Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Solarmodule sind auf dem Dach eines Hauses installiert, das schwarze Ziegel hat. Es gibt auch Fenster auf dem Dach.

Dachsanierung: Positiver Marktausblick für 2024

Knut Köstergarten

13. August 2024

Gute Nachrichten für Dachdecker und Zimmerer: Das Bonner Marktforschungsinstitut B+L prognostiziert in seiner vor kurzem vorgestellten Sanierungsstudie eine Erholung im zweiten Halbjahr 2024 – auch im Bereich Dachsanierung. Dies gelte sowohl für den privaten Wohnbau als auch für die Sanierungsaktivitäten der deutschen Wohnungswirtschaft. Noch 2023 zeigte sich bei Bestandsmaßnahmen ein deutlicher Rückgang: Private Eigenheimbesitzer haben weniger saniert als noch in den Vorjahren. Viele Haushalte verzichteten angesichts gestiegener Bau- und Lebenshaltungskosten auf entsprechende Maßnahmen oder priorisierten etwa die Installation einer Photovoltaikanlage gegenüber einer Dachsanierung.

Balkendiagramm zeigt für das Jahr 2022 einen negativen Wert von -1,8 Prozent.
Entwicklung der Investitionen im Wohnbau-Bestand, real/preisbereinigt. (Grafik: B+L)

Anstieg der Sanierungstätigkeit

B+L geht für die kommenden Monate von einem Anstieg der Sanierungsaktivität aus. Die Sanierungsmärkte, die bereits aktuell einen deutlich höheren Anteil an den deutschen Bauinvestitionen haben als der Neubau, werden weiter an Bedeutung für Absätze und Investitionen gewinnen. Wie entsteht so eine Prognose? „Wir fragen nach durchgeführten Maßnahmen 2023 und danach, was im ersten halben Jahr 2024 geplant wird bei privaten Sanierern und vergleichen das mit den Erhebungen der Vorjahre“, erläutert Studienleiter Marcel Dresse. „Dazu kommen Interviews mit der Wohnungswirtschaft in Bezug auf die Sanierung von Mehrfamilienhäusern und die Abfrage des Auftragsvorlaufs im Handwerk. Aus diesen Daten leiten wir den positiven Trend für das zweite Halbjahr 2024 ab, der auch die Bereiche Dachsanierung und PV-Anlagen beinhaltet.“

Ein Mann mit braunen Haaren, Brille und Anzug lächelt in die Kamera.
Studienleiter Marcel Dresse prognostiziert eine positive Entwicklung im zweiten Halbjahr 2024. (Foto B+L)

Langfristiger Trend: Zielgruppe Dachsanierer wird älter

Die veröffentlichte B+L Sanierungsstudie 2024 ist bereits die achte Ausgabe der Studienreihe und setzt damit die detaillierte Auseinandersetzung mit den Sanierungsmärkten fort. Für viele Indikatoren lassen sich so langfristige Trends seit dem Jahr 2010 aufzeigen, wie strukturelle Veränderungen in den Zielgruppen der Sanierer. „Aktuell sanieren andere Bevölkerungsgruppen als noch vor 14 Jahren“, sagt Studienleiter Marcel Dresse. „Wir sehen einen deutlichen Trend zu einer stärkeren Sanierungsaktivität bei den geburtenstarken Jahrgängen der 56 bis 65-Jährigen, der mit einer veränderten Nachfrage am Sanierungsmarkt einhergeht.“

Liniendiagramm mit gelber Linie zeigt Anstieg von 45,2 im Jahr 2018 auf 51,2 im Jahr 2020.
Durchschnittsalter der privaten Sanierer in Jahren. (Grafik: B+L)

Immobilienkauf erst später im Leben

Die Babyboomer geben den Ton an, auch in der privaten Dachsanierung geht der Trend immer mehr zu höheren Einkommen und Alter. Das hat aber nicht allein demografische Gründe. „Das Durchschnittsalter der privaten Sanierer ist seit dem Jahr 2014 um 8,8 Jahre gestiegen. Zum Vergleich: der Altersdurchschnitt der deutschen Bevölkerung insgesamt hat sich in diesem Zeitraum laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung nur um 0,6 Jahre erhöht“, berichtet Dresse. Ein Grund: Noch in den Corona-Jahren haben auch Jüngere ihr Geld statt in Konsum und Reisen etwa in einen Ausbau des Dachgeschosses gesteckt, danach kaum noch. „Zudem hat sich der Immobilienkauf altersmäßig nach hinten verschoben, es wird heute später im Leben Eigentum erworben“, erklärt Dresse.

