Schwarzes DACH LIVE Logo, wobei das A und der Schrägstrich im Wort rot hervorgehoben sind.
Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Ein Mann mit Brille sitzt an einem Schreibtisch im Büro, vor einem Computerbildschirm, und blickt in die Kamera.

Rat an die Kinder: werdet Dachdecker

Harald Friedrich

26. November 2019

DACH\LIVE: Wollten Sie immer schon in Koblenz arbeiten?

Andreas Unger: Eigentlich nicht. Während meines Bachelor- und Masterstudiums in Politikwissenschaft und Öffentlichem Recht war ich für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit je dreimal in Montenegro und Uganda, also eher ein „Reisender“. Kurz vor Ende des Studiums habe ich ernsthaft überlegt, im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit beruflich tätig zu werden. Letztendlich habe ich mich dagegen entschieden. Auch weil man im Ausland immer merkt, was man an Deutschland hat.

DACH\LIVE: Dann sind Sie in der politischen Landschaft sesshaft geworden?

Andreas Unger: Kurz vor dem Ende meines Studiums habe ich mich umorientiert und bin über verschiedene Tätigkeiten im Bereich der politisch beratenden Arbeit, etwa im deutschen Bundestag und bei der ehemaligen Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen, im Juli 2014 als Referent für die Bereiche Wirtschaft und Infrastruktur zur  CDU-Landtagsfraktion nach Mainz gekommen.

DACH\LIVE: Wie kam es zum Schritt in Richtung Handwerk und Dachdecker?

Andreas Unger: Der kam durch die Arbeit im Landtag und hier durch die intensiven Kontakte und Treffen mit verschiedenen Wirtschaftsvertretern. Ich habe festgestellt, dass mich Handwerksthemen am meisten interessieren und dass der Kontakt zum Handwerk für mich persönlich stets sehr angenehm war. Ich schätze am Handwerk die offene und praxisnahe Kommunikation. Das Ehrenamt spricht aus der Wirklichkeit des betrieblichen Alltages.

DACH\LIVE: Wie wurde es dann konkret mit dem Handwerk?

Andreas Unger: Dann kam der Landesverbandstag des rheinland-pfälzischen Dachdeckerhandwerks 2016, an dem ich mit der heutigen Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Julia Klöckner, teilnehmen durfte. Hier habe ich im wahrsten Sinne des Wortes gemerkt, wie zukunftsorientiert das Dachdeckerhandwerk denkt und wie engagiert gerade der Nachwuchs ist – Stichwort Zukunft Dachdecker.

Zukunft Dachdecker Andreas Unger

Der Imagefilm des Projekts Zukunft Dachdecker sorgte bundesweit für Furore. Foto: Zukunft Dachdecker

DACH\LIVE: Wann ging es aus dem Landtag in den Dachdecker-Alltag?

Andreas Unger: Im Sommer 2017 fragte mich der damalige Verbandsgeschäftsführer Rolf Fuhrmann, ob ich mir mittelfristig vorstellen könnte, seine Nachfolge anzutreten. Damals war ich 29 Jahre alt und habe diese Option als große Herausforderung angesehen. Am 25. November 2017 wurde ich dann im Rahmen einer Mitgliederversammlung in Trier einstimmig gewählt. Als Geschäftsführer war mein erster Arbeitstag am 2. Januar 2019.

DACH\LIVE: Was sind Ihre Ziele und wichtigsten Aufgaben?

Andreas Unger: Das Handwerk selbstbewusster zu machen. Wir müssen der Gesellschaft verdeutlichen, wie wichtig das Handwerk ist und welche vielfältigen Möglichkeiten hier geboten werden. Dazu gehört die Präsenz in Schulen und bei Berufs-Infoveranstaltungen. Hier liegt ein Riesenpotenzial unserer jungen Organisation „Zukunft Dachdecker“. Wir wollen Menschen für das Dachdeckerhandwerk begeistern.

DACH\LIVE: Haben Sie einen familiären Bezug zum Handwerk?

Andreas Unger: Nein, leider überhaupt nicht. (schmunzelnd) Aber hätte ich vorher gewusst, was ein guter Handwerker verdienen kann und wie vielfältig seine Tätigkeit ist, hätte ich vielleicht nie studiert.

DACH\LIVE: Wenn Sie mal Kinder haben sollten – was wäre ihr Rat fürs Leben?

Andreas Unger: (lacht) Wenn alles mit den Interessen und Fähigkeiten übereinstimmt: werdet Dachdecker.

Sie interessieren sich für die Rubrik „Innungen & Verbände“. Dann lesen Sie unser Interview mit dem ZVDH-Vizepräsidenten André Büschkes.

Harald Friedrich

In den 80er Jahren kam der ausgebildete Werbekaufmann und Texter zum Journalismus. Seit dieser Zeit unterstützt er zahlreiche Dachdecker-Landesverbände bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch Vor-, Nach- und Querdenken. So hob er das Verbandsmagazin des Bayerischen Dachdeckerhandwerks mit aus der Taufe und erstellt bis heute fünf Ausgaben pro Jahr komplett. Er schreibt zudem für Fachmedien im Bereich Handwerk, darunter seit Jahren auch „Das DACH“. Sein Motto: „Schreiben ist nichts weiter als eine permanente Neuordnung von 26 Buchstaben."

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