silvester-Feuerwerk

Und was macht der Großfeuerwerker an Silvester? Die alljährliche „Silvester-Ballerei“ war lange der Albtraum der Greiners – mit anschließendem Bergen von Feuerwerksresten auf den Straßen von Kochel. Doch inzwischen wurde daraus ein Traum. Die Greiners gestalten ein großes Feuerwerk für ihren Heimatort als Alternative zu unzähligen kleinen Zündeleien. Es ist das schon legendären Silvester-Highlight in Kochel.

Die Vorbereitungen sind für jedes Event immens wichtig.

Die Vorbereitungen sind für jedes Event immens wichtig.

„Doch da geht noch mehr“, meinte Markus Greiner. Und er lernte den Technik-Leiter des Münchener Olympiaparks kennen. Zu den gemeinsamen Großaufträgen gehörte das Feuerwerk zum Sommernachtstraum im Park 2017. „Allein auf dem Olympiaberg haben wir da 2.400 Kugelbomben in den Racks installiert und abgebrannt“, erinnert sich Greiner. Heute arbeiten die Greiners in einem Netzwerk mit weiteren Pyrotechnikern zusammen.

Der Dachdecker will Spaß haben mit Krach und Bumm

„Für mich muss es krachen, laut sein“, gibt Markus Greiner zu. Nicht von ungefähr kam es zum Namen seiner Firma. Denn K & B Veranstaltungstechnik heißt nichts anderes als Krach und Bumm. „Meine Frau ist hingegen die Kreative, die die feinen Akzente setzt und das Feuerwerk zum Kunstwerk macht“, beschreibt er die Zusammenarbeit. Deshalb findet der feuerwerkende Dachdecker-Meister auch, es sollten eigentlich viel mehr Frauen in dem Job arbeiten – und auch im Dachdeckerhandwerk. Wird das mal sein Hauptberuf oder die Hauptberufung werden – die Pyrotechnik? Markus Greiner winkt ab: „Ne, ich will Spaß haben. Und ich will Nein sagen können, wenn ich mir keinen Spaß von einem Kundenauftrag erwarte.“

Die Arbeit der Greiners beginnt schon Wochen vor der Show. So müssen zum Beispiel bei Ordnungsämtern und Na-turschutzbehörden Pläne eingereicht und genehmigt werden.

Die Arbeit der Greiners beginnt schon Wochen vor der Show. So müssen zum Beispiel bei Ordnungsämtern und Na-turschutzbehörden Pläne eingereicht und genehmigt werden.

Sie wollen mehr erfahren über das Engagement von Dachdeckern jenseits des Berufs. Dann lesen Sie den Artikel über Mario Kunzendorf, der Kollegen in Uganda mit seinem Know-how unterstützt.

Harald Friedrich

In den 80er Jahren kam der ausgebildete Werbekaufmann und Texter zum Journalismus. Seit dieser Zeit unterstützt er zahlreiche Dachdecker-Landesverbände bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch Vor-, Nach- und Querdenken. So hob er das Verbandsmagazin des Bayerischen Dachdeckerhandwerks mit aus der Taufe und erstellt bis heute fünf Ausgaben pro Jahr komplett. Er schreibt zudem für Fachmedien im Bereich Handwerk, darunter seit Jahren auch „Das DACH“. Sein Motto: „Schreiben ist nichts weiter als eine permanente Neuordnung von 26 Buchstaben."

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