Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Mann mit Sonnenbrille und Handschuhen hält eine große schwarze Plane im Freien unter bewölktem Himmel.

Zert Green Building: Nachhaltige Dach-Produkte im Fokus

Knut Köstergarten

5. Juni 2025

Vor über vier Jahren gründete der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) einen Nachhaltigkeitsausschuss. Das Ziel: Nachhaltigkeit in der Bedachungsbranche generell und bei den Betrieben mehr in den Fokus zu rücken. Denn bei vielen Kunden, Dachsanierer und Bauherren, spielt es längst eine wichtige Rolle bei der Auswahl von Materialien. Heute gibt es mit Zert Green Building eine vom ZVDH entwickelte Zertifizierung, 13 Herstellern haben bereits eines oder mehrere Produkte in diesem Prozess erfolgreich prüfen lassen.

Nachhaltigkeit kommt an im Dachhandwerk

„Zert Green Building wird inzwischen gut angenommen“, erklärt Philip Witte, der beim ZVDH verantwortlich zeichnet für diese Zertifizierung. „Es gibt viele Vorurteile bei der Nachhaltigkeit, was sie überhaupt soll, dass sie zu teuer sei. Doch langsam verändert sich die Haltung dazu, auch unter den Dachdeckern. Heute kann ich etwa über den Sinn und Nutzen von Verklebung sowie Alternativen diskutieren. Vor ein paar Jahren ging das überhaupt nicht.“

Ein Mann mit Brille und kurzem braunen Haar trägt einen blauen Anzug und ein weißes Hemd, steht draußen vor einem modernen Gebäude.
Philip Witte treibt beim ZVDH das Thema Nachhaltigkeit voran. (Foto: ZVDH)

Namhafte Hersteller beteiligen sich an Zert Green Building

Inzwischen beteiligen sich namhafte Hersteller an Zert Green Building und werben damit auch aktiv. Bei Dämmstoffen Gutex, bei Dachziegeln Erlus und Laumanns, bei Abdichtungsbahnen Alwitra und Carlisle. Auch der Bedachungshandel unterstützt laut Witte das Thema. So werde jede Zertifizierung weitergegeben an den Dach-Daten-Pool, wo sie in den Produktinfos hinterlegt wird.

Wie die Zertifizierung funktioniert

Doch wie funktioniert eigentlich Zert Green Building? Bei Interesse können Unternehmen mit dem ZVDH Kontakt aufnehmen. „Ich besuche dann die Hersteller, schaue mir die Produktion und alles Weitere vor Ort an und wir gehen den von uns entwickelten Fragenkatalog durch“, erläutert Witte. Das notwendige Reisepensum nimmt er gerne in Kauf, weil ihm das Thema Nachhaltigkeit am Herzen liegt.

Ein Mann steht vor einem Gebäude und hält ein Zertifikat. Im Hintergrund ist ein Schild mit der Aufschrift "Haus des Dachdeckerhandwerks" zu sehen.
Vizepräsident Vertrieb & Marketing Carlisle CM Europe, Klaas Kortegast (Mitte), nimmt das Zertifikat von Philipp Witte und ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx (rechts) entgegen. (Foto: ZVDH)

Fragenkatalog als Basis

Danach geben die Hersteller die über 50 Fragen aus den Bereichen Produktion/Unternehmen, Eigenschaften/Langlebigkeit des Produkts und Recycling in die jeweiligen Abteilungen weiter. Es können jeweils Kreuze gesetzt werden bei „wird erfüllt“, „wird nicht erfüllt“ und bei „nicht anwendbar“. Aber für noch wichtiger hält Witte das nebenstehende Feld „Anmerkungen“. „Je mehr Infos wir im Detail erhalten, desto besser können wir uns ein Bild davon machen, wie Nachhaltigkeit im jeweiligen Unternehmen gelebt wird.“

Bei den Fragen geht es etwa darum, ob Gefahrstoffe in der Produktion verwendet werden, welche Zertifizierungen es bereits gibt oder wie hoch der Energieverbrauch und der Anteil an erneuerbaren Energien ist. Beim Produkt muss beantwortet werden, wie langlebig es ist, ob nachwachsende Rohstoffe verwendet werden, Schadstoffe nach der Verbauung austreten können und wie es mit der Umweltverträglichkeit ist. Und schließlich ist auch entscheidend, ob ein Produkt teilweise oder komplett recycelfähig oder wiederverwendbar ist.

