Acht Personen in schwarzen Jacken und Arbeitshosen stehen und posieren auf einem großen Dach mit historischen Backsteinbauten und Gerüsten im Hintergrund. Bei der Gruppe scheint es sich um Bauarbeiter oder Dachdecker zu handeln.

Dach-Baustellen

Zwei Oberlichtfenster mit geschlossenen Außenjalousien sind auf einem dunklen, mit Ziegeln gedeckten Schrägdach installiert, und im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen.

Produkte

Zwei Arbeiter in grünen Hemden und Handschuhen verlegen unter strahlend blauem Himmel orangefarbene Dachziegel auf einem Schrägdach, wobei einer dem anderen einen Ziegel reicht. In der Nähe sind Stapel von Ziegeln zu sehen.

Dachdeckerbetrieb

Ein Arbeiter mit rotem Schutzhelm und Klettergurt kniet auf einem Dach, hält ein Telefon in der Hand und überprüft die an einem Kabel befestigte Sicherheitsausrüstung.

Arbeitssicherheit

Eine lächelnde Person in einem weißen Hemd und grauen Handschuhen verlegt Dachziegel auf einem schrägen Dach, wobei im Hintergrund Sicherheitsnetze und Gebäude zu sehen sind.

Dachdecker werden

Zwei Männer stehen in einem Lagerhaus und schauen gemeinsam auf eine Tafel. Ein Mann trägt ein rotes Hemd und hält ein aufgerolltes Papier, der andere trägt ein schwarzes Hemd. Im Hintergrund sind große Regale mit Säcken oder Behältern zu sehen.

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Bild von VELUX Banner
Straße mit geparkten Autos, Menschen und Häusern an einem sonnigen Tag, Pipeline überquert die Straße, Bäume im Hintergrund.

BBZ Mayen: Großes Event zum 100-Jährigen

Knut Köstergarten

17. Juli 2025

Alles begann mit der Gründung des westdeutschen Dachdeckerschulvereins. Dachdecker und Schieferindustrie ergriffen 1925 gemeinsam die Initiative und starteten am 3. November mit dem Unterricht. Das war die Geburtsstunde des heutigen BBZ Mayen.

Schiefer prägte lange den Unterricht

Lange Zeit prägte die Arbeit mit Schiefer die Unterrichtsinhalte, mit dem viele Dächer der Region gedeckt sind. Die Nähe zur Schieferindustrie setzt sich bis heute fort, Hersteller Rathscheck hat in Mayen seinen Hauptsitz. In den 1920er Jahren fand die Praxis in den Werkhallen der Schiefergrube Katzenberg statt, die Theorie hingegen vor Ort in der ehemaligen Volksschule.

Hier geht es zum neuen Imagefilm 100 Jahre BBZ Mayen

Bild von damaligen Azubis am BBZ Mayen bei der Arbeit mit Schiefer
Die Werkhalle des BBZ Mayen mit dem Schwerpunkt Schiefer im Jahr 1925. (Alle Fotos: BBZ Mayen)

Anerkennung als Meisterschule des Dachdeckerhandwerks

Im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging die Schulträgerschaft 1937/38 an den Reichsinnungsverband, verbunden mit dem Umzug in die Kelberger Straße, dem heutigen Standort. Auf dem von der Stadt geschenkten Grundstück baute der Verband eine große Werkhalle für den Unterricht. Es folgte die Anerkennung als Meisterschule des Dachdeckerhandwerks – Fachschule des Reichsinnungsverbandes. Mit diesem Schritt wurde die Basis dafür geschaffen, dass das BBZ Mayen eine regionale Ausbildungsstätte und zugleich das Bundesbildungszentrum sein konnte. Auch der Krieg blieb nicht fern, ab 1944 nutze die Wehrmacht die Räumlichkeiten und 1945 zerstörte ein Bombenangriff das Lehrlingswohnheim.

Bild von den alten Werkhallen am BBZ Mayen
Arbeiten in der Werkhalle an den unterschiedlichen Dachmodellen, aufgenommen 1937/38.

Nukleus für innovative Projekte

Als 1948 der Lehrbetrieb wieder aufgenommen wurde, entstand die heutige Struktur. Die Trägerschaft übernahm der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH). Das sorgte für den besonderen Status des BBZ Mayen. Das ZVDH-Präsidium ist zugleich Vorstand am BBZ Mayen. Dessen Geschäftsführer Rolf Fuhrmann ist außerdem stellvertretender ZVDH-Hauptgeschäftsführer und dort verantwortlich für berufliche Bildung. Und so ist das BBZ Mayen immer wieder Nukleus für innovative Projekte des Dachdeckerhandwerks, wie zuletzt bei der sehr erfolgreichen und von vielen Landesinnungsverbänden übernommenen Weiterbildung zum PV-Manager. Ein weiterer Leuchtturm ist die 1968 aus der Taufe gehobene Mayener Meisterwoche, die seitdem mit einem attraktiven Programm zu den Highlights des Dachdeckerjahres zählt.