Ein Haus mit Gerüst, grauer Fassade und rotem Ziegeldach, vor blauem Himmel, Renovierungs- oder Bauarbeiten werden durchgeführt.
Der Kauf von Immobilien hat sich altersmäßig immer mehr nach hinten verschoben.

Ziele: Wertsteigerung sowie Geld und Energie sparen

Neben diesem langfristigen Trend zeigen sich auch aktuelle Veränderungen an den Sanierungsmärkten. Im Fokus der aktuellen Dachsanierungen stehen für die Auftraggeber primär finanzielle und energetische Erwägungen. „Auf den ersten Plätzen stehen Wertsteigerung der Immobilie, Geld sparen und Energie einsparen“, benennt der Studienleiter die zentralen Gründe und fügt hinzu: „Saniert wurde in den vergangenen Monaten primär nur bei nicht aufschiebbaren Schäden oder wenn Energie oder Geld gespart werden konnte, ansonsten wurde abgewartet. Optische Aspekte spielten in den letzten Monaten immer weniger eine Rolle.“ Interessant ist auch, dass Fördermittel des Staates über Zuschüsse oder Steuerboni eine Motivation sein können, etwa eine Dachsanierung vorzuziehen und direkt zu starten. „Förderung ist aber nicht der zentrale Impuls, das ist immer die Notwendigkeit“, erläutert Dresse.

Dach eines Hauses mit Solarpaneelen und einem Schornstein bei Tageslicht, blauer Himmel im Hintergrund.
PV-Anlagen werden weiter für Aufträge sorgen, aber unter dem Niveau des Vorjahres 2023.

PV-Markt stabilisiert sich auf hohem Niveau

Beim Thema PV-Anlagen sieht der B+L Studienleiter in diesem Jahr eine Abschwächung der Nachfrage, jedoch mit einem Auftragsvolumen deutlich über dem Niveau früherer Jahre. „Das Thema Energie und Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen hat viele beschäftigt und da wurden viele Aufträge vorgezogen, wenn es sich die Sanierer leisten konnten.“ PV-Anlagen werden auch 2024 im Fokus bleiben und im Zuge der allgemeinen Erholung des Sanierungsmarktes weiter für Aufträge sorgen, jedoch unter dem Niveau des Vorjahres liegen.

Eine Person mit Arbeitshandschuhen installiert eine gelbe Dämmplatte zwischen Holzbalken an einer Wand.
Interessanter Trend: Dachsanierer setzen verstärkt auf kostengünstige Materialien.

Kunden wollen häufiger kostengünstige Materialien

Erste Ansprechpartner für eine Dachsanierung sind laut Studienleiter Dresse die Dachdecker und Zimmerer. „Dabei ist vor allem Beratung das zentrale Thema, also welche Dämmstoffe, welche Eindeckung und welche weiteren Produkte auszuwählen sind.“ Was gab es hier für Besonderheiten? „Mit den steigenden Energiepreisen zeigte sich in den Jahren 2022 und 2023 ein starker Trend weg von Tonziegeln und hin zu Betondachsteinen. „Dieser hat sich jedoch aktuell bereits wieder normalisiert oder sogar umgekehrt“, berichtet Dresse. „Auch sonst setzen Auftraggeber und Sanierer, etwa bei den Dämmstoffen, angesichts der gestiegenen Kosten häufiger auf kostengünstige Produkte. Dies zeigt sich nicht nur bei der Dachsanierung, sondern auch bei anderen Bereichen und Materialien.“

Sie interessieren sich für das Thema Dachsanierung? Dann lesen Sie unseren Bericht über die energetische Sanierung einer Hamburger Stadtvilla an der Alster.

Knut Köstergarten

Schreibt seit über zehn Jahren für das Printmagazin „Das Dach“ und leitet dort und bei Dach live die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und inzwischen auf die Bereiche Politik und Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge – gerade auch von Unternehmern.

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