Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

Über uns

Werbelösungen für das Dachhandwerk

Dachmarketing ist spezialisiert auf analoge und digitale Werbung für Dachdecker und Zimmerer. Mehr erfahren →

Bild von VELUX Banner
Moderne, gewölbte Freiluftbühne mit ovalen Lichtern, Holzbänken und grünem Gelände im Hintergrund bei Tageslicht.

Pavillon auf der Bundesgartenschau: Vom Seeigel Holzbau gelernt

Harald Friedrich

31. Mai 2019

Der Mensch ist durchaus auch lernfähig, wenn es um die Natur geht. Als Weideneinzäunung hat er aus Dornenranken den Stacheldraht entwickelt. Das Klettband hat er von der Klette abgeschaut. Bionik ist eines der großen Forschungsfelder der Zukunft: Biologie und Technik werden vereint und die Technik lernt von der Natur. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist auf der Bundesgartenschau in Heilbronn bis 6. Oktober zu sehen. Der 32 x 25 Meter große und sieben Meter hohe Holzpavillon setzt von der Entwicklung bis zur Nachhaltigkeit neue Maßstäbe. Sein natürliches Vorbild ist der Sanddollar, eine Klasse der Seeigel. Sein annähernd symmetrisches Skelett besteht aus winzigen Kalkplättchen.

Holzüberdachtes Amphitheater mit modernen Sitzplätzen und einer Bühne, große Öffnung mit Blick auf grüne Hügel und blauen Himmel im Hintergrund.

Bionischer Ansatz: Der Holzbau bedient sich dem natürlichen Vorbild des Seeigels. (Bild: ICD_ITKE)

Holzbau innovativ: Architektur neu denken

„Ein bionischer Ansatz in der Architektur ermöglicht ein wissenschaftliches, disziplinübergreifendes Querdenken“, erläutert Professor Achim Menges vom Institut für computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung der Universität Stuttgart (ICD). Gemeinsam mit Professor Jan Knippers vom Institut für Tragekonstruktionen und Konstruktives Entwerfen der Universität Stuttgart (ITEK) hat er diesen Holzpavillon und einen Faserpavillon für die Bundesgartenschau geplant und mit Partnern realisiert. Für dieses Projekt setzten sich die beiden Wissenschaftler hohe Ziele: Mit einer möglichst geringen Holzmenge sollte eine möglichst hohe Stabilität erreicht werden. Zudem sollte der Pavillon leicht aufbaubar und ebenso leicht abbaubar sowie wiederverwertbar sein.

Holzbau innovativ: neue Formen des Planens und Fertigens

Neue Bauweisen erfordern neue Formen des Planens und Fertigens. Beim Holzpavillon wurde ein sogenanntes integratives Design angewandt: Bei Gestaltung, Konstruktion und Fertigung gab es eine kontinuierliche, computerbasierte Rückkoppelung. So wurde es möglich, die Form eines jeden Bauteils entsprechend der architektonischen Entwurfsabsicht, der statischen Anforderungen und der späteren Fertigung optimal anzupassen.

In den nur 13 Monaten, die von der Beauftragung bis zur Fertigstellung zur Verfügung standen, wurde vom ICD Universität Stuttgart und dem Technologie-Spezialisten BEC GmbH eine völlig neue, transportable Holzfertigungsplattform mit zwei 14-achsigen Schwerlastrobotern entwickelt. Sie kam erstmals beim Industriepartner MüllerBlaustein Holzbauwerke GmbH zum Einsatz. Dort wurden die insgesamt 376 unterschiedlichen Plattensegmente mit 17.000 verschiedenen Keilzinkenverbindungen hergestellt.

Holzbau innovativ: Kollege Roboter übernimmt die Arbeit

Zwei industrielle Roboterarme arbeiten gemeinsam an einem Werkstück in einer modernen Fertigungsumgebung.

Holzbau innovativ: Der Programmiercode, der hierfür direkt aus dem computerbasierten Modell erzeugt wurde, umfasst nicht weniger als zwei Millionen Zeilen. (Bild: ICD_ITKE)

Die Holzkassetten wurden zunächst von Robotern zusammengebaut. Dazu gehörte die Platzierung von vorformatierten Holzplatten und -balken, das kontrollierte Aufbringen des Klebstoffs zwischen Platten und Balken, sowie eine temporäre Lagesicherung mit Buchennägeln für den Trocknungsvorgang. In einem zweiten Schritt werden in die montierten Segmente die maßgeschneiderten Keilzinkenverbindungen und Öffnungen mit 300μm Genauigkeit gefräst. Durchschnittlich wurden für das robotische Fügen pro Segment acht Minuten aufgewandt. Für das Fräsen wurden weitere 30 Minuten benötigt. Der Programmiercode, der hierfür direkt aus dem computerbasierten Modell erzeugt wurde, umfasst nicht weniger als zwei Millionen Zeilen. Jedes einzelne der 376 Segmentbauteile besteht aus zwei dünnen Platten, oben und unten mit einem Ring aus Randbalken beplankt.

Aufbau Holzbau-Pavillon: zwei Handwerker brauchen zehn Tage

Große Holzstrukturen mit geometrischen Mustern stehen in einer geräumigen Werkhalle, während eine Person im Hintergrund arbeitet.

Intensive Vorfertigung: Der 32 x 25 Meter große und sieben Meter hohe Holzpavillon entstand zum großen Teil schon in der Werkstatthalle. (Bild: ICD_ITKE)

Im modernen Holzbau liegt die Hauptarbeit immer mehr in der Vorfertigung. So war es auch beim Holzpavillon für die Bundesgartenschau. Denn in nur zehn Arbeitstagen montierten die nur zwei Handwerker die vorgefertigten Holzkassetten aus Fichtenfurnierschichtholz mit UV-Schutz auf der Sommerinsel in Heilbronn. Die Montage konnte ohne die sonst üblichen Unterkonstruktionen oder Stützgerüste erfolgen. Die tragende Holzschale des Pavillons ermöglicht eine stützenfreie Spannweite von 30 Metern. Und das bei einem Eigengewicht von nur 38 Kilogramm pro Quadratmeter.