Bild von Ausbilder am BBZ Mayen
Die Aus- und Weiterbildung ist bis heute die Kernkompetenz des BBZ Mayen.

Überbetriebliche Ausbildung startete 1978

Ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des BBZ Mayen war der Bau und die Inbetriebnahme eines neuen Schulgebäudes 1975. Schon drei Jahre später konnten die ersten Azubis begrüßt werden. Sie kamen aus dem Saarland. Über die Kooperation mit den Handwerkskammern folgten dann erst Koblenz, danach das gesamte Bundesland Rheinland-Pfalz und Teile von Hessen. Heute ist die überbetriebliche Ausbildung nicht mehr wegzudenken aus dem Angebot des BBZ Mayen, das zudem Umschülerkurse, die Dachdecker- und Klempnermeisterkurse sowie Weiterbildungen wie den Betriebswirt im Handwerk mit Fokus auf das Dachdeckerhandwerk umfasst. Der aktuelle Dachdeckermeisterkurs ging jüngst mit 100 TeilnehmerInnen zu Ende.

Ein verheerender Brand vernichtete 1978 die Werkhalle.

Werkhalle brennt ab und wird direkt wieder aufgebaut

War das neue Schulgebäude ein wichtiger Schritt nach vorne, gab es vier Jahre später einen herben Rückschlag. Bei einem Feuer brannte die Werkhalle samt Nebengebäuden bis auf die Grundmauern nieder. Zum Glück blieben das Schulgebäude und die Metallwerkstatt von den Flammen verschont. Der Schulbetrieb lief improvisiert weiter, da die Verantwortlichen Hallen von der Stadt Mayen anmieten und mit neuen Dachmodellen ausstatten konnten. Zugleich beschlossen sie den direkten Wiederaufbau unter Zuhilfenahme öffentlicher Mittel, der bereits 1982 abgeschlossen werden konnte. Weitere sechs Jahre später folgten die Einweihungen des Tagungsgebäudes und einer zusätzlichen Werkhalle.

Bild vom Eingang des BBZ Mayen 1982
Auszubildende am Haupteingang des BBZ Mayen im Jahr 1982.

Meilenstein Lehrlingswohnheim

Der letzte große Meilenstein war dann der Bau eines Lehrlingswohnheims ab Mai 2016. Das Gebäude umfasst 33 Zweibettzimmer und sechs Einbettzimmer, jeweils mit privatem Bad, eine Wohnung für Herbergsverwalter sowie die Mensa und Nebenräume. „Vorher waren die Azubis bei privaten Vermietern in Mayen und Umgebung untergebracht, wie heute noch die Berufsschüler. Doch das Angebot reduzierte sich über die Jahre immer mehr. Deshalb fiel die Entscheidung, eine neue Dachdeckerherberge zu bauen“, so Geschäftsführer Rolf Fuhrmann.

Bild von Azubis heute am BBZ Mayen
Überbetriebliche Ausbildung: Die Lehrlinge können heute im eigenen BBZ-Wohnheim übernachten.

Große Feier mit Erlebnisparcours

Mit seinem engagierten Team, insbesondere mit dem technischen Verwaltungsleiter des BBZ Mayen, Martin Krick, und unter anderem durch Unterstützung der Jugendorganisation „Zukunft Dachdecker“ aus Rheinland-Pfalz plant Fuhrmann aktuell die große 100-Jahr-Feier am 28. und 29. August, die bereits einen Abend vorher mit einem Abendessen im nahen Seehotel Maria Laach startet. Die Mitgliederversammlung findet am 28. August statt und einen Tag später das große Fest. „Hier ist neben Grußworten, Filmen und Musikeinlagen ein Erlebnisparcours geplant, der an verschiedenen Stationen durch die Geschichte des BBZ Mayen führt und auf vielfältige Weise zum Mitmachen einlädt“, verrät Fuhrmann. Im Außenbereich gibt es Bewirtung mit rustikalem Essen sowie Getränken. Zum Abschluss steigt am Abend eine Party mit Livemusik und DJ.

Sie interessieren sich für Projekte im BBZ Mayen? Dann lesen Sie unsere Story über das Training des Dachdecker-Nationalteams mit den dortigen Ausbildern.

Knut Köstergarten

Schreibt seit 20 Jahren für das Printmagazin „das dach“ und leitet dort und bei Dach\Live heute die Redaktion. Der ausgebildete Journalist hat sich in vielen Themenfeldern ausgetobt und sich inzwischen auf Dachhandwerk spezialisiert. Seine Leidenschaft sind Interviews, denn ihn interessiert die persönliche Sicht auf die Dinge, gerade auch von Unternehmern.

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