Mehrere Personen mit Handschuhen bewegen eine große schwarze Plane oder Matte draußen auf einem Dach bei sonnigem Wetter.
Die Hertalan® EPDM-Abdichtungsbahn von Carlisle hat das Zert Green Building erhalten: (Foto und Titelbild: Carlisle)

Nachprüfung: Antworten werden gecheckt

Zum Abschluss werden die Antworten noch einmal überprüft. „Bislang übernehme ich diese Aufgabe mit Martin Weihsweiler und Madeleine Oster vom Nachhaltigkeitsausschuss, die über viel Erfahrung verfügen und die in ihren eigenen Betrieben selbst konkrete Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit umsetzen“, berichtet Witte. „Wir suchen aber nach einem unabhängigen, externen Partner, der die Nachkontrolle für Zert Green Building übernehmen soll.“

Drei Viertel der Kriterien müssen erfüllt sein

75 Prozent aller Kriterien müssen für eine Zertifizierung erfüllt sein. Das Recycling und die Rückbaubarkeit sind dabei wichtige Themen und zugleich auch Grenzfälle in Sachen Bewertung. Denn es gibt zwar erste Projekte wie Roof Collect für Kunststoffbahnen und eine Testanlage für das Recycling von EPS/XPS-Dämmplatten in Holland, doch selbst wenn Produkte recycelfähig sind, gibt es aktuell nicht genug Kapazitäten dafür. „Wir sind ein rohstoffarmes Land, deshalb sollten wir das Thema Recycling weiter forcieren“, meint Witte.

Drei Männer stehen vor einem Schild mit der Aufschrift "Haus des Dachdeckerhandwerks", einer hält eine Urkunde in der Hand.
Zertifizierung für die Dachbahn Evalastic®: Philip Witte, Produktmanager Christian Deckert und Geschäftsführer Fritz Stockinger von alwitra sowie ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx von links. (Foto: ZVDH)

Vertrauensvolle Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit den Herstellern bezeichnet Witte als vertrauensvoll. „Da will keiner was verkaufen, da sind Unternehmen unterwegs in Richtung Nachhaltigkeit. Von daher sind wir optimistisch, dass Zert Green Building Potenzial hat und einen Prozess in Gang bringen kann hin zu mehr nachhaltigen Produkten. Zudem kann die Zertifizierung für kleinere Hersteller auch ein Anschub sein, ins Thema einzusteigen.“

Weiterbildung zum Thema Nachhaltigkeit für Dachdecker

Das gilt auch für die Dachdeckerbetriebe selbst. Zert Green Building bietet ihnen Gelegenheit, ihren Kunden nachhaltige Produkte in der Beratung empfehlen zu können. Doch damit nicht genug. „Wir wollen die Betriebe unterstützen, in ihren Abläufen verstärkt auf Nachhaltigkeit zu setzen“, erläutert Witte. „Wir planen dafür mit der Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk eine Weiterbildung am BBZ Mayen. Da wollen auch Weihsweiler und Oster als Praktiker in Sachen Nachhaltigkeit als Dozenten dabei sein.“

Sie interessieren sich für Themen aus den Verbänden? Dann lesen Sie unseren Bericht über den neuen ZVDH-Vizepräsidenten Dirk Sindermann und was er bewegen will.

Knut Köstergarten

Schreibt seit über zehn Jahren für das Printmagazin „Das Dach“ und leitet dort und bei Dach live die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und inzwischen auf die Bereiche Politik und Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge – gerade auch von Unternehmern.

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