Verbunden wurden die Segmente mit wiederverwertbaren Bolzen. Die „Eindeckung“ erfolgte mit einer EPDM-Folie in acht Streifen. Dadurch wurde die notwendige Wasserdichtigkeit der Konstruktion erreicht. Die sichtbare Außenbekleidung bilden unbehandelte Lärchenplatten. Alle Elemente sind auf maximale Nachhaltigkeit ausgelegt, das heißt eine leichte Demontage und ein Wiederaufbau des Pavillons mit einer Nutzfläche von 500 Quadratmetern an anderer Stelle ist jederzeit möglich.

Ein Arbeiter steht auf einer Hebebühne und inspiziert eine große, strukturierte Betondecke im Freien unter wolkigem Himmel.

Der Holzpavillon konnte nach der Vorfertigung in zehn Arbeitstagen von nur zwei Handwerkern montiert werden. (Bild: ICD_ITKE)

Trotz dieser beeindruckenden Maße liegt die Genauigkeit beim Zusammensetzen dieses „dreidimensionalen Puzzles“ im Bereich von weniger als einem Millimeter. „Die robotische Vorfertigung ermöglicht eine extreme Präzision, so dass die Schale ohne jeden Toleranzausgleich und ohne große Gerüste sehr schnell montiert werden konnte“, berichtet Professor Knippers. Die Zukunft des bionischen Konstruierens und Bauens hat längst begonnen. Auf der Bundesgartenschau lässt sie sich persönlich in Augenschein nehmen.

Sie interessieren sich für das Thema Holzbau. Dann lesen Sie unseren Artikel über den Neubau eines fünfstöckigen Mehrfamilienhauses in Mannheim.

 

Harald Friedrich

In den 80er Jahren kam der ausgebildete Werbekaufmann und Texter zum Journalismus. Seit dieser Zeit unterstützt er zahlreiche Dachdecker-Landesverbände bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch Vor-, Nach- und Querdenken. So hob er das Verbandsmagazin des Bayerischen Dachdeckerhandwerks mit aus der Taufe und erstellt bis heute fünf Ausgaben pro Jahr komplett. Er schreibt zudem für Fachmedien im Bereich Handwerk, darunter seit Jahren auch „Das DACH“. Sein Motto: „Schreiben ist nichts weiter als eine permanente Neuordnung von 26 Buchstaben."

Services Dachmarketing

Der Marketing-Spezialist für Dachdecker und Zimmerer

Wir können Dach. Dachmarketing unterstützt Dachdecker und Zimmerer rund um analoge Werbung, wie Gerüstbanner oder Fahrzeugwerbung, und digitale Lösungen, wie die Software Mein Büro und den Website-Konfigurator für die Profi-Website.

Bild von Dachdecker-Website

Software Mein Büro

Angebote & Rechnungen und Baustellenverwaltung: Die Handwerkersoftware für kleinere Betriebe.

Bild von Dachdecker-Website

Profi-Website

Mit Layoutvorlagen und wenigen Klicks im Website-Konfigurator oder als individuelles Unikat.

Bild von Dachdecker-Website

Gerüstbanner

Weithin sichtbar: Gerüstbanner für mehr Bekanntheit, neue Aufträge oder Nachwuchswerbung.

Bild von Dachdecker-Website

Werbemittel

Zollstöcke, Bleistifte oder Feuerzeuge – mit individuellen Werbemitteln im Gedächtnis bleiben.

Aktuelle Artikel

Eine Person mit grünem Pullover und schwarzer Kappe lächelt und hat die Arme verschränkt.

30. April 2026

Freya Bruns: Vom Studium bis auf Norweger Metalldächer

Modernes Gebäude mit großer Glasfassade, darauf steht „Zentrum Holzbau Baden-Württemberg Bildungszentrum“. Im Vordergrund eine Straße, im Hintergrund Bäume und Himmel mit einigen Wolken.

28. April 2026

Holz trifft Rock: Hymne für das Zimmererhandwerk

Gelbe Baumaschine mit blauer Aufschrift „SASC APE“, im Hintergrund ein weiß-graues Gebäude mit senkrechten Linien.

23. April 2026

Steigende Materialpreise belasten Dachdecker

Eine ältere Frau mit blondem Haar lächelt in die Kamera. Sie trägt eine rote Jacke und Ohrringe.

21. April 2026

Anke Maske: erfolgreiche weibliche Pionierin unter Dachdeckern

Ein Arbeiter steht auf einem Dach und repariert Dachziegel, im Hintergrund sind andere Gebäude und ein blauer Himmel zu sehen.

16. April 2026

BDG Bedachungen: Null Kompromisse bei der Qualität

Ein Mann mit tätowiertem Bein sitzt auf einem Ziegeldach, trägt eine Sonnenbrille, Hemd und Hut, blauer Himmel im Hintergrund.

14. April 2026

Nach Meteoriten-Einschlag: Dachdecker übernimmt einzigartigen Auftrag

Dach mit Solarpaneelen und schwarzen Ziegeln, Blick nach oben in den Himmel.

9. April 2026

25 Jahre DAVICE: Dach- und PV-Spezialist mit Zukunft

Zwei Männer mit Brillen und Bart tragen schwarze Mützen und Hoodies, stehen draußen vor einer Menschenmenge.

7. April 2026

Verein Rooftop: Betriebe kooperieren und lernen voneinander